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3061 Ende der Chinti-Einigungskriege

Einem der letzten beiden dominierenden Schwärme (Krrz) gelingt es, seine Schwarmmarkierungen bei den meisten Schwarmherzen des letzten verbliebenen Konkurrenten (Zchf) zu platzieren. Sofort identifizieren sich die Individuen des jeweiligen Zchf Schwarmherzes mit Krrz und wechseln die Seiten. Damit gehören 70% der Chinti zu Krrz. Einzelne Zchf-Schwarmherzen können noch einige Jahre Widerstand leisten. Bis 3070 übernimmt Krrz einige kleinere Schwärme, die sich bis dahin aus den Auseinandersetzungen der großen Schwärme herausgehalten hatten. Die letzten bekannten Zchf-Schwarmherzen werden bis 3073 assimiliert. Alle Chinti gehören nun zum siegreichen Schwarm. Damit endet eine fast 300 Jahre lange Phase der streitenden Schwärme.

Chinti-Individuen aller Kasten werden mit den genetischen Markierungen des Schwarmherzes geboren. Damit gehören sie zu ihrem Schwarm. Sie werden von anderen erkannt und betrachten sich selbst als Mitglieder des Schwarms. Es ist nicht möglich einen Chinti zu überreden, zu bestechen oder zu bedrohen, um ihn zum Seitenwechsel zu bewegen. Die Loyalität ist nicht erschütterbar. Chinti-Individuen sind genetisch auf die Treue zum Schwarm (bzw. zu Schwarmherz) geprägt.

Diese genetische begründete Treue klingt nach irdischen/solaren Begriffen uneingeschränkt und unveränderbar. Aber in der Chinti-Biologie ist die genetische Struktur von Individuen flexibler. Chinti können Informationen durch genetisch kodierte Transmitterstoffe übertragen. Historisch wurde ein Großteil der permanenten Information genetisch gespeichert. Während die Menschen Schrift und Buchdruck entwickeln mussten, hatten die Chinti schon immer permanente Speichermöglichkeiten auf Gen-Basis fest eingebaut in ihre Biologie. Im modernen Informationszeitalter verwenden natürlich auch die Chinti digitale Speicher für die gigantischen Datenmengen einer modernen Zivilisation. Aber der grundlegende Mechanismus zur Weitergabe genetischer Information bleibt.

Schwarmmarkierungen sind genetisch kodiert. Sie werden mittels Gentransmitter durch die Luft übertragen. Die Chinti-Biologie ist dafür ausgelegt, schon Spuren von Gentransmittern zu erkennen und zu verarbeiten. Deshalb sind Chinti sehr empfänglich für die Schwarmmarkierungen, die von den siegreichen Truppen verbreitet werden. Die neuen Schwarmmarkierungen verbreiten sich rasant im Nervensystem eines Chinti-Individuums. Damit wechselt das Individuum die Schwarmzugehörigkeit. Aus menschlicher Sicht sieht das aus, wie eine Virusinfektion, die sehr schnell verläuft und die Meinungen und Gedanken des Infizierten manipuliert. Für die Chinti ist es der normale Ablauf. So verbreiten sich Informationen und Überzeugungen.

Für die Übertragung ist ein biologischer Kontakt nötig. Deshalb können Chinti sich mit technischen Abschirmungen widersetzen. Feldschirme, Feldanzüge oder einfache luftdichte Schutzanzüge reichen aus. Bei Kämpfen im Weltraum gibt es natürlich keinen Direktkontakt. Chinti-Schiffe kämpfen deshalb bis zum Ende. Sie geben nie auf. Historisch war das ganz anders. Bei archaischen Chinti wurden offene Feldschlachten durch die Übermacht der Schwarmmarkierungen in der Luft entschieden. Sobald eine der konkurrierenden Schwarmmarkierungen überwog, wechselten die Krieger die Seiten. Bei militärischen Konflikten ging es deshalb darum, die Anzahl der gegnerische Krieger zu verringern. Je weniger Krieger überlebten, desto weniger konnten ihre Schwarmmarkierungen verbreiten. Sobald eine Seite genetisch die Oberhand gewann, war die Schlacht entschieden. Die verbliebenen Truppen der unterlegenen Partei mussten nicht gefangengenommen werden, sondern sie schlossen sich dem überlegenen Schwarm an und wurden zu vollwertigen Mitgliedern des Schwarms. Die Windrichtung spielte eine große Rolle für die Taktik. Und der Einsatz von Markierern, eine Chinti-Kaste, die für die Verbreitung von Schwarmmarkierungen spezialisiert ist.

In modernen Auseinandersetzungen zwischen Schwarmherzen sind die (biologischen) Truppen vor fremden Schwarmmarkierungen geschützt. Will man heute einen Chinti-Krieger umdrehen, dann muss man ihn entwaffnen und seinen Schutzanzug entfernen oder seinen Feldschirm deaktivieren. Aber Chinti-Krieger geben nie auf. Es ist nicht leicht sie zu entwaffnen. Im Lauf der Zeit haben die Chinti viele Techniken entwickelt, um abgeschirmte feindliche Krieger zu markieren. Anfangs mit Markierungsbomben, die mit winzigen nicht tödlichen Splittern Schutzanzüge perforierten. Darauf reagierte man mit verstärkten Schutzanzügen und anderen Gegenmaßnahmen. Später kamen Nanobots dazu, die sich durch Panzerungen arbeiten und die Transmitterstoffe gleich mitführen. Zur Abwehr gibt es Nanophagen, Wolken von Verteidigungs-Nanobots, die Krieger einhüllen und vor den Gen-Bots schützen. Das sind die gleichen Techniken wie bei den Menschen mit dem Unterschied, dass die Waffen der Menschen versuchen zu töten oder zumindest auszuschalten, während Chinti versuchen zu markieren und umzudrehen.

Um ein Schwarmherz einzunehmen müssen nicht nur die Chinti-Individuen markiert werden, sondern auch das Schwarmherz. Schwarmherzen sind wesentlich resistenter als Individuen. Sie haben selbst große Mengen an Gentransmittern in den Drüsen wo diese produziert werden. Um ein Schwarmherz zu übernehmen, müssen die Angreifer die vorhandenen Gentransmitter möglichst gut entfernen. Dann versuchen mehrere Markierer die Genhoheit zu erlangen. Wie viele Markierer nötig sind und wie lange das dauert, hängt sehr stark von der Größe des zu übernehmenden Schwarmherzes ab. Man schätzt, dass 10-20 Markierer mehrere Stunden brauchen. Die Angreifer müssen dafür die Verteidiger des Schwarmherzes ausschalten und dann den Bereich sichern. Naturgemäß wird das Schwarmherz besonders gut verteidigt. Es ist einfacher, erst die Truppen der Verteidiger zu übernehmen und dann das unverteidigte Schwarmherz zu bearbeiten. Aber die frühe Einnahme des Schwarmherzes hat einen bedeutenden Vorteil für die Angreifer. Chinti-Individuen wollen die genetische Prägung ihres Schwarmherzes haben. Sobald sie erfahren, dass das Schwarmherz markiert wurde, versuchen sie von sich aus, die neue Genmarkierung zu erhalten. Sie bekommen die genetische Information entweder vom gerade übernommenen Schwarmherz, bei feindlichen Markierern oder einfach indem sie sich der Markierung nicht widersetzen. Mit anderen Worten: sobald das Schwarmherz markiert ist, folgen die Chinti-Krieger und alle anderen Kasten freiwillig.

Beide Strategien können gleichermaßen zum Erfolg führen. Man kann entweder die Truppen des Feindes zu besiegen oder das Schwarmherz einnehmen. Die Kombination der Strategien ergibt eine komplexe taktische Situation. In der Spieltheorie heißt diese Kombination "Symmetrisches Capture the Flag mit Siege Timer" parallel zu einem "Team Deathmatch mit Unit Flip".

#Krieg #Bürgerkrieg #Aliens #Genetik

http://jmp1.de/h3061

2202 Weltweit fallen 120 Millionen Menschen einem künstlichen Virus zum Opfer bevor die Seuche eingedämmt werden kann

Mehr als eine Milliarde Menschen werden infiziert, 500 Millionen erkranken, davon ein Viertel mit tödlichem Ausgang. In Nordchina wo das Virus zuerst auftritt, sind die meisten Opfer zu beklagen. Das Virus ist die Mutation eines industriellen Stammes aus der Produktion von tierfreiem Protein, künstlichem Fleisch, auch Fauxflesh genannt.

Das Genom des Virus wurde vollständig künstlich erzeugt. Konstruktion von Genen mit maßgeschneiderten Funktionen ist weit verbreiteter Stand der Technik. Die Anwendung der Technologie ist in den meisten Ländern staatlich reguliert.

Moderne Gentechnologie wird vielfältig eingesetzt:

- In der Medizin arbeiten Proteine als biologische Nanomaschinen bei der Heilung und zur Lebensverlängerung.

- Wasser wird weltweit durch Industriebakterien gereinigt, die mit ihren natürlichen Ahnen nicht mehr viel gemein haben.

- Viren als Bakteriophagen haben geholfen die Antibiotika-Krise zu überwinden.

- In der Nahrungsmittelproduktion werden Erträge gesteigert. Mit der Einführung von Skotaphyll als Chlorophyll-Ersatz hat sich die Produktion auf gleicher Fläche verdreifacht.

- Die Fleischindustrie muss viermal so viel liefern, wie 200 Jahre zuvor. Nur der geringste Teil wird natürlich "am Tier" hergestellt. Das meiste Fleisch wächst in Fleischfarmen mithilfe von Industriebakterien und -Viren. Gerade in der Lebensmittelproduktion sind Viren besonders verbreitet.

Viren können zusätzliche Funktionen in die Zielsysteme, die wachsenden Nahrungsmittel, einbringen. Sie verändern den Stoffwechsel und beschleunigen das Wachstum. Viele Nahrungsmittel wachsen überhaupt nur mithilfe der Viren unter den veränderten Bedingungen industrieller Produktion.

Die Verbraucher wollen möglichst naturidentische Nahrungsmittel, auch wenn diese anders gewachsen sind. Das heißt, die Gene der Nahrungsmittel können nur gering verändert werden. Die moderne Nahrungsmittelproduktion braucht aber viele zusätzliche Funktionen in den Zellen von Nutzpflanzen und Fauxflesh. Die Gene für diese zusätzlichen Funktionen werden über künstliche Viren gezielt eingebracht. Andere Viren (Virasen) machen später die Genveränderung rückgängig, um ein naturidentisches Produkt zu erzeugen. Die Verbreitung der funktionalen Viren nutzt die Fähigkeit von Viren, sich durch den Replikationsmechanismus der Wirtszellen zu vermehren. Das kommt natürlich einer hochansteckenden Infektion gleich, wird aber in der Nahrungsmittelindustrie nicht so genannt.

Ohne industrielle Viren wäre die Nahrungsmittelindustrie viel weniger leistungsfähig. Sie könnte man nur ein Drittel der Bevölkerung so reichhaltig ernähren und müsste trotzdem dafür jeden Tag hundert Millionen Tiere töten.

Aber die industrielle Anwendung von Gentechnik hat auch Nachteile. Die wenigsten Nahrungsmittel sind wirklich naturidentisch. Das Basisgenom aller Pflanzen und Fauxflesch-Zellkulturen ist verändert. Und trotz Virasen und ständigen Kontrollen gelangen Rückstände der Industriegene in die Nahrungsmittelprodukte. Die großmaßstäbliche Infektion von Lebensmitteln in der Produktion durch funktionale Viren und Virasen muss genau überwacht werden. Die Funktionen der Viren sind in den meisten Fällen so speziell, dass selbst bei einer Übertragung kein Risiko für den Menschen besteht. Aber der Verbreitungsmechanismus ist nicht ohne Risiko.

Die schnelle Einbringung zusätzlicher Gene in alle Zellen des Zielsystems benutzt eine künstliche Infektion mit stark beschleunigter (manche sagen: aggressiver) Vermehrung. Stets stehen Antiviren bereit, die die Funktionsviren bekämpfen können und Virasen, die ihre Effekte umkehren. Und normalerweise ist der Infektionsweg so speziell auf das Zielsystem zugeschnitten, dass sich die Viren außerhalb der Produktion nicht verbreiten können. Aber in Ausnahmefällen kann eine Infektion auch ausbrechen und die Umwelt treffen.

Es gibt im 21. und 22. Jahrhundert viele Zwischenfälle mit industriellen Biokomponenten. Einige auch mit schlimmen Folgen für Biotope, Flora und Fauna. Der Nordchina-Ausbruch mit den dramatischen Folgen für die Menschen ist der schlimmste Einzelfall. Aber bezogen auf die Weltbevölkerung ist er kleiner als die spanische Grippe 300 Jahre zuvor. 

#Virus #Nahrungsmittelindustrie #Unfall 

2148 Markteinführung des beliebten Kinder Gen-Baukastens "Darwin"

Darwin von Jogos Ubirajara ist der erste Gen-Baukasten, der die Herstellung künstlicher Lebensformen auf spielerische Weise abbildet. Die Zielgruppe sind Jugendliche von 14 bis 17 Jahre.

Der Baukasten enthält einen intuitiven Gen-Designer mit HUD-Schnittstelle. Der Designer dient dazu, Organismen zusammenstellen. Die Grundform ist ein Omnipod, ein vollständig künstliche Lebensform. Der hier verwendete Omnipod ist eine angepasste, vereinfachte Variante der weit verbreiteten H8Z2(b)-Linie, der Standardplattform unzähliger wissenschaftlicher Experimente. Im Gen-Designer wählt und kombiniert man die gewünschten Eigenschaften. Eine große Bibliothek von vorgefertigten genetischen Merkmalen steht dafür zur Verfügung. Der Designer wird über Neuroimplantate (Nimps) bedient. Da viele Kinder erst nach der Pubertät ihre Nimps bekommen, lässt sich der Designer auch mit VR-Brille und sogar per Panorama-Tapete bedienen.

Ist das Design abgeschlossen, dann kann der Organismus hergestellt werden. Ein Chromosom-Drucker synthetisiert die DNA. Der Drucker braucht dafür typischerweise ein paar Stunden. Er kommentiert den Fortschritt mit lehrreichen Animationssequenzen. Dabei erfährt man welche Gene und Eigenschaften gerade gebaut werden. Man kann so den Entstehungsprozess im Detail verfolgen. Der Drucker kapselt schließlich das fertige Genom in eine künstliche Zellkernhülle.

Per virtuellem Drag-and-Drop übergibt die Benutzerin den Kern dann aktiv an die Wachstumseinheit, den sogenannten Crescer. Dort wächst aus der ersten Zelle der Organismus heran. Der Crescer ist ein vollautomatisches Wachstumssystem mit allen notwendigen Ernährungs-, Reinigungs-, und Kontrollfunktionen. Im Starterset enthalten ist Wetware für 10 Läufe: 10 neutrale Basiszellen und 10 Einmal-Wombs (Softkokons mit biologischem Adapter zum Crescer) mit je 20 ml Kapazität.

Zwei Liter beigefügte Nährlösung mit allen proteinogenen Aminosäuren reichen dank der patentierten Recyclingtechnik des Wachstumssystems für bis zu 200 g Lebensformen. Die Verbrauchsgüter lassen sich leicht nachbestellen. Der integrierte Monitor ordert rechtzeitig neues Material. Ein Refill-Abo wird empfohlen, um ungebremsten Spielspaß zu gewährleisten.

Mit dem Aufbaukasten "Sequenzierer" kann man das Genom von Lebensformen analysieren und deren Gene der eigenen Bibliothek hinzufügen. Zum Beispiel lassen sich die Gene von Hautpigmenten aus vielen Pflanzen gewinnen. Die Kombination von Genen aus verschiedenen Quellen erfordert einige Übung, da Gene miteinander interagieren. Eine zusätzliche Simulator-Software als Addon kann da helfen. Der Simulator spart Fehlversuche, die nur unnötig Material verbrauchen, aber nicht lebensfähig sind.

Für Fortgeschrittene gibt es einen Protein-Designer in dem funktionale Gruppen gezielt erstellt werden können. Die Kernkomponente ist ein integrierter Protein-Folder, der auch im Profi-Bereich eingesetzt wird.

Neben dem Omnipod stehen andere Plattformen als Upgrade zur Verfügung. Jede Plattform kommt mit einer eigenen Merkmalsbibliothek. Jogos Ubirajara legt sehr großen Wert auf eine gute Abstimmung zwischen Plattform und Merkmalsbibliothek und auf die uneingeschränkte Kombinierbarkeit der Merkmale.

Mit Sequenzierer und Protein-Designer kann man neue Merkmale entwerfen und veröffentlichen. Schon nach kurzer Zeit sind hunderte neue Merkmale im Umlauf. Zum Teil werden sogar wissenschaftliche und kommerzielle Genvorlagen für die "Darwin" Plattformen adaptiert. Natürlich kann man auch komplette Designs, Gen-Templates bestehend aus funktional abgestimmten Merkmalen herunterladen und ausprobieren.

Manche Designs haben praktische Anwendungen, wie das "Flusenpod"-Template aus dem eine kleines eiförmiges Wesen entsteht, das auf vier Stummelbeinen läuft, unermüdlich Staub in der Wohnung einsammelt und von der Darwin-Nährlösung lebt. Den passenden Nährlösungsspender kann jeder handelsübliche Drucker herstellen.

Ein bemerkenswertes Design ist der Meerk4t-Flyer. Ein flugfähiges Wesen, das über einer bestimmten Stelle kreist und einen Pfiff abgibt, wenn sich ein anderer Mensch nähert. Für so komplexe Funktionen braucht man allerdings das ZNS-Level-3 Upgrade für den Crescer und 100 ml Wombs.

Die CGG (Chaos Gene Group) zeigt wie man Darwin hacken kann. Die Tüftler verwenden Darwin, um biometrische Verifikation zu täuschen. Sie sequenzieren eigene (oder fremde) menschliche DNA und stellen daraus DNA-treue Fingerabrücke her. Fingerabdrücke, die nicht nur das richtige Muster aufweisen, sondern auch DNA-Flashtests standhalten (Template "Goldfinger"). Mit einigem Aufwand ist es sogar möglich, künstliche Augen herzustellen, die Retina-Muster für Zugangskontrollen perfekt imitieren.

http://jmp1.de/h2148

2491 Multitasking Bewusstsein als Genmodifikation

Eine neue Genmodifikation namens Ikenga erweitert das menschliche Bewusstsein. Menschen können mit Ikenga mehrere parallele Gedankengänge gleichzeitig verfolgen. Man kann sich auf mehr als eine Aufgabe konzentrieren, z.B. ein Gespräch führen und gleichzeitig ein Buch lesen. Der erreichbare Parallelitätsgrad ist von Mensch zu Mensch verschieden. Bei machen sind bis zu 6 parallele Gedankengänge möglich. Die meisten Menschen mit Ikenga können 3 Aufgaben gleichzeitig lösen.

Ikenga ermöglicht echtes Multitasking. Dafür werden einige Bereiche des Gehirns durch die Genmodifikationen mehrfach ausgebildet. Das Spektrum der parallelen Fähigkeiten ist nicht vollständig variabel. Bei der Implementierung wählen Eltern, ob das Kind mehrere mathematische, planerische oder emotionale Prozesse ausführen soll. Kombinationen sind möglich. Typisch ist eine Spezialisierung für eine lernende und 2 planerische Aufgaben. Funktionen, die von der Spezifikation der parallelen Implementierung abweichen, sind trotzdem möglich, aber etwas weniger effizient. Unterbewusste Prozesse laufen weiterhin ab. Ikenga schafft auch Verbindungen zwischen dem parallelisierten Neocortex und der unterbewussten Ebene. Alle parallelisierten Prozesse profitieren von Intuition und Assoziation.

Ikenga hat eine lange Entwicklung hinter sich. Erste Anfänge gehen ins 21. Jahrhundert zurück. Praktische Versuche gab es schon im 22. Jahrhundert. Die Fähigkeit war aber sehr lange nicht nebenwirkungsfrei. Es gab fast immer begative Begleiterscheinungen von Persönlichkeitsveränderung bis zu geistiger Instabilität. Echtes Multitasking ohne messbare Ausfälle gibt es erst seit 100 Jahren. Trotzdem war der praktische Nutzen anfangs noch eingeschränkt, weil die Parallelisierung der Verbindung zu anderen Gehirnbereichen unvollständig war. Außerdem gab es vor Ikenga immer einen primären und weitere sekundäre Gedanken. Auch wenn diese echt parallel liefen, waren sie nicht gleichberechtigt. Ikenga ist so ausgereift, dass Intuition, Gedächtnis, Sensorik, Motorik und viele andere Funktionen gleichberechtigt mit den parallelen Gedanken interagieren. Bei Ikenga verzichtet man erstmals auf den originalen, unmodifizierten Primärthread.

Die Entwicklung war besonders schwierig, weil Multitasking natürlich mit diversen anderen Genmodifikationen am Markt kompatibel sein muss. Man will schließlich nicht auf Assoziationsbooster, Lernoptimierung, schnelle Reifung, Schlafreduktion und vieles andere verzichten, was im 25. Jahrhundert zum Alltag gehört.

Multitaskingfähigkeiten wurden zwar auch vorher für Spezialanwendungen implementiert, aber die Alltagstauglichkeit kommt erst mit der Ikenga-Generation von Multitasking-Genmods. Ikenga kommt zwar als erstes voll ausgereiftes Multitasking-Produkt auf den Markt, aber an vielen Stellen wird in die gleiche Richtung geforscht. Innerhalb weniger Jahre folgen viele vergleichbare Entwicklungen.

Ikenga wird entwickelt von Mmelite Ewu Labs und vermarktet von Descartes Jiyin. Am Anfang wird Ikenga nur von lizensierten Gensplicern implementiert. 10 Jahre später ist es aber überall zu haben, wie andere vergleichbare Produkte. Man vermutet, dass die Hälfte aller Multitasking-Genmods von Ikenga abgeleitet ist, entweder als lizensiertes Whitelabel-Produkt oder als Raubkopie.

http://jmp1.de/h/2491

#Genetik #Multitasking #Gehirn #Intelligenz

2181 Skotaphyll revolutioniert die biologische Nahrungsmittelproduktion

Trotz synthetischer Nahrungsmittelproduktion gibt es immer noch eine große Nachfrage nach organisch gewachsenen Lebensmitteln. In vielen Gesellschaften gilt Fleisch von Tieren inzwischen als unanständig. Als Ersatz sind synthetisch hergestelltes Fleisch und entomologisches Protein (Insekten) weit verbreitet. Bei den Pflanzen gab es einen Produktivitätsschub durch genetische Optimierung, vertikale Farmen und kontrollierte Agroparks. Trotzdem müssen Pflanzen weiterhin wachsen. Alle Energie wird über Licht und Photosynthese zugeführt. Selbst bei optimierten Umweltbedingungen ist das Wachstum beschränkt durch die photosynthetische Effizienz der Pflanze.

Skotaphyll ist ein Ersatz für Chlorophyll. Seine photosynthetische Effizienz ist - je nach Pflanze - um einen Faktor von 2 bis 4 höher als bei Chlorophyll. An der Huangfu Mi Universität von Nanyang gelingt der Einbau von Skotaphyll-Genen in verschiedene Nutzpflanzen. Die Pflanzen nehmen mehr Energie aus dem verfügbaren Licht auf und werden dadurch produktiver. Der Skotaphyll-Genkomplex ist schon seit 40 Jahren bekannt. Aber an der Huangfu Mi Universität wird der Genkomplex erstmals so adaptiert, dass er als direkter Ersatz für die Chlorophyll-Gene in viele unterschiedliche Pflanzen eingebracht werden kann. Danach werden die Gene durch natürliche Befruchtung und Aussaat vererbt.

Binnen 20 Jahren verdoppelt sich die pflanzliche Nahrungsmittelproduktion weltweit. Pflanzliche Nahrungsmittel werden günstiger und für mehr Menschen erschwinglich. Besonders wichtig ist die Skotaphyll-Revolution für die orbitale und interplanetare Nahrungsmittelversorgung. In der Raumfahrt sind alle lebenserhaltenden Ressourcen beschränkt. Nur in selten ist genug Platz und Zeit vorhanden um Lebensmittel natürlich wachsen zu lassen. Lebensmittel werden immer noch überwiegend synthetisch hergestellt oder von der Erde importiert. Mit der Produktivitätssteigerung durch Skotaphyll wird der Break-Even Punkt überschritten bei dem es sich lohnt, Pflanzen im Orbit auf natürliche Weise wachen zu lassen. Unter kontrollierten Bedingungen ist die Leistungssteigerung dicht am theoretischen Maximum von 400%. Orbitale Agroparks werden damit günstiger als die Lieferung von der Erde und konkurrenzfähig gegenüber vollsynthetischer Nahrung.

http://jmp1.de/h/2181

#Landwirtschaft #Sonne #Energie #Gentechnik

2239 Einführung der afrikanischen Big 5 in Südamerika.

Afrikanisches Großwild wird in der Amazonas-Savanne angesiedelt.

Die Naturreservate Afrikas wurden in den vergangen 200 Jahren stark reduziert. Die meisten mussten bis Ende des 21. Jahrhunderts den Menschen weichen. Viele der großen Tiere Afrikas sind vom Aussterben bedroht oder sogar schon verschwunden. Der Leopard ist fast ausgestorben. Es gibt nur noch kleine Gruppen in Zoos. Büffel und Nashorn gibt es nicht mehr in freier Wildbahn, aber größere Populationen als Nutztiere (Büffel für Milch und Fleisch, Nashorn für das Horn). Nur afrikanischer Elefant und Löwe leben noch in freier Wildbahn. Beide Spezies werden sehr stark "verwaltet", ihre Wanderungen gesteuert, ihre Fortpflanzung unterstützt. Anderen großen Arten, wie Gnu, Zebra, Antilopen und Gepard geht es nicht besser.

In Südamerika ist die Bevölkerungsdichte vergleichbar der Afrikas im 20. Jahrhundert. Auf dem afrikanischen Kontinent ist die Bevölkerungsdichte fast viermal so hoch. Die Amazonas-Region ist seit der Abholzung des Regenwaldes eine Savanne. Das Klima entspricht dem Zentralafrikas. Die Äquatorialregion Brasiliens ist sehr trocken. Mangels Wasser kann nur ein Teil des Amazonas landwirtschaftlich genutzt werden. In den zwanziger Jahren des 23. Jahrhunderts gelingt es Animais Selvagens del Mundo große Naturreservate im Amazonas auszuweisen, die für die afrikanischen Großwildarten geeignet sind.

Nach gründlicher Analyse und Vorbereitung werden ab 2239 mehrere  Arten angesiedelt, einschließlich wichtiger Elemente der Nahrungskette. Die moderne Gentechnik (Gengineering) spielt dabei eine wichtige Rolle. Der Südamerikanische Jaguar muss dabei den ausgestorbenen Leoparden ersetzen. Zusätzlich zu den Big 5 werden im Laufe der nächsten Jahre auch Gnu, Zebra, und verschiedene Antilopen und Gazellen umgesiedelt.

Afrika verliert das letzte Großwild Anfang des 24. Jahrhunderts. Viele große Arten überleben dank der Umsiedlung in den Naturreservaten Südamerikas.

http://jmp1.de/g/ie/2239

#scifi #Erde #Tiere #Genetik #Ökologie

2295 Markteinführung der Eosix-Genvorlage, einer weiterentwickelten Version der beliebten BRAIN Gen-Modifikation

Markteinführung der Eosix-Genvorlage, einer weiterentwickelten Version der beliebten BRAIN Gen-Modifikation. Eosix integriert die kognitiven Fähigkeiten von BRAIN, vor allem schnelle Auffassungsgabe und frühere geistige Reife, mit den Schlaf-reduzierenden Eigenschaften von Eos6.

Eosix, Eos-IX: von Eos, der Göttin der Morgenröte und IX, röm. 9 (für Eos Version 9), nicht zu verwechseln mit Eos6 (Eos Version 6). Die Eos-Vorlagen reduzieren die Schlaf-Zeiten deutlich. Sie sind seit 80 Jahren verfügbar, hatten anfangs (bis Version 4) aber Nebenwirkungen, die medikamentös kompensiert wurden.

Menschen mit Eos-Genen kommen langfristig mit nur 4 h Schlaf aus (ab Eos6). Eos setzt dafür an vielen Stellen an. Einige Mechanismen, die bei Basis-Genen vor allem im Schlaf ablaufen, werden auch zu Wachzeiten aktiv. Dazu gehören Muskelwachstum bzw. Reparatur und enzymatische Reinigung von Neuronen. Ganz neu ist die Ausbildung des Infrakortex im Gehirn, der durch eine Vorverarbeitung die Reorganisation von Information im Gehirn beschleunigt und dabei zusätzlich die Assoziationsfähigkeit anhebt. Ein bewährter Genkomplex aus der Alpha-Serie organisiert eine generelle Entlastung des Blutkreislaufs durch niedrigere Herzfrequenz und Blutdruck auch zu Wachzeiten, ein anderer die beschleunigte Regeneration des Kreislaufs im Schlaf. Eos6 ist sehr ausgereift und wird als nebenwirkungsfrei empfunden.

Die Wechselwirkungen von Eos und BRAIN im kognitiven Bereich erschwerten lange eine Kombination beider Modifikationssets. Mit der nun gelungenen Synthese von Eos und BRAIN ist eine Genvorlage verfügbar, die Lernen beschleunigt, den IQ moderat anhebt und gleichzeitig lebenslang den Schlafbedarf reduziert.

Die ideale Grundlage für das Leben im 24. Jahrhundert. Moderne Menschen lernen früher und wesentlich mehr als 300 Jahre zuvor. Sie sind mit 14 erwachsen und wählen ihre Berufe. Bei den üblichen 20 Wachstunden pro Tag bleibt neben einer Duoyang-geprägten Arbeitswelt noch genügend Zeit für Familie und Freizeit.