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2956 Der letzte unabhängige Habitat-Cluster wird von Dellianern übernommen.

Xiao Chu ist ein Verbund von Orbitalen und Torus-Gitter-Habitaten im Asteroidengürtel mit 30 Millionen Einwohnern. Durch geschicktes Agieren innerhalb der dellianischen Feudalstruktur konnte Xiao Chu sehr lange seine Unabhängigkeit bewahren. Aber im Jahr 2956 endet die Selbstverwaltung. Der Fremdherrscher des Solsystems vergibt Xiao Chu als Lehen an einen seiner Vasallen. Xiao Chu war die letzte unabhängige Territorialsouveränität im Solsystem.

Vor der Besetzung des Solsystems war Xiao Chu Marktführer im Bereich Wartung von Hightech-Infrastruktur und -Ausrüstung. Viele bei Xiao Chu ansässige Unternehmen hatten sich auf Fernwartung spezialisiert. Xiao Chu bot selbst nur wenige technische Produkte an. Seine Unternehmen waren vor allem Wartungs- und Betriebsdienstleister für technische Anlagen anderer Hersteller mit einem Fokus auf Hightech-/Highperformance-Systeme, wie:

- Synthesizer für nanostrukturierte Metamaterialien,

- massenspektrometrische Separatoren im Ressourcenabbau,

- massivparallele Molekularstrahldrucker,

- Kraftwerke mit fraktal induzierter Fusion,

- Wandler für energetische Leistungs-Hohlleiter,

- Assembler und Justierwerke für Konverterpole von Raumkrümmern,

- industrielle Präzisionsfabs,

- Hochenergie-Feldschirme für den Strahlenschutz,

- Ultrakapazitoren auf Basis von Kernladungsseparation

und viele andere.

Die modernen Technologien, die Xiao Chu für seine Kunden verwaltet, sind sehr komplex und störanfällig. Fast alle verwenden hohe Leistungsdichten, einige im Bereich von Terawatt pro Kubikmeter. Das produziert mechanischen Stress und Abwärmeprobleme. Trotzdem müssen die Geräte ihre räumliche Anordnung sehr genau einhalten um ihre Funktion zu erfüllen, manche auf Attometer-Dimensionen, dem Tausendstel eines Atomkerndurchmessers. Solche Anlagen bestehen außerdem aus vielen Komponenten, jede mit ihrem eigenen problematischen Störungsprofil. Die Summe der möglichen Fehlerquellen und die Gesamtwahrscheinlichkeit für Ausfälle von Einzelkomponenten führen dazu, dass moderne Hightech-Systeme eigentlich nicht dauerhaft laufen können. Erst spezielle Techniken aus den Bereich der Betriebswissenschaft (Operational Science, kurz: OpS) machen es möglich, diese Systeme profitabel zu betreiben.

Das Systemverhalten moderner Hardware ist sehr komplex. Oft ist es schon im chaotischen Bereich. Es ist quasi-chaotisch. Klassische Maßnahmen, die auf dem Prinzip von Analyse-Aktion-Wirkung basieren, funktionieren dann nicht. Nur durch sehr fortschrittliche Methoden wie präkognitives Wartungsmanagement und topologische Reduktion des chaotischen Phasenraumvolumens werden solche Systeme beherrschbar. Diese Techniken sind die Spezialität von Xiao Chu. Xiao Chu ist außerdem dafür bekannt, das Management quasi-chaotischer Systeme mit differentieller Leistungsoptimierung zu verbinden und mehr Nutzleistung herauszuholen.

Im Zuge der Machtübernahme, erst durch Leccianerhorden und dann endgültig durch Dellianerstämme, wurde die hochspezialisierte und vernetzte solare Wirtschaft empfindlich gestört. In dieser chaotischen Zeit verschwanden viele Firmen vom Markt. Lieferketten wurden unterbrochen und Dienstleister fielen aus. Das betraf auch Wartungsdienstleister, die quasi-chaotische Systeme managen konnten.

Die Technik des Solsystems lief während der Machtübernahme weiter. Die meisten technischen Anlagen werden durch KI-Systeme betrieben und instandgehalten. Auch KIs beherrschen die OpS Grundprinzipien und Standardverfahren für quasi-chaotische Systeme. Aber bei Hightech-Ausrüstung treten trotzdem immer wieder Situationen auf, wo das Spezialwissen der Hersteller gefragt ist. Das war die Domäne von Xiao Chu. Die Bewohner von Xiao Chu hatten sich darauf spezialisiert, als Outsourcing-Dienstleister im Auftrag der Originalhersteller Hightech-Systeme zu betreiben, zu warten und zu reparieren. Ein Großteil des Wissens um den Betrieb von Hightech-Ausrüstung und -Anlagen im mittleren System war bei Xiao Chu konzentriert. Zu diesem Zweck war Xiao Chu auch führend im Wissensmanagement, der Organisation von Know-how, der Speicherung, Anreicherung, Weitergabe und Inferenz.

Xiao Chu war beim Putsch der Leccianer nicht direkt betroffen. Sowohl Jupiter als auch Saturn standen damals auf der anderen Seite des Systems. Deshalb war der Schwerpunkt des Leccianer-Aufmarschs sehr weit weg. Auch später blieb der Habitat-Cluster unabhängig. Mit der Unabhängigkeit konnten die Spezialisten von Xiao Chu auch das Know-how bewahren. Die Konservierung von Wartungs- und Betriebswissen für technische Anlagen war die wesentliche Strategie der Xiao Chu-Führung. Das ging sogar so weit, dass Xiao Chu Kommandounternehmen durchführte, um Wissen von zusammenbrechenden Know-how-Trägern (Unternehmen, Personen, Datenbanken, KI) im ganzen System zu sichern.

Auch die neuen Herrscher mussten komplexe Technik betreiben. Die Beratungsunternehmen von Xiao Chu wurden zu wichtigen Dienstleistern der Fremdherrscher. Deshalb war Xiao Chu unverzichtbar, sowohl für den Lebensstandard der dellianischen Herrscher, als auch für ihre Kriege.

Der Dellianer Bilsass erkannte, dass gerade die Unabhängigkeit der Schlüssel zur Bewahrung des Know-hows war. Denn dieses Wissen liegt bei einzelnen Firmen, in ihren Datenbanken und bei Individuen, Menschen und Infosophonten. Essentiell ist auch das Beziehungsgeflecht zwischen den Wissensträgern. Diese Netzwerke werden organisiert durch die Beratungsfirmen von Xiao Chu. Bilsass ist bewusst, dass eine Störung der Strukturen zum Verlust von Xiao Chu als strategischer Ressource führen würde. Überall im Solsystem waren in der Folge der Machtübernahme Lieferketten zerbrochen, Märkte fragmentiert und Wissenscluster verschwunden. Diesen Fehler wollte Bilsass bei Xiao Chu vermeiden. Deshalb stellte er Xiao Chu unter seinen persönlichen Schutz.

Ein wichtiges Argument sind auch die hohen Gewinnausschüttungen direkt an Bilsass. Letztlich ist das ein zusätzlicher Geldstrom der anderen Beschützer an Bilsass. Dieser Nebeneffekt ist aber auch immer wieder ein Grund für Unzufriedenheit unter den anderen Beschützern. Das dellianische Feudalsystem ist keine absolute Herrschaft von oben herab, sondern ein empfindliches Gleichgewicht zwischen Rechten, Pflichten und Macht aller Beschützer. Viele der anderen Beschützer sind der Meinung, dass eine strategische Ressource wie Xiao Chu nicht automatisch dem Oberhaupt des Feudalsystems zufallen sollte. Wie alle Ressourcen sollte sie einem anderen Beschützer gehören, um nicht direkt die Macht von Bilsass zu stärken. Sie sehen in der direkten Kontrolle von Xiao Chu durch Bilsass ein Ungleichgewicht. Und natürlich gibt es einige, die selbst die Kontrolle erlangen wollen.

Immer wieder stand die Unabhängigkeit von Xiao Chu auf der Kippe. Mal konnte die Macht von Bilsass den Status quo bewahren, ein anderes Mal gezielte Einmalzahlungen oder Leistungen von Xiao Chu an einzelne Beschützer. Nicht nur die Marktposition und Bilsass schützen Xiao Chu, sondern auch das geschickte Spiel der Cluster-Führung im Feudalsystems. Der Vorsitzende des Cluster-Rats ist informell ein Beschützer in der dellianischen Hierarchie. Auch wenn er intern demokratisch legitimiert ist.

Als Beschützer ist er allerdings auch Ziel von Intrigen und Verschwörungen. Bisher hatte die Führung Xiao Chus diese Herausforderung gut gemeistert, aber im Jahr 2956 läuft sie in eine Falle. Xiao Chu wird das Opfer einer Verschwörung, die sich eigentlich gegen Bilsass richtet.

Wenige Monate zuvor hatte das Solsystem unter den Dellianern das Luhman 16 System in 6 1/2 Lichtjahren Entfernung angegriffen. Die dortige interplanetare Zivilisation hatte sich erfolgreich widersetzt und den Angriff abgewehrt. Die solaren Schiffe mussten sich unter schweren Verlusten zurückziehen.

Viele solare Beschützer waren dem Aufruf von Bilsass gefolgt und hatten Mittel oder Schiffe für die Invasionsflotte bereitgestellt. Viele hatten sich in der Hoffnung auf reiche Beute verschuldet. Aber der Feldzug lief nicht wie geplant. Es gab keine Beute, sondern nur Verluste. Entsprechend unzufrieden waren die Teilnehmer des Feldzuges.

Viele beteiligte Beschützer sehen in der schlechten Koordination der Angriffsflotten einen Grund für den Fehlschlag. Dieser Vorwurf geht an den Beschützer des Angriffs, einen direkten Vasallen von Bilsass und damit auch an Bilsass selbst.

Tatsächlich war die Mobilität einiger Flottenteile im Einsatzgebiet mangelhaft. Viele der schnellen Fronteinheiten hatten mit Triebwerksproblemen zu kämpfen und konnten deshalb nicht effizient an koordinierten Manövern teilnehmen. Der Grund war eine schlechte Abstimmung der Betriebsparameter an das Einsatzprofil. Dieser Vorwurf geht primär an Xiao Chu, denn Xiao Chu hatte den Generalauftrag für die Wartung der Triebwerke von überlichtfähigen Kampfeinheiten.

Die Einheiten hatten den finalen Hochgeschwindigkeitsanflug aus dem Aufmarschgebiet perfekt ausgeführt. Die ersten Angriffe auf vorgeschobene Verteidigungseinrichtungen liefen präzise und erfolgreich. Aber je länger die Kämpfe dauerten und je mehr die Angreifer auf Gegenwehr stießen, desto mehr Probleme traten bei den Antrieben auf. Bis schließlich die mobilen Kampfeinheiten als taktische Komponente praktisch ausfielen. Damit konnten sie die Sublicht-Trägerplattformen, die die Hauptlast des Angriffs trugen, nicht mehr schützen. Als dann immer mehr Träger von den hochmobilen Verteidigern neutralisiert wurden, mussten sich die Angreifer zurückziehen.

Die Einstellung der Überlichttriebwerke war tatsächlich ungeeignet für den Einsatz. Sie waren für ein anderes Einsatzprofil vorgesehen. Xiao Chu hatte mit dem falschen Einsatzprofil gearbeitet.

Die Vorbereitung der Überlichttriebwerke der Angriffsflotte war eine gewaltige Aufgabe. Xiao Chu hatte den Generalauftrag und nur wenige Monate Zeit. Zigtausend Triebwerke mussten analysiert, gewartet und eingestellt werden. Vieles davon ist automatisiert und standardisiert. Ein Mitarbeiter kann hunderte solcher Anlagen betreuen. Trotzdem mussten die Firmen von Xiao Chu dafür ihre zivilen Kunden lange Zeit vernachlässigen.

Der Auftrag an Xiao Chu kam von Deimarsax, dem Ausrüstungsveranwortlichen für die Überlicht-Kampfeinheiten und Beschützer der großen Werften auf dem Marsmond Deimos und im Marsorbit. Während der Vorbereitung des Feldzugs wurden verschiedene Angriffspläne ausgearbeitet. Jeder Plan mit spezialisierten Einsatzprofilen für alle Flottenteile.

Die Einsatzprofile für Überlicht-Kampfeinheiten unterschieden sich sehr, abhängig von der Rolle, die diese Einheiten spielen sollten. Xiao Chu benutzte für die Vorbereitung einen Plan in dem die Einheiten primär Hochgeschwindigkeitsangriffe durchführen sollten, um die statische Verteidigungsinfrastruktur auszuschalten. Dabei waren vor allem hohe Geschwindigkeiten bei längerer Laufzeit gefragt, ein sogenanntes Bombing-Profil. Tatsächlich dienten die schnellen Einheiten dann aber vor allem als mobiler Begleitschutz der Trägerplattformen. Sie waren für diesen Einsatzzweck angemessen bewaffnet, aber ihre Triebwerke waren nicht für viele kurze Manöver in Kämpfen mit anderen mobilen Einheiten vorgesehen (Dogfight-Profil).

Deimarsax hatte Xiao Chu den falschen Einsatzplan übermittelt. Er hatte damit absichtlich den Angriff sabotiert. Sein Ziel war, den Angriff scheitern zu lassen, um Bilsass, den Beschützer des Solsystems zu schwächen und gleichzeitig Xiao Chu zu diskreditieren. Deimarsax hatte selbst viel in diesen Feldzug investiert. Er hatte sich dafür verschuldet und dafür gesorgt, dass das öffentlich bekannt ist. Er verlangt nun Schadenersatz. Er hat die anderen geschädigten Beschützer auf seiner Seite. Bilsass ist in der Defensive und sucht nun einen gesichtswahrenden Ausweg.

Zwei Monate nach dem fehlgeschlagenen Angriff auf Luhman 16 gibt es einen Konflikt zwischen Vasallen von Deimarsax auf dem Mars-Ring. Es ist eine ganz normale Konkurrenz zwischen zwei Beschützern um Ressourcen und Territorien. Die Konflikte werden sowohl wirtschaftlich, als auch militärisch ausgetragen. Die übergeordneten Beschützer, die Lehensherren, lassen diese Konflikte zu, solange sie ihre Interessen nicht stören.

Im Verlauf des Konflikts versucht einer der Kontrahenten Druck auszuüben indem er die Kreditlinie der Firma Corebridge Energy (ebenfalls Mars-Ring) bei seiner Bank, First Vortex Holdings, kündigt. Corebridge ist ein Anbieter von Hochleistungskapazitoren. Die Firma musste für die Luhman 16 Kampagne sehr viele Schiffe ausrüsten. Wie Xiao Chu war auch Corebridge monatelang mit den Vorbereitungen für Luhman 16 beschäftigt. Unter den vielen Beschützern, die ihre Schiffe während den Angriffsvorbereitungen ausrüsten ließen, hatten einige nicht sofort für die Leistung bezahlt. Trotzdem musste Corebridge Energy die Aufträge ausführen, um nicht die Rüstungsanstrengungen zu gefährden und in Konflikt mit dem Beschützer des Solsystems zu geraten. Deshalb wurde für Corebridge eine gigantische Kreditlinie eingerichtet. Auch Monate nach dem fehlgeschlagenen Angriff stehen immer noch riesige Summen aus.

Corebridge Energy ist ein Tera-Player, einer der Marktführer in seiner Branche und Hochleistungsenergiespeicher sind kapitalintensive Produkte. Corebridge bewegt deshalb routinemäßig sehr große Werte. Aber die Außenstände seit der Luhman 16 Kampagne sind ohne eine solide abgesicherte Kreditlinie nicht tragbar. Die Kredite sind garantiert durch ein Konsortium von wohlhabenden Beschützern. Trotzdem bringt die Kündigung der Kredite Corebridge in Schwierigkeiten. In dieser Situation kündigt Deimarsax an, dass seine Werften den Auftrag für Schiffskapazitoren neu ausschreiben. Damit droht Corebridge seinen größten Kunden mit 20 % des Geschäfts zu verlieren. Andere Kunden zögern mit Anzahlungen. Mangels aktiver Kreditlinie meldet Corebridge Zahlungsschwierigkeiten. Der Cash-Flow bricht zusammen.

Mehrere Unternehmen von Xiao Chu sind Wartungsdienstleister für die Produkte von Corebridge Energy. Einige Großkunden dieser Unternehmen werden unruhig. Sie befürchten, dass es bei einem Zusammenbruch von Corebridge Schwierigkeiten mit Ersatzteillieferungen geben könnte. Einige verlangen von Xiao Chu, die Fab-Pläne zu sichern, darunter: Deimarsax. Xiao Chu holt von mehreren Beschützern auf dem Mars-Ring die Zustimmung für eine verdeckte Info-Extraktion ein.

Eine Woche später beauftragt Xiao Chu die am MaGNet (Mars Geostationary Network) ansässige Sicherheitsfirma Gra-Nun-Tek Security, das Know-how durch eine Info-Extraktion zu sichern. Xiao Chu schickt mehrere Mitarbeiter als Infosophonten per Laser zum Mars-Ring. Dabei sind Experten für die Corebridge Produkte, Infowar-Spezialisten und die Einsatzleitung. Der physische Zugriff soll durch Gra-Nun-Tek bereitgestellt werden, während Personal und KI von Xiao Chu die Daten lokalisieren und extrahieren. In der Vorbereitung gelingt es Gra-Nun-Tek, auf dem Schwarzmarkt einen Zugangscode für den Verwaltungsbereich von Corebridge Energy zu kaufen. Das ist nicht ungewöhnlich. Zu jeder Zeit sind viele Zugangscodes für physischen und Info-Zugriff verfügbar. Es erscheint wie eine glückliche Fügung, dass gerade ein passender Code für Corebridge Energy angeboten wird. Damit ist ein gewaltfreier Zugang möglich.

Am Tag der Info-Extraktion schaltet Gra-Nun-Tek die Sensoren im Eingangsbereich von Corebridge Energy auf einen Fakestream. Das Einsatzteam öffnet den Zugang zum Verwaltungsmodul mit dem eingekauften Code und betritt das Habitat Modul. Die Leute von Gra-Nun-Tek tragen leichte Stealth/Panzerung. Das Xiao Chu Personal ist in getarnten Mikromechs dabei, die von Gra-Nun-Tek bereitgestellt wurden. Das Team dringt weiter vor. Die Räumlichkeiten sind den Mitarbeitern von Xiao Chu gut bekannt. Sie identifizieren einen geschützten Netzknoten über den man in die Fab-Datenbank gelangen kann. Nur eine Titanplatte und 8 Stahlbolzen sind noch im Weg. Ein Hindernis, das man mit 8 Mikroschneidladungen einfach beseitigen kann. Das ist geräuschlos und erschütterungsfrei, da die Schneidladungen mit Kompensatoren ausgerüstet sind, die durch gesteuerte Mikroexplosionen alle mechanischen Effekte unterdrücken.

Die Ladungen werden angebracht und gezündet. Dann zerreißt eine Explosion von fünf Tonnen (TNT-Äquivalent) das Verwaltungsmodul von Corebridge und angrenzende Habitat-Module. Darunter befindet sich auch das Vertriebszentrum der Werften von Deimarsax. Es gibt insgesamt 1353 Opfer, davon 867 final. Auch das Einsatzteam wird komplett gewiped, allerdings nicht final.

Das Netz ist plötzlich voll von geheimen Details der Info-Extraktion von Xiao Chu und Gra-Nun-Tek. Xiao Chu trägt in der öffentlichen Meinung als Auftraggeber die Hauptschuld an der Katastrophe. Deimarsax verlangt Schadenersatz von Xiao Chu und damit von Bilsass. Er beklagt die Verantwortungslosigkeit der Menschen in Selbstverwaltung, ihre Inkompetenz bei der Durchführung der Geheimoperation und überhaupt die Tatsache, dass Menschen ohne Erlaubnis Geheimoperationen ausführen. Er fordert, Xiao Chu besser zu kontrollieren.

Bilsass, der seit der Kampagne gegen Luhman 16 angeschlagen ist, gibt schließlich dem Drängen nach. Er kann seine Autorität auf einen Schlag komplett wiederherstellen durch die Erneuerung des Abhängigkeitsverhältnisses mit dem Beschützer der Deimos-Werften. Deimarsax verpflichtet sich öffentlich zu bedingungsloser, kritikfreier Treue. Im Gegenzug erhält er Xiao Chu, um es als neues Lehen an einen seiner eigenen Vasallen zu vergeben.

Damit verliert nun auch Xiao Chu seine Unabhängigkeit.

Die wahren Hintergründe um die Übermittlung des falschen Einsatzprofils für Luhman 16 und die komplexen Details der Abstimmung von Raumkrümmern für Höchstleistungen in verschiedenen Einsatzprofilen werden nie bekannt.

Der Konflikt zwischen den zwei Beschützern am Mars-Ring im Zuge dessen First Vortex Holdings neue Kredite an Corebridge Energy verweigerte, war künstlich herbeigeführt.

Die Neuausschreibung des Schiffskapazitoren-Auftrags durch die Deimos-Werften, die Corebridge endgültig in Schieflage brachte, war schon lange geplant aber trotzdem kein Zufall.

Der günstige Umstand, dass der Zugangscode zum Corebridge-Modul auf dem freien Markt verfügbar war, erscheint rückwirkend in einem anderen Licht.

Die Tatsache, dass einige Mikroschneidladungen eigentlich nicht mehrere Habitat-Module zerstören können, geht im entstandenen Chaos unter.

Xiao Chu kann nicht belegen, dass vor dem Info-Extraktionseinsatz die notwendigen Einverständniserklärungen eingeholt wurden, weil der Datensatz verschwunden ist.

Bilsass vermutet, dass die Kette der Ereignisse absichtlich herbeigeführt wurde. Aber seine neue gefestigte Position ist alles was zählt.

#Industrie #Krieg #Hightech #Chaos #Verschwörung #Unfall

http://jmp1.de/h2956

2791 Besuch des Contour-Systemfahrzeugs bei Cobol

Das Fahrzeug ist ein Konglomerat aus Milliarden Energieblasen zwischen 1m und 10 km mit einem Gesamtvolumen von 4 Millionen Kubikkilometern. Contour-Inkarnationen und -Blasen durchstreifen den Sektor für 3 Monate. Es wird berichtet von vielen Kontakten zwischen Menschen und Contour-Wesen, von gemeinsamen Reisen, Erlebnissen, Informations- und Erfahrungsaustausch. Nach mehrtägigen spektakulären Feiern reist die Hauptmasse des Contour-Fahrzeugs ab. Energieblasen werden noch weitere 20 Jahre gesichtet. Im Solsystem sogar wesentlich länger.

Das Contour-Fahrzeug entstammt einer weiter fortgeschrittenen (galaktischen?) Zivilisation. Es befindet sich nach Aussagen der Contour-Wesen auf ständiger Kreuzfahrt. Das Fahrzeug dient als mobile Basis für Inkarnationen von Contour-Wesen. Einige Menschen lernen Ausschnitte einer phantastischen Zivilisation kennen. Einzelne dürfen Zentren der Contour-Zivilisation besuchen. Deren reale Lage wird nicht bekannt. Man nimmt an, dass die Zivilisation im Wesentlichen delokalisiert ist und aus mobilen Netzknoten besteht. Die Erfahrungen mit Reisen von Menschen mit Contour-Wesen deuten auf zeitverlustfreie Kommunikation über sehr große Distanzen hin. Dabei bleibt unklar, ob die Contour überlichtschnelle Kommunikation mit großer Reichweite beherrschen oder ob die Kommunikation über ein Netz von interstellaren Relaisketten abgewickelt wird.

Während des Besuchs wurden überall im System Myriaden mikroskopisch kleiner Energieblasen beobachtet. Die Vermutung liegt nahe, dass diese Einheiten als Datensammler das System durchdrangen. Die wenigen gesicherten Erkenntnisse über die Informationskapazität der Contour-Technik lassen vermuten, dass die Einrichtungen des Systemfahrzeugs einen vollständigen Informationsabzug der menschlichen Zivilisation von Cobol erzeugt haben. Einige Menschen, die in engem Kontakt mit Contour standen, berichten sogar von einer virtuellen Simulation der Menschheit von Cobol auf molekularer Ebene und von Begegnungen mit menschlichen Inkarnationen der Contour. Ob die Menschheit nur Studienobjekt ist oder damit auf unvorstellbare Weise zu einem Teil der Contour-Zivilisation geworden ist, bleibt Spekulation.

Trotz vieler Kontakte bleiben nur wenige greifbare Einflüsse in Kultur, Wissenschaft und Technik. Es scheint, als ob die Contour den Informationsfluss sehr genau gesteuert haben, um die Auswirkungen ihres Besuchs zu minimieren.

Das Contour Systemschiff, dass Cobol besucht, hinterlässt nicht nur im Cobol-System, sondern in mehreren bewohnten Sonnensystemen der näheren Umgebung sogenannte Bojen: milchig-weiße kugelförmige Energieblasen verschiedener Größe. Die Bojen zeigen außer gelegentlichen Ortswechseln keine Aktivität. Im Sol-System wurden bislang 14 Bojen entdeckt. Die meisten mit Durchmessern von etwa 1 bis 10 Meter. Die bekannten Bojen sind verstreut über das gesamte Sonnensystem, eine innerhalb der Merkurbahn, 2 im Mars-Erde Bereich, 8 (!) in Jupiterumlaufbahnen und eine bei Neptun. Die übrigen 2 befinden sich Leerraum weit über, bzw. unter der Ekliptik. Die Neptunboje ist mit 50 m Durchmesser bei Weitem die Größe.

Warum sich mehr als die Hälfte aller gesichteten Contour Bojen bei Jupiter befinden ist nicht bekannt. Die Contour interessieren sich anscheinend sehr stark für die Vorgänge auf Jupiter. Es ist deshalb nicht auszuschließen, dass es auf Jupiter doch Leben gibt, vielleicht sogar intelligentes Leben. Sollte tatsächlich intelligentes Leben auf Jupiter der Grund für das Interesse der Contour sein, dann befindet es sich aber noch nicht im technischen Zeitalter und macht sich noch nicht bemerkbar.

Jupiter scheint für die Contour mindestens genauso interessant zu sein, wie der gesamte Rest des Systems, mit Erde, Mond, alle anderen bewohnten Planeten und tausenden Habitaten im Raum. Das ist nicht verwunderlich, da die Oberfläche Jupiters 100 Mal größer ist als die Erde. Falls es Leben auf Jupiter geben sollte, dann ist die Vielfalt der Arten vermutlich erheblich größer, als die des Lebens von der Erde.

#Überlichtgeschwindigkeit #ElderZivilisation #virtuell #Inkarnation #delokalisiert #Besucher

http://jmp1.de/h2791

2747 Erste Austragung des Raumrennens Rama-Sol nach dem Krieg

Das Rennen geht von Rama zur Erde über mehrere Wegpunkte. Zwischen den Wegpunkten ist die Strecke frei wählbar. Die Zwischenstationen liegen so, dass die Teilnehmer an Navigationshindernissen vorbeikommen, wo sie sich für die Route entscheiden müssen, die am besten zu den Möglichkeiten ihres Antriebs passt. Die Teilnehmerzahlen steigen in den nächsten Jahren schnell an.

Bei diesem ersten Rennen starten 12 private Yachten, 8 aus dem Rama System, 2 von der Erde und 2 von Syrak. Die Strecke geht von einer geostationären Umlaufbahn Ramas (des Planeten) zur Erde im Solsystem. Die ersten 2 Etappen sind innerhalb des Rama-Systems von Rama zum Gasriesen Dasharatha und dann zu einem KBO (Kuiper-Belt Objekt) namens Sumitra. Dabei müssen die Teilnehmer das Ringsystem Dasharathas durchqueren. Innerhalb der Dasharatha-Umlaufbahn (+ 1 AU) sind ÜL-Antriebe verboten. Deshalb geht die Strecke mit konventionellen Triebwerken senkrecht zur Ekliptik, dann möglichst nahe an der Sperrzone entlang und weiter nach Dasharatha. Interessant ist der erste Abschnitt dadurch, dass viele Asteroiden des zweiten Asteroidengürtels eine exzentrische Umlaufbahnen haben und manchmal der Route sehr nahe kommen. Bewohnte Habitate im Asteroidengürtel sind markiert und haben eigene Sperrzonen. Anschließend geht die Strecke im interstellaren Raum durch den Kataka-Gamma Nebel, und vorbei an einem Gravitationsriff (eine ausgedehnte Ballung dunkler Materie). Darauf folgt eine Sprint-Etappe an deren Ende man in einer Kombinationswertung aus Geschwindigkeit und Genauigkeit einen Kontrollpunkt möglichst dicht und schnell passieren muss. Im letzten Abschnitt zum Solsystem ist dann Dauerleistung gefragt. Die Etappe endet in 20 Lichtwochen Abstand zu Sol. Im letzten Abschnitt der regulären Strecke muss man auf einem selbstgewählten Kurs durch den dichteren Teil der Oort'sche Wolke navigieren, um bei Eris anzukommen. Eris steht weit außerhalb der solaren Ekliptik. Abschließend gibt es noch 2 Sprintwertungen. Die erste im ÜL-Betrieb von Eris zu einem Punkt 1 AU oberhalb der aktuellen Position der Erde und eine mit konventionellen Triebwerken von dort zu Luna. Für die ÜL-Sprintwertung ist das ÜL-Flugverbot in der Pluto-Raumkugel suspendiert.

Das Rennen war zwischen 2683 und 2704 alle 2 Rama-Jahre durchgeführt worden, dann aber wegen des Kontaktverbots während des Kriegs für 30 Jahre nicht möglich gewesen. Ab 2751 wird das Rennen jährlich durchgeführt. Die Teilnehmerzahlen steigen rasant, vor allem wegen dem Wirtschaftsaufschwung im Solsystem. Bei späteren Rennen treten Hunderte von Teilnehmern an, viele von Firmen gesponsert.

Immer wieder kommt es zu Ausfällen. Vor allem dann, wenn Piloten zu viel riskieren. Zum Glück sind das meistens nur Schäden am ÜL-Triebwerk. Manchmal müssen die Piloten mehrere Tage ausharren bevor ihr Schiff geborgen werden kann.

http://jmp1.de/h2747

2458 Erster Flug mit einer effektiven Geschwindigkeit von 1 c, sog. Egalitätsflug.

Fast 200 Jahre nach den ersten Versuchen zur Raummodulation und fast genau 100 Jahre nachdem erstmals eine Apparatur räumlich versetzt wurde, ist die Technik reif für den Überlichtflug. Zum ersten Mal in der Geschichte kommt ein Raumschiff (scheinbar) gleichzeitig mit seinem Licht am Zielort an.

Fortbewegung nach dem Raumkrümmer-Prinzip gibt es schon seit 70 Jahren. Anfangs betrug die effektiv nutzbare Geschwindigkeit nur ein Prozent der Lichtgeschwindigkeit, also einige tausend Kilometer pro Sekunde. Inzwischen hat sich die ÜL-Technik deutlich weiter entwickelt. Die scheinbare Geschwindigkeit ist bei 100 % c, also einfacher Lichtgeschwindigkeit angekommen. Mit ÜL-Antrieben könnte man theoretisch das Sonnensystem in wenigen Stunden durchqueren. Aber die höhere effektive Geschwindigkeit ist mit großen Problemen verbunden, denn Raumkrümmer reagieren sehr empfindlich auf Materie in ihrem Weg.

Überlichttriebwerke sind komplexe und fragile Maschinen. Die Konverter sind im sub-Nanometer Bereich relativ zueinander angeordnet und müssen diese Geometrie auch bei vielen Gigawatt Leistung und großen einwirkenden Kräften beibehalten. Die Abstimmung der Konverter, Geometrie und Leistung, reagiert dynamisch auf die Wechselwirkung von fraktaler Raumverzerrung durch Konverter und Raumkrümmung durch Störmassen. Die Abstimmung ist umso schwieriger, je größer die scheinbare Geschwindigkeit und je größer und zahlreicher die Störmassen sind.

Unvorhergesehene Materieansammlungen auf dem Kurs dejustieren die Konverter und beschädigen die Triebwerke. An den fraktalen Faltflächen der Konverterwirkung entstehen sehr hohe Gravitationsgradienten, die in Materie nukleare Reaktionen auslösen können. In der Frühzeit der ÜL-Raumfahrt gab es sogar bei kleinen effektiven Geschwindigkeiten radioaktive Verstrahlungen und nukleare Explosionen.

Der Effekt steigt exponentiell mit der Geschwindigkeit an. Bei einem tausendstel der Lichtgeschwindigkeit (entsprechend 300 km/s) kann man gefahrlos das Sonnensystem durchqueren. Bei 1 % c sollte man eine Lichtsekunde Abstand von Monden und Asteroiden halten. Schon die doppelte Geschwindigkeit ist nur auf Teilstrecken möglich, da ein Sicherheitsabstand von einigen Millionen km notwendig ist. Wohlgemerkt, nicht nur zu Planeten und Monden, sondern zu metergroßen Meteoriten. Flüge mit 2 % der Lichtgeschwindigkeit sind im Asteroidengürtel völlig unmöglich, aber auch im übrigen Sonnensystem sehr riskant.

Die Größe der Störmasse spielt eine wichtige Rolle. Alle hundert Kilometer trifft man im Sonnensystem auf einen Mikrometeoriten von Staubkorngröße. Objekte von Kieselsteingröße sind seltener, aber doch alle 100.000 km anzutreffen. Am Anfang waren sogar so kleine Massen gefährlich für die Antriebe. Diesen kleinen Teilchen kann man natürlich nicht ausweichen. Deshalb mussten die Antriebe erst toleranter gegen Störmassen werden, bevor man ÜL-Triebwerke einigermaßen sicher benutzen konnte.

Ein Großteil der ÜL-Forschung beschäftigt sich tatsächlich mit der Reaktion der Antriebe auf Störungen (genannt Geländegängigkeit). Der ÜL-Verkehr wurde erst praktikabel, als die Antriebe Störmassen im Bereich von einigen Tonnen tolerieren konnten. Meteoriten ab einer Größe von einem Meter kann man entdecken und ihnen dann ausweichen. Vor allem dann, wenn man die geplante Strecke vorher kartographiert. Manche Strecken werden sogar geräumt, d.h. sie werden mit konventionellen Antrieben abgeflogen und kleinere Meteoriten werden eingesammelt. Dabei muss natürlich die Orbitaldynamik berücksichtigt werden, was den Prozess sehr kompliziert. Den Weg zu räumen ist bei großen Massen nicht möglich. Da hilft nur Abstand halten.

Eine beliebte Technik ist deshalb, die Ekliptik (Ebene der Erdumlaufbahn) auf orthogonalem Kurs mit langsamer Geschwindigkeit zu verlassen und dann außerhalb der Ekliptik, wo die Materiedichte wesentlich geringer ist, auf Reisegeschwindigkeit zu gehen. Aber auch dieser Weg ist begrenzt, denn schon bei einem Zehntel der Lichtgeschwindigkeit beträgt der Mindestabstand zur nächsten Masse 2 astronomische Einheiten (AU). Das ist selbst für Kurse fern der Ekliptik schwer einzuhalten, denn auch außerhalb der Ekliptik gibt es viele Meteoriten in exzentrischen Solarorbits.

Die praktische Grenze außerhalb der Ekliptik liegt bei 3 % c, innerhalb bei 0,5 - 1 % c, je nach Risikofreude. Ein Triebwerksschaden ist nicht immer fatal. Meistens verliert das Schiff nur den ÜL-Antrieb. Das ist zwar unangenehm, aber das Schiff kann mit konventionellen Triebwerken weiter fliegen oder von anderen geborgen werden. Auch wenn das manchmal lange dauert. Bei Reisen außerhalb des Sonnensystems ist ein Schaden am ÜL-Antrieb problematischer, weil die Entfernungen so groß sind, dass konventionelle Antriebe für eine Bergung nicht ausreichen. Außerdem ist ein gestrandetes Schiff in einem Volumen von Lichtwochen oder -monaten Ausdehnung nicht leicht zu finden.

Außerhalb von Sonnensystemen ist die Materiedichte wesentlich geringer. Dort kann man die Lichtgeschwindigkeit (effektiv) deutlich übertreffen. Allerdings muss man erst Abstand gewinnen, um die hohe Geschwindigkeit ausspielen zu können. Schiffe, die interstellare Geschwindigkeiten benutzen wollen, müssen erst mit konventionellen oder langsamen ÜL-Antrieben aus dem System schleichen (üblicherweise senkrecht zur Ekliptik) und können dann in einigen AU Abstand auf 3 % c, nach einigen Lichtstunden auf 10 % c und später auf noch höhere Geschwindigkeiten gehen.

Auch der Egalitätsflug ist so angelegt. Die 1 c Etappe startet in 20 Lichtstunden Abstand nördlich der Ekliptik tief in interstellaren Raum. Das Versuchsschiff braucht einen Monat vom Mars bis zur Startposition. Der Egalitätsflug dauert dann nur zwei Stunden. Danach folgt wieder ein einmonatiger Rückflug.

Sowohl die Maximalgeschwindigkeit, als auch die Geländegängigkeit werden im Lauf der Zeit immer weiter entwickelt. Aber erst mit Exo-Technologie erreicht die Geländegängigkeit den Bereich von Gigatonnen mit dem man im inneren Sonnensystem auf bis auf 3 % c kommt.

http://jmp1.de/h/2458

#Lichtgeschwindigkeit #c #Sonnensystem #Überlicht #Warp #Energie #Ekliptik #Orbit #Raumschiff

2466 Die Dimitris Tatsopoulos verlässt das Sonnensystem als erstes Auswandererschiff mit Überlichtantrieb.

Ziel ist Luhman 16 in 6 1/2 Lichtjahren Entfernung. Der Flug dauert 35 Jahre. Luhman 16 ist ein System von brauen Zwergen mit mehreren Planeten und Monden. Die Auswanderer sind Survivalisten. Sie befürchten, dass die solare Zivilisation dem Untergang geweiht ist, sobald sie sich anderen Zivilisationen öffnet. Die Survivalisten steuern mit Luhman 16 absichtlich ein unattraktives System ohne bewohnbare Planeten an.

Die Besatzung besteht vollständig aus Uploads in Mechs, kybernetischen Androiden und klassischen Roboter in allen möglichen Formen und Funktionen. Die Mechs sind nicht auf bewohnbare Planeten angewiesen. Sie planen mit der mitgebrachten Ausrüstung Bodenschätze von den Monden des Systems zu extrahieren und eine interplanetare Zivilisation aufzubauen. Dafür führen sie Autofabs mit und eine große Bibliothek von Designs.

Die Dimitris Tatsopoulos fliegt effektiv mit einem Viertel der Lichtgeschwindigkeit. Der Stand der Technik ist 5-mal schneller als die Reisegeschwindigkeit der Dimitris Tatsopoulos. Aber moderne Antriebe können die theoretisch mögliche Maximalgeschwindigkeit nur für kurze Zeit aufrechterhalten. Bei hoher Geschwindigkeit sind die Antriebe sehr fehleranfällig. Überlichttriebwerke sind komplexe und fragile Maschinen. Sie operieren mit hohen Leistungsdichten an der Grenze des technisch Machbaren im Bereich der Energieversorgung, der Raummodulation und bei der Abstimmung der Gerätegeometrie mit Sub-Nanometer Toleranzen. Fliegt man nicht mit der theoretischen Maximalgeschwindigkeit, sondern deutlich langsamer, dann sind die Antriebe weniger belastet und laufen wesentlich länger.

Der Antrieb der Dimitris Tatsopoulos ist optimiert für die geplante Reisegeschwindigkeit. Überlichtantriebe, die 1/4 der Lichtgeschwindigkeit leisten, wie der der Dimitris Tatsopoulos, gibt es schon seit 25 Jahren. Aber erst jetzt ist die Technik so weit fortgeschritten, dass der Antrieb sehr lang durchgehend laufen kann. Die Besatzung der Dimitris Tatsopoulos hat die Hoffnung, den ÜL-Antrieb über Jahrzehnte funktionsfähig halten zu können. Das Schiff führt großen Mengen an Ersatzteilen und Fabinput mit, um den Antrieb bei Bedarf zu reparieren.

http://jmp1.de/h/2466

#interstellar #Auswanderer #Survival #Mech #Upload #Android