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Geheimpläne und ihre fatalen Folgen

Oft hängen Ereignisse zusammen. Auch wenn sie über viele Jahre verteilt sind. Für alles gibt es einen Grund.

Drei Dinge, die scheinbar unabhängig sind. Aber sie haben einen gemeinsamen Grund. Den erfahren die Menschen erst 100 Jahre später.

#Machtpolitik #Aliens #Nanotechnologie #Verschwörung #Beinahekatastrophe

Drei Ereignisse:
  1. Eine gewagte Mission ins Unbekannte mit dem Ziel, sich einen Machtvorteil zu verschaffen: 2518 Geheime interstellare Mission
  2. Eine mysteriöse Beinahekatastrophe mit der ein eigentlich geheimes Projekt systemweit bekannt wird: 2540 Mukhagni-Zwischenfall
  3. Ein riesiger Betrug durch Aliens unter dem das ganze Sonnensystem leidet: 2574 Artu-Domäne, der größte Betrug aller Zeiten
Eine Verschwörung.

Morgen kommt die Auflösung.

2055 Gari Tata Skandal

Seit den 40er Jahren fahren Autos wirklich selbständig. Das funktioniert nicht nur auf geraden Strecken und Autobahnen, sondern auch überall in den Städten, bei jeder Witterung, Tag und Nacht. Wer ein Fahrzeug braucht, kann sich eines rufen. In der Stadt dauert es nicht länger als 5 Minuten, bis ein Auto vor der Tür steht. Es fährt vom nächstgelegenen Standort alleine her, bringt die Passagiere selbständig zum Ziel und fährt dann weiter zum nächsten Auftrag.

Immer weniger Autos werden an Privatleute verkauft. Die Gesamtzahl der Autos sinkt. Früher standen Autos die meiste Zeit auf der Straße vor dem Haus. Heute sind sie ständig im Betrieb. Die Ressource Auto wird besser genutzt. Dafür werden weniger Einheiten gebraucht. Die Autoindustrie, die gerade erst die Umstellung auf Elektroantrieb verdaut hat, bekommt ein noch viel größeres Problem. Mitte der 40er Jahre setzt eine Konzentrationswelle ein. Autohersteller schließen sich zusammen oder werden von Autovermietern übernommen.

Fahrzeughersteller, die rechtzeitig auf die Vermietung gesetzt haben, werden zu modernen Mobilitätsanbietern mit eigener Hardwareproduktion. Andere Mobilitätsanbieter kaufen sich Fahrzeughersteller, um die Wertschöpfungskette zu verlängern. Eine hohe Verfügbarkeit der Fahrzeuge ist entscheidend. Deshalb müssen Mobilitätsanbieter einen großen Fahrzeugpool bieten. Gleichzeitig müssen die Anbieter überregional stark vertreten sein. Denn auch bei Individualfahrten zwischen Städten kann nur die genutzte Strecke abgerechnet werden, selbst wenn das Auto danach lange zurück fahren muss. Das führt zu Konzentration bei Mobilitätsanbietern durch einige der größten Firmenzusammenschlüsse aller Zeiten.

Um 2050 wird der Mobilitätsmarkt von wenigen Anbietern beherrscht. Einer davon ist Gari Tata, hervorgegangen aus der Mobilitätsplattform GariGari und Tata Motors. Gari Tata hat weltweit 1,6 Milliarden Kunden, davon 900 Millionen feste Abonnenten und fast 100 Millionen eigene Fahrzeuge. Kunden geben heute im Mittel nur noch 5% ihres Einkommens für Mobilität aus. Trotzdem entspricht der Umsatz von Gari Tata dem Bruttoinlandsprodukt eines großen EU-Mitgliedstaats.

Wie alle Mobilitätskonzerne bietet auch Gari Tata verschiedene Verträge, mit fester Laufzeit oder monatlicher Kündigungsfrist, mit festem Reichweitenkontingent oder abhängig von der Nutzung. Es gibt diverse Qualitätsklassen von Kleinwagen bis Sportcabrio. Wie in der Branche üblich, umfasst das Tarifsystem Bonusprogramme, Punktesysteme, Cross-Selling anderer Infrastrukturangebote und Kombitarife für integrierte Kommunikations-, Informations- und Mobilitätsleistungen (KIM-Flats). Die meisten Kunden haben nutzungsabhängige Tarife. Abgerechnet wird nach Zeit und Kilometer automatisch über das jeweilige mobile Gerät des Benutzers (Smart-Button, Ohrring, Armband, ePaper, Nili, Brille).

Im Jahr 2052 prüft das Magazin Urban Professional aus dem San Diego Megaplex die Leistungen mehrerer Mobilitätsanbieter durch Straßentests. Dabei fallen bei allen geprüften Unternehmen Abweichungen auf zwischen theoretischer Wegstrecke und abgerechneter Strecke. Die Abweichungen bewegen sich zwischen 1% und 3%. Das ist keine Überraschung, denn eine Toleranz von 3% ist in den meisten Ländern zulässig. Die Abweichung wird von vielen Stellen regelmäßig gemessen und veröffentlicht. Der entsprechende Verrechnungsfaktor wird von Preisvergleichsplattformen berücksichtigt. Nur Gari Tata fällt mit einer Diskrepanz von 4% auf. Das ist eigentlich nicht möglich, denn die Testlabors der Überwachungsstellen würden den Dienst so nicht zertifizieren. Urban Professional veröffentlich das Testergebnis von Gari Tata als statistischen Ausreißer.

Weltweit gibt es ständig Berichte über Qualität, Leistung und Kosten von Mobilitätsanbietern. Erst 2053 zeigt Gari Tatas Dienst wieder eine hohe Diskrepanz in einem Vergleich von MuMu (Mumbai Municipal). Nach mehreren Presseberichten lässt die indische Verkehrsbehörde den TÜV Bangalore intensive Labor-, Straßen- und Simulatortests durchführen. Dabei stellt sich heraus, dass die Abrechnung von Gari Tata auf dem Prüfstand und im Simulator korrekt ist und auch bei Straßentests nur unter bestimmten Bedingungen falsch liegt. Nach weiteren Untersuchungen taucht die Vermutung auf, dass der Abrechnungsalgorithmus zwischen Test- und Realbedingungen unterscheidet.

Gari Tata scheint verschiedene Kilometerzahlen zu verwenden, je nachdem, ob ein echter Fahrbetrieb stattfindet oder ein Test läuft. Nur bei echten Endkunden wird mit einer bis zu 6% höheren Kilometerzahl gerechnet. Anscheinend gleicht das Abrechnungssystem auch Kundenprofile und Kontonamen mit externen Datenbanken ab. Sogar bei freien Mitarbeitern von Mobilitätsmagazinen, die das Benutzerkonto von Familienangehörigen verwenden, fallen keine Ungereimtheiten auf. Die Abrechnungssoftware betreibt offensichtlich großen Aufwand, um echte Fahren von Testfahrten zu unterscheiden und die abweichende Berechnung zu verschleiern.

Nach einem Crapsturm in den Medien erklärt Gari Tata, dass bei Überprüfungen tatsächlich andere Kilometerangaben gelten, da bei Labortests auf dem Prüfstand keine realen Entfernungen gemessen werden können. Die indische Verkehrsbehörde akzeptiert die Erklärung und stellt nach einem bestandenen Wiederholungstest die Ermittlungen ein.

Aber die Verbraucherschützer lassen sich nicht so leicht abwimmeln. Die Erklärung von Gari Tata hat offensichtliche Lücken, da ja nicht nur Labortests betroffen sind. Allmählich gelingt es unabhängigen Testern, die Fehlabrechnung reproduzierbar nachzuweisen.

Anfang 2054 verschwinden die Abweichungen plötzlich. Anscheinend hatte Gari Tata die Manipulation durch ein Softwareupdate weltweit abgeschaltet. Nur in den wenigen Simulatoren ohne Netzwerkverbindung bleibt der Fehler messbar. Durch diesen offensichtlichen Eingriff werden Regulierungsbehörden in mehreren Staaten aufmerksam. Ermittlungen beginnen. Es gibt Anfragen an den Konzern, Durchsuchungen, Vernehmungen und Beschlagnahme von Beweismitteln. Die Medien berichten ausführlich. Das Neukundengeschäft bricht ein.

Mitte 2054 gibt Gari Tata die Manipulation zu. Der Softwaredienstleister eines Zulieferers der malaysischen Privatkundentochter des Konzerns habe einen Abrechnungsalgorithmus entwickelt, der den Customer Lifetime Value optimiert. Die Auswahl des Dienstleisters durch den Zulieferer sei auf Basis einer Kosten/Nutzen Analyse geschehen ohne, dass den Mitarbeitern von Gari Tata eine unerlaubte Manipulation angezeigt worden wäre. Unglücklicherweise habe die Softwarekomponente der Tochterfirma später weltweit in die Betriebsware der Fahrzeuge Eingang gefunden.

Die aufwändigen Verschleierungsmaßnahmen in der Abrechnungssoftware und die Protokolle der Softwareupdates lassen die Erklärung unglaubwürdig erscheinen. Der Umsatz geht um 10% zurück.

Vor allem Kunden mit kurzen Verträgen wechseln zu anderen Anbietern. In den meisten Regionen der Erde konkurrieren mehrere Unternehmen um das Mobilitätsbudget der Kunden. Die Leistung ist so standardisiert, dass sich die Angebote vor allem in Preis und Service unterscheiden. Ein Wechsel fällt nicht schwer.

In über 150 Ländern werden Verbraucherklagen und Rückforderungen gegen den Konzern eingereicht.

Die zugehörigen Ermittlungen führen zu weiteren Untersuchungen. Dabei kommt heraus, dass viele Ebenen an der Manipulation beteiligt waren. Verantwortliche und Mitwisser sitzen im Vorstand der GT-Holding, in Produktmanagement und Vertrieb, Entwicklung und Wartung, bei Zulieferern und in regionalen Töchtern. In rund 100 Ländern reicht die Staatsanwaltschaft Klage ein. Der Umsatz fällt um 20%.

Der Großteil der Gewinne von Gari Tata liegt in Staaten mit günstigen Steuerbedingungen. Der Konzern hatte Unternehmensanleihen ausgegeben, um Gewinne an die Aktionäre auszuschütten ohne bei Finanztransfers hohe Einkommenssteuern zahlen zu müssen. Diese Praxis läuft schon einige Jahre. Anleihen in der Höhe eines Jahresumsatzes stehen unversteuerte Guthaben von 120% entgegen.

Im Jahr 2055 werden Auslandsguthaben unter Verlusten repatriiert. Das geht nicht schnell genug. Die Holding kann nicht mehr alle Kredite bedienen. Der Aktienkurs stürzt ab.

Anleihen werden vorfällig. Eine Prognose ergibt eine deutliche Unterdeckung von steuerbereinigten Guthaben gegenüber den Verbindlichkeiten. Der Aktienkurs stürzt ins Bodenlose. In mindestens 50 Staaten wird der Konzern zu Strafen verurteilt. Die Gesamthöhe beträgt 80% eines Jahresumsatzes. Leitende Mitarbeiter werden angeklagt. Außerordentliche Vertragskündigungen von Bestandskunden lassen den Umsatz um 50% einbrechen.

Anfang 2056 erklärt die Holding Zahlungsunfähigkeit. Viele Regionalgesellschaften folgen. Der Betrieb wird eingestellt. Alle Kunden wechseln. Der Verkauf der Fahrzeugflotte verläuft schleppend.

Wenige Jahre später wird Gari Tata aus dem Firmenregister gelöscht.

Gegen den Leiter der indischen Verkehrsbehörde wird wegen Vorteilsnahme ermittelt. 80 weitere Mitarbeiter der Behörde werden entlassen.

In über 50 Staaten werden über 300 Mitarbeiter von Gari Tata wegen Betrug verurteilt, ca. 150 wegen Verschwörung, 99 wegen organisiertem Verbrechen und 3 in Bhutan wegen grob fahrlässiger Reduzierung des Bruttonationalglücks.

In mehr als 70 Staaten der Erde werden Verbindungen zwischen Steueramnestien und Gari Tata Lobbyisten bekannt. Insgesamt treten weltweit zwei Minister und fünf Abgeordnete zurück.

Verbraucherschutz-INGOs (Independent-NGO) decken auch bei anderen Mobilitätsanbietern Optimierungen auf, die höhere Average Customer Lifetime Values realisieren. Es stellt sich heraus, dass die anderen Anbieter bei der Manipulation der Abrechnung nur etwas defensiver vorgehen als Gari Tata und vor allem noch bessere Algorithmen zur Testdetektion verwenden.

#Skandal #Mobilität #Betrug #Wirtschaft

http://jmp1.de/h2055

2574 Artu-Domäne

Eine Gruppe von fremden Raumschiffen erscheint im Sonnensystem. Sie sind Abgesandte der Artu-Domäne, des interstellaren Herrschaftsbereichs von Artu zu dem das Solsystem gehört. Die Besatzung besteht aus einer bunten Mischung von Sophonten verschiedener Völker, der typischen Bevölkerung des Artu-Systems, wie es heißt. Die Neuankömmlinge verfügen über weit überlegene Technologie. Ihre Schiffe brauchen nur wenige Tage bis zum Solsystem während solare Schiffe eher 3 Jahre unterwegs wären. Die Schiffe der Flottille sind offensichtlich bewaffnet und man kann davon ausgehen, dass ihre Militärtechnik genauso überlegen ist, wie der ÜL-Antrieb.

 Die fremden Schiffe beziehen Position beim Neptun und nehmen Kontakt zu den Behörden des Solsystems auf. Das ist nicht ganz einfach, denn es gibt keine einheitliche Regierung. Der Systemkrieg liegt erst wenige Jahre zurück. Das Konzil von Kalkutta ist dabei, sich zum Parlament der Koalition zu entwickeln. Es befasst sich aber im Wesentlichen mit den vielen Problemen der Erde nach dem Ende der langen Isolation. Die Koalition im interplanetaren Raum, die den Systemkrieg gewonnen hatte, verliert seit Kriegsende ihren Einfluss auf die Mitglieder im Raum. Ein Großteil der Kriegslast im inneren System wurde von den Truppen marsianischer Territorialsouveränitäten getragen. Diese sind aber inzwischen demilitarisiert. Die wohlhabenden Venus Habitate hatten materiell viel zum Sieg der Koalition beigetragen. Sie bilden aber keine größeren Körperschaften mit systemweitem Machtanspruch. Das äußere System, ist ein Flickenteppich an Habitaten, kommerziellen Organisationen und territorialen Souveränitäten auf den Monden der Gasriesen.

 Die Abgesandten von Artu bezeichnen das Solsystem als Artu-Protektorat. Sie erklären der Menschheit die politische Struktur der näheren interstellaren Umgebung einschließlich der zentralen Stellung der Artu-Domäne. Sie wollen über einen Stützpunkt verhandeln. Die Artu-Domäne erwartet außerdem von neuen Protektoraten 1/128 ihrer Wirtschaftsleistung als Abgaben. Das ist ein Betrag, den man aufbringen kann und für den es sich nicht lohnt, sich mit überlegenen Aliens anzulegen. Die Abgesandten suchen eine Organisation, die die Abgaben im ganzen System einsammeln, verwalten und zum Transport bereitstellen kann. Die interplanetare Koalition mit Sitz in Vegas/Luna wäre eine natürliche Wahl. Zwei Schiffe fliegen weiter in das innere System, um sich mit Vertretern der Koalition zu treffen.

 Viele andere Fraktionen wollen verhindern, dass der Koalition so eine wichtige Rolle zufällt. Nach dem Ende der Isolation der Erde sind die irdischen Mächte dabei, wieder eine bestimmende Rolle im Sonnensystem zu übernehmen. Immerhin repräsentieren sie den Großteil der solaren Bevölkerung. Die Eurasia-Fraktion in Kalkutta schickt eigene Vertreter, um unabhängige Verhandlungen einzuleiten. Im äußeren System wenden sich Vertreter verschiedener Mächte direkt an die bei Neptun wartenden Schiffe.

 Die Medien des Systems überschlagen sich mit Meldungen, Gerüchten, Befürchtungen, Drohungen und Erklärungen von allen möglichen solaren Organisationen. Das ganze System ist in Aufruhr. Das empfindliche Kräftegleichgewicht zwischen Vertretern irdischen Völker in Kalkutta und dem interplanetaren Koalitionsrat in Vegas ist in Gefahr. Der Krieg droht wieder auszubrechen.

 Die beiden Schiffe werden im Anflug auf Vegas/Luna von einem L5-Zielradar erfasst und mit Raketen beschossen. Sie wehren den Angriff mühelos ab und zerstören die feindlichen Plattformen. Die Schiffe kehren zum Neptun zurück.

 Die Abgesandten erklären, selbst eine Organisation zum Einsammeln der Abgaben aufzubauen und wählen dafür eine Basis im Saturn-System. Die Flottille stößt zum Saturn vor und annektiert im Namen der Artu-Domäne Epimetheus, einen der kleineren unbewohnten Saturnmonde.

 Die Abgesandten fordern nun Vertreter mehrerer Systemmächte auf, für Verhandlungen nach Epimetheus zu kommen und einen Plan vorzulegen wie die Abgaben aufgebracht werden sollen.

 Im Lauf des nächsten Jahres organisieren viele interplanetare Mächte den Transport ihrer Abgaben nach Epimetheus. Die Abgaben werden vor allem in Form von Rohstoffen geleistet. Bei Epimetheus werden sie auf interstellare Frachter der Artu-Domäne umgeladen. Dafür entstehen rund um Epimetheus große Verladeterminals als Abgabeersatzleistung eines Titan-Konsortiums.

 Die Staaten der Erde, die zusammen 90 % des Bruttosozialprodukts des Sonnensystems darstellen, beteiligen sich nur schleppend. Das hat ganz praktische Gründe. Die interplanetaren Transportkapazitäten reichen bei Weitem nicht aus, um den Anteil der Erde nach Epimetheus zu liefern. Die Zurückhaltung ist aber vor allem darauf zurückzuführen, dass die Erde gerade aus einer langen selbstgewählten Isolation kommt. Viele Bürger, aber auch Politiker der Erde, nehmen die neue Realität in einem interplanetaren, bzw. interstellaren Umfeld noch nicht wahr. Sie sind geprägt durch eine nachhaltige autarke Wirtschaft und eine geschlossene Gesellschaft ohne Außenbeziehungen. Die Tatsache, dass außerhalb der Erde und des Sonnensystems andere, weiter entwickelte, Völker und Fraktionen existieren, wollen viele nicht wahrhaben. Lieber würde man sich wieder vom Universum abkapseln. Stattdessen ist nun eine fremde unbekannte Macht in das Sonnensystem eingedrungen und fordert Tribut. Die schlimmsten Befürchtungen der Isolationisten werden wahr.

 Auf der Erde brechen die Konflikte zwischen Expansionisten und Isolationisten wieder auf. Es gibt Anschläge auf Einrichtungen bei Epimetheus, auf Verladestationen bei den Rohstoffquellen und sogar auf interstellare Frachter. 2577 wird ein Frachter am Epimetheus-Terminal durch eine Nuklearexplosion zerstört. Daraufhin dehnt die Artu-Domäne den Sicherheitsbereich auf das gesamte Saturnsystem aus. Das Saturnsystem soll demilitarisiert werden. Alle lokalen Mächte müssen ihre Waffen abgeben. Das ruft natürlich Widerstand hervor. Viele Habitate weigern sich, den Abgesandten Artu's Zutritt zu gewähren. Vereinzelt gibt es heftige Kämpfe in Stationen. Die Bodentruppen Artu's sind im direkten Kampf weit überlegen. Trotzdem gibt es auch bei ihnen Verluste. Im Verlauf der Demilitarisierung werden mehrere Habitate und Stationen durch Bordkämpfe beschädigt.

 Nach 3 Monaten eskalierendem Widerstand zerstören die Abgesandten Artu's den Verkehrsknotenpunkt Ibadan im Titanorbit. Die Station wird von einem Schwarm Mikrobots angegriffen. Die Bots verteilen sich über Ibadan, die Docks, die Werften, Containergerüste, Produktions- und Wohnbereiche. Sie zünden gleichzeitig ihre Antimaterie-Ladungen, jeweils ca. 10 mg. Der weitläufige Stationskomplex wird mit 40.000 Bewohnern ohne Vorwarnung vollständig zerstört. 8.000 Bios werden terminiert, davon 2523 final ohne Backup. Für die Mechs und Uploads liegt die Backup-Quote bei 95 %, also ca. 1600 Totalverluste. Das Gleiche passiert Gemini, dem großen Erde-Mond-L5 Doppelzylinder mit 600.000 Bewohnern und dem Venus Dom-Habitat Afrodt mit 55.000 Bewohnern. Wiederherstellung aus Backups: 91 %, Verlust der originalen biologischen Körpern: 220.000, akkumulierter Erinnerungsverlust: ca. 200 k Jahre.

 Das Solsystem ist geschockt. Der organisierte Widerstand bricht zusammen. Das Saturnsystem wird demilitarisiert. Die Abgesandten erklären die Region um Saturn zum Kernprotektorat. Dem Kernprotektorat werden 1/16 der Wirtschaftsleistung als Abgaben auferlegt. Die Abgesandten erwähnen dabei auch Ressourcenprotektorate bei denen typischerweise 1/4 als Abgabe angesetzt werden.

 Im Lauf der folgenden 10 Jahren erreicht die Abgabenquote im gesamten System 4/5 der geforderten Höhe. Das übrige Fünftel wird in Absprache mit den Abgesandten für die Logistik aufgewendet. Die solare Schiffbauindustrie stellt die notwendigen Transportkapazitäten zur Verfügung. Der Boom im Schiffsbau reißt die interplanetare Wirtschaft mit. Auch die Erde erlebt einen anhaltenden Aufschwung.

 Das Saturnsystem bleibt Kernprotektorat.

 Einige irdische Staaten boykottieren immer noch das Abgabensystem.

 Im ganzen System gibt es immer wieder Anschläge auf die Transportinfrastruktur. Das Abgabensystem ist aber inzwischen dezentralisiert und nie in Gefahr.

 In der Folge des Kontakts mit Thoris kommen 2588 erste Zweifel an der Darstellung der Abgesandten von Artu auf. Es dauert mehrere Jahre bis die Angaben zu den interstellaren Machtverhältnissen durch unabhängige Quellen überprüft werden können. Viele Informationen stellen sich als absichtliche Falschangaben heraus. 2593 ist den Regierungen des Solsystems klar, dass es keine Artu-Domäne gibt. Die sogenannten Abgesandten von Artu sind eine autonomer Clan aus dem Artu-System. Einer von sehr vielen. Im Artu-System gibt es keine Gesamtregierung und keine systemweite Organisation. Die Artu Zivilisation ist noch viel stärker fragmentiert, als die solare. Es gibt Millionen souveräner Einheiten (Clans), wenige Allianzen und keine großen Territorialstaaten.

 Nach solaren Begriffen sind die "Abgesandten der Artu-Domäne" Freibeuter und Söldner. Aber im Solsystem sind sie weiterhin sehr mächtig und versuchen die Wahrheit zu unterdrücken.

 Es dauert 15 Jahre bis eine Expedition der ADIC (die Behörde für Entwicklung und interstellare Beziehungen der Koalition) mit einem von Thoris gemieteten Schiff nach Artu gelangt. Die ADIC wird dabei von interplanetaren und irdischen Staaten des Solsystems unterstützt. Nach weiteren drei Jahren können Botschafter der Koalition p53, einen Polizei-Clan von Artu, überzeugen, gegen die Artu-Domäne vorzugehen. p53 stört die Aktivitäten der Domäne im Artu-System und vertreibt 2514 die Abgesandten aus dem Solsystem. Die Abgesandten leisten keinen Widerstand. 

 Als Aufwandsentschädigung für p53 bleibt das Abgabesystem zugunsten von p53 für weitere 18 Jahre aktiv. Die Abgabenlast des "Kernprotektorats Saturn" wird auf das gesamte Solsystem umgelegt.

#Imperium #Tribut #Interstellar

http://jmp1.de/h2574