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2170 In den Hyphen des Pilzes Armillaria Solidipes werden neuronenartige Vorgänge entdeckt.

In den Hyphen des Pilzes Armillaria Solidipes werden neuronenartige Vorgänge entdeckt. Es gelingt mit einigen Exemplaren zu kommunizieren.

Die Pilze bilden ein ausgedehntes unterirdisches Fadengeflecht unter dem Waldboden. Sie wiegen oft viele Tonnen und können mehrere Hektar groß werden. Die Komplexität des Mycels ist mit der von Gehirnen großer Wirbeltiere zu vergleichen.

Mit Schnittstellen ähnlich den handelsüblichen Neuroimplantaten können Signale der Pilze emuliert und analysiert werden. In der Interaktion zeigen sich Verhaltensmuster, die man auch von Tieren kennt. 2183 beobachtet man sogar Anzeichen von kognitiven Fähigkeiten, planerischem Denken und zielgerichtete Aktivität. Allerdings macht die räumliche Ausdehnung alle höheren Prozesse sehr langsam. Die Pilze scheinen auf einer anderen Zeitskala zu leben.

http://jmp1.de/h2170

2392 Neue Techniken der sog. Reflexmemetik machen chemische Narkose und Betäubung überflüssig

Neue Techniken der sog. Reflexmemetik machen chemische Narkose und Betäubung überflüssig (Apathischen Analgesie).

Manche Menschen konnten mit Hilfe von Autosuggestion Schmerz unterdrücken. Schon seit langer Zeit war vermutet worden, dass jeder Mensch Schmerzen bewusst ausschalten und beherrschen kann. Aber nur Einzelne erreichten zufriedenstellende Resultate und auch nur nach längerem Training. Der Mechanismus war damals nicht wissenschaftlich nachvollziehbar. Es gab zwar viele Anleitungen, aber bei jedem Menschen funktionierte Autosuggestion zur Schmerzunterdrückung etwas anders. Jeder musste die Techniken selbst für sich entwickeln.

Mit der Entwicklung der induzierten apathischen Analgesie kann nun tatsächlich jeder Mensch sehr schnell von Schmerzen freigestellt werden und trotzdem bei vollem Bewusstsein bleiben. Apathischen Analgesie beruht auf Techniken aus der Memetik-Forschung (Reflexmemetik). Das menschliche Gehirn kann durch geeignete Signale (optische, akustische und taktile) in einen schmerzunempfindlichen Modus versetzt werden. Die Signalfolge ist individuell verschieden. Sie wird durch Tests und im Verlauf der Behandlung adaptiv ermittelt. Bei operativen Eingriffen ist apathischen Analgesie ebenso zuverlässig, wie chemische Anästhesie.

Die Anwendung solcher reflexmemetischer Manipulation ist in den meisten Gesellschaften gesetzlich geregelt und nur in besonderen Fällen, z.B. zur medizinischen Anwendung, zugelassen. Reflexmemetik kann auch mit schädlicher Wirkung eingesetzt werden. Aber normalerweise sind alle Menschen durch ihre Neuroimplanatate geschützt. Für die apathische Analgesie müssen die Schutzfunktionen natürlich deaktiviert werden.

2204 Entdeckung der tetrachromaten Hirnareale beim Menschen.

Entdeckung der tetrachromaten Hirnareale beim Menschen. Beginn der Nutzung mittels Neuroimplantat ab 2207. Schon um 2215 ist die neue Farbe "brisk" (und all ihre Mischungen mit blau, grün und rot) nicht mehr aus dem Alltagsleben wegzudenken.

Neurowissenschaftler entdecken, dass fast alle Menschen die Fähigkeit zur Verarbeitung von vier Grundfarben haben. Die Fähigkeit vier Grundfarben zu unterscheiden ist von vielen Tieren bekannt (Tetrachromatie). Dazu werden vier Typen von Rezeptoren und die Verarbeitung im Gehirn benötigt. Beim Menschen ist anscheinend ein Rezeptortyp im UV-Bereich evolutionär verloren gegangen.

Tatsächlich finden sich bei manchen Menschen noch Reste auf dem X-Chromosom. Die Signale werden aber nur bei sehr wenigen Menschen richtig verarbeitet. Obwohl die Rezeptoren fehlen, sind die verarbeitenden Hirnareale auch bei den meisten unmodifizierten Menschen noch vorhanden. Sie können über Neuroimplantate aktiviert werden, so dass man nun nahes UV als Farbe sieht.

Die meisten Menschen leben durch ihre Implantate ständig in erweiterter Realität (Augmented Reality). Die KI der Implantate blendet virtuelle Objekte ein, unterstützt mit Kontextinformationen und modifiziert selbständig Dinge, die Menschen nicht sehen wollen oder sollen (Meme-Filter, Kinder-Comps). All diese Anzeigen verwenden nun auch die vierte Grundfarbe, was zu einem viel reichhaltigeren Farbempfinden führt.

2201 Duoyang verändert die Arbeitswelt

Duoyang, eine Lebensweise bei der Menschen zwischen mehreren Tätigkeitsfeldern wechseln, verändert die Arbeitswelt. Duoyang steigert nicht nur die Zufriedenheit (Sumak Kawsay), sondern auch die Produktivität um 10 - 20%.

Duoyang ist eine moderne Adaption der Work-Sharing Welle des späten 21. Jahrhunderts in Verbindung mit Elementen der Queuing-Theorie. Der Ursprung des modernen Duoyang liegt in Singapur und Indonesien um ca. 2170. Die fünf Regeln des Duoyang werden 2173 fixiert. Für einige Jahre ist Duoyang ein Standortvorteil für Early-Adopter Gemeinschaften und Staaten. Es verbreitet sich innerhalb einer Generation über Südostasien.

Der Durchbruch kommt 2195 durch die australische Reality-Slink-Soap "Duoyang Jiating" (Slink = Sensory Link über Neuroimplantate), die sehr erfolgreich in Americas und Eurasien läuft. Auf dem Höhepunkt der Serie unterstützt die Produktionsfirma die Vermarktung durch einen Memeplex, der sich vor allem auf Duoyang konzentriert. Die Vorteile für Menschen und Unternehmen sind tatsächlich unbestreitbar.

Um 2200 ist Duoyang im Mainstream angekommen. Bemerkenswerte Varianten sind 3-Regel-Duoyang, eine Art back-to-the-roots Bewegung, und Highyang, bei dem nicht nur das Arbeitsumfeld, sondern alle Lebensbereiche gewechselt werden. Highyang ist vor allem in Japan verbreitet.