Forscher von M'kele entdecken Ruinen des legendären Solemischen Reichs. Finanziert und geleitet wird die Gruppe von Ghislaine Tsibinda et Abo ne Umlambo einem wohlhabenden Autodidakten von M'kele, der sich intensiv mit den Legenden interstellarer Nachbarvölker beschäftigte. Tsibinda fand Hinweise auf verschollene interstellare Ruinen des legendären Reichs. Nach einer langen Suche entdecken die Forscher um Tsibinda schließlich riesige Infrastrukturcluster im interstellaren Raum, die schon vor langer Zeit aufgegeben wurden.
Mit der Entdeckung wird eines der großen Rätsel der modernen Geschichtswissenschaft gelöst. Bis zu diesem Zeitpunkt waren fast keine Relikte des Solemischen Reichs gefunden worden, obwohl das Reich im lokalen Sektor Jahrtausende geherrscht hatte. Historiker gingen davon aus, dass die jeweiligen Nachfolgemächte die Infrastruktur übernommen und im Lauf der Zeit verändert haben. Tsibindas Entdeckung beweist, dass das Solemische Reich die meisten Mittel im interstellaren Raum bündelte, weitab von Sonnen und bewohnbaren Planeten. Die Installationen waren in der Nähe von Irrläuferplaneten und braunen Zwergen, die als Rohstoffquellen dienten. Die Konstruktionen waren riesig, aber ohne genaue Koordinaten verlieren sie sich im interstellaren Raum.
Warum sich diese Zivilisation von Sonnen fernhielt, ist nicht geklärt. Aber für eine High-Tech Zivilisation ist die Nähe zu einer Sonne nicht wichtig. Energie ist im Überfluss vorhanden, wenn es eine Wasserstoffquelle gibt, wie einen Eisriesen einen braunen Zwerg. Ein Leben im interstellaren Raum ist gar nicht so ungewöhnlich. Schon seit über 500 Jahren kennen die Menschen den Mansalu-Komplex. Ein Großteil der Mansalu lebt im interstellaren Raum.
Bei vielen Völkern gibt es mobile Habitate, die sich vor allem im interstellaren Raum aufhalten. Sie "ankern" an Einzelgängerplaneten und besuchen gelegentlich Sonnensysteme. Einige sind sehr groß, manchmal hundert Kilometer und von vielen Millionen Individuen bewohnt. Sie sind wirtschaftlich autark und sind eigene kleine Welten. Viele dieser Habitate sehen die hohe Dichte planetarer Systeme eher als Risiko, denn als Bereicherung an. Die Besonderheit im Fall des Solemischen Reichs ist, dass sich fast die gesamte Zivilisation im interstellaren Leerraum befand.
Ghislaine Tsibinda beginnt seine berufliche Karriere 2780 als Effizienzmanager bei Logistikdienstleistern im M'kele Orbit, wo er die automatische Optimierung von Dockingprozeduren überwacht. Er durchläuft verschiedene Stationen bis er schließlich 2890 Haupthafenmeister des Morogoro-Terminals wird. Damit ist er verantwortlich für die Abwicklung von 30% des Handelsvolumens im System.
Es ist eine schwierige Zeit. Das interstellare Frachtaufkommen geht zurück, weil die Handelswege unsicher werden und Märkte verlorengehen. Wenige Jahre später gerät sogar das Solsystem unter Fremdherrschaft und fällt damit als Handelspartner für M'kele aus. Tsibinda behält seine Stellung bis in die Zeit der Rückeroberung im Solsystem und setzt sich Anfang des 31. Jahrhunderts zur Ruhe, um seinem Hobby nachzugehen.
Schon sehr lange hatte er sich mit Legenden verschiedener interstellarer Völker beschäftigt. Sein besonderes Interesse gilt dem legendären Solemischen Reich in einem Zeitraum von vor 7000 bis 10000 Jahren. Aus dieser Zeit gibt es fast keine digitalen Aufzeichnungen. Die meisten Daten sind im dunklen Zeitalter nach dem Ende des Mercato-Imperiums verlorengegangen. Es gibt aber Sagen und Legenden bei Völkern, die schon vor 7000 Jahren (ca. 4000 v.Chr.) eine raumfahrende Zivilisation hatten.
Nach dem plötzlichen Ende des Mercato-Imperiums um 3700 v. Chr., stürzte der Sektor in ein dunkles Zeitalter. Die betroffenen Völker verloren den größten Teil ihrer technologischen Fähigkeiten. Neo-Barbaren, Hochzivilisationen und Völker mit inkompatiblen Moralsystemen gerieten in Konflikt. Die Auseinandersetzungen kosteten viel Kraft. Schutz vor Überfällen und Rüstung gegen die Nachbarn verbrauchten wertvolle Ressourcen. Oft waren die Bemühungen nicht langfristig erfolgreich. Systeme, Völker und Fraktionen versuchten sich zu behaupten, auch auf Kosten der Nachbarn. Über 1000 Jahre entstand keine stabilisierende Macht.
Kisor traf es besonders hart. Kisor verlor den kompletten Technologiebaum jenseits von einfachen Elektromotoren. Alle Datentechnik war verloren. Kein Spin-Rechner, kein Assoziativspeicher überdauerte die 3000 Jahre bis Kisor sich erholt. Die Gesellschaft war lange Zeit archaisch, mit einer kuriosen Mischung aus Mittelalter-Technologie und Neuzeit. Es gab Schießpulver, Buchdruck und – für wohlhabende Leute – elektrisches Licht. Aber trotzdem war für die meisten Kisori der Alltag eher geprägt durch manuelle Arbeit, Karren mit Holzrädern und wasserkraftbetriebene Mühlen. In dieser Zeit lebte die Vergangenheit fort in Legenden, die oft mündlich überliefert wurden.
Später im neuen interplanetaren Zeitalter findet man auf Asteroiden und Monden des Kisor Systems uralte Außenposten, die die Zerstörungen und die lange Zeit überdauert haben. Dort gibt es noch funktionstüchtige Informationstechnik, vor allem automatische Steuerungen. Die neuen Kisori entdecken sogar zivile Datenspeicher mit – für sie damals schon – uralten Unterhaltungs- und Informationsprogrammen. Vor dieser Entdeckung kannten sie ihre Vorläuferzivilisation nur aus Legenden. Während des kisorischen Neubeginns (ca. 400 v.Chr.) waren diese schon über 3000 Jahre alt.
Eine der bekanntesten Geschichten aus dieser Zeit sind die "Reisen von Uri Tza Meka". Sie erzählen die Abenteuer von Uri Tza Meka in den Wolkenwelten. Wie er vom einfachen Elektrolehrling zum Helden wird, wie er das Wolkenreich und damit auch seine Heimat rettet. Er kehrt als König zurück. Aber in seiner Rückkehr liegt auch die Saat des Untergangs. Uri Tza Meka kämpft gegen feindliche Himmelsvölker doch schließlich stürzen diese den Himmel auf die Erde. Uri Tza Meka versucht vergeblich die Reste des Königreichs zusammenzuhalten. Es ist der klassische kisorische Schicksalsbogen. Der Aufstieg einer unbedeutenden Figur zum Helden und der darauffolgende Abstieg bis zum Untergang. Während irdische Heldengeschichten meistens am Höhepunkt enden (die sogenannte "Heldenreise") kennt die kisorische Kultur eher den Schicksalsbogen mit einem unerwarteten Aufstieg und einem bitteren, aber unvermeidlichen Ende.
In der irdischen Literatur kann der einfache Bauernsohn zum Helden werden und die Prinzessin heiraten. Der Weg dahin ist gefährlich, aber das Happy End ist fast garantiert, auch wenn das gute Ende durch die Hervorhebung der Risiken immer wieder infrage gestellt wird. In der kisorischen Literatur folgt dem Aufstieg zwangsläufig auch ein Abstieg. Das fatale Ende des kisorischen Schicksalsbogens ist genauso sicher, wie das irdische Happy End. Aber der Weg bis dahin ist interessant. Der Kampf gegen die Übermacht und das Opfer auf verlorenem Posten sind starke Motive. Der heldenhafte Widerstand gegen das unvermeidliche Ende ist genauso wichtig wie der unwahrscheinliche Aufstieg am Beginn der Geschichte.
Die moderne kisorische Literaturwissenschaft geht davon aus, dass der Schicksalsbogen während des Untergangs und des langen kisorischen Mittelalters entstand. Kisor war mehrmals in der Geschichte mächtig und wohlhabend. Aber besonders nach der langen friedlichen Phase während des Solemischen Reichs und des sich anschließenden Mercato-Imperiums, kam der Abstieg überraschend. Für mehr als 3000 Jahre gehörte Kisor zur interstellaren Zivilisation. Dann verschwand das Mercato-Imperium plötzlich und ließ die Kisor-Planeten ungeschützt zurück. In kurzer Zeit wurde die technische Infrastruktur bei Überfällen und Plünderungen weitgehend zerstört. Dabei verloren 90 % der Bevölkerung ihr Leben. Der Technologielevel sank schnell auf einen mittelalterlichen Stand und die Bevölkerung in wenigen Generationen auf nur ein Tausendstel. Das war eine traumatische Erfahrung, die tiefe Spuren im kulturellen Gedächtnis hinterlassen hat. Während der Mittelalter-Katastrophe, während des Abstiegs und in Jahrhunderten vergeblicher Versuche, die Technologie wiederzubeleben, entstanden die Geschichten vom scheiternden Helden, von enttäuschten Hoffnungen und vom unvermeidlichen Abwärtstrend.
Nach diesem Muster laufen die "Reisen von Uri Tza Meka". Kisorische Literaturwissenschaftler und Historiker hielten Uri Tza Meka für eine reine Sagengestalt, die den Untergang symbolisiert. Aber Ghislaine Tsibinda ist fasziniert von der Figur. Er glaubt, dass Uri Tza Meka's Reisen auf wahren Ereignissen beruhen. Ghislaine Tsibinda deutet die Wolkenwelten, bzw. das Wolkenreich als das Mercato-Imperium. Uri Tza Meka war vermutlich ein Info-Designer oder KI-Manager. Für Zuhörer während des kisorischen Mittelalters war der Beruf Uri Tza Mekas übersetzt in die Bezeichnung "Elektrolehrling". Elektrizität überdauert in Nischen das Mittelalter und die Elektromagie war den damaligen Kisori vertraut. Uri Tza Meka steigt am kisorischen Königshof auf und macht Karriere in der Mercato-Hierarchie. Dann folgt die Rettung des Wolkenreichs, also des Mercato-Imperiums. Es ist nicht klar, ob es dafür eine reale Basis gibt. Vielleicht ist dieser Teil nur eine notwendige dramaturgische Wendung für den Aufstieg Uri Tza Mekas zum Helden. Uri Tza Meka kehrt zurück nach Kisor. Und damit beginnt – nach kisorischer Deutung – erst der wichtigste Teil der Geschichte.
Uri Tza Meka ist sehr mächtig. Der Legende nach hat er den Titel "König der irdischen Dinge". Vielleicht war er tatsächlich König der Kisori. Kisor war zu dieser Zeit eine Monarchie. 400 Jahre zuvor war das Königtum aus dem Amt des Statthalters für die Mercatos entstanden. Und die Bezeichnung "König der irdischen Dinge" könnte auf das Oberhaupt der Kisori hindeuten, im Gegensatz zum "König des Himmels", dem informellen Mercato-Herrscher, dem Mercato-Irun. Allerdings gibt es in den alten kisorischen Datenquellen, die im neuen interplanetaren Zeitalter wiederentdeckt werden, keinen Hinweis darauf, dass die Erbfolge zugunsten eines heldenhaften Seiteneinsteigers unterbrochen wurde. Es gibt Nachrichtenartikel mit vielen Details über die letzten Jahre vor der Mittelalter-Katastrophe. Diese Quellen geben den letzten Stand vor dem Untergang wieder und die damaligen Personen sind gut bekannt. Wahrscheinlicher ist, dass Uri Tza Meka auf Ministerebene angesiedelt war, zuständig für Verteidigung oder Technologie. Möglicherweise ist Uri Tza Meka identisch mit Isulisamikal, der letzten Hauptabteilungsleiterin für Fremdtechnologie im Wissenschaftsdirektorat. Das würde zur Karriere eines Kisori passen, der, bzw. die nach einer interstellaren Karriere mit Technologiebezug nach Kisor zurückkehrt.
Der Name Isulisamikal klingt heute ungewöhnlich für Kisori. Aber das uns vertraute 3-teilige Namensschema entstand erst im kisorischen Mittelalter. Und bei der Überlieferung wurden die Namen der Protagonisten an die Erwartungen der Zuhörer angepasst. So könnte aus der realen Kisori Isulisamikal das Heldenepos Uri Tza Meka entstanden sein. Davon ist jedenfalls Ghislaine Tsibinda überzeugt.
Niemand hatte sich vorher für Isulisamikal interessiert. Sie lebte vor 6700 Jahren und war nur eine von damals mehr als 80 Milliarden Kisori. Aber Tsibinda hält sie für den Schlüssel zum Verständnis der Legende. Er verwendet nicht nur die Legende als Quelle, sondern beschäftigt sich auch intensiv mit Isulisamikals Lebenslauf und den Aktivitäten des damaligen Wissenschaftsdirektorats, soweit die uralten Quellen das zulassen.
Tsibinda sucht in den 20-er Jahren des 31. Jahrhunderts zuerst in öffentlich verfügbaren Datenbanken. Kisorische Historiker haben die wechselvolle Geschichte systematisch aufgearbeitet und alle Informationen aus früheren Epochen zusammengetragen. Dazu gehören riesige Mengen an Informationen aus dem 5. Jahrtausend v. Chr., also aus der Blütezeit vor der Mittelalter-Katastrophe. Das Material stammt vor allem aus Unterhaltungs- und Informationsangeboten von interplanetaren Außenposten im Kisor-System. Fast ein kompletter Abzug des damaligen Wissensstands war vefügbar. In geringerem Umfang gab es auch Daten zu noch früheren Blütezeiten, zum Goldenen Reich Kisors vor 12000 Jahren und zum ersten Reich vor 15000 Jahren.
Aber inzwischen hatte Kisor ein weiterer Schicksalsschlag getroffen. Zur Zeit der Recherchen von Ghislaine Tsibinda sind die Kisor-Zwillinge nur noch Staubwüsten. Hundert Jahre vor Tsibindas Recherchen hatten Leccianer von Sol mithilfe von Söldnern anderer Völker einen religiös motivierten Vernichtungsfeldzug gegen Kisor geführt. Kisor war damals schon geschwächt durch die Auseinandersetzungen mit der Sol-basierten ersten Reshumanis. Einige Zeit nachdem Sol an die Leccianer fiel, führten die Leccianer einen Rachefeldzug gegen das Kisor-System. Der Krieg endete mit der kinetischen Bombardierung der zwei Planeten und der Auslöschung der modernen kisorischen Zivilisation.
Der Sturz in das kisorische Mittelalter vor 6700 Jahren war die Nebenwirkung einer rücksichtslosen Plünderung gewesen. Aber der Schlag der Dellianer gegen Kisor im Jahr 2924 geschah mit dem Vorsatz, die Kisori für den vorangegangenen Frevel zu bestrafen. Für Kisor war das eine noch größere Katastrophe als 6700 Jahre zuvor. Die zwei Planeten wurden vollständig sterilisiert. Und dabei gingen natürlich auch die ausführlichen historischen Archive verloren.
Ghislaine Tsibinda führt zwischen 3050 und 3070 mehrere Expeditionen zu ehemaligen militärischen Außenposten in der näheren interstellaren Umgebung Kisors. Er hofft, dass dort noch Datenbanken existieren, in denen er Teile der historischen Archive finden kann. Die Auslöschung 2924 kam nicht so überraschend, wie die Mittelalter-Katastrophe 6700 Jahre zuvor. Sie war eher das fatale Ende eines 100 Jahre langen Niedergangs mit immer wieder aufflammenden Auseinandersetzungen. Die Kisori hatten oft Grund, sich zu sorgen und Daten in Sicherheit zu bringen. Vielleicht gibt es auf den militärischen Außenposten Datensicherungen des kisorischen Informationsverbunds, die auch zufällig die historischen Archive enthalten. Und vielleicht interessierten sich kisorische Militärhistoriker des 30. Jahrhundert n.Chr. in verzweifelten Situationen für die Maßnahmen, mit denen ihr Volk 6700 Jahre vorher schon einmal versucht hatte, den Untergang abzuwenden. Das war zumindest die Idee.
Tatsächlich findet die Gruppe um Tsibinda einige Backups. Nur erweist sich der Zugang zu den Daten in der Praxis als schwierig. Fast alle verlassenen Stützpunkte sind geplündert oder die Informationstechnik wurde inzwischen anders verwendet. Daten, die Tsibinda findet, sind fast immer verschlüsselt. Militärische Verschlüsselungstechnik ist quantenhart und nicht wiederherstellbar. Die Schlüssel sind schon lange verschollen. Ein Stützpunkt, den Tsibinda dabei entdeckt, ist immer noch besetzt von Militärpersonal und die Bewohner sind nicht glücklich darüber, dass jemand sie aufgespürt hat. Die Besatzung dieses geheimen Stützpunkts hütet tatsächlich Backups der (erneut) untergegangenen kisorischen Zivilisation mit dem Ziel, sie später an die neuen Kisori zu übergeben, wenn die Heimatplaneten wieder besiedelt werden. Aber die Daten unterliegen auch 100 Jahre später noch militärischer Geheimhaltung. Lange Verhandlungen, vertrauensbildende Maßnahmen und geheime materielle Hilfe über mehrere Jahre sind nötig, um den kommandierenden Offizier umzustimmen.
Die Kisori bieten Ghislaine Tsibinda schließlich Zugang zu zivilen Daten, die früher im kisorischen Netz frei verfügbar waren. Dazu gehören Unterhaltungsprogramme einschließlich der alten Überlieferungen, Enzyklopädien, Technologiedatenbanken und historische Archive, die auch Teile der 6700 Jahre alten Quellen enthalten. Das ist bei Weitem nicht ein kompletter Datenabzug des Netzes, denn die Speicherkapazität des Stützpunkts ist viel kleiner als die des Originals. Es sind speziell ausgewählte Daten, aber trotzdem so viel, dass sie nicht einfach übertragen oder kopiert werden können. Vor Ort laufen automatische Klassifizierer, Daten-Miner und Assoziationsagenten monatelang über die Daten bis sich ein Bild der Verhältnisse kurz vor der Mittelalter-Katastrophe formt.
Die letzten Nachrichten vor der Katastrophe beschreiben eine verzweifelte Situation. Kisor lag im Mercato-Imperium, war aber politisch unabhängig nachdem sich die Kisor-Planeten von Abgaben freigekauft hatten. Das Mercato-Imperium sorgte für Frieden und Handel. Aber die Situation war nur scheinbar stabil. Mercatos gründen eigentlich keine eigenen Herrschaftsbereiche. Sie sind Händler, unterwegs in Sippenschiffen ohne Machtambition. Von Zeit zu Zeit erscheint ein Individuum mit besonderem Charisma, ein Hro. Zur Erwachsenenweihe eines solchen Wesens kommen tausende Sippenschiffe. Aus der Transformation zum erwachsenen Mercato kann dann eine Persönlichkeit hervorgehen, die alle anwesenden Sippen in seinen Bann zieht, ein Anführer der die sonst autarken Sippen vereint, ein sogenannter Irun. Dann ändert sich das Verhaltensmuster der Mercatos im ganzen Sektor. Genau das war vor ca. 7500 Jahren geschehen. Die Mercatos wurden aggressiv. Sie bekämpften das Solemische Reich und zerstörten dessen interstellare Infrastruktur.
Danach beherrschten Mercatos den Sektor für einige Jahrhunderte. Aber mit dem Tod des Irun nach ca. 700 Jahren verschwand das Mercato-Imperium von einem Moment auf den anderen. Es hinterließ einen wohlhabenden aber schutzlosen Sektor. Die Mercatos hatten bei den Völkern innerhalb ihres Einflussbereichs jegliche militärische Technologie unterdrückt. Für viele Völker, Fraktionen und Machtbereiche außerhalb der Mercato-Grenzen waren die reichen ehemaligen Mercato-Vasallen nun eine legitime Beute. Nicht alle Völker haben eine so hochstehende Moral, wie der kisorische Alturismus. Viele interstellare Völker sind kulturell oder sogar biologisch anders strukturiert und haben inkompatible Ethiksysteme. Anscheinend brach eine Welle von Erpressungen, Plünderungen und Angriffen über die ehemaligen Mercato-Vasallen herein. Und mitten darin befanden sich die zwei Kisor-Planeten. Die Angreifer sind nicht bekannt. Es gibt Hinweise auf Chinti-Schwärme und auf Raubzüge abtrünniger interianischer Personen. Aber die meisten Gegner sind nicht identifizierbar.
Die Nachrichten von vor 6700 Jahren sind dramatisch. Kisor wird immer wieder von bewaffneten Angreifern bedroht. Interplanetare Infrastruktur und planetare Ziele werden gewaltsam zerstört, mal als Warnung, mal als Bestrafung. Kisor ist hilflos und versucht eine Verteidigung aufzubauen, aber die Angriffe kommen in kurzen Abständen. Die planetaren Orbits werden besetzt. Der interplanetare Verkehr wird unterbunden und die Infrastruktur wird geplündert. Ständig kommen neue schreckliche Nachrichten. Parallel zu den verzweifelten Verteidigungsanstrengungen gibt es anscheinend eine Initiative des Wissenschaftsdirektorats, um die – damals 700 alte – solemische Militärtechnologie nutzbar zu machen. Das wird nirgends genau beschrieben. Aber aus der Kombination der Tatsachenberichte alter digitaler Quellen und der überlieferten Legenden lässt sich ableiten, dass irgendwann eine kleine Gruppe von kisorischen Akteuren überraschend mächtige militärische Mittel einsetzte und Angreifer zurückschlug. In der alten – modernen – Berichten gelingt es dem Wissenschaftsdirektorat mit Exotechnologie ein Verteidigungssystem aufzubauen. Man kann davon ausgehen, dass Isulisamikal, die damalige Hauptabteilungsleiterin für Fremdtechnologie beteiligt war.
In der neueren – archaischen – Erzählung reist Uri Tza Meka zu fernen Inseln auf der Suche nach feuerspeienden Ungeheuern (Menschen würden "Drachen" sagen), die der Überlieferung nach durch Elektromagier gezähmt werden können. In der modernen Deutung eine Umschreibung für autonome Waffensysteme, die durch KI-Manager dirigiert werden. In den modernen Berichten gibt es keine Einzelheiten dazu, wie und wo das Wissenschaftsdirektorat an die Waffen kam. Die Details wurden sicher geheim gehalten. Ghislaine Tsibinda geht von der Hypothese aus, dass es sich bei den "Inseln" um solemische Infrastrukturcluster im interstellaren Raum handelt. Der Legende nach schlafen die Drachen in den Ruinen alter Burgen. Eine ziemlich treffende Beschreibung für stillgelegte KI-gesteuerte Waffensysteme in den zerstörten Überresten solemischer Anlagen.
Das Uri Tza Meka Epos beschreibt die gefährliche Wiedererweckung der Drachen. Dabei muss Uri Tza Meka Aufgaben erfüllen, Abenteuer bestehen, Rätsel lösen und am Ende die Drachen mit einer List zähmen. Auch das lässt sich modern interpretieren. Sicher sind Rätsel zu lösen, denn es gilt 700 Jahre alte Exotechnologie in Betrieb zu nehmen. Dabei gibt es nicht nur Probleme mit der fremden Informationsarchitektur, sondern auch mit Sicherheitsroutinen, die auf kreative Weise ausgeschaltet werden müssen. Autonome bewusste KI kann man neu programmieren oder – wenn das nicht möglich ist – überzeugen zu kooperieren. Das kann auch geschehen indem man die KI täuscht, z.B. indem man vorgibt, dass sie gegen ihre alten Feinde kämpft. Die Beschreibung "zähmen durch eine List" deutet darauf hin, dass die Kisori damals die KI der Waffensysteme erfolgreich manipulieren konnten.
Heute ist nicht mehr zu erkennen welche Waffensysteme damals eingesetzt wurden, aber vermutlich waren sie sehr hoch entwickelt. Sie stammten aus einem High-Tech Konflikt zwischen dem solemischen Reich, einem der größten und ältesten Machtbereiche, die es jemals gegeben hatte und den Mercatos, die vermutlich seit Millionen Jahren in Sippenschiffen Raumfahrt betreiben und manchmal überraschende Informations- und Ausrüstungsressourcen haben. Jedenfalls scheinen die Waffen den Angreifern Kisors vor 6700 Jahren weit überlegen gewesen zu sein. Solange sie funktionierten.
Irgendwann waren die Waffen unbrauchbar. Es ist nicht klar, ob es daran lag, dass der Einsatz Munition benötigte, die die kisorische Technologie nicht herstellen konnte. Oder ob die KI der Waffensysteme die Manipulation durchschaute und nicht mehr im Sinne der Kisori aktiv sein wollte. Die Legende sagt, dass die Drachen mit einem Zauber belegt waren und durch den Dienst für Uri Tza Meka von ihrem Bann befreit wurden. Jeder Drache war nur zu einer Schlacht bereit und flog dann davon. Die Drachen hatten den Untergang nur aufgehalten. Uri Tza Meka konnte mit ihrer Hilfe einen Teil seines Volkes vor der Vernichtung bewahren.
Eine neue Expedition zu den Dracheninseln soll noch einmal die Rettung bringen. Doch in der Nacht vor der Abreise wird der Plan verraten. Uri Tza Meka gerät in einen Hinterhalt. Er opfert sich selbst, um die Insignien des Königs in Sicherheit zu bringen. Zu den Insignien gehört das Buch der Elektromagie mit den Beschwörungen, die Drachen zähmen, und eine Karte der Dracheninseln. Nach moderner Lesart also Kommandocodes für die Waffen-KI, Aktivierungsprozeduren und Koordinaten der solemischen Relikte. Die digital aufgezeichnete Geschichte endet hier. In dem Moment als die interplanetare Zivilisation Kisors vor 6700 Jahren unter den Angriffen zerbricht.
Aber die mündliche Überlieferung geht nach Uri Tza Mekas Opfer weiter. An das Uri Tza Meka Epos schließen nahtlos die "Drachengeschichten" an. Es gibt unzählige Geschichten mit einem Drachen in der Gestalt eines Kisori als eine Art Superheld. Der Legende zufolge war der Drache ein Freund von Uri Tza Meka. Als Dank für die Erweckung aus dem hundertjährigen Schlaf, dient der Drache Uri Tza Meka. Am Anfang hat er riesige Kräfte und er zerschmettert alle Gegner. Aber eines Tages wird er mit einem Fluch belegt, der ihn in den Körper eines Kisori bannt und ihm seine Macht nimmt. Fortan braucht er nach großen Anstrengungen lange Erholungspausen. Er ist stark aber nicht mehr unbesiegbar.
Nach dem Ende von Uri Tza Meka wandert der Drache 1000 Jahre durch das Land. Er hilft den einfachen Kisori. Er bekämpft das Böse und versucht die zerbrochene Welt wieder zusammenzusetzen. Dabei führt er immer noch die Königsinsignien mit sich, die er von Uri Tza Meka erhalten hat – einschließlich der Karte von den Dracheninseln. Er bewahrt die Karte mit dem Ziel, irgendwann wieder von den Dracheninseln Hilfe zu holen. Viele der Drachengeschichten laufen nach dem kisorischen Schicksalsbogen ab: Der Drache entdeckt einen Schatz (also Technologie oder Informationen). Damit gibt es Hoffnung für den Wiederaufbau. Dann kommt ein Rückschlag und am Ende zieht der Drache alleine weiter.
In der modernen Deutung von Ghislaine Tsibinda ist der Drache eine der solemischen KIs. Die KI wird von Isulisamikal reaktiviert und hilft als Steuerung für solemische Waffensysteme bei der Verteidigung Kisors. Irgendwann scheint das nicht mehr zu funktionieren. Vielleicht wird die KI im Kampf informationstechnisch beschädigt, vielleicht auch ihre physischen Schnittstellen. Jedenfalls kann sie keine Waffensysteme mehr steuern. Damit fällt ein wichtiger Teil der Verteidigung aus und Kisor wird schließlich überrannt. Im Moment höchster Not überträgt Isulisamikal die wichtigsten Daten und Koordinaten an die KI.
Nach der Katastrophe wandert die KI dann wohl tatsächlich sehr lange auf Kisor Beta umher. Als "Drache in Kisorigestalt" benutzt die KI anscheinend einen kisorischen Androidenkörper oder vielleicht ist sie sogar ein Nanokomplex, der eine beliebige Gestalt annehmen kann und die Kisori-Form wählt. Die KI versucht der Bevölkerung zu helfen. Sie versucht Technik wieder in Betrieb zu nehmen und den Abstieg aufzuhalten. Immer wieder muss sie auch kämpfen, mal mit Makroaktoren ("Schild, Schwert, Hammer"), mal mit Nanotech ("Zauberei") oder mit Memetik-Techniken ("Verführung"). Vermutlich kämpft sie gegen kisorische Warlords um das Chaos abzuwenden. Vielleicht auch gegen späte interstellare Eindringlinge um deren Transportmittel mit dem Ziel, Hilfe für Kisor zu holen. Die Kampfkraft der KI ist beschränkt durch die notwendigen "Pausen nach Anstrengungen". Das klingt, also ob die Ladeleistung sehr begrenzt ist und ihr Energiespeicher lange zur Aufladung braucht.
Das Ende der Drachenlegenden ist offen. Es ist nicht bekannt, ob die KI irgendwann zerstört wurde, ob die Selbstreparatur versagte, oder ob sie das ganze 3000 Jahre lange Mittelalter überdauerte und bis in die kisorische Moderne aktiv war.
Ghislaine Tsibinda konzentriert seine Analyse auf die Karte der Dracheninseln und auf die Aktivitäten des Wissenschaftsdirektorats. In den 100 Jahre alten Backups befinden sich viele indirekte Hinweise auf Aktionen des Wissenschaftsdirektorats zur fraglichen Zeit.
- Es gibt Anfragen von kisorischen NGOs an die damalige königliche Administration. Die Antworten enthalten Angaben zu Daten, Orten und Personen.
- Ein Verhandlungsprotokoll zu einer Schadenersatzklage benennt das genaue Ankunftsdatum eines Zeugen, der laut anderer Unterlagen ein Mitarbeiter von Isulisamikal war. Daraus lassen sich Reisezeiten ableiten.
- Auch vor 6700 Jahren auf Kisor gab es schon Geheimnisbeobachter, Leute, deren Hobby es ist, mit Campingstühlen an Militärbasen auszuharren (oder sich mit ferngesteuerten Teleskopen an Asteroidenstützpunkte anzuschleichen) und den Flugverkehr minutiös aufzeichnen, um Muster in geheimen Regierungsaktivitäten zu erkennen. Diese Geheimnisbeobachter stellten umfangreiche Listen von Starts und Landungen in das öffentliche Netz Kisors. Teile davon sind in den Backups erhalten.
Aus all diesen Quellen erstellt ein assoziativer Daten-Miner eine 4-dimensionale Wahrscheinlichkeitsverteilung für Aktivitäten der Einsatzgruppe um Isulisamikal.
Ein anderer Miner durchforstet die Drachengeschichten auf Darstellungen der Karte. In einigen Geschichten wird auf die Karte Bezug genommen. Entweder auf ihren Inhalt oder auf relative Abstände von bekannten Wegmarken. Sind die "Dreiecksberge 2 Stunden vor den unsichtbaren Klippen" identisch mit den Pyramiden im Abunnaz-System? Und ist mit den "Klippen" eine bekannte Gravitationssenke aus dunkler Materie in 1,4 Lichtjahren Entfernung gemeint? Der Miner bewertet die Realitätstreue der Hinweise und modelliert aus der Synthese aller Angaben mögliche Varianten der Karte.
Aus der Kombination von probabilistischen Bewegungsdaten mit den potentiellen Kartenvarianten – und unter Berücksichtigung der Sternenbewegung in 6700 Jahren – entstehen mögliche Ziele. Die meisten Zielkoordinaten liegen im interstellaren Raum und viele haben eine Ungenauigkeit von Lichtwochen. Aber wenn man davon ausgeht, dass die solemischen Infrastrukturkomplexe sich in der Nähe von Rohstoffquellen befinden, muss man "nur" nach Planetenmassen in einigen Kubik-Lichtjahren suchen. Eine riesige, aber lösbare Aufgabe.
Ghislaine Tsibinda und seine Partner mobilisieren die Öffentlichkeit von M'kele. Eine sehr erfolgreiche Crowd-Funding Kampagne bringt die notwendige Finanzierung für eine kleine Flotte von gecharterten Suchschiffen. Die Crews setzen sich aus Freiwilligen zusammen. Ein Teil der Ausrüstung und Lebensmittel wird über Merchandising und Product-Placement in Infotainment-Programmen finanziert. Später kommen sogar Enthusiasten von M'kele mit privaten Schiffen dazu. Der Informationsdienst der Kampagne vergibt Suchvolumina an alle, die sich beteiligen wollen. Kampagnentokens und Gewinnanteile werden an der Börse gehandelt. In 12 Jahren werden über 50 % des Suchraumes bearbeitet. Glaubt man Tsibindas Grundannahme, dass die Legenden einen wahren Kern haben, dann steigt die Erfolgswahrscheinlichkeit pro Suchvolumen an, je länger die Suche dauert. Die Börsenwerte schießen in die Höhe und kommerzielle Prospektoren steigen ein.
Nach 17 Jahren und nach 91 % des wahrscheinlichkeitsgewichteten Suchraumes entdeckt eines der Freiwilligenschiffe endlich einen solemischen Infrastrukturkomplex: riesige Installationen im Raum, ehemals rotierende Habitate, jetzt auseinanderdriftende Fragmente, zerstörte Segmente von Konverterstrecken, aber auch gut erhaltene Bereiche.
Später findet man heraus, dass private Prospektoren die Koordinaten schon seit 5 Jahren kannten. Sie meldeten den Fund nicht, um die Ressourcen heimlich zu nutzen. Da alle Teilnehmer, die Suchvolumina von der Kampagne bezogen, sich den Statuten der Kampagne verpflichten mussten, können die Prospektoren keine Eigentumsrechte geltend machen. Der Komplex wird der Kampagne von Ghislaine Tsibinda zugesprochen.
Ghislaine Tsibinda erklärt sein Lebenswerk für beendet. 361 Jahre nach seiner Aktivierung als Logistikmanagement-KI schaltet er sich ab. Seine letzte Wave: "Besser wird's nicht". Er hatte den kisorischen Schicksalsbogen nie gemocht. Ein Abstieg kommt für ihn nicht in Frage.
Eine von Tsibinda autorisierte (statische) Persönlichkeitssimulation ist öffentlich verfügbar und steht jederzeit für Fragen und Diskussionen bereit.
Zeitleiste: 10000 - 7400 Jahre vor Tsibindas Recherchen liegt Kisor im solemischen Reich, dann 700 Jahre im Mercato-Imperium, ab 6700 für ca. 3000 Jahre Mittelalter bis 3.400, seit 3000 eine neue interplanetare Zivilisation, seit 2000 Jahren auch interstellar, schließlich 100 Jahre vor Tsibindas Recherchen die gezielte Auslöschung im dellianischen Kreuzzug.
#Entdeckung #Ruinen #Interstellar #Sagen #Legenden #KI
http://jmp1.de/h3131
Posts mit dem Label Abenteuer werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Abenteuer werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
2843 Schatzsuche zwischen den Sternen
Aber die Bergungsoperationen sind mit großen Risiken verbunden. Gefragt sind harte ehrliche Arbeit, besondere Fähigkeiten, Vorsicht und Kampfbereitschaft. Reichtum und Tod liegen nahe beieinander. Der Tod kommt schnell und oft. Er ist aber nur temporär bis zum Backup, wenn es eines gibt.
Das Raumschiff war ursprünglich 200 km lang. Es ist viel größer als die mobilen Einheiten der bekannten Völker und es ist voll mit Ausrüstung. Manche der lokalen Völker haben ähnlich große Strukturen im Raum. Aber das sind vor allem Habitate oder Terminals und keine massiven Objekte.
Das Millionen Jahre alte Riesenraumschiff zerlegt sich nun selbst. Es entsteht eine Wolke aus vielen Milliarden Fragmenten. Milliarden Fragmente zu bergen und zu analysieren dauert lange. Das ist Arbeit für Jahrzehnte. Zumal alle Fragmente durcheinanderwirbeln und die Bergung gefährlich machen. Trotzdem lohnt es sich, die Risiken einzugehen.
Die Wolke aus Fragmenten ist sowohl Rohstofflager, als auch Quelle für exotische Geräte einer uralten Zivilisation. Manche Einzelteile sind sehr wertvoll als Rohstoff. Manche funktionieren noch. Man versteht nicht von allen Teilen die Funktionsweise, aber manche können erstaunliche Dinge. Es gibt exotische Waffen, ultraeffiziente Reaktoren, Nano-Werkzeuge, kompakte KI, sogar Autofabs, die Artefakte herstellen. Das meiste von dem was man findet, kann man nicht einfach in einer eigenen Fab reproduzieren. Die Artefakte entstammen einem höheren Techlevel als dem interstellaren Standard der lokalen Völker. Man bekommt sie nur in der Fragmentwolke und nur mit Glück, wenn man den richtigen Container findet, wenn bei der Bergung nicht das Leben verliert und wenn man sich die Fracht hinterher nicht aus Versehen abjagen lässt.
An der Bergung beteiligen sich große Organisationen, wie Staaten und Konzerne, aber auch unabhängige Prospektoren auf eigene Rechnung. Es gibt oft Konflikte um einzigartige Objekte. Die Bergungsorganisationen beobachten sich gegenseitig. Sie versuchen anderen bei interessanten Objekten zuvorzukommen oder sie sich hinterher abzujagen. Man muss immer auf der Hut sein und sich und die Ladung schützen.
Es gibt sogar Piraten, die nicht selber bergen, sondern nur die Ladung von anderen an sich nehmen. Einige Prospektoren markieren Objekte oder zeichnen ihren Kurs auf, um sie später wieder zu finden. Manchmal werden diese Pläne und Codes aber auch gestohlen und an den Meistbietenden verkauft, gelegentlich auch von den eigenen Mitarbeitern. Informationsbeschaffung, Subversion, Spionageabwehr und Verteidigung sind sehr wichtig.
Schon auf dem Standard-Techlevel haben viele Geräte eine KI. So auch die Artefakte der Fragmentwolke. Allerdings ist deren KI oft hochentwickelt und schwer zu beherrschen. Man braucht dafür exzellente Hacking-Fähigkeiten. KI kann auch gefährlich sein. Einige Artefakt-KIs haben schon das Schiff der Prospektoren übernommen.
Manche Fragmente oder Container werden von wehrhaften Mechanismen geschützt. Das können Fallen sein, oder infektiöse KI oder Kampfdrohnen oder Nanokomplexe oder vielleicht sogar ein Wesen, dass durch den Demontageprozess aus seiner Millionen Jahre langen Stasis geweckt wurde.
Es gibt Gerüchte, dass einige der legendären Baumeister des Kolosses im Raumschiff oder in der Fragmentwolke aktiv sind. Wahrscheinlich sind die Baumeister selbst nur Opfer der Demontage und versuchen sich zu retten. Sollte man tatsächlich einem von ihnen begegnen und ihn aus einer Notsituation retten, dann könnte man viel von ihm lernen. Aber das sind vermutlich nur Gerüchte.
Neben der Fragmentwolke gibt es auch noch die abgestoßene Hülle, das Schiffsskelett und den kugelförmigen Kernbereich. Die Hüllenfragmente bestehen aus einem besonderen widerstandsfähigen Material, das viele gerne beim Raumschiffbau benutzen würden. Es ist schwer zu verarbeiten. Aber einige Werften zahlen hohe Preise für das Hüllenmaterial. Es gibt Organisationen, die verhindern wollen, dass ihre Gegner oder Zivilisten in den Besitz des Materials kommen.
Die Fragmentwolke besteht aus drei Teilen: der innere Bereich, die Hauptwolke und der Halo. Die Hauptwolke ist etwa kugelförmig mit einem Durchmesser von ca. 2000 km. Sie enthält die Hauptmasse der Fragmente. Dort dominieren Aggregate und Teile von Aggregaten, die zerlegt wurden. Container mit Artefakten sind selten. Aber es gibt sie. Die Hauptwolke liefert vor allem Rohstoffe. Aber auch in der Hauptwolke sind viele interessante Objekte. Man muss sie unter den Milliarden Einzelteilen nur finden.
Der innere Bereich der Wolke reicht bis in eine Entfernung von 100 km vom Schiffskörper. Dort ist die Konzentration von Containern und freifliegenden Artefakten besonders hoch. Man muss durch die Hauptwolke navigieren, um die Container-Wolke zu erreichen. Innerhalb der Containerwolke ist die Navigation wegen vielen autonom manövrierenden Einzelteilen besonders schwierig.
Der Halo erstreckt sich bis in eine Entfernung von ca. 10.000 km. Es besteht zum Großteil aus der Platten der ehemaligen Schiffshülle in Größen von wenigen Metern bis zu 100 Metern. Darunter mischen sich vereinzelt auch Aggregate und Container.
Auch das Skelett des riesigen Schiffes kann abgebaut werden. Es besteht aus einer besonders stabilen Komposite-Legierung. Natürlich ist es eine Herausforderung die Platten und Träger zu durchtrennen. Aber es ist machbar. Da sind viele Gigatonnen Baumaterial für die Werften der umliegenden Systeme, die nur abgeholt werden müssen. Ganze Flotten könnte man damit bauen. Leider gibt es semiintelligente Bots, die das Skelett patrouillieren und etwas dagegen haben, dass man es demontiert. Und manche Leute haben auch etwas dagegen, dass man sich am Skelett bedient. Aus kommerziellen, wie aus militärischen Interessen.Der kugelförmige Kernbereich des Kolosses ist mit 200 Kubikkilometern selbst noch gigantisch groß. Er steuert die Demontage. Dort werden die Schlepper, Bots und Baumaschinen hergestellt, die die Demontage durchführen. Dort werden sie auch programmiert. Der Kernbereich ist interessant, wenn man versuchen will, den Verlauf der Demontage zu beeinflussen. Wenn man einige der Demontage-Bots programmieren könnte, dass sie bestimmte Bereiche abbauen oder wenn man Schlepper programmieren könnte, um Fragmente an bestimmte Positionen zu bringen oder wenn man Markierungen an Fragmenten anbringen könnte, damit man sie später in der Wolke wiederfindet, dann wäre viel geholfen.
Es gibt Gerüchte von Teams, die das geschafft haben. Aber man kennt nicht die Aktivierungscodes für die Markierungen. Man könnte mit einem Einsatzteam in den Kernbereich eindringen und etwas über die Arbeit der früheren Gruppe herausfinden und so auf die Spur der Aktivierungscodes oder der Zielkoordinaten kommen. Leider gibt es Bots, die den Kernbereich vor Eindringlingen schützen. Es gibt Gerüchte, dass dort sogar autonome Nanokomplexe auf Eindringlinge warten.
Der Koloss scheint die Bergung schwierig zu machen. Immer wieder werden Fragmente kurz vor der Bergung verschoben oder auf Kollisionskurs gebracht. Dafür gibt es einen Grund: der Koloss zerlegt sich nicht von selbst. Er wurde durch Wissenschaftler von Ifri dazu gebracht. Ein großer Stab von Wissenschaftlern und Ingenieuren aus vielen Disziplinen hatte 100 Jahre Zeit, das System zu analysieren und zu manipulieren. Sie haben einige Steuerorgane des Kernbereichs durch Programmierung und Täuschung der KI dazu gebracht, die Demontage durchzuführen. Wenn die zentrale KI das herausfindet, dann wird die Reaktion vermutlich drastisch ausfallen.
Ständig sind viele Ingenieure im Kernbereich damit beschäftigt, die Demontage am Laufen zu halten. Immer wieder werden Systeme durch Sicherheitsprotokolle des Schiffs zurückgesetzt und müssen neu programmiert werden. Neue Erkenntnisse über die Schätze des Raumschiffs werden in den Ablauf integriert. Einige Teile des Raumschiffs haben Kampfdrohnen hergestellt, um die Eindringlinge zu vertreiben. Deshalb arbeiten die Wissenschaftler ständig unter militärischem Schutz.
Der Demontageprozess wurde absichtlich so gestaltet, dass es für fremde Bergungsschiffe schwierig ist, die Ressourcen zu nutzen. Scheinbar spontane Manöver von Bergungsobjekten und Kollisionen sind in den Demontageprozess hineinprogrammiert, um die Bergung zu erschweren. Es sieht nach unkontrolliertem Chaos aus. Aber die Kurse der Schlepper und autonomen Container folgen komplexen Mustern. Diejenigen, die die Demontage ausgelöst haben, kennen die Bewegungsmuster und haben dadurch Vorteile. Viele Fragmente werden tatsächlich markiert. Die Markierungen können durch kodierte Funksignale aktiviert werden. Aber nur wenige kennen die Aktivierungscodes. Manche Container liefern sogar eine Inventarliste, wenn man den richtigen Code kennt.
Die Wirtschaft von Ifri wächst sehr stark. Das liegt daran, dass Ifri als nächstes System die Basis für viele Bergungsunternehmen ist und dass dort Artefakte und Rohstoffe umgeschlagen werden. Es liegt aber auch daran, dass einige Staatskonzerne von Ifri Insiderwissen haben und deshalb viel leichter an die Ressourcen der Wolke kommen. Da dies unter den Augen der anderen Prospektoren geschieht, ist es nicht einfach, das Geheimnis zu bewahren. Zu viel Glück bei der Bergung würde auffallen und es fällt auch manchen Teilnehmern auf. Die wenigen, die herausgefunden haben, wie die Ifri-Konzerne vorgehen, müssen sich bedeckt halten, sonst werden sie erbarmungslos verfolgt.
Für die Ifri-Konzerne und das ganze Ifri-System steht viel auf dem Spiel. Die Fragmentwolke ist der Schlüssel zu Wohlstand und Macht, für einzelne, für Konzerne und für das ganze System. Mancher im Ifri-System träumt schon von einem kommenden Großmachtstatus. Sie nennen es insgeheim "Le Grand Plan". Geheimdienste arbeiten daran. Und dazu gehört es, das Geheimnis zu schützen. Mit allen Mitteln. Einige sind sogar überzeugt, dass man die Ressourcen der Fragmentwolke anderen aktiv entziehen muss.
Ifri ist noch nicht stark genug, um fremden Kräften den Zugang zu verbieten. Der Koloss ist im interstellaren Leerraum weit entfernt von jedem Territorialanspruch. Das heißt aber nicht, dass man den anderen Interessenten alles überlassen muss. Manche Bergungsunfälle sind kein Zufall. Für Außenstehende ist nicht klar, warum es in der Fragmentwolke immer wieder zu Explosionen kommt. Meistens sind das Anzeichen für verdeckte Operationen von Ifri-Diensten ("Opération d'interdiction"). Aber nicht immer.
Ende des dritten Jahrtausends ist es kein Problem mehr, große persönliche Risiken einzugehen, um Fragmente zu bergen, Container zu öffnen oder Artefakte auszuprobieren; wenn man in einem Mech-Körper steckt, ein Backup hat und genug Mittel, um immer wieder in einem neuen Mech zu starten.
Es gibt selbständige Unternehmer, die genügend Mittel aufbringen können. Vielleicht weil sie am Anfang mal Glück bei der Bergung hatten und sich jetzt von den Ergebnissen finanzieren. Konzerne haben sicher die nötigen Ressourcen. Es gibt auch Arbeitssklaven, die mit dem Versprechen auf Reichtum angeheuert wurden und jetzt ständig neu vom Backup instanziiert werden ohne jemals die Belohnung zu bekommen. Sie befinden sich in einer Art Zeitschleife ohne Erinnerung an die Zeit davor. Vielleicht kommt aber eines der Opfer der Sache durch einen Zufall auf die Schliche und kann sich und andere befreien.
#Abenteuer #Schatz #Bergung #Reichtum #Gefahr #Raumschiff #Geheimdienst
http://jmp1.de/h2843
2648 Besuch eines Schiffes der Europäischen Forschungsstiftung auf Interia
Interia, Zentrum des Imperiums, Ursprung des interianischen Volkes, Quelle der Macht, Juwel des Reiches, kulturelle Hauptstadt, wissenschaftlicher Leuchtturm, industrieller Teraplex, Ordnungsmacht, Beschützer unzähliger Volker, Bewahrer des Friedens und seit 2000 Jahren Herz der umliegenden 2000 Lichtjahre.
Interia, diesen Namen hören die Menschen immer wieder. Das sei das Imperium. Das Imperium zu dem alles gehört. Das Imperium in dessen Machtbereich wir leben. Das Imperium herrsche durch seine Regionalzentren, heißt es. Kisor sei das lokale Zentrum. Kisor sorge im Auftrag Interias für Ordnung. Zumindest sei das immer so gewesen.
Aber noch nie haben die Menschen einen Interianer gesehen. Es gibt keine interianischen Raumflotten. Im Gegenteil, die bisherigen Erfahrungen der Menschen lassen auf eine gewisse Anarchie schließen. Auch wenn die Kisor-Zwillinge angeblich für Ordnung sorgen. Es hatte zwar bisher nicht viel Kontakt mit Kisor gegeben, aber wenn dann vor allem mit seinen Handelsgilden. Von militärischen Mitteln war noch nicht viel zu sehen. Und vor allem keinen Interianer.
Trotzdem sprechen viele Kontakte der Menschen vom Interianischen Imperium als die lokale Macht. Die Europäische Forschungsstiftung nimmt sich vor, dieses Mysterium aufzulösen. Sie rüstet 2 Raumschiffe aus für die lange Reise ins Herz des Imperiums über 1000 Lichtjahre.
Nicht alle sind glücklich über diese Mission. Einige befürchten mit einem Besuch erst die Aufmerksamkeit des Imperiums auf die Menschheit zu lenken. Vielleicht wäre es besser, sich bedeckt zu halten. Die Befürworter argumentieren, dass mit Kisor schon das Regionalzentrum des Imperiums von den Menschen weiß, dass der Schaden also nicht groß sein kann. Falls es dieses Imperium wirklich gibt. Manche vermuten sogar, dass dieses Imperium eine Erfindung Kisors ist, um bei der Durchsetzung kisorischer Interessen auf einen höheren Auftrag verweisen zu können.
Die beiden Schiffe, Dicke Hummel und Aegopodium Podagraria, kommen aus einer renommierten solaren Werft (Deimos Interstellars Corp., "Building Superluminals for over 200 Years“). Für die weite Reise werden sie mit Überlichttriebwerken von Artu und Kraftwerken von Thoris ausgestattet. Man heuert eine Gruppe von 5 Marui-Technikern an, die diese Anlagen warten können. Die Schiffe starten 2644 mit 80 Personen, je 15 für den Schiffsbetrieb, 22 Wissenschaftler, 8 Mitarbeiter des diplomatischen Dienstes der Koalition, der Expeditionsleitung und 13 Beobachter verschiedener Systemmächte.
Die Reise nach Interia dauert 3 Jahre. Davon sind nur 2 Jahre reine Flugzeit. Die übrige Zeit verbringt die Besatzung damit auf dem Weg Kontakte herzustellen, die genauen Koordinaten von Interia zu erfragen, sich nach günstigen Routen zu erkundigen, Navigationshindernissen auszuweichen, in einem weiten Bogen die Telugu-Domäne zu umfliegen, 3 der Marui wegen einer ansteckenden Krankheit zu einem Marui-Autodock zu bringen und mit dem letztlich vergeblichen Versuch, Ersatz für einen defekten Reaktor zu beschaffen.
Im Verlauf der Reise werden die Schiffe fünfmal geentert. Die Besatzung wird dreimal für kurze Zeit interniert, aber auch einmal als Vertreter eines neuen Imperiumsvolkes im Namen des Imperiums durch eine Schiffsparade willkommen geheißen. Auf Puraskar-III wird Expeditionsleiter Tolu Abani zum außerordentlichen Botschafter für das Puraskar-System ernannt, da die Hathrasi von Puraskar auch wissen wollen, was eigentlich mit Interia los ist. Dicke Hummel muss nach einem Jahr aufgegeben werden, da sich zu vernünftigen Preisen kein neuer Reaktor beschaffen lässt. Mit dem Schrottwert kann man aber immerhin einen Umbau bezahlen, um zusätzliche Ausrüstung und die Besatzung der Hummel an Bord der Podagraria unterzubringen. Außerdem werden 2 Marui angeheuert, die die erkrankten Kollegen ersetzen.
In einer Entfernung von 220 Lichtjahren vom Ziel erreicht die Podagraria das Droza-System, ein Hauptzentrum des Imperiums. Eine Patrouille bringt das Schiff weit außerhalb des Systems auf. Die Patrouille geleitet die Podagraria in das äußere System, wo eine Einsatzgruppe von 5 Schiffen übernimmt. Das System ist hochindustrialisiert, offensichtlich stark bevölkert und hat eine beeindruckende interplanetare Verkehrsdichte.
Die Podagraria wird mangels gültiger Zulassung zwangsweise stillgelegt. Ein Schlepper nimmt das Schiff auf und bringt es zu einer technischen Überprüfungsstelle im Droza-IX Orbit. Das besagt zumindest die Quittung.
Die Besatzung wird zum Orbitalring von Droza-V transportiert. Nach anfänglichen Missverständnissen und einigen Tagen Befragung im Fall "Imperium gegen Kapitän Thor Holland wegen Systemeinflugs ohne imperialen Pilotenschein" erkennt die Administration von Droza den Botschafterstatus des Expeditionsleiters an. Die Podagraria wird damit zum diplomatischen Kurierboot und die Besatzung erhält Immunität vor Strafverfolgung. Die Hathrasi von Puraskar wussten schon was sie tun, als sie Abani "alte, aber vermutlich noch gültige" imperiale Diplomaten-Codes mitgaben.
Abani bittet um Geleit nach Interia. Um die Sache abzukürzen lässt die Droza-Administration das Schiff auf einen Frachter verladen, der die Strecke nach Interia in einem Monat schafft. Eine Fregatte begleitet den Frachter.
Ohne weitere Zwischenfälle erreicht die Expedition Interia im August 2648 (1952/83 imperialer Zeitrechnung). Der Besuch ist schon angekündigt über das innere Relaisnetz.
Wie bei Droza ist das gesamte System sehr gut ausgebaut. Obwohl sich nur ein Planet, in der habitablen Zone befindet, sind offensichtlich 4 Planeten (Interia II bis V) besiedelt. Alle haben vollständige orbitale Ringe mit vielen Aufzügen, die wie Speichen eines Rades zum Planeten hinunter reichen. Überall sind riesige Installationen im Raum, manche eindeutig industriell. Es gibt sehr große Habitate darunter Hunderte von Kilometer lange Zylinder und unzählige technische Strukturen im inneren System, im interplanetaren Orbit, bei den Gasriesen und im äußeren Asteroidengürtel.
Ein Flottenverband empfängt die Podagraria. Der Verband wird von einer Person kommandiert. Inzwischen wissen die Expeditionsteilnehmer was das bedeutet. Personen sind die relevanten Individuen der interianischen Gesellschaft. Personen sind Oberhaupt eines Nestes und Mutter von Millionen Interianern.
Das Nest ist das Individuum. Das Nest wird vertreten durch das primäre Weibchen, die Person des Nests. Nur das primäre Weibchen legt Eier und bringt so alle Mitglieder des Nests zur Welt. Interianer haben sich aus einer Art Präriehunde mit weit verzweigten unterirdischen Nestern entwickelt. Allerdings leben sie schon lange nicht mehr in selbstgegrabenen Erdgängen. So wenig wie moderne Menschen in Höhlen leben.
Die einzelnen Mitglieder des Nestes sind selbständig denkende und fühlende Wesen. Aber sie betrachten sich nicht als Individuen, sondern als ausführende Hände des Nests, bzw. der Person. Nur die Person des Nests ist Bürgerin des Imperiums. Das Interia-System hat eine Population von 80 Milliarden. Insgesamt lebt etwa eine halbe Billion in den Nestsystemen des inneren Imperiums. Bei einer typischen Nestgröße von einer Million hat das Imperium nur etwa 500.000 Personen (oder Bürgerinnen).
Ursprünglich waren die Nester viel kleiner. In prähistorischer Zeit hatte ein Nest wenige tausend Hände. Es gab insgesamt nur ein paar hundert Personen und jede von ihnen stand mit allen Personen in der näheren Umgebung im Kontakt. Das waren früher eben nur die wenigen, die man mit prä-technischen Mitteln in einigen Stunden per Boten erreichen konnte. Mit genetischen Anpassungen und technischen Bewusstseinserweiterungen können die Personen heute mit allen 500.000 interagieren.
Parallel zur Ausweitung der Kommunikation erlaubte technische Unterstützung bei der Reproduktion eine massive Vergrößerung der Nester und damit individuellen Machtzuwachs. Der absolute Machtzuwachs durch die Nestvergrößerung relativiert sich natürlich, da alle Nester gewachsen sind.
Jede Person ist sich der Aktivitäten aller anderen stets bewusst. Sie wird informiert über deren Meinungen und Motive. Sie diskutiert und konkurriert ständig mit allen. Es gibt keine Abstimmungen oder Wahlen. Da alle im Wesentlichen die Meinungen aller anderen kennen, entsteht aus dem ständigen sozialen Ringen ein vorherrschender Konsens. Viele Personen sind durch ihre Meinungen miteinander verbunden. Kompatible Ansichten und gemeinsame Interessen führen zu Bündnisnetzwerken. Die Bündnisse entscheiden über den Einfluss einzelner Personen.
Die Meinungsführerin im Themenkomplex imperialer Strategie und Politik ist die Person des Imperiums, die mächtigste Person, repräsentatives Staatsoberhaupt, Moderatorin der Fraktionen, Integrationsfigur für alle 500 Milliarden, nach menschlichen Begriffen, die Kaiserin. Das Imperium ist gewissermaßen das übergeordnete Nest. Die Person des Imperiums ist das Imperium. Alle anderen Personen sind die Hände des Imperiums.
Vor 200 Jahren starb Addaja, die Person des Imperiums, im Alter von über 1200 Jahren. Addaja war die fünfte Person des Imperiums im interstellaren Zeitalter Interias. Ihre Vorgängerinnen hatten das Imperium zur derzeitigen Größe geführt. Aber dabei wurden die Ressourcen und die Gesellschaft stark strapaziert. Addaja beendete die Expansion. Ihre tausendjährige Regentschaft war ein goldenes Zeitalter der Stabilität, aber auch der Stagnation.
Nach einer Trauerphase begann das Ringen um die Nachfolge. Der Konflikt dreht sich um die Frage ob man die Expansion wieder aufnehmen oder die Stabilitätspolitik fortsetzen sollte. Seit 200 Jahren konkurrieren nun verschiedene Fraktionen um die Meinungsführung. Das ganze innere Imperium ist mit sich selbst beschäftigt in einem titanischen Ringen um Reputation, um wirtschaftliche, kulturelle und strategische Dominanz. Alle Personen sind in diese Auseinandersetzung eingebunden. Das Imperium zieht seine Kräfte zurück.
Noch nie hat die Auswahl der Person des Imperiums so lange gedauert. Inzwischen ist das Imperium in Gefahr. Die Regionalzentren betrachten sich schon als selbständig. Neobarbaren bedrohen die Grenzen. Sie räumen verlassene Depots aus und überfallen Zivilisationszentren.
Einige Personen beteiligen sich nicht am ständigen sozialen Wettkampf. Es gibt unabhängige Personen verschiedener Couleur: von Aussteigern, die der Reizüberflutung des Mainstreams entfliehen und in kleineren Gruppen mit Nestern ursprünglicher Größe leben, bis zu Einsiedlern ganz ohne soziale Interaktion. Es gibt Gesetzlose, die andere Nester überfallen und Exzentriker, die im Mainstream leben, sich aber dem sozialen Konsens verweigern.
Eine verantwortungsvolle Gruppe Unabhängiger sorgt sich mehr um das Imperium, als um ihren sozialen Status. Sie dienen dem Imperium, auch wenn sie sich dafür nicht am großen sozialen Diskurs beteiligen können. Das sind die Bewahrer. Sie führen die Strategie der Person des Imperiums fort, während die anderen mit der Auswahl der neuen Kaiserin beschäftigt sind.
Einer dieser Bewahrer empfängt die Podagraria. Interia ist erfreut über die Menschen. Ein neues Volk an der Grenze, das sich aus eigener Kraft in das interstellare Umfeld wagt. Ein Volk, das einigermaßen zivilisiert mit vorsichtiger Expansion beginnt. Ganz im Gegensatz zu Neobarbaren, die mit moderner Technik, aber barbarischen Sitten viele Probleme bereiten. Erfahrungsgemäß ist ein Volk wie die Menschen ein Kandidat für die zukünftige Führung eines Regionalzentrums.
Aber die Menschen haben ein Problem. Kurz vor dem Abflug der Expedition wurden solare Kolonien von Kelrecs überfallen. Man erwartet einen massiven Angriff auf das Solsystem. Der weit überlegenen Technik, die die Kelrecs aus interianischen Depots geplünderten haben, könnten die Menschen nichts entgegensetzen. Inzwischen sind 3 Jahre vergangen. Das Solsystem wird tatsächlich schon belagert. Die Menschheit steht vor dem Abgrund.
Die Bewahrer mobilisieren die interianische Militärmaschinerie und greifen Miro, den Heimatplaneten der Kelrecs, an. Die Belagerer ziehen sich zurück. Es wird die letzte große Flottenaktion des Imperiums.
Die Menschheit kommt mit einem blauen Auge davon.
http://jmp1.de/h2648
Interia, diesen Namen hören die Menschen immer wieder. Das sei das Imperium. Das Imperium zu dem alles gehört. Das Imperium in dessen Machtbereich wir leben. Das Imperium herrsche durch seine Regionalzentren, heißt es. Kisor sei das lokale Zentrum. Kisor sorge im Auftrag Interias für Ordnung. Zumindest sei das immer so gewesen.
Aber noch nie haben die Menschen einen Interianer gesehen. Es gibt keine interianischen Raumflotten. Im Gegenteil, die bisherigen Erfahrungen der Menschen lassen auf eine gewisse Anarchie schließen. Auch wenn die Kisor-Zwillinge angeblich für Ordnung sorgen. Es hatte zwar bisher nicht viel Kontakt mit Kisor gegeben, aber wenn dann vor allem mit seinen Handelsgilden. Von militärischen Mitteln war noch nicht viel zu sehen. Und vor allem keinen Interianer.
Trotzdem sprechen viele Kontakte der Menschen vom Interianischen Imperium als die lokale Macht. Die Europäische Forschungsstiftung nimmt sich vor, dieses Mysterium aufzulösen. Sie rüstet 2 Raumschiffe aus für die lange Reise ins Herz des Imperiums über 1000 Lichtjahre.
Nicht alle sind glücklich über diese Mission. Einige befürchten mit einem Besuch erst die Aufmerksamkeit des Imperiums auf die Menschheit zu lenken. Vielleicht wäre es besser, sich bedeckt zu halten. Die Befürworter argumentieren, dass mit Kisor schon das Regionalzentrum des Imperiums von den Menschen weiß, dass der Schaden also nicht groß sein kann. Falls es dieses Imperium wirklich gibt. Manche vermuten sogar, dass dieses Imperium eine Erfindung Kisors ist, um bei der Durchsetzung kisorischer Interessen auf einen höheren Auftrag verweisen zu können.
Die beiden Schiffe, Dicke Hummel und Aegopodium Podagraria, kommen aus einer renommierten solaren Werft (Deimos Interstellars Corp., "Building Superluminals for over 200 Years“). Für die weite Reise werden sie mit Überlichttriebwerken von Artu und Kraftwerken von Thoris ausgestattet. Man heuert eine Gruppe von 5 Marui-Technikern an, die diese Anlagen warten können. Die Schiffe starten 2644 mit 80 Personen, je 15 für den Schiffsbetrieb, 22 Wissenschaftler, 8 Mitarbeiter des diplomatischen Dienstes der Koalition, der Expeditionsleitung und 13 Beobachter verschiedener Systemmächte.
Die Reise nach Interia dauert 3 Jahre. Davon sind nur 2 Jahre reine Flugzeit. Die übrige Zeit verbringt die Besatzung damit auf dem Weg Kontakte herzustellen, die genauen Koordinaten von Interia zu erfragen, sich nach günstigen Routen zu erkundigen, Navigationshindernissen auszuweichen, in einem weiten Bogen die Telugu-Domäne zu umfliegen, 3 der Marui wegen einer ansteckenden Krankheit zu einem Marui-Autodock zu bringen und mit dem letztlich vergeblichen Versuch, Ersatz für einen defekten Reaktor zu beschaffen.
Im Verlauf der Reise werden die Schiffe fünfmal geentert. Die Besatzung wird dreimal für kurze Zeit interniert, aber auch einmal als Vertreter eines neuen Imperiumsvolkes im Namen des Imperiums durch eine Schiffsparade willkommen geheißen. Auf Puraskar-III wird Expeditionsleiter Tolu Abani zum außerordentlichen Botschafter für das Puraskar-System ernannt, da die Hathrasi von Puraskar auch wissen wollen, was eigentlich mit Interia los ist. Dicke Hummel muss nach einem Jahr aufgegeben werden, da sich zu vernünftigen Preisen kein neuer Reaktor beschaffen lässt. Mit dem Schrottwert kann man aber immerhin einen Umbau bezahlen, um zusätzliche Ausrüstung und die Besatzung der Hummel an Bord der Podagraria unterzubringen. Außerdem werden 2 Marui angeheuert, die die erkrankten Kollegen ersetzen.
In einer Entfernung von 220 Lichtjahren vom Ziel erreicht die Podagraria das Droza-System, ein Hauptzentrum des Imperiums. Eine Patrouille bringt das Schiff weit außerhalb des Systems auf. Die Patrouille geleitet die Podagraria in das äußere System, wo eine Einsatzgruppe von 5 Schiffen übernimmt. Das System ist hochindustrialisiert, offensichtlich stark bevölkert und hat eine beeindruckende interplanetare Verkehrsdichte.
Die Podagraria wird mangels gültiger Zulassung zwangsweise stillgelegt. Ein Schlepper nimmt das Schiff auf und bringt es zu einer technischen Überprüfungsstelle im Droza-IX Orbit. Das besagt zumindest die Quittung.
Die Besatzung wird zum Orbitalring von Droza-V transportiert. Nach anfänglichen Missverständnissen und einigen Tagen Befragung im Fall "Imperium gegen Kapitän Thor Holland wegen Systemeinflugs ohne imperialen Pilotenschein" erkennt die Administration von Droza den Botschafterstatus des Expeditionsleiters an. Die Podagraria wird damit zum diplomatischen Kurierboot und die Besatzung erhält Immunität vor Strafverfolgung. Die Hathrasi von Puraskar wussten schon was sie tun, als sie Abani "alte, aber vermutlich noch gültige" imperiale Diplomaten-Codes mitgaben.
Abani bittet um Geleit nach Interia. Um die Sache abzukürzen lässt die Droza-Administration das Schiff auf einen Frachter verladen, der die Strecke nach Interia in einem Monat schafft. Eine Fregatte begleitet den Frachter.
Ohne weitere Zwischenfälle erreicht die Expedition Interia im August 2648 (1952/83 imperialer Zeitrechnung). Der Besuch ist schon angekündigt über das innere Relaisnetz.
Wie bei Droza ist das gesamte System sehr gut ausgebaut. Obwohl sich nur ein Planet, in der habitablen Zone befindet, sind offensichtlich 4 Planeten (Interia II bis V) besiedelt. Alle haben vollständige orbitale Ringe mit vielen Aufzügen, die wie Speichen eines Rades zum Planeten hinunter reichen. Überall sind riesige Installationen im Raum, manche eindeutig industriell. Es gibt sehr große Habitate darunter Hunderte von Kilometer lange Zylinder und unzählige technische Strukturen im inneren System, im interplanetaren Orbit, bei den Gasriesen und im äußeren Asteroidengürtel.
Ein Flottenverband empfängt die Podagraria. Der Verband wird von einer Person kommandiert. Inzwischen wissen die Expeditionsteilnehmer was das bedeutet. Personen sind die relevanten Individuen der interianischen Gesellschaft. Personen sind Oberhaupt eines Nestes und Mutter von Millionen Interianern.
Das Nest ist das Individuum. Das Nest wird vertreten durch das primäre Weibchen, die Person des Nests. Nur das primäre Weibchen legt Eier und bringt so alle Mitglieder des Nests zur Welt. Interianer haben sich aus einer Art Präriehunde mit weit verzweigten unterirdischen Nestern entwickelt. Allerdings leben sie schon lange nicht mehr in selbstgegrabenen Erdgängen. So wenig wie moderne Menschen in Höhlen leben.
Die einzelnen Mitglieder des Nestes sind selbständig denkende und fühlende Wesen. Aber sie betrachten sich nicht als Individuen, sondern als ausführende Hände des Nests, bzw. der Person. Nur die Person des Nests ist Bürgerin des Imperiums. Das Interia-System hat eine Population von 80 Milliarden. Insgesamt lebt etwa eine halbe Billion in den Nestsystemen des inneren Imperiums. Bei einer typischen Nestgröße von einer Million hat das Imperium nur etwa 500.000 Personen (oder Bürgerinnen).
Ursprünglich waren die Nester viel kleiner. In prähistorischer Zeit hatte ein Nest wenige tausend Hände. Es gab insgesamt nur ein paar hundert Personen und jede von ihnen stand mit allen Personen in der näheren Umgebung im Kontakt. Das waren früher eben nur die wenigen, die man mit prä-technischen Mitteln in einigen Stunden per Boten erreichen konnte. Mit genetischen Anpassungen und technischen Bewusstseinserweiterungen können die Personen heute mit allen 500.000 interagieren.
Parallel zur Ausweitung der Kommunikation erlaubte technische Unterstützung bei der Reproduktion eine massive Vergrößerung der Nester und damit individuellen Machtzuwachs. Der absolute Machtzuwachs durch die Nestvergrößerung relativiert sich natürlich, da alle Nester gewachsen sind.
Jede Person ist sich der Aktivitäten aller anderen stets bewusst. Sie wird informiert über deren Meinungen und Motive. Sie diskutiert und konkurriert ständig mit allen. Es gibt keine Abstimmungen oder Wahlen. Da alle im Wesentlichen die Meinungen aller anderen kennen, entsteht aus dem ständigen sozialen Ringen ein vorherrschender Konsens. Viele Personen sind durch ihre Meinungen miteinander verbunden. Kompatible Ansichten und gemeinsame Interessen führen zu Bündnisnetzwerken. Die Bündnisse entscheiden über den Einfluss einzelner Personen.
Die Meinungsführerin im Themenkomplex imperialer Strategie und Politik ist die Person des Imperiums, die mächtigste Person, repräsentatives Staatsoberhaupt, Moderatorin der Fraktionen, Integrationsfigur für alle 500 Milliarden, nach menschlichen Begriffen, die Kaiserin. Das Imperium ist gewissermaßen das übergeordnete Nest. Die Person des Imperiums ist das Imperium. Alle anderen Personen sind die Hände des Imperiums.
Vor 200 Jahren starb Addaja, die Person des Imperiums, im Alter von über 1200 Jahren. Addaja war die fünfte Person des Imperiums im interstellaren Zeitalter Interias. Ihre Vorgängerinnen hatten das Imperium zur derzeitigen Größe geführt. Aber dabei wurden die Ressourcen und die Gesellschaft stark strapaziert. Addaja beendete die Expansion. Ihre tausendjährige Regentschaft war ein goldenes Zeitalter der Stabilität, aber auch der Stagnation.
Nach einer Trauerphase begann das Ringen um die Nachfolge. Der Konflikt dreht sich um die Frage ob man die Expansion wieder aufnehmen oder die Stabilitätspolitik fortsetzen sollte. Seit 200 Jahren konkurrieren nun verschiedene Fraktionen um die Meinungsführung. Das ganze innere Imperium ist mit sich selbst beschäftigt in einem titanischen Ringen um Reputation, um wirtschaftliche, kulturelle und strategische Dominanz. Alle Personen sind in diese Auseinandersetzung eingebunden. Das Imperium zieht seine Kräfte zurück.
Noch nie hat die Auswahl der Person des Imperiums so lange gedauert. Inzwischen ist das Imperium in Gefahr. Die Regionalzentren betrachten sich schon als selbständig. Neobarbaren bedrohen die Grenzen. Sie räumen verlassene Depots aus und überfallen Zivilisationszentren.
Einige Personen beteiligen sich nicht am ständigen sozialen Wettkampf. Es gibt unabhängige Personen verschiedener Couleur: von Aussteigern, die der Reizüberflutung des Mainstreams entfliehen und in kleineren Gruppen mit Nestern ursprünglicher Größe leben, bis zu Einsiedlern ganz ohne soziale Interaktion. Es gibt Gesetzlose, die andere Nester überfallen und Exzentriker, die im Mainstream leben, sich aber dem sozialen Konsens verweigern.
Eine verantwortungsvolle Gruppe Unabhängiger sorgt sich mehr um das Imperium, als um ihren sozialen Status. Sie dienen dem Imperium, auch wenn sie sich dafür nicht am großen sozialen Diskurs beteiligen können. Das sind die Bewahrer. Sie führen die Strategie der Person des Imperiums fort, während die anderen mit der Auswahl der neuen Kaiserin beschäftigt sind.
Einer dieser Bewahrer empfängt die Podagraria. Interia ist erfreut über die Menschen. Ein neues Volk an der Grenze, das sich aus eigener Kraft in das interstellare Umfeld wagt. Ein Volk, das einigermaßen zivilisiert mit vorsichtiger Expansion beginnt. Ganz im Gegensatz zu Neobarbaren, die mit moderner Technik, aber barbarischen Sitten viele Probleme bereiten. Erfahrungsgemäß ist ein Volk wie die Menschen ein Kandidat für die zukünftige Führung eines Regionalzentrums.
Aber die Menschen haben ein Problem. Kurz vor dem Abflug der Expedition wurden solare Kolonien von Kelrecs überfallen. Man erwartet einen massiven Angriff auf das Solsystem. Der weit überlegenen Technik, die die Kelrecs aus interianischen Depots geplünderten haben, könnten die Menschen nichts entgegensetzen. Inzwischen sind 3 Jahre vergangen. Das Solsystem wird tatsächlich schon belagert. Die Menschheit steht vor dem Abgrund.
Die Bewahrer mobilisieren die interianische Militärmaschinerie und greifen Miro, den Heimatplaneten der Kelrecs, an. Die Belagerer ziehen sich zurück. Es wird die letzte große Flottenaktion des Imperiums.
Die Menschheit kommt mit einem blauen Auge davon.
http://jmp1.de/h2648
Abonnieren
Posts (Atom)




