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2540 Mukhagni-Zwischenfall

Militär des inneren Systems bombardiert einen sonnennahen Asteroiden und stürzt ihn dann in die Sonne. Offiziell ein Test. Aber viele Beobachter vermuten ein außer Kontrolle geratenes Experiment mit verbotener Technologie.
Bei Mukhagni, einem kleinen Asteroiden innerhalb der Merkurbahn, ereignen sich in kurzer Folge mehrere Antimaterie-Explosionen von jeweils 100 Megatonnen Sprengkraft. Das Ereignis erregt systemweit Aufsehen. Es gibt keine Erklärung von offiziellen Stellen. Zwei Tage später beginnen Kampfeinheiten der Magadha-Sangha-Föderation/Venus aus großer Entfernung Mukhagni zu beschießen. Die Militäreinheiten nähern sich Mukhagni auf Max-Delta-V Kursen aus allen Richtungen und feuern dabei weiter.

Die Nachrichtenagenturen des Solsystems übertragen live. Moderne Großteleskope lösen die Ereignisse bis auf 20 m auf. Auch über interplanetare Distanzen. Man erkennt deutlich die Auswirkungen des Bombardements auf den Asteroiden, aber keine Gründe für die exzessiven militärischen Maßnahmen.

Einige Tage später entdeckt man Frachter von Venus und Merkur, die zusätzliches Kriegsmaterial in Richtung Mukhagni transportieren. Kommerzielle Massdriver in der Umlaufbahn Merkurs unterstützen das Bombardement. Nach kurzer Zeit wird klar, dass die Massdriver Mukhagni kinetische Energie und Drehimpuls entziehen, um seine Bahn Richtung Sonne zu lenken.

Die Umlaufbahn von Mukhagni wird elliptisch und nähert sich nach mehreren Wochen der Sonne. Bei 10 Millionen km Entfernung werden die militärischen Angriffe eingestellt. Die kinetische Komponente des Bombardements wird durch Massdriver von Venus und Merkur weitergeführt bis die Bahn schließlich die Roche-Grenze unterschreitet und die Fragmente des Asteroiden in die Sonne stürzen.

Die offizielle Erklärung ist eine Gefechtsübung in der eine kinetische Bedrohung (der Asteroid) bei gleichzeitigem Unterdrückungsfeuer von Kurs abgebracht werden soll. Ein Test der Magadha-Föderation zum Schutz der Bevölkerung des inneren Systems als Reaktion auf den Umvelinqangi-Vorfall wenige Jahre zuvor. Das erklärt jedoch nicht die initialen Detonationen.

Tatsächlich war Mukhagni eine Forschungseinrichtung von Ratha-Musala (dem Entwicklungsbüro) von Ajatashatru (des interplanetaren Nachrichtendienstes) der Magadha-Sangha (einer wohlhabenden Föderation von Venus Habitaten). Entgegen der offiziellen Darstellung war auf dem Asteroiden ein geheimes Forschungsprojekt außer Kontrolle geraten. Die initialen Amat-Detonationen sollten wohl den Asteroiden sterilisieren und das Problem beseitigen. Das hatte aber nicht den erwarteten Erfolg. Daraufhin sahen die Verantwortlichen keine andere Möglichkeit, als den Asteroiden (unter gewaltigem Aufwand und ständigem Unterdrückungsfeuer) in die Sonne zu stürzen.

Natürlich vermutet man illegale KI-Forschung wie bei der Newplace-Verschwörung 100 Jahre zuvor. Damals konnte die asymptotische Entwicklung einer Gestalt-KI nur durch eine sphärische Welle von Antimaterie-Explosionen unterdrückt werden. Im Fall von Mukhagni hatte Ratha-Musala offensichtlich vorgesorgt und als Notbremse schwere Sprengsätze installiert. Wahrscheinlich eine Lehre aus der Newplace-Erfahrung. Ratha-Musala hatte auch die Weisheit die Sprengsätze zu zünden, aber das reichte wohl nicht aus. Was immer sich auf Mukhagni befand oder entwickelte, es war so mächtig, dass es selbst konzentrierten Angriffen von mehreren Großkampfschiffen, deren Lenkwaffen und Angriffsdrohnen widerstehen konnte. Aber was kann gefährlicher sein, als die Newplace-KI? Die Anzeichen deuten auf eine überlegene Technologie hin. Hatte eine asymptotische KI in kürzester Zeit neue Technologien entwickelt? Oder hatte Ratha-Musala schon so früh Zugang zu extrasolarer Technologie? Nach einer anderen Theorie experimentierte Ratha-Musala mit Kessler-Viroidae (entdeckt durch Zipi Kessler, 2478) und aktivierte dabei Disassembler-Gene (vgl. Massara-Seuche, 2746). Dann wäre das nukleare Bombardement dazu da gewesen, die vom kinetischen Einschlag ausgeschleuderten Bruchstücke zu sterilisieren. Analysen, die eine Korrelation zwischen kinetischen und nuklearen Feuersequenzen zeigen, weisen in diese Richtung.

Die Tatsache, dass solare Mächte irgendwo im Sonnensystem geheime und manchmal auch verbotene Forschungsprojekte an geächteten Technologien durchführen, ist wenig überraschend. Oft verwenden sie dafür kleine abgelegene Asteroiden, da Asteroiden mehr Deckung vor den allgegenwärtigen Teleskopen bieten, als Raumstationen. Im Laufe der Jahrhunderte werden mehrere solcher Aktivitäten aufgedeckt. Meistens durch Zufall, ein Unglück oder mangelnde Sorgfalt der Betreiber. Ein militärisches Sperrgebiet ohne militärische Aktivitäten ist ein deutliches Zeichen für geheime Aktivitäten, wenn auch nicht unbedingt für illegale Projekte oder geächtete Technologien.

Ratha-Musala hatte für seine Forschungseinrichtung einen Vulkanoiden in Sonnennähe gewählt und vorsichtshalber Antimaterie-Sprengsätze installiert. Offensichtlich waren sie sich des Risikos ihrer Forschung bewusst (das spricht eigentlich gegen die Kessler-Viroidae Theorie). Was auch immer der Inhalt der Forschung war, man kann davon ausgehen, dass es sich um interplanetar geächtete Technologie handelte. Jedenfalls wurde selten in der Geschichte des Solsystems einem geheimen Projekt so eine große mediale Aufmerksamkeit zuteil.

#Asteroid #Technologie #Militär #Illegal #Medien

http://jmp1.de/h2540

2453 Voyager 1 wird wieder gefunden.

Der BuzzGenerator TeraXinxi von Ceres benutzt ein experimentelles Überlichtschiff, um die Voyager 1 Sonde aufzubringen. Voyager 1 ist zu diesem Zeitpunkt 1700 Astronomische Einheiten (10 Lichttage) vom inneren System entfernt. Die Reise ins Zielgebiet dauert einen Monat. Nach einer längeren Suche wird die Sonde tatsächlich gefunden und eingebracht. Mitgereiste Wissenschaftler untersuchen die Sonde und machen einen detaillierten 3D-Scan.

Dann wird die Isotopenbatterie wieder aufgeladen, ein modernerer Transceiver eingesetzt und das Kommunikationssystem neu programmiert. Dahinter verbirgt sich die Absicht, einige Zeit weiter mit der Sonde zu kommunizieren. Die Sonde wird dadurch wesentlich verändert. Dieser Teil der Aktion ist sehr umstritten, da die Sonde von der Koalition vor langer Zeit zum technischen Erbe der Menschheit erklärt wurde. Anschließend wird die Sonde wieder auf ihrem ursprünglichen Kurs ausgesetzt, um die lange Reise fortzusetzen.

24 Jahre später wird die Sonde noch einmal besucht. Ein Wissenschaftskanal (Etaupi) plant zum 500. Jubiläum des Starts von Voyager eine Serie über die frühe Raumfahrt. Inzwischen ist man außerhalb des Sonnensystems mit 1,5-facher Lichtgeschwindigkeit unterwegs. Etaupi besucht Voyager 1/2, einige Pioneer-Sonden, New Horizons und andere Sonden des frühen 21. Jahrhunderts. Alle Sonden werden an Bord genommen ohne ihren Kurs zu ändern. Die Bergungsschiffe manövrieren sich um die Sonden herum. Etaupi geht dabei viel vorsichtiger als TeraXinxi. Bei Voyager 1 fällt durch einen Zufall auf, dass nicht nur die Batterie und Funksystem, sondern auch die Goldscheibe ersetzt wurde. Dafür gibt es keinen plausiblen Grund. Weitere Untersuchungen zeigen, dass auch andere Teile von Voyager 1 verändert wurden. Es gibt dazu keine Erklärung von TeraXinxi. Die Sache bleibt mysteriös und löst viele Spekulationen aus.

Schon kurz nach der ersten Bergung gab es Gerüchte, dass TeraXinxi nicht alle Daten veröffentlicht hatte. Das 3D-Modell aus dem Scan ist sehr detailliert. Es hat eine Auflösung von 10 Mikrometern. An einigen Stellen ist es wesentlich grober mit nur 0,1 mm Auflösung. Das kann ein Hinweis auf (schlecht ausgeführte) Manipulation sein.

Es gibt Aufnahmen im Solnet, die zusätzliche Gruppen von Kratzern und Kerben auf der Goldscheibe zeigen. Manche bezeichnen diese Spuren als Symbole. Haben NASA Mitarbeiter sich kurz vor dem Start noch auf Voyager verewigt? Oder wurden die zusätzlichen Spuren nach dem Start angebracht? Vielleicht gab es schon vorher im späten 24. oder frühen 25. Jahrhundert andere Besucher mit konventionellen Triebwerken.

Die Bedeutung der Symbole erschließt sich nicht. Sie lassen sich nur wage einigen solaren Kulturkreisen zuordnen. Deshalb gibt es Spekulationen, dass die Spuren außerirdischen Ursprungs sind. Dagegen spricht, dass die Medienkampagne von TeraXinxi keinen Hinweis auf die Symbole enthält. Die Aufmerksamkeit durch unerklärliche Symbole wäre für TeraXinxi sehr wertvoll gewesen.

Die Authentizität der Aufnahmen ist unklar. Allerdings passen sie zu den Scans, d.h. die Scans sind genau in den Bereichen der eingekratzten Symbole unscharf. Die fraglichen Aufnahmen sind nachweislich vor den Scans ins Solnet gelangt. Ungeklärt bleibt auch, warum TeraXinxi weitere Manipulationen an Voyager 1 vorgenommen hat ohne darüber zu berichten.