2493 Oumuamua war ein Alien-Artefakt

Im Jahr 2017 durchquerte ein extrasolarer Komet das Sonnensystem. Er kam mit einer so hohen Geschwindigkeit, dass sein Ursprung außerhalb des Sonnensystems sein musste. Das Objekt bekam den Namen Oumuamua. Es wurde erst als interstellarer Asteroid klassifiziert. Später wurde er als Komet eingeordnet, da geringe Änderungen der Trajektorie auf Ausgasungen hindeuteten.

Das wirklich Erstaunliche war seine Form. Die damaligen Astronomen konnten in ihren Teleskopen nur einen Punkt sehen. Aber der Punkt blinkte. Daraus schloss man, dass Oumuamua schnell rotiert. Aus dem Helligkeitsverlauf konnte man berechnen, dass Oumuamua mindestens 5-mal so lang wie breit war, eine Zigarrenform von etwa 250 x 50 x 50 Meter. Die schnelle Rotation sprach für einen massiven Körper, denn bei seiner geringen Gravitation musste das Objekt aus einem Stück bestehen. Sonst wäre es durch die Fliehkräfte längst auseinandergeflogen. Leider konnte man das nicht direkt nachprüfen. Für eine Rendezvous-Mission war Oumuamua viel zu schnell. Es gab keine Sonde in der Nähe. Man konnte ihn nicht besuchen.

Spektroskopie zeigte einen hohen Metallanteil. Schon früh gab es Vermutungen, dass Oumuamua künstlichen Ursprungs sein könnte. Radioempfänger wurden ausgerichtet und bei seinem minimalen Erdabstand von 33 Millionen Kilometern hätte man Sender bis zu einem Zehntel Watt empfangen. Aber es gab keine aktiven Emissionen. Oumuamua verschwand schnell wieder in den Tiefen des Alls und geriet in Vergessenheit. Jedes Jahr wuchs der Abstand um fast eine Lichtstunde, für Jahrhunderte.

Im Jahr 2493 ist Oumuamua fast 400 Milliarden Kilometer entfernt. Das sind 2 Lichtwochen oder 2700 AU, 2700-mal so weit von der Sonne, wie die Erde, weit in der Oortschen Wolke. Aber das ist eine Distanz, die experimentelle Antriebe nach dem Raumkrümmer-Prinzip inzwischen schaffen. Eine Expedition macht sich auf, den alten Kometen zu besuchen. Die größte Schwierigkeit liegt nicht darin, den Kometen einzuholen, sondern ihn dann im Zielgebiet aufzuspüren. Richtung und Geschwindigkeit wurden im 21. Jahrhundert genau vermessen. Der Vektor ist ziemlich gut bekannt. Und wenn die Bahn nicht gestört wurde, dann sollte sich Oumuamua in einem Raumvolumen von 3 Kubik-AU oder 10 hoch 25 Kubikkilometern befinden. Optisch ist der Komet nicht aufzuspüren. Dort draußen bekommt er Milliarden mal weniger Licht als die Erde und er ist außerdem ziemlich schwarz. Aber mit Radar kann man ihn finden. Die Mission bringt im Zielgebiet mehrere starke Radarsender aus und wartet auf Echos. Nachdem man das mehrmals wiederholt hat, detektiert man ein Signal am Rand des Suchraumes. Die Flugzeit ins Zielgebiet über 2700 AU hatte 8 Tage gedauert, die anschließende Suche 40 Tage.

Das Forschungsschiff nähert sich Oumuamua. Endlich kann man das Objekt tatsächlich in Augenschein nehmen. Man muss es mit Scheinwerfern beleuchten, ein schwarzer Brocken in der Schwärze des Alls. Die Oberfläche ist sehr glatt. Es ist keine Zigarrenform, wir früher angenommen, sondern ein Zylinder. Oumuamua ist eindeutig künstlicher Herkunft. Er ist ein perfekter Zylinder, fast 400 Meter lang und 50 Meter im Durchmesser. Auf den ersten Blick wirkt er wie ein leerer Treibstofftank. Eine genauere Untersuchung zeigt im Inneren Reste von Wassereis. Das war vermutlich die Quelle der vor Jahrhunderten beobachteten Ausgasungen. Die Oberfläche hat unzählige Einschläge von Mikrometeoriten und Staub. Eine statistische Analyse der Oberfläche ergibt ein Alter von 150 Millionen Jahren. Oumuamua ist eines der ältesten Produkte einer technischen Zivilisation, die jemals entdeckt wurden.

Oumuamua entfernt sich zwar schnell mit 26 Kilometern pro Sekunde vom Sonnensystem. Aber trotzdem hat er eine ähnliche Umlaufbahn um das galaktische Zentrum wie Sol. Die Relativgeschwindigkeit ist klein gegenüber der gemeinsamen Geschwindigkeit um das Zentrum der Milchstraße (ca. 200 km/s). Das Objekt hat einige kleinere Ausbuchtungen und Halterungen, aber – abgesehen von den Meteoriteneinschlägen – keine Schäden. Oumuamua wurde anscheinend absichtlich freigesetzt und nicht durch einen Unfall abgesprengt. Vor 150 Millionen Jahren war er Teil einer größeren Struktur, eine Raumstation, ein Schiff oder ein Habitat. Oumuamua diente vermutlich als Wassertank. Nachdem der Tank geleert war, scheint er abgetrennt worden zu sein und ist seitdem auf seiner Trajektorie verblieben.

Die aktuelle Relativgeschwindigkeit zum Sonnensystemen bedeutet nicht, dass sich damals eine technische Konstruktionmit 26 km/s Fluchtgeschwindigkeit bewegte. Vielleicht war sie fast in Ruhe gegenüber ihrem Ursprungssystem. Vielleicht gehörte Oumuamua den Bewohnern eines dortigen Oort-Objekts. Seit damals haben sowohl Sol, als auch Oumuamua das galaktische Zentrum zu zwei Dritteln umrundet und auf dem Weg durch gravitative Wechselwirkungen mit anderen Sternen immer wieder leicht die Richtung geändert. Die Relativgeschwindigkeit ist nur die Folge eines anderen Richtungsvektors bei im Wesentlichen ähnlicher Geschwindigkeit.

Letztlich ist Oumuamua ein uraltes Stück Schrott, das zufällig das Sonnensystem durchquerte. Astronomen im 21. Jahrhundert mussten annehmen, dass es sich um ein natürliches Objekt handelt. Alles andere wäre als Science-Fiction und als Wunschdenken gebrandmarkt worden. Deshalb die Einordnung als Asteroid oder Komet.

Im 21. Jahrhundert wusste man noch nicht, wie weit verbreitet technische Zivilisationen tatsächlich sind, wie lange es sie schon gibt und wie gigantisch ihre Operationen sind im Vergleich zu planetengebundenen Gesellschaften. Moderne technische Zivilisationen haben eine millionenfach höhere industrielle Kapazität, als die Erde des 21. Jahrhunderts. In hunderten Millionen Jahren gab es Millionen solcher Zivilisationen. Im Lauf der Zeit haben alle zusammen viele Billionen Billionen Objekte wie Oumuamua hinterlassen. Das ist eine Größenordnung, die schon fast an die Zahl natürlicher Irrläufer in der Galaxie heranreicht.

#Oumuamua #Interstellar #Entdeckung

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3270 Öffnung der XX-Kammer von Artu

Sie enthält die Vergangenheit der Völker von Artu und brisante Fakten zur gemeinsamen Geschichte von Artu und Kisor.

Das Artu-System hat keine natürlich bewohnbaren Planeten. Aber viele Himmelskörper des Systems sind bewohnt, mehrere auch mit sehr großen freien Bereichen in denen die Umweltbedingungen für die Völker von Artu angepasst sind. Der weitaus größte Teil der Zivilisation lebt im interplanetaren Raum, in planetaren Ringen und planetaren Sphären. Viele leben in rotierenden Habitaten. Einige dieser Habitate sind hunderte Kilometer groß.

Die Zivilisation von Artu ist sehr fragmentiert. Das Konzept von Territorialstaaten ist nicht bekannt, weder auf Planetenoberflächen, noch in Habitaten. Das System hat keine zentrale Regierung und auch keine regionalen Organisationen, die territoriale Ansprüche erheben. Es gibt unzählige souveräne "Clans", möglicherweise mehr als 100 Millionen, die keiner höheren Autorität untergeordnet sind. Oberhalb der Clan-Struktur gibt es nur Allianzen und Abkommen zwischen Clans. Da Clans und Clan-Bündnisse aber sehr dynamisch sind, haben auch Abkommen eine begrenzte Lebensdauer.

Es gibt viele verschiedene Völker und sie sind nur teilweise genetisch kompatibel. Die Artu-Zivilisation hat mehrere vollständig unterschiedliche Genlinien, die sich jeweils wieder in verwandte aber genetisch inkompatible Arten aufgliedern. Nach solarer Klassifizierung sind das verschiedene biologische "Gattungen" (wie Schimpanse, Orang-Utan, Mensch), jeweils mit vielen "Arten" und "Unterarten". Alle Gattungen und Arten scheinen gleichberechtigt. Die Clans orientieren sich nicht an der biologischen Abstammung oder an Familienzugehörigkeit. Die Mitgliedschaft in Clans scheint sich eher nach der beruflichen Orientierung zu richten. Die meisten Clans sind spezialisiert auf einen Beruf oder eine wirtschaftliche Aktivität.

Im Artu-System leben ca. 150 Milliarden Sophonten, biologische aus verschiedenen Gattungen und Arten, Mechs und Infosophonten. Die Zivilisation hat sich auf einige Nachbarsysteme ausgebreitet. Auch in den Nachbarsystemen gibt es keine bewohnten Planeten, dafür aber genauso lebendige interplanetare Zivilisationen. Insgesamt schätzt man, dass etwa 500 Milliarden Sophonten zu Artu gerechnet werden können. Das ist auch im interstellaren Vergleich eine große Zahl. Trotzdem ist die Bedeutung Artus eher gering. Gründe dafür liegen in der Fragmentierung, im geringen Drang zu Aktivitäten außerhalb der dicht bewohnten Systeme und in den ständigen Konflikten zwischen Clans oder Allianzen von Clans. Die Zivilisation ist im Wesentlichen mit sich selbst beschäftigt.

Andere Völker der Umgebung nehmen Artu eher als Störfaktor war. Das liegt daran, dass die Zersplitterung der Artu-Zivilisation eine einheitliche Außenpolitik verhindert. Da es nicht einmal Großmächte gibt, sondern nur die Clans, hängt die Außenwirkung alleine vom Verhalten einzelner Clans ab. Die wenigen Clans, die außerhalb von Artu aktiv sind, befinden sich nicht nur räumlich, sondern auch soziologisch am Rand der Gesellschaft. Manche haben fragwürdige Geschäftsmodelle und einen flexiblen moralischen Anspruch. Mit anderen Worten: man es im besten Fall mit Händlern zu tun, sonst aber eher mit Freibeutern und Dieben.

Das entspricht auch den Erfahrungen der solaren Menschheit. Der erste Kontakt mit Artu kam durch die sogenannte Artu-Domäne, eine Allianz von Clans, die ihre hochstehende Technik nutzten, um das gesamte Solsystem zu erpressen. Auch von den Konflikten zwischen Clans waren Menschen schon betroffen. In den Jahren der Alien-Kriege im Solsystem stritten Clans um die Abgaben der Menschen und nahmen dabei absolute keine Rücksicht auf die solare Zivilbevölkerung. Andere Völker machten ähnliche Erfahrungen. Artu wirkt auf die Nachbarn eher störend. Jedenfalls ist Artu keine Hilfe bei interstellaren Krisen und Bedrohungen.

Die Fragmentierung der Zivilisation begann im sogenannten ewigen Krieg von Artu. Der ewige Krieg war eine 1800-jährige Phase von ständigen kriegerischen Auseinandersetzungen im Artu-System, die von 1000 vor unserer Zeitrechnung (v.u.Z.) bis etwa in unser Jahr 800 andauerte. Unüberschaubar viele Fraktionen stritten sich um Ressourcen und Macht, um Religionen und Weltanschauungen, um Märkte und Handelsbeziehungen und um andere Themen, die für Menschen unverständlich sind. Einzelne Habitate stritten mit ihren Nachbarn, Allianzen bildeten sich, lösten sich auf und gruppierten sich neu. Viele Habitate wurden durch politische Differenzen zerrissen und zerfielen in mehrere Fraktionen, die sich dann oft unterschiedlichen Allianzen anschlossen. Rache für erlittenes Unrecht verlängerte immer wieder Auseinandersetzungen.

Dazu kommt, dass einige Kulturen von Artu eine Art individuelles Strafmandat kennen. Das ist ein Ersatz für Bestrafung durch den Staat in einer Kultur, die keine staatliche Autorität kennt. Einzelne Individuen, Clans oder Allianzen bestrafen andere. Daraufhin gibt es oft wiederum Rache, übertragene Vergeltung oder weitere individuelle Strafaktionen durch Dritte. Das ganze System ist nicht geregelt. Es ähnelt einer Kultur von Blutrache, in der sich Fehden über Generationen fortsetzen können. Hier wird es noch verschärft dadurch, dass dritte Parteien sich als Richter und Bestrafende einmischen können. Es einzige beschränkende Faktor ist, dass jeder, der Strafe ausübt, wieder die Strafe anderer fürchten muss.

Interplanetare Zivilisationen wie Artu sind generell anfällig für Fragmentierung. Fast die gesamte Bevölkerung lebt in Habitaten, in planetaren oder solaren Orbits. Die meisten Habitate haben nahe Nachbarn. Sie sind in Clustern organisiert. Dahinter beginnt die Lichtverzögerung (Light-Lag). Nur das eigene Habitat oder der Habitat-Cluster ist nahe genug für Echtzeit-Kommunikation, für ein schnelles Netz und für ständigen Austausch. Die nächsten Cluster sind mindestens Lichtsekunden entfernt, im äußeren System auch oft Minuten. Man kann mit ihnen handeln. Man kann Informationen austauschen. Aber die Verzögerung schafft eine gefühlte Distanz. Andere Habitat-Cluster sind weiter entfernt als die andere Seite eines Planeten. Die Lichtgeschwindigkeit lässt sich nicht umgehen (oder zumindest nur in noch viel weiter fortgeschrittenen Zivilisationen).

Diese Light-Lag bedingte Tendenz zur Fragmentierung betrifft alle interplanetaren Zivilisationen. Trotzdem können andere Völker größere Machtzentren herausbilden und Ordnungsstrukturen über Lichtminuten oder Lichtstunden etablieren. Bei Artu ist das nicht der Fall. Im Gegenteil, das weitgehend anarchische Rechtssystem führt immer wieder zu lokalen Konflikten. Das fördert eher noch kulturelle und politische Zersplitterung. Soziologische Modelle zeigen, dass das System instabil ist. Es gleitet schnell ins Chaos ab, wenn man es auf Menschen anwendet. Mit der Mentalität der Völker von Artu scheint das System etwas stabiler zu sein. Trotzdem kippte es anscheinend um das Jahr 1000 v.u.Z. Der Auslöser ist heute nicht mehr zu identifizieren. Vermutlich hat einer der vielen Kleinkonflikte über das ungeregelte Rechtssystem andere Parteien einbezogen und sich dann zu einem Flächenbrand ausgeweitet.

Der ewige Krieg führt zu einer bedeutenden Reduzierung der Bevölkerung und des Technologielevels. Überlichtschnelle Raumfahrt ist lange nicht mehr möglich. Aber es bleibt genügend Technologie für interplanetare Kriegsführung. Einzelne Akteure, Clans und Habitate können sich den Zerstörungen entziehen. Sie bewahren Datenbanken mit Know-how, vor allem Baupläne für Fabs und wissenschaftliche Erkenntnisse. Vieles davon kann nicht mehr benutzt werden, weil die Infrastruktur fehlt. Für die Herstellung von moderner Hightech-Ausrüstung braucht man eben nicht nur Baupläne, sondern auch die hochauflösenden Fabs und nanostrukturierte Metamaterialien als Fabinput. Das kann die Ökonomie eines einzelnen Habitats nicht bereitstellen. Schon gar nicht ein Clan von Survivalisten auf einem Kuiper-Gürtel Objekt.

Gegen Ende des ewigen Krieges, als die Auseinandersetzungen abnehmen, als mehr aufgebaut als zerstört wurde und als die Bevölkerung wieder wächst, kann man dann die Wissensdatenbanken nutzen und den Techlevel langsam wieder anheben.

Der erste neue Interstellarflug fällt in die Zeit in der sich das interianische Imperium in den lokalen Sektor ausbreitet. Das ist etwa gleichzeitig mit dem ersten interstellaren Aktivitaten der Kisor-Zwillinge, die sich gerade aus ihrer eigenen dunklen Epoche befreit haben. Um 1000 u.Z. brachte Interia Frieden und Ordnung in den Sektor (Pax Interiana). Artu und Kisor nehmen im Lauf der Zeit den imperialen Techlevel an. Die Völker entwickeln sich parallel weiter unter dem Schutz des Imperiums. Jedes mit seinen Eigenheiten. Artu zersplittert und interplanetar. Kisor gut organisiert und konzentriert auf Planetenoberflachen. Einige hundert Jahre später wird dann Kisor das interianische Regionalzentrum. Artu bleibt chaotisch.

Niemand wusste, dass die beiden Völker eine lange gemeinsame Geschichte haben. Sie ist viel länger als die 2000 Jahre seitdem beide die interstellare Raumfahrt wiederentdeckt haben – bis die t5a-Kammer geöffnet wird.

Die Kammer liegt auf einem der Eismonde des Artu-Systems unter einer 20 Kilometer dicken Eisschicht. Die sogenannte t5a-Kammer ist eigentlich eine tief eingegrabene automatische Basis, eine Kugel von 40 Meter Durchmesser mit einem Archiv der Zivilisation von Artu. Die Kammer ist für eine Konservierungsdauer von 2 Millionen Jahren ausgestattet. Tatsächlich wird sie schon nach 2700 Jahren wieder geöffnet. Die gesamte Basis ist angefüllt mit Langzeitdatenträgern und Archivausrüstung: Kopierstationen, Lesegeräte und Automaten, die regelmäßig alle Datenträger erneuern. Neben technisch/wissenschaftlichen Datenbanken, Kultur, Kunst und genügend Informationen um die Artu-typische Biosphäre aus Gen-Daten zu rekonstruieren, gibt es ein ausführliches historisches Archiv. Es enthält zwei spektakuläre Erkenntnisse zur gemeinsamen Geschichte von Kisor und Artu.

Die historischen Daten gehen 10.000 Jahre zurück. Weitere bruchstückhafte Aufzeichnungen und 10.000 Jahre alte Legenden reichen noch 3000 Jahre weiter. Die erste überraschende Erkenntnis ist, dass die Völker von Artu anscheinend von den sogenannten Balsachen abstammen.

Die Balsachen (die Bezeichnung ist eine schlechte Transkription aus dem Hoch-Kisori, eigentlich Bal Sar Kan: Plünderer, Menschen würden "Vandalen" sagen) waren die Nemesis des goldenen kisorischen Reiches vor 12.000 Jahren. Nach der kisorischen Geschichtsschreibung kamen die Balsachen in einer völkerwanderungsähnlichen Bewegung aus dem Sagittarius-Arm der Milchstraße. Sie kamen mit riesigen mobilen Habitaten und fielen über die hier ansässigen Völker her. Einige Flotten durchquerten damals das kisorische Reich und wo sie durchzogen hinterließen sie Zerstörung und Untergang. Kisor musste die Völker des Sektors schützen. Die Abwehrkämpfe gegen immer neue Wellen von Balsachen-Flotten dauerten 50 Jahre. Angeblich kamen zig Millionen Schiffe, viele davon große Habitate, mit insgesamt zehntausend Milliarden kriegerischen Individuen. Das goldene Reich war auf dem Höhepunkt seiner Macht. Es mobilisierte alle Ressourcen und konnte die Raumschiffschwärme aufhalten. Sie wurden vernichtet oder vertrieben. Anscheinend hatten die Balsachen sich so gründlich den Hass der lokalen Völker zugezogen, dass das goldene Reich sie überall verfolgte, bis weit über die Grenzen des Reiches. Die Kisori vernichteten alle Balsachen, die sie finden konnten. Auch solche, die sich in unwirtliche Sonnensysteme ohne bewohnbare Planeten zurückgezogen hatten. Es gab großangelegte Suchoperationen und regelrechte Säuberungen ganzer Sonnensysteme. Das goldene Reich besiegte schließlich die Bedrohung. Aber die Anstrengungen waren zu groß und einige Zeit später zerbrach das Reich daran. Eine schmerzhafte Erfahrung im kollektiven Gedächtnis der Kisori, die das goldene Reich idealisieren.

Die Legenden aus der t5a-Kammer zeigen ein anderes Bild. Sie erzählen davon, dass die Vorfahren der Völker von Artu selbst Flüchtlinge waren. Sie mussten einer großen "dunklen" – aber sonst nicht genauer beschriebenen – Bedrohung ausweichen. Ihre Zivilisation war schon damals interplanetar und verteilt über viele Sonnensysteme. Sie versehen ihre Habitate mit langsamen Überlichttriebwerken und machen sich auf die Suche nach einer neuen Heimat, weit entfernt von der dunklen Bedrohung. Auf ihrem Weg nutzen sie die Ressourcen unbewohnter Systeme. Dann werden sie plötzlich angegriffen. Sie versuchen sich zu verteidigen, aber ihre zivilen Wohnschiffe sind den Angreifern nicht gewachsen. Sie werden erbarmungslos verfolgt. Viele versuchen sich in unbewohnten Systemen zu verstecken, meistens unter dem Eis von Monden der Gasriesen. Ihre mobilen Habitate sind zerstört. Nur einzelne militärische Begleitschiffe, die dem Massaker entkommen und Rettungsboote bleiben übrig. Die Schiffe werden zur Tarnung in das Eis eingeschmolzen. Aber die Angreifer suchen mit geradezu fanatischem Eifer.

Jahrzehnte der Verfolgung und der Dezimierung bringen unendliches Leid und Verlust. Sie sind von Regen in die Traufe geraten. Sie waren in einer riesigen kollektiven Anstrengung vor der dunklen Bedrohung geflohen, nur um dann auf der Suche nach einer neuen Heimat Aliens mit einem fanatischen Territorialinstinkt in die Hände zu fallen. Die meisten Verstecke werden irgendwann gefunden. Von den übrigen sind viele zu klein und nicht alleine lebensfähig. Nur einige größere Kolonien im Artu System überdaueren die lange Zeit. Aber die improvisierten Verstecke sind isoliert von den anderen Zufluchtsstätten. Sie sind zu klein, um ein hohes technisches Niveau zu bewahren. Geräte fallen mit der Zeit aus und können nicht ersetzt werden. Das Leben in den Zufluchtsstätten wird teilweise archaisch. Einfache automatisch Anlagen für die Lebenserhaltung werden oft von einer Priesterkaste gewartet.

Es dauerte 2000 Jahre bis in einigen Zufluchtsstätten eine technische Renaissance eintritt. Das ist der Zeitpunkt, wo die Legenden in zuverlässige historische Aufzeichnungen übergehen. Noch einmal 1000 Jahre später entwickelt sich eine interplanetare Zivilisation. Die Bevölkerung geht wieder in die Millionen. Sie ist verteilt auf tausende Habitate und Raumstationen. Die Technik entwickelt sich weiter und parallel dazu läuft eine bewegte interplanetare Geschichte ab. Clans und Allianzen kommen und gehen. Die Bevölkerung wächst um das Tausendfache. 2000 Jahre nach dem ersten Interplanetarflug, erreichen die ersten langsamen Raumkrümmer interstellare Nachbarsysteme.

Artu braucht viel länger als das Solsystem bis zur interstellaren Raumfahrt. Das stellt sich als Glücksfall heraus, denn so ist Artu nicht betroffen von der damaligen interstellaren Entwicklung. Das plötzliche Ende des Mercato-Imperiums hinterläßt viele ungeschützte Systeme. Kisor und viele andere hochentwickelte Völker werden durch Überfälle schwer getroffen. Kisor wird mehrmals geplündert. Das System verliert fast seine gesamte Bevölkerung und den Technologie-Baum bis hinab zu handgewickelten Elektromotoren und Windrädern. Es ist das sogenannte kisorische Mittelalter. Erst 3000 Jahre später kann die Technik auf Kisor wiederhergestellt werden. Da ist ungewöhnlich lang. Überall stehen noch alte technische Anlagen. Sie funktionieren zwar nicht mangels Energie und verfallen immer mehr, aber sie zeugen von besseren Zeiten und sie geben Hinweise für einen Neuanfang. Eigentlich müsste eine ehemals technische Gesellschaft, wie Kisor, die archaische Phase schneller hinter sich lassen können. Man erklärt das damit, dass alle zugänglichen Bodenschätze schon seit langer Zeit verbraucht sind und deshalb ein Neuanfang schwer ist.

An dieser Stelle liefert die Auswertung der t5a-Kammer eine zweite überraschende Erkenntnis. Wieder kreuzen sich die Wege von Artu und Kisor. Clans von Artu haben die Technik der Überlichttriebwerke langsam weiterentwickelt. Die Schiffe sind nun etwas schneller und die Reichweiten größer. 400 Jahre nach den ersten interstellaren Reisen entdeckt die Hightech-Zivilisation von Artu das archaische Kisor. Das ist etwa um 3000 vor unserer Zeitrechnung. Schnell identifiziert man die Kisori als die Feinde aus den alten Legenden. Nicht die dunkle Bedrohung, sondern die erbarmungslosen Jäger ihrer Vorfahren. Die Beschreibungen in den Legenden sind eindeutig. Und sie werden bestätigt durch uralte Datenaufzeichnungen der Schiffe, die einst unter dem Eis vergraben wurden.

Aus Sicht der Artu-Völker sind die Vorfahren der Kisori verantwortlich für den Tod von vielen tausend Milliarden. Die damaligen neuen Artu-Bewohner, die Nachkommen der Balsachen, sehen in den Kisori die kriegerischen Fanatiker ihrer Legenden. Es sind die Verantwortlichen für den Mord an ihren eigenen Vorfahren, die beinahe das gesamte Volk ausgelöscht hätten, nur weil sie nicht friedliche Wanderer durch ihr Reich ziehen lassen wollten.

Aber jetzt sind die Rollen vertauscht. Artu ist eine interstellare Hightech-Zivilisation und die zwei Kisor-Planeten sind hilflos. Auf Kisor-Beta, dem inneren bewohnbaren Planeten, leben insgesamt 300 Millionen in einer mittelalterlichen Gesellschaft. Das ist weniger als ein Hundertstel der Bevölkerung vor dem Fall und vermutlich sogar zehntausendmal weniger als zur Zeit des goldenen Reiches. Alpha, der äußere Planet, ist fast komplett entvölkert. Dort leben nur noch 5 Millionen Kisori in kleinen Dörfern oder als – fast steinzeitliche – Nomaden.

Es gibt nicht viele Sonnensysteme mit bewohnbaren Planeten. Deshalb wäre dies eine gute Gelegenheit, den Kisori ihre Planeten abzunehmen. Aber die Biosphäre, die für Kisori geeignet ist, ist unbrauchbar für die Völker von Artu. Das müsste eine Hightech-Zivilisation wie Artu nicht aufhalten. Mit Geo- und Ökoengineering ließe sich das beheben. Aber die fragmentierte Artu-Gesellschaft ist nicht in der Lage so eine aufwändige Operation über einen langen Zeitraum durchzuführen. Das ist auch nicht nötig, denn die Völker von Artu, die Nachkommen der Balsachen, leben seit jeher (zumindest länger als die ältesten Legenden) in interplanetaren Habitaten oder in künstlichen freien Bereichen. Sie streben kein Leben auf Planetenoberflächen an.

Die Öffentlichkeit von Artu ist gespalten, wie man mit Kisor umgehen soll. Manche plädieren dafür, die Kisori sich selbst zu überlassen. Sie wollen den ehemaligen Feinden nicht helfen. Auf der anderen Seite ist das aber alles schon sehr lange her. Die Täter waren schließlich nicht die momentan lebenden Kisori, auch nicht ihre direkten Vorfahren, sondern eine ganz andere Zivilisation 6000 Jahre zuvor. Die Zivilisation der ehemaligen Feinde ist untergegangen, wieder auferstanden und nochmal untergegangen. Es gibt keinen Bezug mehr zu den Vor-Vorläufern. Keine Individuen, keine Organisationen, nicht einmal Aufzeichnungen haben die 6000 Jahre und den zweifachen Niedergang überdauert. Deshalb kann es eigentlich keine Schuld mehr geben. Andere fürchten sich, dass die Kisori, trotz der langen Zeit noch die gleiche kriegerische Mentalität haben könnten, die man aus den Legenden kennt. Diese Fraktion der Artu-Bewohner will verhindern, dass Kisor wieder eine interstellare Macht wird, die dann vielleicht Artu angreifen könnte.

Wie üblich gibt es keine einheitliche Vorgehensweise. Für die meisten Bewohner von Artu ist die Entdeckung der realen Nachkommen von Protagonisten aus alten Legenden nur eine Kuriosität. Aber einige Clans nehmen die Sache ernst. Sie werden aktiv, auf ganz verschiedene Weise. Es gibt gleichzeitig neutrale, konstruktive und destruktive Aktivitäten:

- Einige Clans beobachten die Kisori, um zu verhindern, dass Artu überrascht wird, falls Kisor sich aus den Trümmern erhebt.

- Exosoziologen, Exobiologen und Historiker untersuchen einzelne Kisori und ihre Gemeinschaften. Sie wollen einen Bezug zwischen den Legenden und der Realität herstellen. Sie wollen herausfinden, ob Kisori individuell oder als Gesellschaft so kriegerisch und rücksichtslos sind, wie in der Überlieferung beschrieben. Manche forschen in der Absicht die Kisori zu ändern falls nötig.

- Manche Clans versuchen die Not der kisorischen Bevölkerung zu lindern. Sie verteilen Lebensmittel und Medikamente. Dabei versuchen sie meistens nicht (als "Aliens") entdeckt zu werden. Zur Bevölkerung gelangt die Hilfe oft über einzelne eingeweihte Kisori, die als Heiler oder als Händler unterwegs sind. Impfungen gegen Infektionskrankheiten werden über Brunnen ausgebracht. Mangelerscheinungen begegnet man durch Zusätze in Getreidesilos. Die Hilfe geht vor allem an Kisor Alpha, wo es der Bevölkerung sehr schlecht geht, und an die städtische Bevölkerung auf Beta die in prekären hygienischen Verhältnissen lebt.

- Einige Helfer setzen bei der Technologie an. Sie versuchen den Kisori technisches Wissen zu geben oder alte Anlagen wieder in Betrieb zu nehmen. Auch das geschieht oft indirekt über wenige Eingeweihte unter den Kisori oder durch Androiden in Kisori-Form. Die kisorischen Legenden sind voll von Zauberern, die Unmögliches möglich machen.

- Lokale Kisori-Herrscher dominieren oft nur eine Stadt und das Umland. Besonders auf Kisor-Beta gibt es ständig kriegerische Auseinandersetzungen zwischen den Nachbarn. Einige Clans von Artu versuchen Kriege zu unterbinden. Gelingt das nicht, dann versuchen sie eine schnelle Entscheidung herbeizuführen. Manche fördern größere stabile Strukturen, weil sich nur eine einigermaßen friedliche Gesellschaft wieder erholen kann. Kisorische Überlieferungen erzählen von berühmten Friedensstiftern, die zwischen Konfliktparteien vermitteln und Friedensabkommen erreichen, die niemand für möglich gehalten hätte. Sicher setzen die Artu-Clans dafür moderne Memetik-Techniken ein. Kommt es doch zum Krieg, dann werden Schlachten in der Überlieferung immer wieder von mächtigen Superhelden entschieden.

- Aber es gibt auch Clans, die eine technische Renaissance verhindern wollen. Sie sabotieren Fortschritte, manchmal durch subtile Manipulation, manchmal auch durch gewaltsame Zerstörung. Plötzliche Zerstörungen, ob durch orbitale kinetische Schläge oder durch konventionelle Sprengmittel, werden von der kisorischen Bevölkerung als Zorn Gottes, bzw. der Götter, Wüten von Riesen oder als Widerstand der Natur gegen Neuerungen wahrgenommen. Im Lauf der Zeit wird die Bevölkerung immer abergläubischer. Änderungen scheinen immer Rückschläge zu provozieren, wobei man die Reaktion je nach Weltanschauung den Göttern, Monstern oder der Natur zuschreibt. Nach einigen hundert Jahren gewinnen auf Kisor-Beta konservative Kräfte die Oberhand, die sich jeder Neuerung widersetzen, weil "Neuerungen erfahrungsgemäß immer Unheil bringen".

- Helfende Clans versuchen solche Sabotageaktionen zu verhindern. In besonders dramatischen Fällen kommt es zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Clans von verschiedenen Enden des Spektrums. Auf die eingeborene Bevölkerung wirkt das wie Auseinandersetzungen zwischen Göttern oder Superhelden.

- Einzelne Clans beschränken sich nicht auf die Behinderung des Fortschritts. Sie gehen gewaltsam gegen die kisorische Bevölkerung vor. Besonders im frühen Mittelalter, am Anfang der Manipulation durch Artu-Clans, gibt es massive Gewalt gegen die eingeborene Bevölkerung. Mit den neuen Erkenntnissen kann man mehrere große Katastrophen aus alten kisorischen Legenden erklären:

- Auf dem Kontinent, der später einmal das "Land aller Gilden" sein würde, kennen viele Regionen die Legende von einer großen Flut. Die Flut wird ausgelöst durch Abschmelzen von Gletschern im zentralen Gebirgsmassiv des Kontinents mittels orbitaler Spiegel.

- Eine andere Geschichte zeugt vom Untergang der sagenhaften Stadt Tis La Nat, deren Bewohner in direkter Verbindung zu den Göttern standen. Ein Clan hatte die Stadt modernisiert, um sie zu einem Nukleus für die technische Renaissance zu machen. Die Idee war, ausgehend von einer Stadt immer weitere Bereiche zu modernisieren. Dafür offenbarten sich Artu-Sophonten in Androidenkörpern den Einwohnern. Sie brachten moderne Technik, Werkzeuge und sogar Fabs. Ein anderer Clan stoppte die Aktivitäten der Helfer durch eine nukleare Explosion, die Tis La Nat völlig zerstörte.

- Kisorische (alturistisch-) religiöse Texte berichten von einem Feuersturm, den der Gott Altur auf zwei Städte herabregnen ließ, als Strafe für deren unmoralische Lebensweise. Das Ereignis passt zeitlich zur Vernichtung einer großen Stadt, die durch einen Fluss in zwei Hälften geteilt war. In der Zwillingsstadt hatte ein Clan über mehrere Jahrzehnte behutsam wissenschaftliche und technische Schulen aufgebaut. Die Bevölkerung wandte sich langsam vom Aberglauben ab und einer wissenschaftlichen Denkweise zu. Alturistisch geprägte Nachbarregionen empfanden die Abwendung von Altur als Frevel. Irgendwann blitzte und donnerte es bei heiterem Himmel als ob ein unsichtbares Gewitter sich über den beiden Stadthälften entladen würde. Moderne Brandbomben fielen auf einige Quadratkilometer Holzhäuser. Die Zwillingsstadt brannte bis auf die Grundmauern nieder.

- Schon sehr früh versuchte eine Clan-Allianz einen Start-/Landeturm mit Konverter-Beschleuniger zu bauen. Damit sollten Materiallieferungen vom Orbit erleichtert werden. Der zentrale Schacht mit dem Beschleuniger wurde von einer Bergspitze 4 Kilometer tief in den Boden getrieben. Eingeborene Arbeiter errichteten auf dem Berg einen Turm "bis in die Wolken". Der Berggipfel lag immer im Nebel und die Wolkenbildung wurde für das Projekt künstlich verstärkt. Die Spitze eines 200 Meter hohen Turms ist vom Boden aus schon nicht mehr zu sehen. Dort geht der Beschleunigerschacht in eine 20 Kilometer hohe Feldröhre über, eine optisch transparente Nanomatrix, die das Innere der Röhre durch EM-Nahfelder aktiv unter Vakuum hält. Aber der Bau wird auf ungewöhnliche Weise sabotiert. Ein destruktiver Clan verbreitet ein Mem-aktives Designer-Virus unter der lokalen Bevölkerung. Das Virus senkt moralische Schwellen und erhöht das Aggressionspotential. Die eingeborenen Arbeiter greifen sich gegenseitig an. Dabei zerstören sie nicht nur den Turm, sondern auch die teure Feldröhre. Es gibt keinen weiteren Versuch, den Plan zu Ende zu bringen.

- Den größten Schaden richten verborgene Aktionen an, vor allem biologische Angriffe auf die eingeborene Bevölkerung. Die moderne kisorische Geschichtswissenschaft ging davon aus, dass die Bevölkerung der zwei Planeten durch Hunger, Seuchen und fehlende medizinische Versorgung auf 30 Millionen (ein Tausendstel) zurückging (Kisor-Alpha: 50.000). Aber nun stellt sich heraus, dass das Minimum schon bei 300 Millionen (Alpha: 5 Millionen) erreicht war. Erst der Eingriff einiger Artu-Clans mit biologischen Waffen reduzierte die Bevölkerung auf die historisch bekannten Werte. Einige Extremisten von Artu versuchten die Kisori auszurotten. Mit künstliche Viren töteten sie 90% der Bevölkerung (auf Alpha: 99%).

- Nur den Impfungen durch hilfsbereite Clans ist es zu verdanken, dass einige Kisori überlebten. Da man sich dabei auf die Städte konzentrieren musste, gab es auf Kisor-Alpha keine Impfungen. Dort sorgten nur natürliche Quer-Resistenzen dafür, dass immerhin 50.000 Kisori überlebten. Eine zweite Welle tödlicher Virenstämme war schon vorbereitet, als sich einige Clans zusammenschlossen, um die Ausbringung der Krankheitserreger mit Waffengewalt zu verhindern.

Clans mit einer positiven Einstellung gegenüber Kisor verfügten insgesamt über wesentlich mehr Ressourcen, als die negativen Kräfte. Aber Sabotage braucht oft nur eine kurze Einzelaktion während Hilfe eher ein langwieriger Aufbau ist. Langfristig setzten sich die destruktiven Kräfte durch. Die Kisori wurden zwar nicht vollständig ausgerottet, aber die beiden Planeten verharren 3000 Jahre im Mittelalter. Das wäre auch noch länger so weitergegangen, wenn in der Artu-Zivilisation nicht der ewige Krieg ausgebrochen wäre.

Schon kurz nach dem ersten systemweiten Aufflammen des ewigen Krieges werden die meisten Aktivitäten auf Kisor eingestellt. Später fehlen dann sogar die technologischen Mittel, um Kisor zu erreichen. Befreit von den Störungen bauchen die Kisori auf Beta nur 500 Jahre bis zur Industrialisierung, dann weitere 400 Jahre bis die Technik reif ist zur interplanetaren Raumfahrt und nochmal 900 Jahre bis zu den ersten interstellaren Aktivitäten mit einfacher Lichtgeschwindigkeit. Das ist die Zeit als auch Artu – zum ersten Mal nach dem ewigen Krieg – wieder Überlichtraumschiffe aussenden kann. Artu und Kisor befinden sich etwa auf dem gleichen Techlevel, haben aber keinen Kontakt. Beide entwickeln ihre Überlichttechnologie weiter. Aber um zügig interstellare Distanzen zu überwinden, benötigt man Überlichtfaktoren von 100 oder 1000. Die Technik ist sehr anspruchsvoll. Diese Entwicklung braucht Zeit. Typisch ist eine Verdreifachung der Geschwindigkeit alle 100 Jahre.

Als um das Jahr 1000 u.Z. die Pax Interiana anbricht, haben Artu und Kisor immer noch keinen Kontakt. Für Artu wäre es nun viel zu spät, um Kisor noch einzudämmen. Außerdem ist das Wissen um die Identität Kisors im ewigen Krieg verloren gegangen. Der ewige Krieg hat nicht nur die technologischen Fähigkeiten reduziert, sondern auch fast alle Datenbanken ausgelöscht. Nur in vereinzelten konservierten Archiven, wie der t5a-Kammer, gibt es dazu noch historische Aufzeichnungen.

Bei der Öffnung der t5a-Kammer 3270 ist die Situation dann wieder völlig anders. Inzwischen sind 2200 Jahre vergangen und es ist viel passiert: Kisor war fast tausend Jahre lang interianisches Regionalzentrum. Als sich das Imperium zurückzog, übernahm Kisor den Sektor. Aber als die Menschen die interstellare Bühne betraten und von Artu-Clans erpresst wurden, mischte sich Kisor nicht ein. Später verteidigte Kisor dann doch das Solsystem gegen Plünderer. Und nach einem Krieg zwischen Kisor und Sol waren beide ein halbes Jahrhundert verbündet gegen die Chinti-Schwärme. Als diese Bedrohung in der "Zeit der streitenden Schwärme" entfiel, wurden Sol und Kisor wieder Gegner. Während der Besetzung des Solsystems durch Barbarenstämme wurde Kisor kinetisch bombardiert und wieder einmal fast ausgelöscht. Auch Artu und Sol wurden nach dem Ende der Chinti-Bürgerkriege schwer getroffen. Die meisten Völker des Sektors leiden noch unter den Nachwirkungen des Barbarensturms oder unter der aktuellen Chinti-Expansion.

Die Erkenntnisse der t5a-Kammer könnten zu neuen Verwerfungen zwischen den Völkern führen. Schließlich haben sich Kisor und Artu gegenseitig fast ausgelöscht und darüber hinaus – ebenfalls gegenseitig – für Jahrtausende auf das Existenzminimum reduziert.

Aber die Zusammenhänge, die jetzt bekannt werden, haben trotz ihrer Brisanz keine konkreten Auswirkungen. Kisor ist momentan wieder unbedeutend. Kisor-Beta ist – nach Bombardierung und Wiederherstellung – gerade erst wieder besiedelt worden. Kisor-Alpha ist immer noch eine Eiswüste.

Auch Artu wurde 60 Jahre zuvor durch einen Chinti-Angriff schwer getroffen. Ohne eine systematische Verteidigung mit Tiefraumsperren und Ballistikschild hatten die Insekten leichtes Spiel. Artu verlor etwa die Hälfte der Habitate, der Bevölkerung und der interplanetaren Infrastruktur. Die absoluten Zahlen sind trotzdem noch gewaltig und in 60 Jahren wurde viel wiederaufgebaut. Aber Artu ist immer noch zersplittert und ohne einheitliche Außenpolitik.

Die neuen Erkenntnisse sind doch nur historische Kuriositäten.

#Geschichte #interstellar #Crash #Wiederaufbau #Krieg #Verschwörung #Legenden

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2794 Das Auftauchen eines Hro sorgt für Unruhe unter den galaktischen Händlern

Das ist wahrscheinlich der erste Irun-Anwärter seit mehreren hundert Jahren, zumindest in unserem Sektor. Später, bei der Erwachsenenweihe des Hro, kommt es aber nicht zur Ausbildung eines Irun. Die Lage beruhigt sich wieder.

Ein Hro ist ein Mercato-Individuum mit herausragender Persönlichkeit. Zur Erwachsenenweihe eines Hro kommen tausende Sippenschiffe. Manche Quellen sprechen von hunderttausend Schiffen. Während der Weihezeremonie werden Mercato-Jugendliche innerhalb weniger Wochen zum Erwachsenen. Körper und Geist werden in einer Art Verpuppung transformiert. Manchmal entsteht dabei ein charismatischer Anführer, genannt Irun, der alle anwesenden Sippen in seinen Bann zieht. Es ist nicht bekannt, ob es sich um eine mentale Beeinflussung der anwesenden Mercatos handelt oder ob der Einfluss eher biochemisch oder psychologisch erklärbar ist. Auch eine mentale Kontrolle wäre letztlich ein elektromagnetischer Effekt. Untersuchungen lassen die Mercatos nicht zu und das Ereignis ist auch viel zu selten.

Eigentlich sind die Mercatos Händler. Der Name wurde sehr treffend geprägt beim ersten Kontakt im Solsystem. Sie sind in einzelnen Sippenschiffen unterwegs und betreiben interstellaren Handel zwischen vielen Völkern. Jedes Schiff beherbergt eine Familie oder eine Gruppe von Familien.

Mercatos gibt es schon seit Millionen Jahren und vermutlich sind sie in einem Großteil der Galaxie vertreten. Trotzdem haben ihre Schiffe sehr verschiedene Techlevel. Die Technik scheint eng verbunden mit der Kultur der Sippe. Sippen mit niedrigem Techlevel hätten viele Gelegenheiten für Upgrades. Das scheint aber nicht wichtig zu sein. Man hat schon langsame Raumkrümmer auf dem technischen Niveau der ersten solaren Generation gesehen, die für interstellare Distanzen Jahre brauchen. Aber es gibt auch Sippenschiffe mit effektiven Geschwindigkeiten, die wir nicht erreichen können. Gerüchten zufolge ist ein Sippenschiff sogar zur gleichen Zeit an mehreren Orten aufgetaucht. Leider handeln Mercatos nicht mit ihrer eigenen Technik, sondern nur mit Produkten und Informationen anderer Völker.

Die jungen Mercatos lernen in einer 30-jährigen Ausbildung alles was ein Mercato-Händler wissen muss. Sie lernen Sprachen und andere Ausdrucksweisen bis sie ohne Übersetzer kommunizieren können. Dabei verzichten sie auf elektronische Hilfsmittel wie Erinnerungsimplantate und Assoziationsbooster. An die Händler-Ausbildung schließt sich nach der Erwachsenenweihe eine 80-jährige Ausbildung zum Meisterhändler an. Meisterhändler spezialisieren sich auf einzelne Völker, auf die spezifischen Kulturen der Handelspartner, auf einzelne Organisationen und sogar auf Personen. Das wird natürlich dadurch begünstigt, dass Sophonten in vielen Hochkulturen sehr lange leben und sich immer wieder begegnen. Meisterhändler benutzen aktiv und passiv unterbewusste Regungen der Gesprächspartner. Sie führen Verhandlungen akzentfrei mit angenehmen überzeugenden Stimmen, die nicht vom Übersetzer stammen und sie beherrschen Memetik auf höchstem Niveau. In dieser Beziehung befinden sie sich bei vielen Völkern auf Augenhöhe mit ihren besten Verhandlungspartnern. All diese Techniken lernen sie in ihrer langen Ausbildung.

Mercatos haben Zeit. Sie handeln nur um ihr Schiff im Betrieb zu halten. Man kann bei Mercatos günstig einkaufen, weil sie nicht nach Reichtum streben, sondern nur für den Unterhalt handeln. Auf der anderen Seite stehen sie oft weniger unter dem Zwang zum Abschluss als ihre Handelspartner. Mercatos führen das gleiche Leben wie ihre Vorfahren und sie streben keine Änderung an. Sie warten auf die Ankunft eines Irun. Die meisten Mercatos erleben irgendwann einmal die Erwachsenenweihe eines Hro. Aber nur wenigen Generationen ist es vergönnt, einen Irun zu erleben. Es ist die sogenannte "gesegnete" Generation, die dem Irun folgen darf. Mit der Ankunft des Irun endet ein Zyklus und die galaktischen Händler gehen ihrer Bestimmung entgegen.

Der Irun sammelt alle Sippen im Umkreis von mehreren tausend Lichtjahren um sich. Dann führt er sie zu einer gemeinsamen Aufgabe. Aus Sicht der anderen Völker werden die Mercatos verrückt. Sie geben ihre normale Handelsaktivität abrupt auf und verfolgen den Plan des Irun. Mit dem Tod des Irun kehren sie dann wieder zum Handel in einzelnen Sippenschiffen zurück. Irun-Ereignisse sind so selten, dass man keine Regelmäßigkeiten erkennen kann. Im lokalen Sektor, den umliegenden 3.000 Lichtjahren, sind in den letzten 10.000 Jahren nur 3 Irun-Ereignisse bekannt. Es gibt Hinweise auf einige weitere. Aber deren Quellen sind nicht nachprüfbar und die Beschreibungen sind nicht eindeutig.

Sicher belegt ist die 700-jährige Irun-Phase zwischen dem solemischen Reich und dem Tren-Vuk-Sol-Interregnum vor 7.400 bis 6.700 Jahren. Damals gründeten Mercatos ein Imperium und verdrängten die lokalen Mächte mit militärischen Mitteln. Sie ließen keine anderen Militärmächte zu und unterbanden jede militärische Forschung bei den Völkern in ihrem Einflussbereich.

Der zweite bekannte Fall war nach kisorischen Aufzeichnungen um das Jahr 2.000 unserer Zeitrechnung als alle Mercatos plötzlich aus dem interianischen Imperium (und möglicherweise darüber hinaus) verschwanden. Unser – und damit Kisors – Teil des Imperiums stütze sich vorher sehr stark auf den Mercato-Handel. Das Verschwinden führte zum sogenannten achten interianischen Wirtschaftsminimum im Zeitalter von Addaja. Kisors Oligarchie füllte damals die entstandene Lücke und die Handelsorganisationen der herrschenden Familien wurden zu den ersten Handelsgilden.

Der dritte belegte Irun-Fall ist besonders spektakulär. Er zeigt wie lange Mercatos schon präsent sind und wie verschieden die Irun-Ereignisse ausfallen können. Im Jahr 2681 entdeckte eine der frühen solaren Expeditionen, die sogenannte Buniatishvili-Exkursion, eine uralte Roboterzivilisation auf Solberg 86 III. Die Roboter bewahren das historische Erbe ihrer Erbauer und geben bereitwillig Auskunft über die Geschichte des Systems in den letzten 30 Millionen Jahren. Fast alle Völker haben während ihrer Entwicklung mit KI-Ausbrüchen zu kämpfen und empfinden eine reine Mech-Zivilisation als Bedrohung. Deshalb mussten die Roboter von Solberg 86 im Lauf der Zeit viele Angriffe abwehren. Darunter war auch eine Mercato-Flotte. Vor 12 Millionen Jahren, nach solarer Zeitrechnung am 8. Juli, 12.063.275 vor unserer Zeitrechnung fiel eine riesige Flotte von Mercato-Sippenschiffen in das Solberg 86 System ein. Es gibt detaillierte Aufzeichnungen, Sensordaten und Videos von den Ereignissen. Die Roboter von Solberg 86 geben an, dass insgesamt 783.750 (+/- 20) Sippenschiffe anhand ihrer Triebwerkssignatur eindeutig identifiziert wurden. Von den Monden des Systems starteten damals unzählige Robot-Schiffe (in diesem Fall verweigern die Roboter genaue Zahlen) um das System und vor allem den dritten Planeten zu verteidigen. Aufnahmen und zeitsynchronisierte Sensordaten zeigen den mehrwöchigen Kampf im gesamten System. Sie zeigen auch die Ansprache des Irun vor dem letzten verzweifelten Angriff auf den dritten Planeten und das Ende des Mercato-Flaggschiffes. Dann sieht man in den Sensordaten, wie die Nachricht vom Tod des Irun sich unter den Sippenschiffen verbreitet und wie die überlebenden Sippen das System verlassen. Vermutlich kehren sie zu ihrer gewohnten Handelstätigkeit zurück. Die Roboter von Solberg 86 berichten, dass 95.700 (+/- 200) Sippenschiffe das System sofort verließen. 130.259 (+/- 3) blieben manövrierunfähig im System. Sie wurden mithilfe der Roboter im Lauf von einigen Jahren repariert und verließen Solberg 86 auch.

Übrigens: Teilnehmer der Buniatishvili-Exkursion erzählen, dass die Roboter zwar bereitwillig zu diesem Ereignis Auskunft geben, dabei aber immer wieder auf die Geschichte ihrer Erbauer hinweisen und fast etwas beleidigt wirken, wenn man sich nicht für die Erbauer interessiert.

Es gibt diverse kelanische Legenden mit Irun-Ereignissen. Aber wie bei kelanischen Legenden üblich, sind Realität und Fiktion nicht zu unterscheiden. Die Kelaner erzählen von vielen unterschiedlichen Verhaltensweisen. In einem Fall lassen sich Mercatos in einem System nieder. Sie geben den Handel nicht auf, aber sie werden für tausend Jahre sesshaft und operieren von einem Heimatsystem aus. Tatsächlich wird diese Legende später bestätigt durch die Entdeckung eines verlassenen Systems mit eindeutigen Hinweisen auf eine große Mercato-Besiedlung auf Planeten und im interplanetaren Raum.

Andere kelanischen Legenden erzählen von Mercatos, die

- kollektiv ihre Schiffe schon kurz nach der Erwachsenenweihe zerstören,

- sich auf Planeten niederlassen und den Handel einstellen,

- mit Millionen Sippenschiffen die Galaxie verlassen,

- dafür sorgen, dass der Techlevel der anderen Völker sich auf hohem Niveau angleicht,

- plötzlich nur noch Informationen handeln aber keine physischen Waren mehr befördern,

- sich anderen Völkern als Söldner für militärische Aktionen zur Verfügung stellen,

- Schutzzonen errichten, um noch nicht raumfahrende Völker vor externen Kontakten zu schützen und raumfahrende Völker im Frühstadium vor Hightech-Plünderern,

- Mech-Leben, wie Roboter, Naniten und Computronium, bekämpfen,

- im großen Stil Ökoforming betreiben und in vorher unbewohnten Systemen Biosphärenreservate anlegen einschließlich vielversprechender Arten an der Grenze zur bewussten Intelligenz.

Ein Besucher des Mansalu-Komplexes im Jahr 2815 berichtet von einer statistischen Auswertung der Mansalu, die behauptet 900 Mercato-Irun-Ereignisse zu kennen, aus einem Zeitraum von 80.000 und bis in 20.000 Lichtjahre Entfernung. Das ergibt eine statistische Häufigkeit, die sich etwa mit unseren Analysen deckt, die allerdings nur auf 3 Ereignissen in 10.000 Jahren beruht. Die Mansalu behaupten, dass Mercatos statistisch

- in einem Drittel der Fälle kriegerisch werden,

- in einem Viertel altruistisch für andere Völker aktiv werden,

- sich in einem weiteren Viertel zurückziehen (wobei man annimmt, dass sie nicht einfach verschwinden, sondern sich einer Aufgabe zuwenden, die außerhalb des Erkenntnishorizonts der beobachtenden Völker liegt).

- Die übrigen 17% verteilen sich auf viele andere exzentrische Verhaltensweisen.

Die Studie lässt sich allerdings später – zur Zeit der Yalung im Mansalu-Komplex – nicht wiederfinden. (Vermutlich, weil die Yalung eine andere Politik verfolgen in Bezug auf die Freigabe von Informationen für weniger entwickelte Völker.)

Exosoziologen erklären das Irun-Phänomen als reinigendes Ereignis in einer sehr statischen Kultur. Es sorgt dafür, dass die gesellschaftliche Entwicklung regelmäßig zurückgesetzt wird. Durch die drastische Unterbrechung entsteht ein Bruch mit der Tradition der letzten Generationen in denen sich regional Fehlentwicklungen eingeschlichen haben könnten. Für die Mercatos ist vor allem das Ende der Irun-Phase bedeutend, wenn sie zu den Jahrmillionen alten ursprünglichen Verhaltensweisen zurückzukehren.

Es gibt Stimmen, die behaupten, dass das Irun-Phänomen auch für die anderen Völker wichtig ist. Ein Irun-Ereignis wirbelt die Machtverhältnisse im betroffenen Sektor oft durcheinander, wie im Fall des Tren-Vuk-Sol-Interregnums. Damals beendeten Mercatos das statische solemische Reich, allerdings um den Preis einer langen chaotischen Phase nach dem Ende des Mercato-Imperiums.

Das achte Addaja-interianische Wirtschaftsminimum nach dem Mercato-Verschwinden um 2000 unserer Zeitrechnung war der Wegbereiter für die kisorischen Gilden, die den Sektor auch nach dem interianischen Imperium noch lange stabilisierten.  Und glaubt man kelanischen Legenden, dann könnte sogar die Ökoformung Kisor Alphas vor 10 Millionen Jahren und die Ansiedlung der kisorischen Primaten auf die galaktischen Händler zurückzuführen sein.

Der Mercato-Angriff auf Solberg 86 ist ein Hinweis darauf, dass die außerordentliche Wucht eines Irun-Ereignisses gewissermaßen "Altlasten" beseitigen kann, die normale interstellare Mächte sonst nicht bewältigen können. Auch wenn dieser eine Angriff scheiterte, lässt allein die Tatsache, dass er stattfand, vermuten, dass die Mercatos im Lauf der Zeit immer wieder "aufräumen". Wahrscheinlich ist es nicht gut, wenn sich immer mehr alte Mech-Zivilisationen in der Milchstraße ansammeln, deren Erbauer längst vergangen sind. Man kann davon ausgehen, dass Mercatos schon viele Mech-Zivilisationen beendet haben. Das wäre eine plausible Erklärung dafür, dass es nicht mehr Mech-Zivilisationen gibt.

Wären die Roboter von Solberg 86 den Mercatos unterlegen, dann wüssten wir nicht davon, weil sie uns nicht davon berichtet hätten. Eine dreiviertel Million Schiffe war offensichtlich nicht genug. Die dortige Roboterzivilisation scheint eine schlafende Superzivilisation zu sein, möglicherweise mit einer mobilisierbaren Kapazität von 1,6 auf der Kardashev-Skala. Das ist für Angreifer schwer zu überbieten. Gegen so eine massive Zivilisation kann man sich nur mit einen höheren Techlevel durchsetzen, nicht durch mehr Ressourcen oder Energie. Man kann ja nicht einen ganzen Stern zum Angriff mitbringen.

Vielleicht kommt irgendwann ein Irun, der die Vorgeschichte kennt, zehnmal so viele Schiffe versammelt und diese mit dem höchsten für Mercatos verfügbaren Techlevel ausstattet. Vielleicht dauert die Vorbereitung dafür tausend Jahre und vielleicht passiert ein Irun-Ereignis dieser Größenordnung auch nur alle 10 Millionen Jahre. Aber irgendwann wird es vermutlich auch für die Roboter von Solberg 86 III eng.

Das Irun-Phänomen bringt nicht nur Stabilität für die Mercato-Kultur, sondern es ist auch ein Reinigungsmechanismus für unsere Galaxie.

#Aliens #Handel #Phänomen #Geschichte #Imperium #Roboter #KI

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2956 Der letzte unabhängige Habitat-Cluster wird von Dellianern übernommen.

Xiao Chu ist ein Verbund von Orbitalen und Torus-Gitter-Habitaten im Asteroidengürtel mit 30 Millionen Einwohnern. Durch geschicktes Agieren innerhalb der dellianischen Feudalstruktur konnte Xiao Chu sehr lange seine Unabhängigkeit bewahren. Aber im Jahr 2956 endet die Selbstverwaltung. Der Fremdherrscher des Solsystems vergibt Xiao Chu als Lehen an einen seiner Vasallen. Xiao Chu war die letzte unabhängige Territorialsouveränität im Solsystem.

Vor der Besetzung des Solsystems war Xiao Chu Marktführer im Bereich Wartung von Hightech-Infrastruktur und -Ausrüstung. Viele bei Xiao Chu ansässige Unternehmen hatten sich auf Fernwartung spezialisiert. Xiao Chu bot selbst nur wenige technische Produkte an. Seine Unternehmen waren vor allem Wartungs- und Betriebsdienstleister für technische Anlagen anderer Hersteller mit einem Fokus auf Hightech-/Highperformance-Systeme, wie:

- Synthesizer für nanostrukturierte Metamaterialien,

- massenspektrometrische Separatoren im Ressourcenabbau,

- massivparallele Molekularstrahldrucker,

- Kraftwerke mit fraktal induzierter Fusion,

- Wandler für energetische Leistungs-Hohlleiter,

- Assembler und Justierwerke für Konverterpole von Raumkrümmern,

- industrielle Präzisionsfabs,

- Hochenergie-Feldschirme für den Strahlenschutz,

- Ultrakapazitoren auf Basis von Kernladungsseparation

und viele andere.

Die modernen Technologien, die Xiao Chu für seine Kunden verwaltet, sind sehr komplex und störanfällig. Fast alle verwenden hohe Leistungsdichten, einige im Bereich von Terawatt pro Kubikmeter. Das produziert mechanischen Stress und Abwärmeprobleme. Trotzdem müssen die Geräte ihre räumliche Anordnung sehr genau einhalten um ihre Funktion zu erfüllen, manche auf Attometer-Dimensionen, dem Tausendstel eines Atomkerndurchmessers. Solche Anlagen bestehen außerdem aus vielen Komponenten, jede mit ihrem eigenen problematischen Störungsprofil. Die Summe der möglichen Fehlerquellen und die Gesamtwahrscheinlichkeit für Ausfälle von Einzelkomponenten führen dazu, dass moderne Hightech-Systeme eigentlich nicht dauerhaft laufen können. Erst spezielle Techniken aus den Bereich der Betriebswissenschaft (Operational Science, kurz: OpS) machen es möglich, diese Systeme profitabel zu betreiben.

Das Systemverhalten moderner Hardware ist sehr komplex. Oft ist es schon im chaotischen Bereich. Es ist quasi-chaotisch. Klassische Maßnahmen, die auf dem Prinzip von Analyse-Aktion-Wirkung basieren, funktionieren dann nicht. Nur durch sehr fortschrittliche Methoden wie präkognitives Wartungsmanagement und topologische Reduktion des chaotischen Phasenraumvolumens werden solche Systeme beherrschbar. Diese Techniken sind die Spezialität von Xiao Chu. Xiao Chu ist außerdem dafür bekannt, das Management quasi-chaotischer Systeme mit differentieller Leistungsoptimierung zu verbinden und mehr Nutzleistung herauszuholen.

Im Zuge der Machtübernahme, erst durch Leccianerhorden und dann endgültig durch Dellianerstämme, wurde die hochspezialisierte und vernetzte solare Wirtschaft empfindlich gestört. In dieser chaotischen Zeit verschwanden viele Firmen vom Markt. Lieferketten wurden unterbrochen und Dienstleister fielen aus. Das betraf auch Wartungsdienstleister, die quasi-chaotische Systeme managen konnten.

Die Technik des Solsystems lief während der Machtübernahme weiter. Die meisten technischen Anlagen werden durch KI-Systeme betrieben und instandgehalten. Auch KIs beherrschen die OpS Grundprinzipien und Standardverfahren für quasi-chaotische Systeme. Aber bei Hightech-Ausrüstung treten trotzdem immer wieder Situationen auf, wo das Spezialwissen der Hersteller gefragt ist. Das war die Domäne von Xiao Chu. Die Bewohner von Xiao Chu hatten sich darauf spezialisiert, als Outsourcing-Dienstleister im Auftrag der Originalhersteller Hightech-Systeme zu betreiben, zu warten und zu reparieren. Ein Großteil des Wissens um den Betrieb von Hightech-Ausrüstung und -Anlagen im mittleren System war bei Xiao Chu konzentriert. Zu diesem Zweck war Xiao Chu auch führend im Wissensmanagement, der Organisation von Know-how, der Speicherung, Anreicherung, Weitergabe und Inferenz.

Xiao Chu war beim Putsch der Leccianer nicht direkt betroffen. Sowohl Jupiter als auch Saturn standen damals auf der anderen Seite des Systems. Deshalb war der Schwerpunkt des Leccianer-Aufmarschs sehr weit weg. Auch später blieb der Habitat-Cluster unabhängig. Mit der Unabhängigkeit konnten die Spezialisten von Xiao Chu auch das Know-how bewahren. Die Konservierung von Wartungs- und Betriebswissen für technische Anlagen war die wesentliche Strategie der Xiao Chu-Führung. Das ging sogar so weit, dass Xiao Chu Kommandounternehmen durchführte, um Wissen von zusammenbrechenden Know-how-Trägern (Unternehmen, Personen, Datenbanken, KI) im ganzen System zu sichern.

Auch die neuen Herrscher mussten komplexe Technik betreiben. Die Beratungsunternehmen von Xiao Chu wurden zu wichtigen Dienstleistern der Fremdherrscher. Deshalb war Xiao Chu unverzichtbar, sowohl für den Lebensstandard der dellianischen Herrscher, als auch für ihre Kriege.

Der Dellianer Bilsass erkannte, dass gerade die Unabhängigkeit der Schlüssel zur Bewahrung des Know-hows war. Denn dieses Wissen liegt bei einzelnen Firmen, in ihren Datenbanken und bei Individuen, Menschen und Infosophonten. Essentiell ist auch das Beziehungsgeflecht zwischen den Wissensträgern. Diese Netzwerke werden organisiert durch die Beratungsfirmen von Xiao Chu. Bilsass ist bewusst, dass eine Störung der Strukturen zum Verlust von Xiao Chu als strategischer Ressource führen würde. Überall im Solsystem waren in der Folge der Machtübernahme Lieferketten zerbrochen, Märkte fragmentiert und Wissenscluster verschwunden. Diesen Fehler wollte Bilsass bei Xiao Chu vermeiden. Deshalb stellte er Xiao Chu unter seinen persönlichen Schutz.

Ein wichtiges Argument sind auch die hohen Gewinnausschüttungen direkt an Bilsass. Letztlich ist das ein zusätzlicher Geldstrom der anderen Beschützer an Bilsass. Dieser Nebeneffekt ist aber auch immer wieder ein Grund für Unzufriedenheit unter den anderen Beschützern. Das dellianische Feudalsystem ist keine absolute Herrschaft von oben herab, sondern ein empfindliches Gleichgewicht zwischen Rechten, Pflichten und Macht aller Beschützer. Viele der anderen Beschützer sind der Meinung, dass eine strategische Ressource wie Xiao Chu nicht automatisch dem Oberhaupt des Feudalsystems zufallen sollte. Wie alle Ressourcen sollte sie einem anderen Beschützer gehören, um nicht direkt die Macht von Bilsass zu stärken. Sie sehen in der direkten Kontrolle von Xiao Chu durch Bilsass ein Ungleichgewicht. Und natürlich gibt es einige, die selbst die Kontrolle erlangen wollen.

Immer wieder stand die Unabhängigkeit von Xiao Chu auf der Kippe. Mal konnte die Macht von Bilsass den Status quo bewahren, ein anderes Mal gezielte Einmalzahlungen oder Leistungen von Xiao Chu an einzelne Beschützer. Nicht nur die Marktposition und Bilsass schützen Xiao Chu, sondern auch das geschickte Spiel der Cluster-Führung im Feudalsystems. Der Vorsitzende des Cluster-Rats ist informell ein Beschützer in der dellianischen Hierarchie. Auch wenn er intern demokratisch legitimiert ist.

Als Beschützer ist er allerdings auch Ziel von Intrigen und Verschwörungen. Bisher hatte die Führung Xiao Chus diese Herausforderung gut gemeistert, aber im Jahr 2956 läuft sie in eine Falle. Xiao Chu wird das Opfer einer Verschwörung, die sich eigentlich gegen Bilsass richtet.

Wenige Monate zuvor hatte das Solsystem unter den Dellianern das Luhman 16 System in 6 1/2 Lichtjahren Entfernung angegriffen. Die dortige interplanetare Zivilisation hatte sich erfolgreich widersetzt und den Angriff abgewehrt. Die solaren Schiffe mussten sich unter schweren Verlusten zurückziehen.

Viele solare Beschützer waren dem Aufruf von Bilsass gefolgt und hatten Mittel oder Schiffe für die Invasionsflotte bereitgestellt. Viele hatten sich in der Hoffnung auf reiche Beute verschuldet. Aber der Feldzug lief nicht wie geplant. Es gab keine Beute, sondern nur Verluste. Entsprechend unzufrieden waren die Teilnehmer des Feldzuges.

Viele beteiligte Beschützer sehen in der schlechten Koordination der Angriffsflotten einen Grund für den Fehlschlag. Dieser Vorwurf geht an den Beschützer des Angriffs, einen direkten Vasallen von Bilsass und damit auch an Bilsass selbst.

Tatsächlich war die Mobilität einiger Flottenteile im Einsatzgebiet mangelhaft. Viele der schnellen Fronteinheiten hatten mit Triebwerksproblemen zu kämpfen und konnten deshalb nicht effizient an koordinierten Manövern teilnehmen. Der Grund war eine schlechte Abstimmung der Betriebsparameter an das Einsatzprofil. Dieser Vorwurf geht primär an Xiao Chu, denn Xiao Chu hatte den Generalauftrag für die Wartung der Triebwerke von überlichtfähigen Kampfeinheiten.

Die Einheiten hatten den finalen Hochgeschwindigkeitsanflug aus dem Aufmarschgebiet perfekt ausgeführt. Die ersten Angriffe auf vorgeschobene Verteidigungseinrichtungen liefen präzise und erfolgreich. Aber je länger die Kämpfe dauerten und je mehr die Angreifer auf Gegenwehr stießen, desto mehr Probleme traten bei den Antrieben auf. Bis schließlich die mobilen Kampfeinheiten als taktische Komponente praktisch ausfielen. Damit konnten sie die Sublicht-Trägerplattformen, die die Hauptlast des Angriffs trugen, nicht mehr schützen. Als dann immer mehr Träger von den hochmobilen Verteidigern neutralisiert wurden, mussten sich die Angreifer zurückziehen.

Die Einstellung der Überlichttriebwerke war tatsächlich ungeeignet für den Einsatz. Sie waren für ein anderes Einsatzprofil vorgesehen. Xiao Chu hatte mit dem falschen Einsatzprofil gearbeitet.

Die Vorbereitung der Überlichttriebwerke der Angriffsflotte war eine gewaltige Aufgabe. Xiao Chu hatte den Generalauftrag und nur wenige Monate Zeit. Zigtausend Triebwerke mussten analysiert, gewartet und eingestellt werden. Vieles davon ist automatisiert und standardisiert. Ein Mitarbeiter kann hunderte solcher Anlagen betreuen. Trotzdem mussten die Firmen von Xiao Chu dafür ihre zivilen Kunden lange Zeit vernachlässigen.

Der Auftrag an Xiao Chu kam von Deimarsax, dem Ausrüstungsveranwortlichen für die Überlicht-Kampfeinheiten und Beschützer der großen Werften auf dem Marsmond Deimos und im Marsorbit. Während der Vorbereitung des Feldzugs wurden verschiedene Angriffspläne ausgearbeitet. Jeder Plan mit spezialisierten Einsatzprofilen für alle Flottenteile.

Die Einsatzprofile für Überlicht-Kampfeinheiten unterschieden sich sehr, abhängig von der Rolle, die diese Einheiten spielen sollten. Xiao Chu benutzte für die Vorbereitung einen Plan in dem die Einheiten primär Hochgeschwindigkeitsangriffe durchführen sollten, um die statische Verteidigungsinfrastruktur auszuschalten. Dabei waren vor allem hohe Geschwindigkeiten bei längerer Laufzeit gefragt, ein sogenanntes Bombing-Profil. Tatsächlich dienten die schnellen Einheiten dann aber vor allem als mobiler Begleitschutz der Trägerplattformen. Sie waren für diesen Einsatzzweck angemessen bewaffnet, aber ihre Triebwerke waren nicht für viele kurze Manöver in Kämpfen mit anderen mobilen Einheiten vorgesehen (Dogfight-Profil).

Deimarsax hatte Xiao Chu den falschen Einsatzplan übermittelt. Er hatte damit absichtlich den Angriff sabotiert. Sein Ziel war, den Angriff scheitern zu lassen, um Bilsass, den Beschützer des Solsystems zu schwächen und gleichzeitig Xiao Chu zu diskreditieren. Deimarsax hatte selbst viel in diesen Feldzug investiert. Er hatte sich dafür verschuldet und dafür gesorgt, dass das öffentlich bekannt ist. Er verlangt nun Schadenersatz. Er hat die anderen geschädigten Beschützer auf seiner Seite. Bilsass ist in der Defensive und sucht nun einen gesichtswahrenden Ausweg.

Zwei Monate nach dem fehlgeschlagenen Angriff auf Luhman 16 gibt es einen Konflikt zwischen Vasallen von Deimarsax auf dem Mars-Ring. Es ist eine ganz normale Konkurrenz zwischen zwei Beschützern um Ressourcen und Territorien. Die Konflikte werden sowohl wirtschaftlich, als auch militärisch ausgetragen. Die übergeordneten Beschützer, die Lehensherren, lassen diese Konflikte zu, solange sie ihre Interessen nicht stören.

Im Verlauf des Konflikts versucht einer der Kontrahenten Druck auszuüben indem er die Kreditlinie der Firma Corebridge Energy (ebenfalls Mars-Ring) bei seiner Bank, First Vortex Holdings, kündigt. Corebridge ist ein Anbieter von Hochleistungskapazitoren. Die Firma musste für die Luhman 16 Kampagne sehr viele Schiffe ausrüsten. Wie Xiao Chu war auch Corebridge monatelang mit den Vorbereitungen für Luhman 16 beschäftigt. Unter den vielen Beschützern, die ihre Schiffe während den Angriffsvorbereitungen ausrüsten ließen, hatten einige nicht sofort für die Leistung bezahlt. Trotzdem musste Corebridge Energy die Aufträge ausführen, um nicht die Rüstungsanstrengungen zu gefährden und in Konflikt mit dem Beschützer des Solsystems zu geraten. Deshalb wurde für Corebridge eine gigantische Kreditlinie eingerichtet. Auch Monate nach dem fehlgeschlagenen Angriff stehen immer noch riesige Summen aus.

Corebridge Energy ist ein Tera-Player, einer der Marktführer in seiner Branche und Hochleistungsenergiespeicher sind kapitalintensive Produkte. Corebridge bewegt deshalb routinemäßig sehr große Werte. Aber die Außenstände seit der Luhman 16 Kampagne sind ohne eine solide abgesicherte Kreditlinie nicht tragbar. Die Kredite sind garantiert durch ein Konsortium von wohlhabenden Beschützern. Trotzdem bringt die Kündigung der Kredite Corebridge in Schwierigkeiten. In dieser Situation kündigt Deimarsax an, dass seine Werften den Auftrag für Schiffskapazitoren neu ausschreiben. Damit droht Corebridge seinen größten Kunden mit 20 % des Geschäfts zu verlieren. Andere Kunden zögern mit Anzahlungen. Mangels aktiver Kreditlinie meldet Corebridge Zahlungsschwierigkeiten. Der Cash-Flow bricht zusammen.

Mehrere Unternehmen von Xiao Chu sind Wartungsdienstleister für die Produkte von Corebridge Energy. Einige Großkunden dieser Unternehmen werden unruhig. Sie befürchten, dass es bei einem Zusammenbruch von Corebridge Schwierigkeiten mit Ersatzteillieferungen geben könnte. Einige verlangen von Xiao Chu, die Fab-Pläne zu sichern, darunter: Deimarsax. Xiao Chu holt von mehreren Beschützern auf dem Mars-Ring die Zustimmung für eine verdeckte Info-Extraktion ein.

Eine Woche später beauftragt Xiao Chu die am MaGNet (Mars Geostationary Network) ansässige Sicherheitsfirma Gra-Nun-Tek Security, das Know-how durch eine Info-Extraktion zu sichern. Xiao Chu schickt mehrere Mitarbeiter als Infosophonten per Laser zum Mars-Ring. Dabei sind Experten für die Corebridge Produkte, Infowar-Spezialisten und die Einsatzleitung. Der physische Zugriff soll durch Gra-Nun-Tek bereitgestellt werden, während Personal und KI von Xiao Chu die Daten lokalisieren und extrahieren. In der Vorbereitung gelingt es Gra-Nun-Tek, auf dem Schwarzmarkt einen Zugangscode für den Verwaltungsbereich von Corebridge Energy zu kaufen. Das ist nicht ungewöhnlich. Zu jeder Zeit sind viele Zugangscodes für physischen und Info-Zugriff verfügbar. Es erscheint wie eine glückliche Fügung, dass gerade ein passender Code für Corebridge Energy angeboten wird. Damit ist ein gewaltfreier Zugang möglich.

Am Tag der Info-Extraktion schaltet Gra-Nun-Tek die Sensoren im Eingangsbereich von Corebridge Energy auf einen Fakestream. Das Einsatzteam öffnet den Zugang zum Verwaltungsmodul mit dem eingekauften Code und betritt das Habitat Modul. Die Leute von Gra-Nun-Tek tragen leichte Stealth/Panzerung. Das Xiao Chu Personal ist in getarnten Mikromechs dabei, die von Gra-Nun-Tek bereitgestellt wurden. Das Team dringt weiter vor. Die Räumlichkeiten sind den Mitarbeitern von Xiao Chu gut bekannt. Sie identifizieren einen geschützten Netzknoten über den man in die Fab-Datenbank gelangen kann. Nur eine Titanplatte und 8 Stahlbolzen sind noch im Weg. Ein Hindernis, das man mit 8 Mikroschneidladungen einfach beseitigen kann. Das ist geräuschlos und erschütterungsfrei, da die Schneidladungen mit Kompensatoren ausgerüstet sind, die durch gesteuerte Mikroexplosionen alle mechanischen Effekte unterdrücken.

Die Ladungen werden angebracht und gezündet. Dann zerreißt eine Explosion von fünf Tonnen (TNT-Äquivalent) das Verwaltungsmodul von Corebridge und angrenzende Habitat-Module. Darunter befindet sich auch das Vertriebszentrum der Werften von Deimarsax. Es gibt insgesamt 1353 Opfer, davon 867 final. Auch das Einsatzteam wird komplett gewiped, allerdings nicht final.

Das Netz ist plötzlich voll von geheimen Details der Info-Extraktion von Xiao Chu und Gra-Nun-Tek. Xiao Chu trägt in der öffentlichen Meinung als Auftraggeber die Hauptschuld an der Katastrophe. Deimarsax verlangt Schadenersatz von Xiao Chu und damit von Bilsass. Er beklagt die Verantwortungslosigkeit der Menschen in Selbstverwaltung, ihre Inkompetenz bei der Durchführung der Geheimoperation und überhaupt die Tatsache, dass Menschen ohne Erlaubnis Geheimoperationen ausführen. Er fordert, Xiao Chu besser zu kontrollieren.

Bilsass, der seit der Kampagne gegen Luhman 16 angeschlagen ist, gibt schließlich dem Drängen nach. Er kann seine Autorität auf einen Schlag komplett wiederherstellen durch die Erneuerung des Abhängigkeitsverhältnisses mit dem Beschützer der Deimos-Werften. Deimarsax verpflichtet sich öffentlich zu bedingungsloser, kritikfreier Treue. Im Gegenzug erhält er Xiao Chu, um es als neues Lehen an einen seiner eigenen Vasallen zu vergeben.

Damit verliert nun auch Xiao Chu seine Unabhängigkeit.

Die wahren Hintergründe um die Übermittlung des falschen Einsatzprofils für Luhman 16 und die komplexen Details der Abstimmung von Raumkrümmern für Höchstleistungen in verschiedenen Einsatzprofilen werden nie bekannt.

Der Konflikt zwischen den zwei Beschützern am Mars-Ring im Zuge dessen First Vortex Holdings neue Kredite an Corebridge Energy verweigerte, war künstlich herbeigeführt.

Die Neuausschreibung des Schiffskapazitoren-Auftrags durch die Deimos-Werften, die Corebridge endgültig in Schieflage brachte, war schon lange geplant aber trotzdem kein Zufall.

Der günstige Umstand, dass der Zugangscode zum Corebridge-Modul auf dem freien Markt verfügbar war, erscheint rückwirkend in einem anderen Licht.

Die Tatsache, dass einige Mikroschneidladungen eigentlich nicht mehrere Habitat-Module zerstören können, geht im entstandenen Chaos unter.

Xiao Chu kann nicht belegen, dass vor dem Info-Extraktionseinsatz die notwendigen Einverständniserklärungen eingeholt wurden, weil der Datensatz verschwunden ist.

Bilsass vermutet, dass die Kette der Ereignisse absichtlich herbeigeführt wurde. Aber seine neue gefestigte Position ist alles was zählt.

#Industrie #Krieg #Hightech #Chaos #Verschwörung #Unfall

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2705 Kriegserklärung der Koalition an Kisor.

Beginn des Kriegs gegen die Kisor Zwillinge.

Die Geschichtsschreibung nennt dieses Jahr als Beginn des Kriegszustands. Alles was vorher geschehen war, fällt unter die Begriffe Zwischenfall, Kommandounternehmen oder Polizeiaktion.

Schon seit 20 Jahre gibt es ständig direkte militärische Konfrontationen zwischen Soldaten der solaren Koalition und Kisors. Doch nahm die Öffentlichkeit davon weniger Notiz, als von spektakulären Aktionen, wie der Deportierung der solaren Diobe-Kolonisten oder der Ermordung der kisorischen Gildevertreter auf Afro.

Solche Ereignisse wären aber kein Anlass für einen totalen Krieg gewesen. Der Krieg entwickelt sich aus einer Eskalation der Gewalt, die wie so oft, auf unterschiedliche Verhältnisse und Denkweisen zweier Zivilisationen zurückzuführen ist.

Die öffentliche Meinung der Koalition nimmt den Kisor-Zwillingen vor allem ihre schnelle Bereitschaft übel, alle gegen Menschen gerichteten Aktionen zu unterstützen und die Koalitionsregierung fürchtet die Rivalität des technisch immer noch höherstehenden Kisor. Das Volk der Kisor-Planeten ist empört über die Kompromisslosigkeit mit der die Siedler auf schon bewohnten Planeten vorgehen, während der Rat der Gilden befürchtet seinen Einfluss und damit seine kommerzielle Macht in der Region zu verlieren.

So sind beide Regierungen entschlossen, ein Exempel zu statuieren und ihren Anspruch im Sektor Deimas durchzusetzen. Die beiden Kontrahenten werden erst nur durch Waffenlieferungen, dann aber auch durch Truppen unterstützt. Dies führt zur taktischen Notwendigkeit auch die Nachschubbasen des Gegners anzugreifen. Die ersten zwei interstellaren Stützpunkte, die angegriffen werden, gehörten Kisor. Kisor schlug zurück und bombardiert Koalitionsstützpunkte. Die Basen der Koalition liegen auf bewohnten Planeten und sind an Kolonien angeschlossen, während die Kisors auf unbewohnten Planeten lagen. Beim Angriff auf eine Koalitionsbasis bei Ifri wird nicht nur der militärische Stützpunkt getroffen, sondern auch mehrere Städte in Mitleidenschaft gezogen. Es gibt große Verluste unter der zivilen Bevölkerung. Die Koalitionsregierung sieht in einem Angriff auf Kisor die einzige angemessene Möglichkeit zu reagieren. Deshalb wird die Kriegserklärung abgegeben.

Der Überfall auf ihren Heimatplaneten kommt für die Bewohner Kisors völlig überraschend, da sie seit Jahrhunderten nur Stellvertreterkriege ausgefochten hatten und keinesfalls eine solche Eskalation erwarten.

Tatsächlich sind Angriffe auf den Heimatplaneten auch für Kisor nicht unbekannt. Kisor wurde im Lauf der Geschichte mehrmals überfallen und stark verwüstet. Allerdings waren diese Angriffe fast ausschließlich auf Neobarbaren zurückzuführen und nicht vergleichbar mit einem totalen Krieg zwischen zwei etablierten Völkern. Der letzte bedeutsame Angriff auf das Kisor-System liegt 150 Jahre zurück.

Die Blütezeit der Menschheit hätte wahrscheinlich noch mehrere Jahrzehnte angehalten, wäre sie nicht durch den ersten Krieg gegen Kisor abrupt beendet worden.

Vom Krieg sind nur die inneren Kolonien in Richtung Kisors bis 150 Lj, auf der abgewandten Seite bis 80 Lj und die Koalition selbst betroffen. Die äußeren Kolonien v.a. in Richtung galaktisches Zentrum werden kaum berührt.

#Krieg #interstellar #Eskalation

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2165 Yksityiskohta World Jam

Erste globale Zusammenkunft der Yksityis-Bewegung, genannt "YZero Con"

Der V-Con ist eine virtuelle Zusammenkunft von Yksityis-Anhängern. Die Veranstaltung wird jährliche abgehalten mit stark wachsenden Teilnehmerzahlen. 2165 sind es 20.000 Teilnehmer. Dann fünf Jahre später schon eine Million. Weitere zehn Jahre später um 2180 stößt der V-Con trotz virtueller Präsenz mit weltweit 20 Millionen Teilnehmern an organisatorische Grenzen.

Yksityiskohta (auch Yksityis, Eeqsitis) ist der Glaube an den Einzelnen, das Individuum und an das Entstehen des Gemeinwohls aus vielen Beiträgen von selbständigen Individuen. Der Glaube an das Jetzt und an den Lohn durch Arbeit, bzw. Lohn von der Natur durch Sorge für die Natur.

Entstanden ist Yksityis in Nordeuropa während des Crashs. Die Länder Nordeuropas gehörten Mitte des 21. Jahrhunderts zu den am höchsten entwickelten Gebieten der Erde. Sie waren deshalb besonders stark vom Ausfall der Technik betroffen; und vom harten nördlichen Klima, das plötzlich wieder eine zentrale Rolle spielte. Als große Organisationen, einschließlich der Kirchen, nicht helfen konnten, konzentrierten sich die Menschen auf sich selbst und ihre eigenen Fähigkeiten.

Damit verstärkte sich im Norden Europas ein seit der Jahrtausendwende wachsender Trend zur Abwendung von den organisierten Religionen. Viele Menschen finden in Yksityis eine neue spirituelle Heimat, die zu ihrer neuen Lebenswirklichkeit besser passt, als die Buchreligionen. Wichtige Elemente sind Selbstregulierung (Homöostase) und Selbstorganisation in lernfähigen Systemen. Es gibt Einflüsse der Gaia-Hypothese, von Naturreligionen, Shintoismus (Diesseitsbezogenheit, Kami in allen Dingen) und – bei besonders engagierten Gläubigen – dem Schamanismus.

Die Dynamik geht von der Basis aus und nicht von Organisationen oder Vordenkern. Nach den schmerzhaften Erfahrungen des Crashs hat der Glaube an Autoritäten gelitten. Viele Gemeinschaften mussten sich selbst helfen. Sie waren dabei in den ersten Jahren auf das angewiesen, was die Natur ihnen bot. Der Begriff Natur, der Mitte des 21. Jahrhunderts zum Synonym für bedrohte Umwelt geworden war, änderte sich wieder zur Lebensspenderin (Gaia, Muttererde).

Der westliche Trend zur Individualisierung und zur individuellen Freiheit bekam neuen Raum als die Durchsetzungsfähigkeit von Staaten abnahm. Auf der organisatorischen Ebene bedeutet Yksityis Dezentralisierung und Subsidiarität, mit der Betonung von Selbstbestimmung und Eigenverantwortung. Darin drücken sich Verhaltensweisen aus, mit der eine ganze Generation aufgewachsen ist, als Probleme selbst oder in kleinen Gruppen gelöst werden mussten. Der Ansatz führt auch zur Ablehnung von Fremdsteuerung und Kontrolle, sowohl staatlicher, als auch gesellschaftlicher und religiöser Organisationen.

Der subsidiäre Aspekt von Yksityis findet sich auch in Eter-Technologien wieder, die ganz stark von nordeuropäischen Konzernen geprägt werden.

#Religion #Crash #Gaia

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3116 Shackleton-Aufstand

Sklavenaufstand in der Südpolregion des Erdmondes. Die irdischen Söldner der Fremdherrscher erheben sich. Sie wollen nicht mehr gegeneinander kämpfen.

Der Aufstand beginnt im offenen Bereich des Shoemaker-Kraters, wo dellianische Beschützer in bewaffneten Auseinandersetzungen um Einflussgebiete streiten. Nur wenige extrasolare Söldner sind beteiligt. Beiden Seiten benutzen vor allem menschliche Truppen. Seit einigen Jahrzehnten können sich die dellianischen Fremdherrscher des Solsystems keine extrasolaren Söldner mehr leisten. Deshalb werden verstärkt Menschen zum Kriegsdienst gezwungen. Sie werden als Söldner bezeichnet, sind aber meistens Sklaven, die von irdischen Regionen bereitgestellt werden müssen.

Der dellianische Beschützer der Erde (Terrax) lebt vor allem davon, dass er die anderen Beschützer mit Menschen versorgt. Der Beschützer der Erde wagt sich nicht selbst auf die Erde. Er regiert aus dem Orbit und zwingt Städte durch die Drohung mit kinetischer Bombardierung zur Kooperation. Die Erde hat keine Wahl, als immer wieder Menschen mit den angeforderten Fähigkeiten bereitzustellen. Neben technischen Spezialisierungen sind vor allem Kampfeinheiten für die vielen Territorialkonflikte unter den Beschützern gefragt.

Noch 100 Jahre zuvor entsandte die Erde nur die Menschen. Ihre Ausrüstung stellten die Auftraggeber. Inzwischen verlangt Terrax komplett ausgerüstete hochtechnisierte Kampfeinheiten, die selbständig agieren können. Auch die höheren Ränge der Befehlshierarchie sind mit Menschen besetzt. Die dellianischen Beschützer, die diese Einheiten von Terrax kaufen und einsetzen, können sich trotzdem auf die menschlichen Truppen verlassen. Das Personal einer Kampfeinheit kommt immer aus einer der 1000 irdischen Megastädte. Alle mussten ihre Angehörigen zurücklassen. Die Drohung mit der Auslöschung der Heimatstadt dient als Druckmittel, um das Wohlverhalten der Kampftruppen zu erzwingen.

Während der Shoemaker-Auseinandersetzung kämpfen auf beiden Seiten Einheiten aus dem Jakarta-Megaplex. Als im Lauf der Kämpfe Gefangene gemacht werden, kommt es zu direkten Kontakten zwischen den Gegnern. Dabei stehen sich auch Freunde, Bekannte und Kollegen gegenüber. Manche wurden auf derselben Akademie ausgebildet. Es kommt zu Verbrüderung und ersten Streiks. Die Nachricht pflanzt sich wie ein Lauffeuer fort. Innerhalb weniger Stunden legen die meisten Truppenteile die Waffen nieder. Extrasolare Söldner und menschliche Truppen, die weiterkämpfen wollen, werden entwaffnet.

Reserveeinheiten beim Palast des Shackleton-Beschützers bringen den Palast und seine militärischen Funktionen in ihre Gewalt. Von dort aus greifen sie die militärischen Einrichtungen anderer lunarer Beschützer an. Einige menschliche Palastwachen auf den ganzen Mond schließen sich dem Aufstand an. Sie versuchen ebenfalls, Kommandozentralen und Militärmaterial in ihre Gewalt zu bringen. Das gelingt aber nur in wenigen Fällen. Die meisten werden bei dem Versuch getötet.

Bis zu 12 % des Mondes sind zeitweise in der Hand der Rebellen. Shackleton verfügt über ein Drittel der interplanetaren Kampfmittel des Mondes. Der Beschützer von Shackleton ist Outsourcing-Dienstleister für die kollektive Verteidigung der Dellianer im Solsystem. Alle Beschützer müssen einen Beitrag zur Systemverteidigung leisten. Für die kleineren Protektorate ist es ineffizient selbst interplanetare Kampfmittel bereitzustellen. Deshalb haben viele lunare Beschützer ihren Pflichtanteil für die Systemverteidigung an Lunax ausgelagert. Das ist der Grund dafür, dass ein Drittel der Langstrecken-Feuerkraft des Mondes bei Shackleton konzentriert ist. Nach dem ersten ballistischen Schlagabtausch kontrollieren die Rebellen sogar die Hälfte der funktionsfähigen Langstrecken-Waffensysteme auf den Mond.

Mit diesen Waffen greifen die Aufständischen nun Beschützer im Erde-Mond System an. Sie bedrohen auch der Palast von Terrax im weiten Erdorbit. Die Rebellen wollen verhindern, dass sich Terrax an ihren Heimatstädten rächt. Terrax’ Palast und Hofstaat sind den Aufständischen ausgeliefert. Seine Verteidigung könnte einem konzentrierten Angriff der lunaren Langstreckenwaffen nicht standhalten. Aber er würde den Angriff früh genug bemerken, um noch irdischer Städte durch kinetische Schläge auszulöschen.

Terrax droht und verhandelt. Währenddessen organisieren sich die lunaren Beschützer. Sie mobilisieren ihre Truppen, um gemeinsam das Shackleton-Gebiet zurückzuerobern. Den Rebellen läuft die Zeit davon. Der Aufstand bleibt auf die Südhalbkugel des Mondes beschränkt. Andere Garnisonen irdischer Söldner im Solsystem schließen sich dem Aufstand nicht an.

Die Pattsituation hält einige Tage an. Dann geraten die Shackleton-Rebellen militärisch unter Druck. Sie müssen zurückweichen. Sie wehren sich gegen die Rückeroberung am Boden und durch weiter ballistische Angriffe auf dem Mond.

In einer spektakulären Kommandoaktion gelingt es den Rebellen, gleichzeitig die meisten Kampfmittel, die die Erde bedrohen, und den Palast von Terrax zu zerstören, ohne dass Terrax vorgewarnt wird. Scheinangriffe und Ablenkungsmanöver für diesen Befreiungsschlag verbrauchen einen Großteil der aktiven Langstrecken-Kapazität unter der Kontrolle der Rebellen. Damit ist die kinetische Bedrohung der irdischen Städte abgewendet.

Terrax hatte während den Verhandlungen seinen Palast verlassen ohne dass die Rebellen es bemerkten. Die Rebellen konnten zwar seinen Palast zerstören, aber nicht seine Infrastruktur ausschalten oder ihn selbst töten. Er mietet nukleare Langstreckenraketen von L5-Beschützern und lässt 12 Raketen auf Jakarta, Bandung und Medan abfeuern.

Seit 500 Jahren besitzt die Erde eine Abwehr gegen nicht-kinetische Angriffe als Teil der planetaren Verteidigung. Die Verteidigung wurde zwar im ersten Kisor-Krieg vollständig zerstört aber danach wiederaufgebaut. Später wurden die Abwehrsysteme immer wieder auf den neuesten Stand gebracht. Ein regional begrenzter Angriff von 12 Langstreckenraketen mit Tochtermunition sollte für die planetare Verteidigung kein Problem sein. Das System war ausgelegt für eine 10.000-fach höhere Belastung in totalen interstellaren Kriegen gegen Chinti und Kisor.

Aber nach 200 Jahren wirtschaftlichem Niedergang unter der dellianischen Besatzung ist das Verteidigungssystem in einem schlechten Zustand. Auch die 12 gemieteten Raketen sind nicht voll funktionsfähig. Eine detoniert beim Start und zerstört die Startanlage inklusive zwei weiterer Raketen in der Startphase. Neun Geschosse machen sich auf den Weg.

Die erste Phase der planetaren Verteidigung operiert normalerweise im hohen Erdorbit. Sie soll Langstreckenraketen neutralisieren, bevor die Tochtermunition freigesetzt wird. Diese Komponente ist nicht verfügbar, da die Plattformen von den Besatzern übernommen wurden.

Von den neun Langstreckenraketen versagen drei vor dem Absetzen der Tochtermunition. Sechs setzen ihre Tochtermunition ab: je 80 Gefechtsköpfe und die typischen Durchbruchshilfen. Etwa 13 % der Gefechtsköpfe kommen ohne Zutun der Abwehr vom Kurs ab oder verglühen nach Navigationsfehlern. 400 bleiben übrig.

In der zweiten Phase bekämpfen Railguns und Abfangraketen die einzelnen Sprengköpfe in der hohen Erdatmosphäre. Dabei müssen sie sich mit dem ganzen Spektrum elektronischer Kriegsführung befassen, das die Durchbruchshilfen der angreifenden Raketen entfalten. Die Sensoren der Verteidiger werden überschwemmt von falschen Signalen. Allerdings ist das elektronische Feuerwerk bei weitem nicht so stark wie wenn die elektronische Kriegsführung der Durchbruchshilfen ordentlich funktionieren würde. Elektronische Kriegsführung ist komplex. Viel komplexer als die Technik der Gefechtsköpfe, vor allem angesichts von elektronischen Gegenmaßnahmen und Gegen-Gegenmaßnahmen.

Railguns und Abfangraketen neutralisieren 80 % der anfliegenden Gefechtsköpfe, obwohl die Hälfte der verteidigenden Feuerkraft durch Täuschungskörper fehlgeleitet wird und zu viele Railguns und Abfangraketen schon beim Start fragmentieren. Dafür funktionieren die Hochgeschwindigkeits-Ausweichmanöver der Angreifer und deren aktive Schutzmechanismen auch nur teilweise. 10 % kommen durch die eigenen Ausweichmanöver vom Kurs ab. Defizite und Funktionsausfälle auf beiden Seiten kompensieren sich im Wesentlichen. 40 Gefechtsköpfe kommen durch.

Phase drei ist die Punktverteidigung durch Laser auf den letzten 50 Kilometern. Die Laser neutralisieren die Hälfte der verbliebenen Sprengköpfe. Weitere 30 % werden durch die verfrühte Detonation eines einzelnen Sprengkopfs eliminiert. Von den 14 zünden nur 10, davon zwei über dem offenen Meer nach einem misslungenen Ausweichmanöver nur Sekunden vor dem Aufschlag. Bandung und Medan werden von insgesamt acht Antimaterie-Sprengköpfen mit einigen Megatonnen Sprengkraft getroffen. Jakarta bleibt von einem direkten Treffer verschont, wird aber durch die Explosionen in Bandung in Mitleidenschaft gezogen. Jakarta, Bandung und Bogor bilden zusammen den West-Java Jakarta Megaplex.

Die Rebellen der Shackleton-Region auf dem Mond müssen die Zerstörung ihrer Heimat mitansehen, ohne etwas dagegen unternehmen zu können. Die militärische Situation auf dem Mond wird hoffnungslos. Die anderen Beschützer des Mondes rücken weiter vor. Inzwischen ist für die Angreifer auch Verstärkung von der Venus unterwegs. In ihrer Verzweiflung verwenden die Rebellen die letzten Langstreckenkapazitäten auf militärische Anlagen und Beschützerpaläste bei L5 und im Erdorbit. Dann werden sie innerhalb von wenigen Tagen überrannt. Auch deshalb, weil sich manche der Verteidiger in ihr Schicksal fügen. Es gibt keine Überlebenden.

Einen Monat später macht Terrax seine Drohung gegen die Heimatstädte von Söldnern wahr. Alle Heimatstädte von rebellierenden Truppenkontingenten werden angegriffen. Gegen die schnellen Projektile kinetischer Schläge ist das irdische Verteidigungssystem fast wirkungslos. Die Metropolregionen von Jakarta, Singapur, Tokio, Shanghai, Istanbul, Lima, Kairo, Paris, Chicago, Boston und Kinshasa werden ausgelöscht durch tausende bis zu 100 km/s schnelle Projektile, jedes mit einer nichtnuklearen Sprengkraft von 10 Kilotonnen TNT.

Die meisten der betroffenen Städte wurden (teilweise) evakuiert. In den 5 Wochen seit Beginn des Aufstands konnten weltweit 140 Millionen Menschen in Sicherheit gebracht werden. 70 Millionen wurden aus Städten evakuiert, die nicht angegriffen werden. Der Angriff auf Tokio, Chicago und Kinshasa kommt überraschend. Dort wurde nicht evakuiert. Insgesamt gibt es 85 Millionen Todesopfer. Die Hälfte davon in nicht evakuierten Regionen.

Fast alle Opfer sind final. Neben den Evakuierungen wurden weltweit auch 30 Millionen Backups angefertigt. Davon werden letztlich 5 Millionen benötigt, die meisten aber mangels Hardware nie physisch reaktiviert. Einige leben als Simulationen weiter. Der Großteil der Backups wird im Lauf der Zeit aus Kostengründen gelöscht.

#Aufstand #Krieg #Aliens

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2969 1000-jähriges Jubiläum der ersten Mondlandung

Den tausendsten Jahrestag der ersten Mondlandung hatten sich die Menschen anders vorgestellt.

Das 500. Jubiläum war ein großes Fest im ganzen Sonnensystem gewesen. Kurz zuvor war zum ersten Mal ein Schiff (effektiv) schneller als das Licht geflogen. Die interplanetare Zivilisation im Solsystem wuchs rasant und war im Begriff interstellar zu expandieren. Die Menschheit feierte damals ihre Errungenschaften. Es herrschte Aufbruchstimmung.

Aber im Jahr 1000 "nach Tranquility" ist alles anders. Es gibt keine Feiern und keine Aufbruchstimmung. Nichts ist wie es sein soll. Das Sonnensystem ist sein 70 Jahren besetzt. Erst kamen Leccianer-Horden, dann Rog-Ozar, dann Dellianer. Die solare Wirtschaft ist zusammengebrochen, geschwächt durch Misswirtschaft und ausgeblutet durch aufgezwungene interstellare Kriege. Die Verhältnisse haben sich umgedreht. Noch vor 75 Jahren beschäftigten solare Mächte die Neo-Barbaren als Söldner. Jetzt ist solare Menschheit selbst ein Hilfsvolk von Barbarenstämmen. Sie muss deren Kriege führen und die Mittel für die luxuriöse Lebensweise der Besatzer aufbringen.

Die Besatzer dominieren die Orbits der Planeten und die hohe Atmosphäre der Venus. Dort gibt es noch weitgehend funktionierende Technologie. Automatische Reparatursysteme halten viele technische Anlagen am Laufen und menschliche Sklaven kümmern sich um die dafür nötige Infrastruktur. Technisches Wissen ist gefragt im Orbit. Ohne technische Ausbildung ist man nichts. Aber mit, auch nicht viel. Alle Menschen sind Leibeigene irgendeines Herrschers. Die Menschen halten im Auftrag ihrer Eigentümer technische Systeme so gut wie möglich im Betrieb. Aber es gibt keine Weiterentwicklung und kein Wachstum. Im Gegenteil: die Fremdherrscher zehren von den Resten der einst blühenden interplanetaren Ökonomie. Der Wirtschaftsleistung des gesamten Systems ist von ihrem Höchststand auf ein Dreißigstel gesunken, auf nur 3,5 Prozent der ursprünglichen Wirtschaftsleistung. Und da die Erde isoliert ist, können die neuen Herren nur ein Drittel davon nutzen. Sie leben von einem Prozent der vorherigen Produktivität.

Nicht nur der Umfang der solaren Ökonomie ist dramatisch gesunken, sondern auch die Fähigkeiten. Teure Hochtechnologie ist nicht mehr verfügbar. Während der letzten Hochkonjunkturphase bauten solare Werften jedes Jahr Tausende Schiffe mit den modernsten Antrieben des Sektors und bis zu 6000-facher Lichtgeschwindigkeit (effektiv). Jetzt werden nur wenige Schiffe gebaut, meistens mit wiederverwendeten Teilen von ausgeschlachteten Einheiten. Moderne Antriebstechnologie wird nicht mehr hergestellt. Dafür benötigt man eine leistungsfähige industrielle Basis, die höchste Präzision liefern kann. Raumkrümmer-Antriebe sind sehr komplexe Maschinen. Sie basieren auf einer weitverzweigten Lieferkette von spezialisierten Unternehmen. Hochreine Rohstoffe müssen zu nanostrukturierten Metamaterialien verarbeitet werden, die dann zu Geräteteilen geformt und auf Picometer genau ausgerichtet werden. Die Anlagen müssen auch bei Terawatt Leistungsaufnahme ihre ideale Konfiguration behalten. Nur dann erreicht man so hohe (scheinbare) Geschwindigkeiten. Aber die wenigen noch aktiven Werften beherrschen diese Technologie nicht mehr. Was sie herstellen können, reicht nur noch für 500-fache Lichtgeschwindigkeit.

500-fache Lichtgeschwindigkeit: das war 1000 Jahre zuvor Utopie und vor 500 Jahren nur eine Theorie. Die Technologie ist immer noch viel höher entwickelt, als zur 500-Jahrfeier. Aber sie ist im Niedergang. Was jetzt benutzt wird, wurde vor mindestens 50 Jahren hergestellt. Die Infrastruktur wird immer älter. Sie wird automatisch gewartet. Aber wenn komplexe Produktionsanlagen ausfallen, dann genügen nicht immer KI-gesteuerte Wartungsbots. Für manche Reparatur bräuchte man die technischen Fähigkeiten der Originalhersteller oder Dienstleister mit entsprechendem Know-how. Die gibt es nicht mehr. Autofabs und Wartungsbots können die Alltagstechnik am Laufen halten. Aber für High-Tech fehlt die vernetzte hochspezialisierte Ökonomie.

Vor der Eroberung war die Erde der Mittelpunkt des Sonnensystems. Die solare Menschheit war noch neu auf der interstellaren Bühne. Die interplanetare Zivilisation war noch im Aufbau. Im Gegensatz zu älteren Zivilisationen, bei denen der größte Teil interplanetar ist, lebten noch immer die meisten Menschen auf der Planetenoberfläche. Moderne Technologie und fast unbeschränkte Energie ermöglichten eine Bevölkerung von zig Milliarden. Aber aus Sicht der Eroberer war die Erde ein Risiko. Tausend Megastädte, manche ein Meer von Gebäuden bis in die Stratosphäre, andere kilometertief eingegraben. Tausende Kilometer weit schwimmende Habitate auf den Ozeanen und Millionenstädte tief unter der Wasseroberfläche. Ein unübersehbares Gewirr von Kulturen, Ethnien und Motiven. Ein unkontrollierbares Chaos und viel zu viele Menschen.

Der interplanetare Teil der Zivilisation war viel leichter beherrschbar. In den Orbits von Erde, Venus, Mars und den äußeren Planeten lebten nur etwas mehr als eine Milliarde Menschen (einschließlich Mechs, Androiden, Uploads, autonome KI). Dort sind die Menschen von funktionierender Technik abhängig. Lebenserhaltende Technik ist zwar viel einfacher und belastbarer geworden in 1000 Jahren interplanetarer Raumfahrt. Vieles passiert automatisch. Ausrüstung wird in Autofabs billig produziert, Mikrobots warten und reinigen die Anlagen. Flexible Feldschirme schützen vor dem Vakuum. KI steuert alles und sorgt dafür, dass Menschen im Orbit fast so sorgenlos leben können, wie auf der Erde. Trotzdem ist es im Orbit viel einfacher, lebenserhaltende Technik abzuschalten oder zumindest damit zu drohen. Schon für die Atemluft braucht man viel Technik. Wenn man in einzelnen Segmenten einer Raumstation die Lebenserhaltung abschaltet, kann man jeden Aufstand im Keim ersticken. Orbitale Bevölkerung ist viel einfacher zu kontrollieren. Im Vergleich dazu war die Erde mit ihren vielen Milliarden Menschen für die Eroberer ein unkontrollierbarer Moloch. Die Erde war eine Gefahr. Deshalb wurde sie entschärft und isoliert.

Schon die Leccianer-Horden beschädigten bei ihrem Putsch die planetare Infrastruktur. Die später folgenden Herrscher griffen noch konsequenter durch. Sie kappten die Energielieferung von den sonnennahen Kraftwerken und sie zerstörten gezielt alle großen Fusionskraftwerke. Die Erde muss nun mit viel weniger Energie auskommen. Die Energie war essentiell für den Betrieb der Infrastruktur, die 40 Milliarden Menschen ein komfortables Leben ermöglichte. Nahrungsmittelproduktion in vertikalen Farmen, Transport und Verkehr, Güterproduktion, Zugang zum Orbit, alles benötigt Energie und vieles davon ist jetzt nicht mehr möglich – oder viel schlechter. Die Erde hat immer noch Energie, viel mehr, als vor 1000 Jahren. Auch moderne Technologie und Know-how sind vorhanden. Aber die Mittel sind begrenzt. Es ist nicht mehr Alles für Alle verfügbar. Lebensmittel sind rationiert. Medizin ist teuer. Der Verkehr ist regional und langsam. Waren werden nicht mehr mit 2000 km/h in Vakuumbahnen um den Globus transportiert. Es wird viel weniger hergestellt. Die Versorgung mit Rohstoffen ist zusammengebrochen. Die Erde lebt nun vom Bestand und von dem was über 1000 Jahre weggeworfen wurde. Müllhalden sind die primäre Rohstoffquelle.

Mit dem Energiemangel und dem Ausfall von Technologie ist die Arbeitsproduktivität dramatisch gefallen. In der Folge fielen die Löhne. Gleichzeitig stiegen die Preise, weil alles knapp wurde. Die Menschen auf der Erde sind arm. Die Erde ist nun ein Slum wo viele Milliarden Menschen um das Überleben kämpfen. Die medizinische Situation ist prekär. Es gibt kein Geld für all die Selbstverständlichkeiten moderner Medizin: korrektive Gentechnik, synthetische Biochemie, nichtinvasive Diagnostik, nanobasierte Prolongation, androidale Prothetik. Längst besiegte Krankheiten sind zurückgekehrt. Alterserscheinungen können nicht mehr korrigiert werden. Die Lebenserwartung ist unter 100 Jahre gesunken. Menschen sterben tatsächlich wieder endgültig. Eigentlich ist permanenter Tod genauso bizarr, wie 1000 Jahre zuvor eine Operation ohne Anästhesie oder ein Tod durch Infektion mangels Antibiotika. Das kommt schon vor – in Ausnahmefällen, aber eigentlich kann man etwas dagegen tun. Doch nun gibt es keine High-Tech Medizin mehr für alle. Es gibt auch keine Uploads, keine Backups, keine Reinkarnation als Android oder Simulation. Die Bevölkerung geht zurück – durch natürlichen endgültigen Tod – von mehr als 40 Milliarden auf 15 Milliarden.

Auf der Erde gibt es Widerstandsbewegungen. An Freiwilligen herrscht kein Mangel. So viele Menschen sind verzweifelt und wollen etwas unternehmen. Die Stadtguerillas sind gut ausgerüstet. Sie haben Präzisionswaffen und High-Tech Sprengstoffe. Sie sind körperlich und geistig zu Höchstleistungen fähig. Sie sind das Ergebnis von 1000 Jahren Genoptimierungen und Nanomods. Die meisten haben mehrere parallele Denkvorgänge, Assoziationsbooster, absolute Orientierung, verstärkte Sensorik, beschleunigte Motorik, erhöhten Metabolismus, manche – dank Bullet-Time Upgrade – für kurze Zeit ein beschleunigtes Bewusstsein. Die situationsbewusste KI ihrer Feldanzüge schützt sie im Gefecht durch punktuelle Verstärkung des Schirms. Eine adaptive Nanitenmatrix als Tarnkleidung macht sie auch in der Bewegung fast unsichtbar. Die automatische Zielerfassung der Waffen bekämpft Gegner selbständig, wenn der Auftrag einmal erteilt ist. Schwärme von Mikrobots erkunden und neutralisieren sogar verdeckte Bedrohungen. Jede(r) Einzelne von ihnen könnte es mit einem ganzen Infanteriebataillon vor 1000 Jahren aufnehmen. Sie sind auch den Söldnern der Unterdrücker weit überlegen.

Das Problem ist nur, dass sich die Besatzer nicht zeigen. Dem Widerstand fehlten konkrete Ziele. Sie können nicht in den Orbit gelangen und die Besatzer kommen selten auf die Oberfläche. Die fremden Herrscher des Solsystems haben die Erde abgeschrieben.

Ein Ende ist nicht abzusehen. Es gibt keine Feiern zum tausendjährigen Jubiläum und keine Hoffnung.

#Aliens #Eroberer #interplanetar #Wirtschaft #Technologie #Krise

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