Den tausendsten Jahrestag der ersten Mondlandung hatten sich die Menschen anders vorgestellt.
Das 500. Jubiläum war ein großes Fest im ganzen Sonnensystem gewesen. Kurz zuvor war zum ersten Mal ein Schiff (effektiv) schneller als das Licht geflogen. Die interplanetare Zivilisation im Solsystem wuchs rasant und war im Begriff interstellar zu expandieren. Die Menschheit feierte damals ihre Errungenschaften. Es herrschte Aufbruchstimmung.
Aber im Jahr 1000 "nach Tranquility" ist alles anders. Es gibt keine Feiern und keine Aufbruchstimmung. Nichts ist wie es sein soll. Das Sonnensystem ist sein 70 Jahren besetzt. Erst kamen Leccianer-Horden, dann Rog-Ozar, dann Dellianer. Die solare Wirtschaft ist zusammengebrochen, geschwächt durch Misswirtschaft und ausgeblutet durch aufgezwungene interstellare Kriege. Die Verhältnisse haben sich umgedreht. Noch vor 75 Jahren beschäftigten solare Mächte die Neo-Barbaren als Söldner. Jetzt ist solare Menschheit selbst ein Hilfsvolk von Barbarenstämmen. Sie muss deren Kriege führen und die Mittel für die luxuriöse Lebensweise der Besatzer aufbringen.
Die Besatzer dominieren die Orbits der Planeten und die hohe Atmosphäre der Venus. Dort gibt es noch weitgehend funktionierende Technologie. Automatische Reparatursysteme halten viele technische Anlagen am Laufen und menschliche Sklaven kümmern sich um die dafür nötige Infrastruktur. Technisches Wissen ist gefragt im Orbit. Ohne technische Ausbildung ist man nichts. Aber mit, auch nicht viel. Alle Menschen sind Leibeigene irgendeines Herrschers. Die Menschen halten im Auftrag ihrer Eigentümer technische Systeme so gut wie möglich im Betrieb. Aber es gibt keine Weiterentwicklung und kein Wachstum. Im Gegenteil: die Fremdherrscher zehren von den Resten der einst blühenden interplanetaren Ökonomie. Der Wirtschaftsleistung des gesamten Systems ist von ihrem Höchststand auf ein Dreißigstel gesunken, auf nur 3,5 Prozent der ursprünglichen Wirtschaftsleistung. Und da die Erde isoliert ist, können die neuen Herren nur ein Drittel davon nutzen. Sie leben von einem Prozent der vorherigen Produktivität.
Nicht nur der Umfang der solaren Ökonomie ist dramatisch gesunken, sondern auch die Fähigkeiten. Teure Hochtechnologie ist nicht mehr verfügbar. Während der letzten Hochkonjunkturphase bauten solare Werften jedes Jahr Tausende Schiffe mit den modernsten Antrieben des Sektors und bis zu 6000-facher Lichtgeschwindigkeit (effektiv). Jetzt werden nur wenige Schiffe gebaut, meistens mit wiederverwendeten Teilen von ausgeschlachteten Einheiten. Moderne Antriebstechnologie wird nicht mehr hergestellt. Dafür benötigt man eine leistungsfähige industrielle Basis, die höchste Präzision liefern kann. Raumkrümmer-Antriebe sind sehr komplexe Maschinen. Sie basieren auf einer weitverzweigten Lieferkette von spezialisierten Unternehmen. Hochreine Rohstoffe müssen zu nanostrukturierten Metamaterialien verarbeitet werden, die dann zu Geräteteilen geformt und auf Picometer genau ausgerichtet werden. Die Anlagen müssen auch bei Terawatt Leistungsaufnahme ihre ideale Konfiguration behalten. Nur dann erreicht man so hohe (scheinbare) Geschwindigkeiten. Aber die wenigen noch aktiven Werften beherrschen diese Technologie nicht mehr. Was sie herstellen können, reicht nur noch für 500-fache Lichtgeschwindigkeit.
500-fache Lichtgeschwindigkeit: das war 1000 Jahre zuvor Utopie und vor 500 Jahren nur eine Theorie. Die Technologie ist immer noch viel höher entwickelt, als zur 500-Jahrfeier. Aber sie ist im Niedergang. Was jetzt benutzt wird, wurde vor mindestens 50 Jahren hergestellt. Die Infrastruktur wird immer älter. Sie wird automatisch gewartet. Aber wenn komplexe Produktionsanlagen ausfallen, dann genügen nicht immer KI-gesteuerte Wartungsbots. Für manche Reparatur bräuchte man die technischen Fähigkeiten der Originalhersteller oder Dienstleister mit entsprechendem Know-how. Die gibt es nicht mehr. Autofabs und Wartungsbots können die Alltagstechnik am Laufen halten. Aber für High-Tech fehlt die vernetzte hochspezialisierte Ökonomie.
Vor der Eroberung war die Erde der Mittelpunkt des Sonnensystems. Die solare Menschheit war noch neu auf der interstellaren Bühne. Die interplanetare Zivilisation war noch im Aufbau. Im Gegensatz zu älteren Zivilisationen, bei denen der größte Teil interplanetar ist, lebten noch immer die meisten Menschen auf der Planetenoberfläche. Moderne Technologie und fast unbeschränkte Energie ermöglichten eine Bevölkerung von zig Milliarden. Aber aus Sicht der Eroberer war die Erde ein Risiko. Tausend Megastädte, manche ein Meer von Gebäuden bis in die Stratosphäre, andere kilometertief eingegraben. Tausende Kilometer weit schwimmende Habitate auf den Ozeanen und Millionenstädte tief unter der Wasseroberfläche. Ein unübersehbares Gewirr von Kulturen, Ethnien und Motiven. Ein unkontrollierbares Chaos und viel zu viele Menschen.
Der interplanetare Teil der Zivilisation war viel leichter beherrschbar. In den Orbits von Erde, Venus, Mars und den äußeren Planeten lebten nur etwas mehr als eine Milliarde Menschen (einschließlich Mechs, Androiden, Uploads, autonome KI). Dort sind die Menschen von funktionierender Technik abhängig. Lebenserhaltende Technik ist zwar viel einfacher und belastbarer geworden in 1000 Jahren interplanetarer Raumfahrt. Vieles passiert automatisch. Ausrüstung wird in Autofabs billig produziert, Mikrobots warten und reinigen die Anlagen. Flexible Feldschirme schützen vor dem Vakuum. KI steuert alles und sorgt dafür, dass Menschen im Orbit fast so sorgenlos leben können, wie auf der Erde. Trotzdem ist es im Orbit viel einfacher, lebenserhaltende Technik abzuschalten oder zumindest damit zu drohen. Schon für die Atemluft braucht man viel Technik. Wenn man in einzelnen Segmenten einer Raumstation die Lebenserhaltung abschaltet, kann man jeden Aufstand im Keim ersticken. Orbitale Bevölkerung ist viel einfacher zu kontrollieren. Im Vergleich dazu war die Erde mit ihren vielen Milliarden Menschen für die Eroberer ein unkontrollierbarer Moloch. Die Erde war eine Gefahr. Deshalb wurde sie entschärft und isoliert.
Schon die Leccianer-Horden beschädigten bei ihrem Putsch die planetare Infrastruktur. Die später folgenden Herrscher griffen noch konsequenter durch. Sie kappten die Energielieferung von den sonnennahen Kraftwerken und sie zerstörten gezielt alle großen Fusionskraftwerke. Die Erde muss nun mit viel weniger Energie auskommen. Die Energie war essentiell für den Betrieb der Infrastruktur, die 40 Milliarden Menschen ein komfortables Leben ermöglichte. Nahrungsmittelproduktion in vertikalen Farmen, Transport und Verkehr, Güterproduktion, Zugang zum Orbit, alles benötigt Energie und vieles davon ist jetzt nicht mehr möglich – oder viel schlechter. Die Erde hat immer noch Energie, viel mehr, als vor 1000 Jahren. Auch moderne Technologie und Know-how sind vorhanden. Aber die Mittel sind begrenzt. Es ist nicht mehr Alles für Alle verfügbar. Lebensmittel sind rationiert. Medizin ist teuer. Der Verkehr ist regional und langsam. Waren werden nicht mehr mit 2000 km/h in Vakuumbahnen um den Globus transportiert. Es wird viel weniger hergestellt. Die Versorgung mit Rohstoffen ist zusammengebrochen. Die Erde lebt nun vom Bestand und von dem was über 1000 Jahre weggeworfen wurde. Müllhalden sind die primäre Rohstoffquelle.
Mit dem Energiemangel und dem Ausfall von Technologie ist die Arbeitsproduktivität dramatisch gefallen. In der Folge fielen die Löhne. Gleichzeitig stiegen die Preise, weil alles knapp wurde. Die Menschen auf der Erde sind arm. Die Erde ist nun ein Slum wo viele Milliarden Menschen um das Überleben kämpfen. Die medizinische Situation ist prekär. Es gibt kein Geld für all die Selbstverständlichkeiten moderner Medizin: korrektive Gentechnik, synthetische Biochemie, nichtinvasive Diagnostik, nanobasierte Prolongation, androidale Prothetik. Längst besiegte Krankheiten sind zurückgekehrt. Alterserscheinungen können nicht mehr korrigiert werden. Die Lebenserwartung ist unter 100 Jahre gesunken. Menschen sterben tatsächlich wieder endgültig. Eigentlich ist permanenter Tod genauso bizarr, wie 1000 Jahre zuvor eine Operation ohne Anästhesie oder ein Tod durch Infektion mangels Antibiotika. Das kommt schon vor – in Ausnahmefällen, aber eigentlich kann man etwas dagegen tun. Doch nun gibt es keine High-Tech Medizin mehr für alle. Es gibt auch keine Uploads, keine Backups, keine Reinkarnation als Android oder Simulation. Die Bevölkerung geht zurück – durch natürlichen endgültigen Tod – von mehr als 40 Milliarden auf 15 Milliarden.
Auf der Erde gibt es Widerstandsbewegungen. An Freiwilligen herrscht kein Mangel. So viele Menschen sind verzweifelt und wollen etwas unternehmen. Die Stadtguerillas sind gut ausgerüstet. Sie haben Präzisionswaffen und High-Tech Sprengstoffe. Sie sind körperlich und geistig zu Höchstleistungen fähig. Sie sind das Ergebnis von 1000 Jahren Genoptimierungen und Nanomods. Die meisten haben mehrere parallele Denkvorgänge, Assoziationsbooster, absolute Orientierung, verstärkte Sensorik, beschleunigte Motorik, erhöhten Metabolismus, manche – dank Bullet-Time Upgrade – für kurze Zeit ein beschleunigtes Bewusstsein. Die situationsbewusste KI ihrer Feldanzüge schützt sie im Gefecht durch punktuelle Verstärkung des Schirms. Eine adaptive Nanitenmatrix als Tarnkleidung macht sie auch in der Bewegung fast unsichtbar. Die automatische Zielerfassung der Waffen bekämpft Gegner selbständig, wenn der Auftrag einmal erteilt ist. Schwärme von Mikrobots erkunden und neutralisieren sogar verdeckte Bedrohungen. Jede(r) Einzelne von ihnen könnte es mit einem ganzen Infanteriebataillon vor 1000 Jahren aufnehmen. Sie sind auch den Söldnern der Unterdrücker weit überlegen.
Das Problem ist nur, dass sich die Besatzer nicht zeigen. Dem Widerstand fehlten konkrete Ziele. Sie können nicht in den Orbit gelangen und die Besatzer kommen selten auf die Oberfläche. Die fremden Herrscher des Solsystems haben die Erde abgeschrieben.
Ein Ende ist nicht abzusehen. Es gibt keine Feiern zum tausendjährigen Jubiläum und keine Hoffnung.
#Aliens #Eroberer #interplanetar #Wirtschaft #Technologie #Krise
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2101 Smart Fusion
Die Geschichte der Fusionsenergie hat Höhen und Tiefen, vor allem aber Längen. Neue physikalische Ansätze führen schneller zum Ziel, als die großen teuren Tokamaks. Dezentralisierte Fusionsanlagen lösen Gigawatt-Kraftwerke ab. Hot Fusion wird Smart.
Viele Jahrzehnte wird die Fusionsforschung durch den Toroid-Ansatz dominiert. Mit Tokamak und Stellarator gibt es schnelle Anfangserfolge. Aber spätestens in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts wird klar, dass die frühen Versprechen nicht eingehalten werden können. Trotzdem wird weiterhin sehr viel Geld in riesige Fusionsexperimente investiert.
Während sich die Torus-orientierte Forschung in die Länge zieht und Generationen von Plasmaphysikern beschäftigt, entsteht in den 2000er Jahren eine Welle von neuen Ansätzen zur Kernfusion. Die klassische Tokamakforschung versucht, immer heißere und längere Plasmazustände zu schaffen, um wenigstens einige Teilchen zur Fusion zu bringen. Das Prinzip besteht darin, ein Plasma durch Druck und zusätzliche Heizung viele Millionen Grad heiß zu machen. Deshalb wird sie Hot Fusion genannt.
Im Gegensatz dazu konzentrieren sich die neuen Smart Fusion genannten Ansätze darauf, dem Fusionsbrennstoff genau die richtige Energie mit auf den Weg zu geben und den Großteil des Plasmas für Fusion zu aktivieren. Auch Smart Fusion Technologien verwenden heißes Plasma. Manche aber in Form von schnellen Ionen bei denen die Teilchengeschwindigkeit nicht durch Heizung, sondern durch Hochspannung erreicht wird. Das ist physikalisch günstiger, deshalb "smart".
Schnell gibt es mehrere Smart Fusion Methoden mit ganz unterschiedlichen Charakteristiken. Allen gemeinsam ist aber, dass sie im Gegensatz zum klassischen Tokamak
- für neutronenfreie Fusionsprozesse geeignet sind und fast keine Radioaktivität erzeugen,
- direkt elektrische Energie liefern ohne den Umweg über eine Dampfturbine,
- kompakter, günstiger und für eine dezentrale Energieversorgung geeignet sind.
Smart Fusion Forschung findet für einige Jahrzehnte im Schatten der Tokamakforschung statt. Die Hot Fusion Flaggschiff-Projekte mobilisieren 100 Mal mehr finanzielle Mittel, als Smart Fusion Projekte. Trotzdem übertreffen die Kennzahlen von Smart Fusion bald die von Hot Fusion. Das liegt nicht nur an den langen Bauzeiten für große Tokamaks, sondern auch an den günstigeren physikalischen Ausgangsbedingungen.
Anfang der 20er Jahre erreichen mehrere Smart Fusion Projekte den Break-Even für den Fusionsprozess in Testkonfigurationen. Das sind noch lange keine Kraftwerke. Aber der Weg ist klar und das Ziel schon nah. Zehn Jahre später erreichen einige Forschungsreaktoren den Break-Even mit kompletten Systemen.
Nach diesen Erfolgen tritt Smart Fusion aus dem Schatten der Tokamaks. Um 2035 entsteht eine Welle von Fusion-Startups durch Ausgründungen von wissenschaftlichen Instituten und Tochtergesellschaften von Energiekonzernen. Große Investitionen fließen in Smart Fusion Projekte. Die Planung für den Tokamak-Reaktor DEMO als ITER-Nachfolger wird gestoppt.
Die Welt hungert nach Energie. Aus den Forschungsreaktoren werden in relativ kurzer Zeit Demonstratoren für kommerzielle Reaktoren entwickelt. Gegen 2040 gehen mehrere Reaktoren mit Leistungen von 50 bis 200 Megawatt in Betrieb.
Die meisten Reaktoren verwenden den Proton-Bor11 Prozess, der keine Neutronen erzeugt und damit kaum radioaktive Strahlung produziert. Die Fusionsprodukte sind Alphateilchen, geladene Heliumkerne mit hoher Energie. Sie können direkt in Strom umgewandelt werden durch inverse Zyklotrons und Linacs. Damit entfällt der Zwischenschritt über Wärmetauscher und Dampfturbine. Der Wirkungsgrad der Stromumwandlung ist 80%.
Die wichtigsten Technologien sind:
- Elektrostatischer Einschluss mit virtueller Anode (IEC)
- Selbstfokussierender Einschluss unter Ausnutzung natürlicher Plasmainstabilitäten (DPF)
- Kollidierende Plasmaringe in zylindrischem Einschluss mit umgekehrter Feldkonfiguration (FRC)
- Laserbeschleuniger für Protonen mit Borplasma-Target (LAF)
Mitte des Jahrhunderts gehen die ersten großen kommerzielle Reaktoren mit einer Leistung von 500 MW in den Regelbetrieb. Andere Technologien ermöglichen auch Kraftwerke mit 5 MW. Zwischen 2050 und 2055 laufen die meisten Patente für die technologischen Grundlagen von Fusionsreaktoren aus. Das ermöglicht vielen neuen Anbietern den Markteintritt. Es entsteht eine lebendige Dienstleistungsinfrastruktur für Wartung, Betrieb, Sicherheitsüberwachung und Brennmittel. Schon 15 Jahre später, um 2065 liefern kommerzielle Fusionskraftwerke die Hälfte der Grundlast.
Die Versorgungsstruktur ist regional sehr unterschiedlich. In manche Regionen gibt es Kraftwerkszentren, die die Energieerzeugung bündeln und die bestehende Netzinfrastruktur weiterverwenden. Andere Regionen und einzelne Städte verlassen sich auf kleinere lokale Kraftwerksblöcke im 50-100 MW Bereich. Dort werden die alten Überlandleitungen sogar abgebaut.
Beim Ausfall der Netze ab 2070 sind Fusionskraftwerke betroffen wie alle Kraftwerke. Bis auf wenige Ausnahmen sind Kraftwerkssteuerungen auf Informations- und Stromnetze angewiesen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Kraftwerkstypen, von Erneuerbaren über Verbrennung- bis zu Fissionskraftwerken, brauchen Fusionskraftwerke auch eine starke Stromquelle zum Betrieb. Der Fusionsprozess wird durch Ionenheizung, Magnetfelder, Laser, gekühlte Supraleiter und Starkstromentladungen am Leben gehalten. All diese Techniken brauchen Stromquellen. Fusionskraftwerke sind gewissermaßen Energieverstärker. Während große Windkraftanlagen ohne eigene Stromversorgung 10 Megawatt produzieren können, braucht ein 10 MW Fusionsreaktor ein Megawatt Strom zum Betrieb. In der Krisensituation ist die Umrüstung von Kraftwerken auf autarken Betrieb besonders schwierig. Bei Fusionsanlagen kommt noch das Problem des Betriebsstroms hinzu.
Es dauert viele Jahre bis wieder Strom aus Fusionskraftwerken kommt. Fusionskraftwerke sind sehr neu und deshalb noch mehr von Informationsnetzen abhängig als ältere Typen. Die Steuersoftware muss umgeschrieben werden. Das geht nur mit Strom und moderner Ausrüstung. Dann müssen Schäden behoben werden, die während der Krise und der langen Standzeit aufgetreten sind. Die Ersatzteilbeschaffung ist sehr schwierig. Es geht nicht nur um elektronische Bauteile, Turbinen, Getriebe oder Leitungen, sondern je nach Fusionstechnologie auch um Supraleiter, Vakuumpumpen, Halbleiterlaser, nanometergenaue Hochspannungsanoden aus seltenen Erden und viele andere High-Tech Komponenten.
Zu Beginn der Krise war schon 60% der Stromversorgung auf Fusion umgestellt. Das war aber regional sehr unterschiedlich. In Europa hatte man traditionell viel Wert gelegt auf regenerative Energien und bei Fusion auch auf Dezentralisierung. Dort herrschen kleinere Anlagen vor, die weniger Betriebsstrom brauchen. Dieser kommt irgendwann wieder aus den anderen reaktivierten Kraftwerken und die Fusionskraftwerke laufen wieder an. In den spät industrialisierten Regionen Afrikas und Asiens dominieren Großkraftwerke und Kraftwerkskomplexe. Die Wiederinbetriebnahme dauert teilweise bis zu 40 Jahre.
Zu Beginn des 22. Jahrhunderts kämpfen manche Länder und Regionen noch um die Wiederherstellung ihrer High-Tech Infrastruktur. Andere haben schon Ressourcen, um die Fusionstechnologie weiterzuentwickeln. Nach den Erfahrungen der Krise konzentriert sich die Forschung auf kleinere Anlagen und Dezentralisierung. Kurz nach 2100 werden 100 kW Fusionsbrenner marktfähig. Sie sind für die Versorgung einzelner Häuser geeignet. Ein Mikro-Kraftwerk hat die Größe eines Kleintransporters. Damit hat es eine geringere Energiedichte als ein Verbrennungsmotor oder ein alter Gasbrenner. Aber im Gegensatz zu fossilen Kraftwerken läuft ein Fusionsgenerator jahrelang mit einer Wasserstoff/Bor11-Kartusche und erzeugt nur ungefährliches Helium-Gas als Abfallprodukt.
Als um 2120 die Wirtschaftsleistung der Welt wieder das Vorkrisenniveau erreicht, liefert Smart Fusion 80 % des Stroms. Wirtschaft und Wohlstand wachsen weiter. Der Energiebedarf verdoppelt sich alle 15 Jahre. Große IEC Anlagen im Gigawatt Bereich werden ergänzt durch 100 kW DPFs. Strom und Energie sind kein Flaschenhals mehr für Wachstum und Wohlstand.
#Fusion #Energie #Wissenschaft #Wirtschaft #Krise
http://jmp1.de/h2101
Viele Jahrzehnte wird die Fusionsforschung durch den Toroid-Ansatz dominiert. Mit Tokamak und Stellarator gibt es schnelle Anfangserfolge. Aber spätestens in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts wird klar, dass die frühen Versprechen nicht eingehalten werden können. Trotzdem wird weiterhin sehr viel Geld in riesige Fusionsexperimente investiert.
Während sich die Torus-orientierte Forschung in die Länge zieht und Generationen von Plasmaphysikern beschäftigt, entsteht in den 2000er Jahren eine Welle von neuen Ansätzen zur Kernfusion. Die klassische Tokamakforschung versucht, immer heißere und längere Plasmazustände zu schaffen, um wenigstens einige Teilchen zur Fusion zu bringen. Das Prinzip besteht darin, ein Plasma durch Druck und zusätzliche Heizung viele Millionen Grad heiß zu machen. Deshalb wird sie Hot Fusion genannt.
Im Gegensatz dazu konzentrieren sich die neuen Smart Fusion genannten Ansätze darauf, dem Fusionsbrennstoff genau die richtige Energie mit auf den Weg zu geben und den Großteil des Plasmas für Fusion zu aktivieren. Auch Smart Fusion Technologien verwenden heißes Plasma. Manche aber in Form von schnellen Ionen bei denen die Teilchengeschwindigkeit nicht durch Heizung, sondern durch Hochspannung erreicht wird. Das ist physikalisch günstiger, deshalb "smart".
Schnell gibt es mehrere Smart Fusion Methoden mit ganz unterschiedlichen Charakteristiken. Allen gemeinsam ist aber, dass sie im Gegensatz zum klassischen Tokamak
- für neutronenfreie Fusionsprozesse geeignet sind und fast keine Radioaktivität erzeugen,
- direkt elektrische Energie liefern ohne den Umweg über eine Dampfturbine,
- kompakter, günstiger und für eine dezentrale Energieversorgung geeignet sind.
Smart Fusion Forschung findet für einige Jahrzehnte im Schatten der Tokamakforschung statt. Die Hot Fusion Flaggschiff-Projekte mobilisieren 100 Mal mehr finanzielle Mittel, als Smart Fusion Projekte. Trotzdem übertreffen die Kennzahlen von Smart Fusion bald die von Hot Fusion. Das liegt nicht nur an den langen Bauzeiten für große Tokamaks, sondern auch an den günstigeren physikalischen Ausgangsbedingungen.
Anfang der 20er Jahre erreichen mehrere Smart Fusion Projekte den Break-Even für den Fusionsprozess in Testkonfigurationen. Das sind noch lange keine Kraftwerke. Aber der Weg ist klar und das Ziel schon nah. Zehn Jahre später erreichen einige Forschungsreaktoren den Break-Even mit kompletten Systemen.
Nach diesen Erfolgen tritt Smart Fusion aus dem Schatten der Tokamaks. Um 2035 entsteht eine Welle von Fusion-Startups durch Ausgründungen von wissenschaftlichen Instituten und Tochtergesellschaften von Energiekonzernen. Große Investitionen fließen in Smart Fusion Projekte. Die Planung für den Tokamak-Reaktor DEMO als ITER-Nachfolger wird gestoppt.
Die Welt hungert nach Energie. Aus den Forschungsreaktoren werden in relativ kurzer Zeit Demonstratoren für kommerzielle Reaktoren entwickelt. Gegen 2040 gehen mehrere Reaktoren mit Leistungen von 50 bis 200 Megawatt in Betrieb.
Die meisten Reaktoren verwenden den Proton-Bor11 Prozess, der keine Neutronen erzeugt und damit kaum radioaktive Strahlung produziert. Die Fusionsprodukte sind Alphateilchen, geladene Heliumkerne mit hoher Energie. Sie können direkt in Strom umgewandelt werden durch inverse Zyklotrons und Linacs. Damit entfällt der Zwischenschritt über Wärmetauscher und Dampfturbine. Der Wirkungsgrad der Stromumwandlung ist 80%.
Die wichtigsten Technologien sind:
- Elektrostatischer Einschluss mit virtueller Anode (IEC)
- Selbstfokussierender Einschluss unter Ausnutzung natürlicher Plasmainstabilitäten (DPF)
- Kollidierende Plasmaringe in zylindrischem Einschluss mit umgekehrter Feldkonfiguration (FRC)
- Laserbeschleuniger für Protonen mit Borplasma-Target (LAF)
Mitte des Jahrhunderts gehen die ersten großen kommerzielle Reaktoren mit einer Leistung von 500 MW in den Regelbetrieb. Andere Technologien ermöglichen auch Kraftwerke mit 5 MW. Zwischen 2050 und 2055 laufen die meisten Patente für die technologischen Grundlagen von Fusionsreaktoren aus. Das ermöglicht vielen neuen Anbietern den Markteintritt. Es entsteht eine lebendige Dienstleistungsinfrastruktur für Wartung, Betrieb, Sicherheitsüberwachung und Brennmittel. Schon 15 Jahre später, um 2065 liefern kommerzielle Fusionskraftwerke die Hälfte der Grundlast.
Die Versorgungsstruktur ist regional sehr unterschiedlich. In manche Regionen gibt es Kraftwerkszentren, die die Energieerzeugung bündeln und die bestehende Netzinfrastruktur weiterverwenden. Andere Regionen und einzelne Städte verlassen sich auf kleinere lokale Kraftwerksblöcke im 50-100 MW Bereich. Dort werden die alten Überlandleitungen sogar abgebaut.
Beim Ausfall der Netze ab 2070 sind Fusionskraftwerke betroffen wie alle Kraftwerke. Bis auf wenige Ausnahmen sind Kraftwerkssteuerungen auf Informations- und Stromnetze angewiesen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Kraftwerkstypen, von Erneuerbaren über Verbrennung- bis zu Fissionskraftwerken, brauchen Fusionskraftwerke auch eine starke Stromquelle zum Betrieb. Der Fusionsprozess wird durch Ionenheizung, Magnetfelder, Laser, gekühlte Supraleiter und Starkstromentladungen am Leben gehalten. All diese Techniken brauchen Stromquellen. Fusionskraftwerke sind gewissermaßen Energieverstärker. Während große Windkraftanlagen ohne eigene Stromversorgung 10 Megawatt produzieren können, braucht ein 10 MW Fusionsreaktor ein Megawatt Strom zum Betrieb. In der Krisensituation ist die Umrüstung von Kraftwerken auf autarken Betrieb besonders schwierig. Bei Fusionsanlagen kommt noch das Problem des Betriebsstroms hinzu.
Es dauert viele Jahre bis wieder Strom aus Fusionskraftwerken kommt. Fusionskraftwerke sind sehr neu und deshalb noch mehr von Informationsnetzen abhängig als ältere Typen. Die Steuersoftware muss umgeschrieben werden. Das geht nur mit Strom und moderner Ausrüstung. Dann müssen Schäden behoben werden, die während der Krise und der langen Standzeit aufgetreten sind. Die Ersatzteilbeschaffung ist sehr schwierig. Es geht nicht nur um elektronische Bauteile, Turbinen, Getriebe oder Leitungen, sondern je nach Fusionstechnologie auch um Supraleiter, Vakuumpumpen, Halbleiterlaser, nanometergenaue Hochspannungsanoden aus seltenen Erden und viele andere High-Tech Komponenten.
Zu Beginn der Krise war schon 60% der Stromversorgung auf Fusion umgestellt. Das war aber regional sehr unterschiedlich. In Europa hatte man traditionell viel Wert gelegt auf regenerative Energien und bei Fusion auch auf Dezentralisierung. Dort herrschen kleinere Anlagen vor, die weniger Betriebsstrom brauchen. Dieser kommt irgendwann wieder aus den anderen reaktivierten Kraftwerken und die Fusionskraftwerke laufen wieder an. In den spät industrialisierten Regionen Afrikas und Asiens dominieren Großkraftwerke und Kraftwerkskomplexe. Die Wiederinbetriebnahme dauert teilweise bis zu 40 Jahre.
Zu Beginn des 22. Jahrhunderts kämpfen manche Länder und Regionen noch um die Wiederherstellung ihrer High-Tech Infrastruktur. Andere haben schon Ressourcen, um die Fusionstechnologie weiterzuentwickeln. Nach den Erfahrungen der Krise konzentriert sich die Forschung auf kleinere Anlagen und Dezentralisierung. Kurz nach 2100 werden 100 kW Fusionsbrenner marktfähig. Sie sind für die Versorgung einzelner Häuser geeignet. Ein Mikro-Kraftwerk hat die Größe eines Kleintransporters. Damit hat es eine geringere Energiedichte als ein Verbrennungsmotor oder ein alter Gasbrenner. Aber im Gegensatz zu fossilen Kraftwerken läuft ein Fusionsgenerator jahrelang mit einer Wasserstoff/Bor11-Kartusche und erzeugt nur ungefährliches Helium-Gas als Abfallprodukt.
Als um 2120 die Wirtschaftsleistung der Welt wieder das Vorkrisenniveau erreicht, liefert Smart Fusion 80 % des Stroms. Wirtschaft und Wohlstand wachsen weiter. Der Energiebedarf verdoppelt sich alle 15 Jahre. Große IEC Anlagen im Gigawatt Bereich werden ergänzt durch 100 kW DPFs. Strom und Energie sind kein Flaschenhals mehr für Wachstum und Wohlstand.
#Fusion #Energie #Wissenschaft #Wirtschaft #Krise
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2176 Der Zusammenbruch eines der führenden Reputationssysteme yu–rep führt zu bedeutenden Verlusten in der Realwirtschaft.
Die Weltwirtschaft schrumpft um 9 %. In den Folgejahren wächst die Wirtschaft um 6 % bzw. 4% und kompensiert so den Ausfall. Die von yu-rep ausgelöste Wirtschaftskrise offenbart andere Schieflagen der globalen Wirtschaft, vor allem die Überbewertung von Reputation gegenüber Kapazität und die Zersplitterung der Bewertungsnetzwerke.
Kapazitätssysteme, in denen man reale Produktionskapazitäten und -absichten abbildet, werden wichtiger, darunter hCap für Endverbraucher-Hardware aller Art, Recap für Fab-Input (Resource-Cap), CRAP für Kreativleistungen, Design und Modellierung, e-cap für Informationsverarbeitung (Eter-basiert). Gegen 2190 schwindet die Bedeutung von Reputationsbewertungen. 2195, fast 20 Jahre nach der Rep-Krise, migrieren mehrere führende Rep- und Cap-Systeme zur qui-Allianz. Während Reputationssysteme dazu tendieren, Verhalten in der Vergangenheit zu bewerten, dominiert bei Kapazitätssystemen der mögliche zukünftige Output.
Die Rep/Cap-Synthese durch qui-Netze erweist sich als stabile Grundlage für das Wirtschaftssystem. Stabiler jedenfalls, als die bisherigen Ansätze, wie begrenzt verfügbare Stellvertreter (LAP Währung = Limited Availability Proxy currency), Buchhaltung auf Fiat-Währungen, verteilte Kryptostreams und reine Reputationssysteme. Mit quiX entwickelt sich ein delokalisierter Austausch verschiedener qui-Netze. QuiX ist systembedingt nicht dominierbar, d.h. keine lokale Macht kann quiX manipulieren. Das ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor von qui.
#Wirtschaft #Krise #Reputation #Zahlungssystem
http://jmp1.de/h2176
Kapazitätssysteme, in denen man reale Produktionskapazitäten und -absichten abbildet, werden wichtiger, darunter hCap für Endverbraucher-Hardware aller Art, Recap für Fab-Input (Resource-Cap), CRAP für Kreativleistungen, Design und Modellierung, e-cap für Informationsverarbeitung (Eter-basiert). Gegen 2190 schwindet die Bedeutung von Reputationsbewertungen. 2195, fast 20 Jahre nach der Rep-Krise, migrieren mehrere führende Rep- und Cap-Systeme zur qui-Allianz. Während Reputationssysteme dazu tendieren, Verhalten in der Vergangenheit zu bewerten, dominiert bei Kapazitätssystemen der mögliche zukünftige Output.
Die Rep/Cap-Synthese durch qui-Netze erweist sich als stabile Grundlage für das Wirtschaftssystem. Stabiler jedenfalls, als die bisherigen Ansätze, wie begrenzt verfügbare Stellvertreter (LAP Währung = Limited Availability Proxy currency), Buchhaltung auf Fiat-Währungen, verteilte Kryptostreams und reine Reputationssysteme. Mit quiX entwickelt sich ein delokalisierter Austausch verschiedener qui-Netze. QuiX ist systembedingt nicht dominierbar, d.h. keine lokale Macht kann quiX manipulieren. Das ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor von qui.
#Wirtschaft #Krise #Reputation #Zahlungssystem
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2252 Aufstieg der Weltfreundschaft-Bewegung
Weltweite Protestbewegungen vereinigen sich unter dem Dach der Weltfreundschaft (Mondo Amikeco). Wachsende politische Bedeutung.
Die Wirtschaftskrise führt zu vielen politischen Verwerfungen. Viele Staaten werten ihre Währung ab. Staaten mit großen Haushaltsdefiziten werden zahlungsunfähig. Wirtschaftsflüchtlinge drängen in die besser gestellten Regionen, die wiederum versuchen sich abzuschotten. Die Regierungen der wohlhabenden Staaten lehnen Hilfen für notleidende Staaten, deren Bevölkerungen oder Flüchtlinge ab.
In dieser Situation entwickelt sich eine Massenbewegung, die für Solidarität zwischen Völkern eintritt und die Abschottung ablehnt. Die Grundannahme dieser Bewegung ist, dass alle Menschen gleich wichtig sind, unabhängig davon ob sie in armen oder reichen Regionen der Erde leben. Alle Menschen sind Freunde. Der verbliebene Wohlstand soll geteilt werden und allen zugutekommen. Die Bewegung fordert Gleichheit, Brüderlichkeit und Solidarität aller Länder der Erde ein. Sie stellt sich damit gegen die protektionistische Politik vieler Regierungen.
Unterstützt durch Kampagnen von populären Künstlern entwickelt sich innerhalb weniger Monate ein globaler Trend. Viele Menschen protestieren erst online gegen die "zerstörerischen Eliten", dann auch auf der Straße. Parteien werden gegründet, um die Bewegung politisch aufzufangen. Bei Wahlen in verschiedenen Ländern werden die Protestparteien überraschend stark. In den meisten Ländern herrscht eine Blockadehaltung vor, die die etablierte Politik zu Fall bringen will.
Auf einem Weltkongress bilden die vielen Strömungen eine Dachorganisation, die Weltfreundschaft (Mondo Amikeco). Man einigt sich trotz der vielen Strömungen auf gemeinsame Ziele. Das Zustandekommen der internationalen Weltfreundschaft ist vor allem einer kleinen Gruppe von charismatischen Persönlichkeiten zu verdanken. Die Führungsgruppe der Weltfreundschaft konkurriert nicht untereinander um die Führung im inneren Kreis, sondern kooperiert entsprechend der Philosophie der Bewegung. Begünstigt wird das dadurch, dass Mitglieder der Führungsgruppe jeweils in ihren Ländern dominieren und tatsächlich jeweils in ihren Ländern die gemeinsame Linie durchsetzen können.
http://jmp1.de/2252
#Krise #Politik #Protest #Freundschaft #Solidarität
Die Wirtschaftskrise führt zu vielen politischen Verwerfungen. Viele Staaten werten ihre Währung ab. Staaten mit großen Haushaltsdefiziten werden zahlungsunfähig. Wirtschaftsflüchtlinge drängen in die besser gestellten Regionen, die wiederum versuchen sich abzuschotten. Die Regierungen der wohlhabenden Staaten lehnen Hilfen für notleidende Staaten, deren Bevölkerungen oder Flüchtlinge ab.
In dieser Situation entwickelt sich eine Massenbewegung, die für Solidarität zwischen Völkern eintritt und die Abschottung ablehnt. Die Grundannahme dieser Bewegung ist, dass alle Menschen gleich wichtig sind, unabhängig davon ob sie in armen oder reichen Regionen der Erde leben. Alle Menschen sind Freunde. Der verbliebene Wohlstand soll geteilt werden und allen zugutekommen. Die Bewegung fordert Gleichheit, Brüderlichkeit und Solidarität aller Länder der Erde ein. Sie stellt sich damit gegen die protektionistische Politik vieler Regierungen.
Unterstützt durch Kampagnen von populären Künstlern entwickelt sich innerhalb weniger Monate ein globaler Trend. Viele Menschen protestieren erst online gegen die "zerstörerischen Eliten", dann auch auf der Straße. Parteien werden gegründet, um die Bewegung politisch aufzufangen. Bei Wahlen in verschiedenen Ländern werden die Protestparteien überraschend stark. In den meisten Ländern herrscht eine Blockadehaltung vor, die die etablierte Politik zu Fall bringen will.
Auf einem Weltkongress bilden die vielen Strömungen eine Dachorganisation, die Weltfreundschaft (Mondo Amikeco). Man einigt sich trotz der vielen Strömungen auf gemeinsame Ziele. Das Zustandekommen der internationalen Weltfreundschaft ist vor allem einer kleinen Gruppe von charismatischen Persönlichkeiten zu verdanken. Die Führungsgruppe der Weltfreundschaft konkurriert nicht untereinander um die Führung im inneren Kreis, sondern kooperiert entsprechend der Philosophie der Bewegung. Begünstigt wird das dadurch, dass Mitglieder der Führungsgruppe jeweils in ihren Ländern dominieren und tatsächlich jeweils in ihren Ländern die gemeinsame Linie durchsetzen können.
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#Krise #Politik #Protest #Freundschaft #Solidarität
2506 Hephaistos-Krise.
Eine kurze Schwankung am Rohstoffmarkt bringt die Hephaistos-Assoziation in Zahlungsschwierigkeiten. Nach Jahren schwerer Krise, Bailout, Insolvenz und Hilfsprogrammen entsteht die Delphi-Föderation.
Die Hephaistos-Assoziation ist ein Zusammenschluss von Rohstoffkonzernen, Transportunternehmen und Siedlungen auf dem Mars. Die Assoziation ist hervorgegangen aus einer Gruppe von Raumfrachtunternehmen, die vor der Isolation der Erde im Libanon, Syrien, Griechenland und Nordafrika ansässig waren. Zum Zweck des Marketings wird eine Identifikation mit phönizischen und griechischen Händlern (3000 Jahre zuvor) gepflegt. Die Mitglieder von Hephaistos sind wohlhabend geworden durch die Lieferung von Rohstoffen und darauf basierenden Designs in das ganze System. Hephaistos-Mitglieder sitzen auf den bedeutendsten Titanvorkommen des Mars. Sie bilden den Kern des Titan-Kartells im inneren System. Neben der Herstellung von Fab-Input ist Hephaistos führend bei Designs, die Titan und Titanlegierungen als Input verwenden.
Aufgrund der hohen Gewinne können sich viele Hephaistos-Mitglieder freie Oberflächenbereiche und aufwändige Architektur leisten. Freie Bereiche kommen ohne feste Kuppelkonstruktionen aus. Sie halten den atmosphärischen Druck durch eine Kombination von transparenten Abschirmungen und aktiven Techniken. Freie Bereiche sind aufwändig im Unterhalt. Aber das Leben dort kommt dem auf der Erde am nächsten.
Die großzügig angelegten freien Bereiche von Hephaistos ziehen viele Unternehmen und wohlhabende Privatpersonen an. Eine Hephaistos-Repräsentanz gilt als Statussymbol. Die Lebenserhaltungsabgaben sind niedrig. Sie werden über die Einnahmen des Titan-Kartells subventioniert. Grundstücke in den freien Bereichen werden um die Jahrhundertwende sehr teuer. Die steigenden Preise stellen die Mittel bereit, um die freien Bereiche zu erweitern.
Im Jahr 2501 wird in einem seit langem bekannten Geröllhaufen Asteroiden (rubble pile asteroid) ein Titankern entdeckt. Das führt kurzzeitig zu einem Einbruch des Titanpreises. Hephaistos macht tatsächlich nur 23 % des Umsatzes mit titanbasierten Rohstoffen, davon wiederum 2/3 der Wertschöpfung mit Legierungen und Composites. Über die Hälfte des Geschäfts besteht aus Designs und Produktionsleistungen von Alltagsgegenständen bis zu Groß- und Spezialanfertigungen. Trotzdem bricht mit der Titan-Rohstoffmarkt ein und damit auch die Reputation einiger Hephaistos-Mitglieder. Stützungsaktionen der Assoziation sind wenig erfolgreich, aber teuer in Re2cap (Resource Reputations und Kapazitätssystem) Währung. Daraufhin sinken die Kapazitätsbewertungen von Hephaistos auf breiter Front. Die Konten in Kapazitätsnetzwerken sind durch die Subvention der freien Bereiche schon seit längerer Zeit stark überzogen. Die Märkte erwarten, dass sich das Kapazitätsproblem dramatisch auf die Ertragssituation auswirken wird. Angesichts der hohen laufenden Kosten in den freien Bereichen, haben die öffentlichen Haushalte nur geringen Spielraum.
Innerhalb weniger Wochen fällt die Bonität auf einen Wert, der den Kauf externer Leistungen gegen Hephaistos-Kapazitätszertifikate (TOC: Titan Organization Capacity Certificate) unerschwinglich macht. Mit anderen Worten: viele Hephaistos-Mitglieder müssen ihren Import stark einschränken. Es kommt zu Engpässen bei Fab-Input für den Alltagsbedarf, nach 6 Monaten werden Med-Produkte knapp, vor allem Bio-Prolongation, -Substitution, -Korrektion (= Lebensverlängerung, Genprothetik, allgemeine Pharmazie). Die Probleme führen zu einer fluchtartigen Abwanderungswelle der wohlhabenden Individuen und in der Folge auch von externen Unternehmen mit Sitz in Hephaistos-Bereichen. Der Immobilienmarkt bricht ein. Die Fixkosten der freien Bereiche belasten die Haushalte sehr. Im dritten Jahr der Krise wird der erste Bereich evakuiert und abgestellt. Ein halbes Jahr später folgen 2 weitere.
2506, im 5. Jahr der Krise, bricht die Lebensmittelversorgung teilweise zusammen. Hilfen kommen aus allen Teilen des Mars und von inneren Asteroiden. Sogar Venus-Habitate schicken cap-Werte, die lokal in Fooder (Food-Fabber) Input umgesetzt und an notleidende Bewohner verteilt wird.
2508 verlässt die Hephaistos-Assoziation das Re2cap-System, und lässt eine TOC-Abwertung um 3/4 zu. Nach langen Verhandlungen einigen sich Vertreter der Hephaistos-Assoziation, die solare Koalition und Gläubiger auf einen Umschuldungs- und Hilfsplan. Dieses sogenannte Rettungspaket hat bittere Konsequenzen: die meisten Hephaistos-Mitglieder verlieren ihre Souveränität, davon die Hälfte dauerhaft. Sie werden von anderen Konzernen des Systems aus der Insolvenz gekauft. Der übrige Rumpf von Hephaistos schließt sich zusammen und wird nach einem Rebranding zur Delphi-Föderation. Die meisten freien Bereiche und Produktionsstätten bleiben in den Händen Externer. Die Delphi-Föderation definiert sich weitgehend als flächenloser Staat mit Bürgern auf fremden Territorien. Das Rohstoffgeschäft geht im Zuge des Rettungspakets verloren. Als Hauptkompetenz bleiben Fab-Design und Dienstleistungen in der Leichtmetallkonstruktion.
http://jmp1.de/h/2506
#Greece #Griechenland #Krise #Rettungspaket #Rohstoffe #Dienstleistungen
Die Hephaistos-Assoziation ist ein Zusammenschluss von Rohstoffkonzernen, Transportunternehmen und Siedlungen auf dem Mars. Die Assoziation ist hervorgegangen aus einer Gruppe von Raumfrachtunternehmen, die vor der Isolation der Erde im Libanon, Syrien, Griechenland und Nordafrika ansässig waren. Zum Zweck des Marketings wird eine Identifikation mit phönizischen und griechischen Händlern (3000 Jahre zuvor) gepflegt. Die Mitglieder von Hephaistos sind wohlhabend geworden durch die Lieferung von Rohstoffen und darauf basierenden Designs in das ganze System. Hephaistos-Mitglieder sitzen auf den bedeutendsten Titanvorkommen des Mars. Sie bilden den Kern des Titan-Kartells im inneren System. Neben der Herstellung von Fab-Input ist Hephaistos führend bei Designs, die Titan und Titanlegierungen als Input verwenden.
Aufgrund der hohen Gewinne können sich viele Hephaistos-Mitglieder freie Oberflächenbereiche und aufwändige Architektur leisten. Freie Bereiche kommen ohne feste Kuppelkonstruktionen aus. Sie halten den atmosphärischen Druck durch eine Kombination von transparenten Abschirmungen und aktiven Techniken. Freie Bereiche sind aufwändig im Unterhalt. Aber das Leben dort kommt dem auf der Erde am nächsten.
Die großzügig angelegten freien Bereiche von Hephaistos ziehen viele Unternehmen und wohlhabende Privatpersonen an. Eine Hephaistos-Repräsentanz gilt als Statussymbol. Die Lebenserhaltungsabgaben sind niedrig. Sie werden über die Einnahmen des Titan-Kartells subventioniert. Grundstücke in den freien Bereichen werden um die Jahrhundertwende sehr teuer. Die steigenden Preise stellen die Mittel bereit, um die freien Bereiche zu erweitern.
Im Jahr 2501 wird in einem seit langem bekannten Geröllhaufen Asteroiden (rubble pile asteroid) ein Titankern entdeckt. Das führt kurzzeitig zu einem Einbruch des Titanpreises. Hephaistos macht tatsächlich nur 23 % des Umsatzes mit titanbasierten Rohstoffen, davon wiederum 2/3 der Wertschöpfung mit Legierungen und Composites. Über die Hälfte des Geschäfts besteht aus Designs und Produktionsleistungen von Alltagsgegenständen bis zu Groß- und Spezialanfertigungen. Trotzdem bricht mit der Titan-Rohstoffmarkt ein und damit auch die Reputation einiger Hephaistos-Mitglieder. Stützungsaktionen der Assoziation sind wenig erfolgreich, aber teuer in Re2cap (Resource Reputations und Kapazitätssystem) Währung. Daraufhin sinken die Kapazitätsbewertungen von Hephaistos auf breiter Front. Die Konten in Kapazitätsnetzwerken sind durch die Subvention der freien Bereiche schon seit längerer Zeit stark überzogen. Die Märkte erwarten, dass sich das Kapazitätsproblem dramatisch auf die Ertragssituation auswirken wird. Angesichts der hohen laufenden Kosten in den freien Bereichen, haben die öffentlichen Haushalte nur geringen Spielraum.
Innerhalb weniger Wochen fällt die Bonität auf einen Wert, der den Kauf externer Leistungen gegen Hephaistos-Kapazitätszertifikate (TOC: Titan Organization Capacity Certificate) unerschwinglich macht. Mit anderen Worten: viele Hephaistos-Mitglieder müssen ihren Import stark einschränken. Es kommt zu Engpässen bei Fab-Input für den Alltagsbedarf, nach 6 Monaten werden Med-Produkte knapp, vor allem Bio-Prolongation, -Substitution, -Korrektion (= Lebensverlängerung, Genprothetik, allgemeine Pharmazie). Die Probleme führen zu einer fluchtartigen Abwanderungswelle der wohlhabenden Individuen und in der Folge auch von externen Unternehmen mit Sitz in Hephaistos-Bereichen. Der Immobilienmarkt bricht ein. Die Fixkosten der freien Bereiche belasten die Haushalte sehr. Im dritten Jahr der Krise wird der erste Bereich evakuiert und abgestellt. Ein halbes Jahr später folgen 2 weitere.
2506, im 5. Jahr der Krise, bricht die Lebensmittelversorgung teilweise zusammen. Hilfen kommen aus allen Teilen des Mars und von inneren Asteroiden. Sogar Venus-Habitate schicken cap-Werte, die lokal in Fooder (Food-Fabber) Input umgesetzt und an notleidende Bewohner verteilt wird.
2508 verlässt die Hephaistos-Assoziation das Re2cap-System, und lässt eine TOC-Abwertung um 3/4 zu. Nach langen Verhandlungen einigen sich Vertreter der Hephaistos-Assoziation, die solare Koalition und Gläubiger auf einen Umschuldungs- und Hilfsplan. Dieses sogenannte Rettungspaket hat bittere Konsequenzen: die meisten Hephaistos-Mitglieder verlieren ihre Souveränität, davon die Hälfte dauerhaft. Sie werden von anderen Konzernen des Systems aus der Insolvenz gekauft. Der übrige Rumpf von Hephaistos schließt sich zusammen und wird nach einem Rebranding zur Delphi-Föderation. Die meisten freien Bereiche und Produktionsstätten bleiben in den Händen Externer. Die Delphi-Föderation definiert sich weitgehend als flächenloser Staat mit Bürgern auf fremden Territorien. Das Rohstoffgeschäft geht im Zuge des Rettungspakets verloren. Als Hauptkompetenz bleiben Fab-Design und Dienstleistungen in der Leichtmetallkonstruktion.
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#Greece #Griechenland #Krise #Rettungspaket #Rohstoffe #Dienstleistungen
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