Die ersten Aktivitäten der Menschen in den Jahrzehnten nach Tranquillity waren geprägt durch einige tief fliegende permanent besetzte Raumstationen und gelegentliche Orbitalflüge, angetrieben durch große und teure chemische Raketen. Viel hat sich seit damals geändert. Inzwischen leben 40 Millionen Menschen dauerhaft im interplanetaren Raum, auf den inneren Planeten und den äußeren Monden. Enge "Konservendosen" sind geräumigen Habitaten gewichen. Laser-Launcher und Linearbeschleuniger bringen Megatonnen Material in den Orbit. Und der orbitale Transfer ist noch viel umfangreicher, denn Erd- und Marsorbit sind sich energetisch – und damit wirtschaftlich – viel näher, als die Planetenoberflächen.
Die interplanetare Wirtschaft floriert. Es gibt zwar Spannungen zwischen den Systemmächten, aber keine größeren militärischen Auseinandersetzungen. Die selbstgewählte Isolation der Erde besteht nun mehr als 100 Jahre. Anfangs war das Embargo der Erde dramatisch für Außenposten, Raumstationen und Habitate. Aber die interplanetare Zivilisation hat sich mit der Situation arrangiert. Der anfängliche Schock ist schon lange überwunden. Das Sonnensystem ist von der Erde unabhängig geworden. Die interplanetare Wirtschaft befindet sich in einer langanhaltenden Wachstumsphase.
Im vorangegangenen Jahrzehnt hat die Menschheit zwei große Sprünge nach vorn gemacht. Mit dem sogenannten Egalitätsflug erreichte ein Raumschiff erstmals die einfache Lichtgeschwindigkeit. Die Entwicklung von Überlichtantrieben macht weiter große Fortschritte. Gerade verließ das erste Auswandererschiff mit Raumkrümmerantrieb das Sonnensystem. Nur 42 Jahre später, ein Zeitraum kürzer als zwischen der sechsten und der siebten Mondlandung, wird das erste interstellare Handelsschiff zu den Sternen aufbrechen.
Nicht nur die Raumfahrt hat sich in den 500 Jahren seit Tranquility grundlegend geändert. Die Menschheit selbst hat sich verändert. Die meisten Menschen haben genetische Optimierungen, Assoziationsbooster, IQ-Upgrades und sogar Savant-Aspekte. Nano-Implantate sorgen für erweiterte Sensorik, Konnektivität und Datenspeicherung, 4-Farben-Sehen und mehrere parallele Denkprozesse. Die biologischen Körper sind 150 Jahre lang gesund und danach gibt es perfekte biomechanische Ersatzteile. Im Zeitalter von Mind-Backups ist der finale Tod durch Altersschwäche eher ungewöhnlich. Aber sogar dann kann man als Mech oder in einer Simulation weiterleben. Mit unzähligen Gen- und Nanomods haben sich Menschen an das Leben im Raum angepasst, darunter ZeroG-Hacks gegen Kalziumschwund, Nanobot-unterstützte Reparatur von Strahlenschäden, opponierende Zehen an den Füßen für ein Leben in der Schwerelosigkeit. Nicht alle Linien sind genetisch kompatibel. Der Genpool divergiert.
Erde und Sonnensystem haben große politische Umwälzungen erlebt. Es gab Kriege, Krisen, und Katastrophen. Es gab vereinte Weltregierungen und politische Fragmentierung. Die Zivilisation ist zusammengebrochen und wurde wiederaufgebaut. Es gab gewaltige Fortschritte in den Wissenschaften deren Auswirkungen auch das tägliche Leben sehr verändert haben. Durch den Klimawandel und den Anstieg des Meeresspiegels hat sich das Antlitz der Erde gewandelt. Aber die Menschen haben sich arrangiert. Und die Technologie hat dabei geholfen. Große Probleme wurden gelöst. Die Meere werden als Wohnraum genutzt. Energie ist günstig und die Erde hat gerade den Turnaround-Punkt erreicht ab dem sich die Ökologie wieder erholt. Die interplanetare Zivilisation hat ihre eigene Geschichte geschrieben mit Religionen und Ideologien, militärischen Eroberungen und Wirtschaftskonflikten. Machtzentren sind gekommen und gegangen. Nach der Isolation der Erde dominierte der Mond/L4/L5-Bereich, dann die vereinigten Mars Kolonien, später das Ganymed-Direktorat und gerade erleben wir die Blüte des äußeren Systems.
Die nächsten 500 Jahre werden genauso viele Veränderungen bringen. Die Menschen strecken ihre Fühler aus in die interstellare Umgebung. Dort bieten sich viele neue Möglichkeiten und existenzielle Gefahren. Das Solsystem geht durch einige schwere Krisen, interstellare Kriege, Besatzung, Befreiung, Sieg und Niederlage. Es ist selbst Aggressor und Opfer von Eroberung. Das Solsystem wird geeint und fragmentiert wieder. Die Menschen besiedeln andere Sonnensysteme. Manche sind so weit entfernt, dass ihre weitere Geschichte unabhängig vom Solsystem verläuft und sie ihren eigenen Weg unter den anderen Völkern finden müssen. Die Sphäre der Menschen wird multipolar. Andere Zentren entstehen neben dem Solsystem. Und dann wird die neue interstellare Menschheit in die dramatische Entwicklung des lokalen Sektors hineingezogen und muss lernen, dass Stabilität nicht der Normalfall ist.
#Mond #500 #Jubiläum #Geschichte
http://jmp1.de/h2469
Posts mit dem Label Mond werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Mond werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
2359 Eröffnung des ersten freien Bereichs auf dem Mond angeschlossen an die Mondbasis Vegas.
Ein freier Bereich auf der Mondoberfläche wird abgeschirmt durch eine immaterielle Kuppel. Die Oberfläche ist offen zum Weltraum, wie die Oberfläche der Erde. Durch technische Maßnahmen werden atmosphärische Bedingungen wie auf der Erdoberfläche hergestellt, ohne dass eine feste transparente Kuppel, massive Abschirmungen oder Seitenwände nötig sind. Der freie Bereich hat einen Durchmesser von 5 km. Die Atmosphäre ist insgesamt 3 km hoch. Davon sind nur die untersten 100 m bewohnbar. Darüber beginnen die Schichten des Einschluss-Systems. Das System gewährleistet einen Druck von 0,7 bar in Bodennähe und einen Sauerstoffpartialdruck, der Atmen und freie Bewegung ohne zusätzliche Lebenserhaltung ermöglicht.
Eine Kombination von transparenten Abschirmungen und aktiven Techniken hält die Atmosphäre und schützt vor der Strahlung. Der Bereich ist nicht vollständig offen zum Raum. Tatsächlich wird er überdeckt von mehreren Schichten aus Gittern transparenter Streben. Daran sind elektromagnetische Nahfeldprojektoren befestigt, die die Bewegung der Atmosphärenmoleküle nach innen begrenzen. Die größeren Komponenten am Himmel werden durch Metamaterialien für optische Wellenlängen unsichtbar gemacht. Aus Sicherheitsgründen gibt es zusätzlich eine passive schützende Hülle aus transparenter Keramik.
Damit unterscheidet sich der freie Bereich nicht wirklich von anderen transparenten Domen. Aber die Wirkung ist trotzdem beeindruckend. Verlässt man Vegas durch den neuen Ausgang zum freien Bereich und spaziert hinunter über die große Freitreppe, dann kommt man in eine grünen Park unter einem dunkelblauen Himmel wie auf der Erde in 3-4 km Höhe. Das ist ein spektakulärer Unterschied zur übrigen Mondoberfläche die von harter Strahlung, Vakuum und toxischem Feinstaub geprägt ist.
Der Bereich wird im Laufe der Zeit immer weiter ausgebaut. 100 Jahre später bei der Erweiterung auf 10 km Durchmesser verzichtet man auf die schützende Kuppel, da sich die anderen Maßnahmen als sehr zuverlässig erwiesen haben.
Der freie Bereich wird zum beliebten Ausflugsziel für die Bewohner des Mondes und für Touristen. Lange Zeit ist Vegas der Sitz der Koalition. Obwohl das Sonnensystem nie politisch geeint ist, ist für viele Menschen Vegas die Hauptstadt des Sonnensystems. Die Möglichkeit sich ungehindert von den üblichen Abschirmungen unter einem offenen Himmel zu bewegen, macht Vegas sehr attraktiv. Gerade während der Abschottung der Erde tragen freie Bereiche wesentlich dazu bei, dass Menschen im interplanetaren Raum heimisch werden.
Während des Systemkriegs im 26. Jahrhundert landen Koalitionstruppen im freien Bereich von Vegas. Die Eindämmungstechnik wird dadurch teilweise außer Funktion gesetzt. Aber Notfallmaßnahmen verhindern eine katastrophale Dekompression. Die Landung im freien Bereich hat für die Koalitionstruppen den Vorteil, dass sie wie frühere Luftlandetruppen abspringen und dann unter Normaldruck agieren können. Auf diese Art können - für einen Kampf im Weltraum - ungewöhnlich viele Bodentruppen eingesetzt werden. Die Verteidiger werden überrannt. Nach der Einnahme von Vegas ziehen sich die irdischen Truppen vom Mond zurück.
Anfang des 28. Jahrhunderts leben mehr als eine Milliarde Menschen außerhalb der Erde. Auf Mond, Mars und anderen atmosphärenlosen Himmelskörpern gibt es viele freie Bereiche mit einer Gesamtfläche von über 200 Quadratkilometern. Während des Kisor-Kriegs schrumpft die interplanetare Bevölkerung stark und viele freie Bereiche werden wegen ihrer Unterhaltskosten abgeschaltet. In der Endphase des Krieges wird dann die Metropolregion Vegas/Luna wegen ihrer industriellen Kapazität zum Angriffsziel. Auch der freie Bereich, einer der letzten noch aktiven, wird dabei zerstört.
http://jmp1.de/h2359
#Mond #Atmosphäre #Freizeit #Entspannung #Kuppel
2747 Erste Austragung des Raumrennens Rama-Sol nach dem Krieg
Das Rennen geht von Rama zur Erde über mehrere Wegpunkte. Zwischen den Wegpunkten ist die Strecke frei wählbar. Die Zwischenstationen liegen so, dass die Teilnehmer an Navigationshindernissen vorbeikommen, wo sie sich für die Route entscheiden müssen, die am besten zu den Möglichkeiten ihres Antriebs passt. Die Teilnehmerzahlen steigen in den nächsten Jahren schnell an.
Bei diesem ersten Rennen starten 12 private Yachten, 8 aus dem Rama System, 2 von der Erde und 2 von Syrak. Die Strecke geht von einer geostationären Umlaufbahn Ramas (des Planeten) zur Erde im Solsystem. Die ersten 2 Etappen sind innerhalb des Rama-Systems von Rama zum Gasriesen Dasharatha und dann zu einem KBO (Kuiper-Belt Objekt) namens Sumitra. Dabei müssen die Teilnehmer das Ringsystem Dasharathas durchqueren. Innerhalb der Dasharatha-Umlaufbahn (+ 1 AU) sind ÜL-Antriebe verboten. Deshalb geht die Strecke mit konventionellen Triebwerken senkrecht zur Ekliptik, dann möglichst nahe an der Sperrzone entlang und weiter nach Dasharatha. Interessant ist der erste Abschnitt dadurch, dass viele Asteroiden des zweiten Asteroidengürtels eine exzentrische Umlaufbahnen haben und manchmal der Route sehr nahe kommen. Bewohnte Habitate im Asteroidengürtel sind markiert und haben eigene Sperrzonen. Anschließend geht die Strecke im interstellaren Raum durch den Kataka-Gamma Nebel, und vorbei an einem Gravitationsriff (eine ausgedehnte Ballung dunkler Materie). Darauf folgt eine Sprint-Etappe an deren Ende man in einer Kombinationswertung aus Geschwindigkeit und Genauigkeit einen Kontrollpunkt möglichst dicht und schnell passieren muss. Im letzten Abschnitt zum Solsystem ist dann Dauerleistung gefragt. Die Etappe endet in 20 Lichtwochen Abstand zu Sol. Im letzten Abschnitt der regulären Strecke muss man auf einem selbstgewählten Kurs durch den dichteren Teil der Oort'sche Wolke navigieren, um bei Eris anzukommen. Eris steht weit außerhalb der solaren Ekliptik. Abschließend gibt es noch 2 Sprintwertungen. Die erste im ÜL-Betrieb von Eris zu einem Punkt 1 AU oberhalb der aktuellen Position der Erde und eine mit konventionellen Triebwerken von dort zu Luna. Für die ÜL-Sprintwertung ist das ÜL-Flugverbot in der Pluto-Raumkugel suspendiert.
Das Rennen war zwischen 2683 und 2704 alle 2 Rama-Jahre durchgeführt worden, dann aber wegen des Kontaktverbots während des Kriegs für 30 Jahre nicht möglich gewesen. Ab 2751 wird das Rennen jährlich durchgeführt. Die Teilnehmerzahlen steigen rasant, vor allem wegen dem Wirtschaftsaufschwung im Solsystem. Bei späteren Rennen treten Hunderte von Teilnehmern an, viele von Firmen gesponsert.
Immer wieder kommt es zu Ausfällen. Vor allem dann, wenn Piloten zu viel riskieren. Zum Glück sind das meistens nur Schäden am ÜL-Triebwerk. Manchmal müssen die Piloten mehrere Tage ausharren bevor ihr Schiff geborgen werden kann.
http://jmp1.de/h2747
Bei diesem ersten Rennen starten 12 private Yachten, 8 aus dem Rama System, 2 von der Erde und 2 von Syrak. Die Strecke geht von einer geostationären Umlaufbahn Ramas (des Planeten) zur Erde im Solsystem. Die ersten 2 Etappen sind innerhalb des Rama-Systems von Rama zum Gasriesen Dasharatha und dann zu einem KBO (Kuiper-Belt Objekt) namens Sumitra. Dabei müssen die Teilnehmer das Ringsystem Dasharathas durchqueren. Innerhalb der Dasharatha-Umlaufbahn (+ 1 AU) sind ÜL-Antriebe verboten. Deshalb geht die Strecke mit konventionellen Triebwerken senkrecht zur Ekliptik, dann möglichst nahe an der Sperrzone entlang und weiter nach Dasharatha. Interessant ist der erste Abschnitt dadurch, dass viele Asteroiden des zweiten Asteroidengürtels eine exzentrische Umlaufbahnen haben und manchmal der Route sehr nahe kommen. Bewohnte Habitate im Asteroidengürtel sind markiert und haben eigene Sperrzonen. Anschließend geht die Strecke im interstellaren Raum durch den Kataka-Gamma Nebel, und vorbei an einem Gravitationsriff (eine ausgedehnte Ballung dunkler Materie). Darauf folgt eine Sprint-Etappe an deren Ende man in einer Kombinationswertung aus Geschwindigkeit und Genauigkeit einen Kontrollpunkt möglichst dicht und schnell passieren muss. Im letzten Abschnitt zum Solsystem ist dann Dauerleistung gefragt. Die Etappe endet in 20 Lichtwochen Abstand zu Sol. Im letzten Abschnitt der regulären Strecke muss man auf einem selbstgewählten Kurs durch den dichteren Teil der Oort'sche Wolke navigieren, um bei Eris anzukommen. Eris steht weit außerhalb der solaren Ekliptik. Abschließend gibt es noch 2 Sprintwertungen. Die erste im ÜL-Betrieb von Eris zu einem Punkt 1 AU oberhalb der aktuellen Position der Erde und eine mit konventionellen Triebwerken von dort zu Luna. Für die ÜL-Sprintwertung ist das ÜL-Flugverbot in der Pluto-Raumkugel suspendiert.
Das Rennen war zwischen 2683 und 2704 alle 2 Rama-Jahre durchgeführt worden, dann aber wegen des Kontaktverbots während des Kriegs für 30 Jahre nicht möglich gewesen. Ab 2751 wird das Rennen jährlich durchgeführt. Die Teilnehmerzahlen steigen rasant, vor allem wegen dem Wirtschaftsaufschwung im Solsystem. Bei späteren Rennen treten Hunderte von Teilnehmern an, viele von Firmen gesponsert.
Immer wieder kommt es zu Ausfällen. Vor allem dann, wenn Piloten zu viel riskieren. Zum Glück sind das meistens nur Schäden am ÜL-Triebwerk. Manchmal müssen die Piloten mehrere Tage ausharren bevor ihr Schiff geborgen werden kann.
http://jmp1.de/h2747
2190 Auf dem Mond wird im Krater Kopernikus eine uralte, nicht von Menschen erbaute Station entdeckt.
Die Station ist mindestens 30 Millionen Jahre alt. Ihre Herkunft ist unbekannt. Die Neosozialisten im Weltrat verhindern, dass die Station untersucht wird. Die Station wird unter Quarantäne gestellt und später zerstört.
Eine Wartungseinheit entdeckte die Mondstation auf einer Routinestreife. Die Station war von der Erde aus nicht sichtbar in die Wand des Kraters Kopernikus eingelassen. Die zwei Techniker der Wartungseinheit fotografierten nur kurz den Eingang und meldeten die Entdeckung in ihrem Routinebericht. Weder sie noch ihre übergeordnete Stelle erkannten die Tragweite der Entdeckung. Alle Beteiligten nahmen an, dass die Station ein Relikt einer geheimen Mondoperation irgendeiner irdischen Macht im frühen 22. Jahrhundert sei. Die Information wurde als Kuriosität abgelegt und für eine spätere Untersuchung vorgemerkt. Erst bei einem Review des Berichtsjahres durch einen Praktikanten 6 Monate später, fielen Ungereimtheiten auf. Es dauerte weitere 6 Wochen bis eine kurze Überprüfung finanziert und eingeplant werden konnte, die den fremden Ursprung verifizierte. Eine darauf folgende weitere Expedition mit 8 Teilnehmern machte rund 10.000 Bilder, 150 Stunden Filmaufnahmen, seismische und radiologische Untersuchungen. Die Daten dieser Expedition wurden von der Raumpatrouille beschlagnahmt, bevor sie in das Netz gelangten und vermutlich später vernichtet.
Eine Nachrichtensperre unterdrückte die Entdeckung weitgehend. Der Weltrat beschloss in nicht öffentlicher Sitzung, dass die Station nicht angetastet werden dürfe. Die offizielle Erklärung war, dass eine gründliche Untersuchung erst nach behutsamer Vorbereitung der Bevölkerung vorgenommen werden könne, um die angespannte politische Situation zwischen Neosozialisten und Expansionisten nicht weiter zu belasten. Darüber hinaus befürchtete man, dass eine übereilte Untersuchung unwiederbringliche Werte zerstören könne, während "die Station ja nicht davon liefe".
In den folgenden 30 Jahren gab es mehrere Versuche im Weltrat, wie auch von Einzelnen, die Mondstation zu untersuchen, bzw. zugänglich zu machen. Die parlamentarischen Versuche standen aus verschiedenen Gründen unter einem unglücklichen Stern. Teilweise wurden Diskussionsanträge aus persönlichen Gründen zurückgezogen, teilweise aus ungünstigen Mehrheitsverhältnissen heraus nicht zugelassen. Der gesamte Komplex war ab 2192 als geheim eingestuft und der fragliche Abschnitt des Kraterrands 2195 zum militärischen Sperrgebiet erklärt worden. Die Raumpatrouille verhinderte 3 Versuche in das Sperrgebiet einzudringen; einen davon 2219 mit Waffengewalt und tödlichen Folgen für die Passagiere des eingedrungenen Shuttles.
Im Jahr 2228 gingen Bilder der Anlage durch die Presse, die offensichtlich von der ersten Überprüfungsmission stammten. Die Berichte erregten großes Aufsehen und brachten eine Gesetzesinitiative in Gang, die obwohl von 2230-2232 auf Eis gelegt, sogar als politisches Ziel in den Koalitionsvertrag 2236 aufgenommen wurde. Leider wurde die Anlage noch im gleichen Jahr durch eine nukleare Explosion vollständig zerstört. Der Anschlag wird neosozialistischen Splittergruppen zugeschrieben, wurde aber nie aufgeklärt. Die Explosion löschte die Station vollständig aus. Es wurden keine bedeutenden Trümmer gefunden. Das gesamte Stationsmaterial war in Bruchstücke unter 50 Mikrometer zerborsten. Dieser Umstand und die bei der Explosion freigesetzte spektrale Energieverteilung lassen vermuten, dass die verwendete Nuklearwaffe irdischer Herkunft einen stationseigenen Mechanismus auslöste, der alle Spuren beseitigte. Untersuchungen der Reste lieferten keine neuen Erkenntnisse. Die Station war offensichtlich aus Mondmaterial gebaut worden und beherbergte ca. 1500 t Geräte aus verschiedenen Leichtmetallen, Keramikverbundstoffen und wenigen Metallkomponenten.
Der Infoblock wurden nach Ablauf von 50 Jahren freigegeben, darunter auch die Aufnahmen der ersten Überprüfungsmission und Hintergrundinformationen der Raumpatrouille, die das von ihr überwachte Objekt anscheinend entgegen den Anweisungen gut dokumentierte. Die Daten der einzigen richtigen Untersuchungsexpedition waren nicht erhalten. Aus den verfügbaren Informationen und Resten konnten keine neuen Erkenntnisse gewonnen werden. Die Bilder zeigten typische Anlagen einer Forschungsstation, geschaffen für einen atmosphärenlosen Mond. Die Anlagen machten einen sehr fortgeschrittenen Eindruck und konnten nur zum Teil identifiziert werden. Es sind weder Detailaufnahmen, Tiefenscans, noch heute übliche Technologieanalysen erhalten. Theoretische Grundlagen und formale Vorgehensweisen der minimalinvasiven Fremdtechnologie-Reaktionsdiagnostik wurden erst während des ersten Aufbruchs ab 2530, also 300 Jahre später, entwickelt.
http://jmp1.de/h2190
Eine Wartungseinheit entdeckte die Mondstation auf einer Routinestreife. Die Station war von der Erde aus nicht sichtbar in die Wand des Kraters Kopernikus eingelassen. Die zwei Techniker der Wartungseinheit fotografierten nur kurz den Eingang und meldeten die Entdeckung in ihrem Routinebericht. Weder sie noch ihre übergeordnete Stelle erkannten die Tragweite der Entdeckung. Alle Beteiligten nahmen an, dass die Station ein Relikt einer geheimen Mondoperation irgendeiner irdischen Macht im frühen 22. Jahrhundert sei. Die Information wurde als Kuriosität abgelegt und für eine spätere Untersuchung vorgemerkt. Erst bei einem Review des Berichtsjahres durch einen Praktikanten 6 Monate später, fielen Ungereimtheiten auf. Es dauerte weitere 6 Wochen bis eine kurze Überprüfung finanziert und eingeplant werden konnte, die den fremden Ursprung verifizierte. Eine darauf folgende weitere Expedition mit 8 Teilnehmern machte rund 10.000 Bilder, 150 Stunden Filmaufnahmen, seismische und radiologische Untersuchungen. Die Daten dieser Expedition wurden von der Raumpatrouille beschlagnahmt, bevor sie in das Netz gelangten und vermutlich später vernichtet.
Eine Nachrichtensperre unterdrückte die Entdeckung weitgehend. Der Weltrat beschloss in nicht öffentlicher Sitzung, dass die Station nicht angetastet werden dürfe. Die offizielle Erklärung war, dass eine gründliche Untersuchung erst nach behutsamer Vorbereitung der Bevölkerung vorgenommen werden könne, um die angespannte politische Situation zwischen Neosozialisten und Expansionisten nicht weiter zu belasten. Darüber hinaus befürchtete man, dass eine übereilte Untersuchung unwiederbringliche Werte zerstören könne, während "die Station ja nicht davon liefe".
In den folgenden 30 Jahren gab es mehrere Versuche im Weltrat, wie auch von Einzelnen, die Mondstation zu untersuchen, bzw. zugänglich zu machen. Die parlamentarischen Versuche standen aus verschiedenen Gründen unter einem unglücklichen Stern. Teilweise wurden Diskussionsanträge aus persönlichen Gründen zurückgezogen, teilweise aus ungünstigen Mehrheitsverhältnissen heraus nicht zugelassen. Der gesamte Komplex war ab 2192 als geheim eingestuft und der fragliche Abschnitt des Kraterrands 2195 zum militärischen Sperrgebiet erklärt worden. Die Raumpatrouille verhinderte 3 Versuche in das Sperrgebiet einzudringen; einen davon 2219 mit Waffengewalt und tödlichen Folgen für die Passagiere des eingedrungenen Shuttles.
Im Jahr 2228 gingen Bilder der Anlage durch die Presse, die offensichtlich von der ersten Überprüfungsmission stammten. Die Berichte erregten großes Aufsehen und brachten eine Gesetzesinitiative in Gang, die obwohl von 2230-2232 auf Eis gelegt, sogar als politisches Ziel in den Koalitionsvertrag 2236 aufgenommen wurde. Leider wurde die Anlage noch im gleichen Jahr durch eine nukleare Explosion vollständig zerstört. Der Anschlag wird neosozialistischen Splittergruppen zugeschrieben, wurde aber nie aufgeklärt. Die Explosion löschte die Station vollständig aus. Es wurden keine bedeutenden Trümmer gefunden. Das gesamte Stationsmaterial war in Bruchstücke unter 50 Mikrometer zerborsten. Dieser Umstand und die bei der Explosion freigesetzte spektrale Energieverteilung lassen vermuten, dass die verwendete Nuklearwaffe irdischer Herkunft einen stationseigenen Mechanismus auslöste, der alle Spuren beseitigte. Untersuchungen der Reste lieferten keine neuen Erkenntnisse. Die Station war offensichtlich aus Mondmaterial gebaut worden und beherbergte ca. 1500 t Geräte aus verschiedenen Leichtmetallen, Keramikverbundstoffen und wenigen Metallkomponenten.
Der Infoblock wurden nach Ablauf von 50 Jahren freigegeben, darunter auch die Aufnahmen der ersten Überprüfungsmission und Hintergrundinformationen der Raumpatrouille, die das von ihr überwachte Objekt anscheinend entgegen den Anweisungen gut dokumentierte. Die Daten der einzigen richtigen Untersuchungsexpedition waren nicht erhalten. Aus den verfügbaren Informationen und Resten konnten keine neuen Erkenntnisse gewonnen werden. Die Bilder zeigten typische Anlagen einer Forschungsstation, geschaffen für einen atmosphärenlosen Mond. Die Anlagen machten einen sehr fortgeschrittenen Eindruck und konnten nur zum Teil identifiziert werden. Es sind weder Detailaufnahmen, Tiefenscans, noch heute übliche Technologieanalysen erhalten. Theoretische Grundlagen und formale Vorgehensweisen der minimalinvasiven Fremdtechnologie-Reaktionsdiagnostik wurden erst während des ersten Aufbruchs ab 2530, also 300 Jahre später, entwickelt.
http://jmp1.de/h2190
2246 Auf dem Mond wird eine Infomorph-Enklave entdeckt
Auf dem Mond wird eine Infomorph-Enklave mit KI-Individuen entdeckt ("Turvapaikka"). Die Enklave wird unter Quarantäne gestellt und später zerstört, um Ausbreitung zu verhindern.
Turvapaikka ist im Wesentlichen ein Konglomerat von Verarbeitungsknoten mit einer virtuellen Bevölkerung. Es gibt nur wenige mobile Aktoren, vor allem zur Ressourcenbeschaffung. Die Bevölkerung besteht aus Flüchtlingen, und gestrandeten Upload-Kopien. Es gibt aber auch eine größere Zahl nicht registrierte und selbstmodifizierende (Rouge-)KI.
2253 werden zwei, trotz Quarantäne, neu erstellte Filialen entdeckt. Die Enklaven werden daraufhin vollständig zerstört.
Turvapaikka ist im Wesentlichen ein Konglomerat von Verarbeitungsknoten mit einer virtuellen Bevölkerung. Es gibt nur wenige mobile Aktoren, vor allem zur Ressourcenbeschaffung. Die Bevölkerung besteht aus Flüchtlingen, und gestrandeten Upload-Kopien. Es gibt aber auch eine größere Zahl nicht registrierte und selbstmodifizierende (Rouge-)KI.
2253 werden zwei, trotz Quarantäne, neu erstellte Filialen entdeckt. Die Enklaven werden daraufhin vollständig zerstört.
Abonnieren
Posts (Atom)


