In unserem Bereich der Milchstraße ist viel Platz zwischen den Sternen. Die Umlaufbahnen der äußeren Planeten passen da 10.000 Mal hinein. Der interstellare Raum ist riesengroß. Ein Volumen tausend Milliarden mal so groß wie das Sonnensystem. Und es ist nicht leer. Außerhalb der regulären Planeten gibt es weitere Kleinplaneten und den Kuiper-Gürtel. Noch weiter im extraplanetaren Raum die Oort'sche Wolke und die Baqannoo-Sphäre.
Es gibt Irrläufer-Objekte, Asteroiden, Planeten, braune Zwerge, Pulsare, Uraniden, Häufungen dunkler Materie und andere exotische Dinge, sogar technische Installationen, wie man viel später herausfindet. Es gibt viel zu entdecken und zu erforschen. Aber die Entfernungen sind gewaltig. Die meisten Objekte sind zu weit weg für Rückstoßtriebwerke.
Mitte des dritten Jahrtausends hat sich der Raumschiffantrieb nach dem Raumkrümmer-Prinzip etabliert. Anfangs wurde er für Expressfrachten auf Diagonalstrecken verwendet, mit effektiven Geschwindigkeiten, die weit unter der Lichtgeschwindigkeit lagen. Heute kommen uns die ersten Raumkrümmer vor, wie der Flug der ersten Doppeldecker-Flugzeuge. Die Schiffe waren damals noch mit einem Tausendstel der Lichtgeschwindigkeit unterwegs. Sie waren sehr klobig, teuer und unzuverlässig. Das ist 120 Jahre her. Seitdem hat sich viel getan. Frachter sind mit 2% c inzwischen 20-mal schneller. Die Antriebe sind zuverlässig und sie laufen bei dieser Geschwindigkeit auch im Dauerbetrieb.
Theoretisch fliegt man heute sogar (effektiv) viermal so schnell sind wie das Licht. Damit kommt man schon weit in die Oort'sche Wolke. Aber diese Technologie ist an der Grenze des Machbaren. Sie ist noch nicht für Dauerlast geeignet und kann deshalb nicht auf langen Strecken eingesetzt werden, jedenfalls nicht ohne Risiko.
Seit es Raumkrümmer gibt, haben astrophysikalische Forschungsexpeditionen die Grenzen der Antriebe ausgetestet. Die Wissenschaftler finden immer wieder neue interessante Ziele in der näheren Umgebung. Und um dort hinzukommen gehen sie an die Grenze des Möglichen. Astrophysikalische Expeditionen sind auch oft gleichzeitig Belastungstests für die nächste Antriebsgeneration.
Viele Organisationen sind aktiv in Astronomie und Astrophysik. Mit interplanetaren Instrumenten kann man heute sehr weit und sehr genau sehen. Und Raumkrümmer bieten nun die Möglichkeit, die astronomischen Entdeckungen in der näheren interstellaren Umgebung der Sonne, dem extraplanetaren Raum, zu besuchen. Es gibt im Lauf der Zeit viele Flüge zu extraplanetaren Zielen. Es gibt wissenschaftliche Expeditionen, geheime militärische Missionen, private Unternehmen und auch spektakuläre Fehlschläge.
Mit neuen Triebwerken immer weiter hinaus zu fliegen in den interstellaren Raum zwischen den Sternen gehört zu den letzten großen Abenteuern. Hat man ein technisches Problem und geht der Antrieb kaputt, dann kann man im Nichts stranden, Lichtwochen oder Lichtmonate von Hilfe entfernt. Sogar die Nachricht von der Havarie braucht dann Monate bis nach Hause. Schnelle Rettung ist unwahrscheinlich. Man kann nicht mal eben ein Schiff in ein paar Kubik-Lichtmonaten aufspüren. Sogar das Peilsignal ist wochenlang unterwegs. Und es gibt sowieso nicht viele Schiffe, die verfügbar und leistungsfähig genug sind für eine Rettungsmission.
Hier einige bemerkenswerte Expeditionen in den ersten 100 Jahren intrastellarer Reisen:
- Pontos (früher: neunter Planet), das Eiswunder. Pontos ist ein Eisplanet. Er wurde vor hunderten Millionen Jahren von einem marsgroßen Körper getroffen. Die kinetische Energie verflüssigte den gesamten Planeten und für einige Millionen Jahre sorgte der langsam abkühlende Kern dafür, dass seine 1000 Kilometer dicke Ammoniak-Wassereis-Hülle eine Zeit der Tektonik und des Wetters erlebte. Inzwischen ist alles wieder erstarrt zu einer faszinierenden Eislandschaft.
Eine Expedition besuchte Pontos 2390. Sie entdeckte die Eislandschaften. Auf dem Rückweg gab es ein Problem mit dem Antrieb. 1000 AU vom inneren System strandete die Gahara Sthaan IX mit ihrer Mech-Besatzung. Die Infomorphe wurden 37 Jahre später durch eine Rettungsmission evakuiert.
Trivia: Pontos wurde benannt nach einem alten griechischen Meeresgott. Man wählte absichtlich einen Namen mit "P", um Pluto in Abzählreimen zu ersetzen.
- Tyche, ein brauner Zwerg in 1,1 Lichtjahren Entfernung von der Sonne (=80.000 AU). Tyche ist gravitativ an unsere Sonne gebunden. Er befindet sich auf einer sehr weiten Umlaufbahn. Tyche hat 15 Jupitermassen. Er ist ein sehr kleiner und kalter brauner Zwerg. Tyche hat eine mittlere Oberflächentemperatur von -20 Grad Celsius. Er wurde zuerst 2493 besucht. Tyche hat vier Trabanten (Monde oder Planeten, je nach Sichtweise) von denen einige wieder eigene Monde haben. Auf einem Mond von Tyche A gibt es im späten 27. Jahrhundert eine permanente Forschungsstation. Die Wissenschaftler studieren die Möglichkeit von nativem Leben auf Tyche an einigen heißen Quellen mit flüssigem Wasser.
Trivia: der Name Tyche bezeichnete ursprünglich einen hypothetischen Planeten in der Oort'schen Wolke, der durch seinen Gravitationseinfluss Kometen mit langer Periode produziert. Eine statistische Analyse der Bahnparameter führte im 20. Jahrhundert zur Tyche-Theorie. Die Theorie wurde nach einer Durchmusterung mit Infrarot-Teleskopen im 21. Jahrhundert verworfen. Der heute Tyche genannte Himmelskörper ist viel weiter entfernt als der hypothetische Tyche des 20. Jahrhunderts. Auch er stört Bahnen in der Oort'schen Wolke und löst Kometen aus, aber ohne die statistische Auffälligkeit. Diese stellte sich später als Oszillation in der Oort'schen Wolke selbst heraus. Tyche entspricht auch nicht dem früher vermuteten periodischen Oort-Störer, der das Dinosauriersterben verursacht haben soll.
- Bis in eine Entfernung von 2 Lichtjahren gibt es mehrere planetenartige Himmelskörper. Bei den meisten handelt es sich um eingefangene Irrläufer-Planeten mit weiten elliptischen Umlaufbahnen. Die Irrläufer entstanden vor langer Zeit bei anderen Sonnen und wurden durch verschiedene Effekte aus ihrem System katapultiert. Die Größe reicht von kleinen Merkur-großen Gesteinsplaneten über gefrorene Gasriesen bis zu braunen Zwergen. Sie bilden zusammen die sogenannte Baqannoo-Sphäre (nach Iddo Baqannoo). Pontos und Tyche sind die bekanntesten Vertreter der Baqannoo-Sphäre.
Inzwischen sind über 300 Objekte bekannt. Abgesehen von Pontos und Tyche wurden in den ersten Jahren der extraplanetaren Erkundung nur drei der Objekte besucht. Eine vierte Expedition ist verschollen. Es gibt keine Hinweise auf den Verbleib. Der Kontakt brach auf dem Hinflug in einer Entfernung von 4000 AU plötzlich ab.
Trivia: Spätestens mit dem Nachweis des vierten Baqannoo-Objekts wurde die Stellung von Pontos als neunter Planet in Frage gestellt. Als im Lauf der Zeit immer mehr semi-gebundene interstellare planetenartige Objekte entdeckt wurden und die Baqannoo-Sphäre Gestalt annahm, wurde Pontos von der Internationalen Astronomischen Union als Semiplanet klassifiziert und verlor damit seinen Status als neunter Planet des Sonnensystems.
- ein alter Pulsar in 1,5 Lichtjahren Entfernung, Katalogbezeichnung XA-2314c-M. Die Rotationsperiode des Pulsars beträgt 4,2 Sekunden. Der Strahl-Konus ist nicht in das innere Sonnensystem gerichtet. Deshalb wurde er sehr spät entdeckt. Das erste Signal war eine Reflexion an einem Baqannoo-Sphären Objekt. Erstmals besucht 2443 durch Starprobe: ein Vorbeiflug von Nanosonden mit 30.000 km/s. Der erste dauerhafte Besuch war die Expedition der Kublai-Khan im Jahr 2498.
- Uraniden, Kometenkerne der Oort'schen Wolke mit einem ungewöhnlich hohem Urananteil. Die Zerfallswärme des Urans sorgt für flüssiges Wasser im Inneren des Kometenkerns. Das Wasser moderiert die Neutronen der Uran-Fission und hält so einen natürlichen Atomreaktor am Leben. Entdeckt wurden Uraniden im Jahr 2373 durch eine Explosion als ein Kern überkritisch wurde und mit einer natürlichen 5 kt Explosion auf sich aufmerksam machte. Die Explosion wurde von Gammadetektoren im System registriert. Daraufhin konnte man die zugehörigen optischen, Infrarot- und Neutrinosignale in permanent laufenden Experimenten finden und über Triangulation die Position bestimmen.
Es gibt mehrere Uraniden. Der nächste ist 2.800 AU entfernt. Die Uraniden entstanden als eine Supernova schwere Elemente auf einem ihrer Eisriesen deponierte. Der Planet brach dabei auseinander und die Trümmer verteilten sich im interstellaren Raum. Einige Millionen Jahre später wurden einige dann von unserer Sonne eingefangen. Bei einer Expedition zu BA-2421j-U im Jahr 2477 wurden Proben genommen. Dank der vielen Proben und der großen Menge verschiedener Isotope und Zerfallsketten konnte man den Zeitpunkt der Supernova-Explosion auf 10 Stellen genau bestimmen. Die Supernova fand statt im Jahr 8.131.606 vor unserer Zeitrechnung am 31. März um 13:29 h +/- 7 Minuten, also zwischen 13:22 h und 13:36 h GMT.
- ein besonders exotisches extraplanetares Objekt ist die Shen-Senke (nach dem Astronomen Shen Li) in 22.000 AU Entfernung. Die Senke ist eine Häufung ultrakalter dunkler Materie. Sie wurde im Jahr 2289 entdeckt durch ein zufälliges Gravitationslinsen-Ereignis. Die dunkle Materie macht sich nur gravitativ bemerkbar. Sie entspricht der Masse des Neptuns und hat eine Ausdehnung von 3 Millionen Kilometern.
Dunkle Materie sollte eigentlich nicht so kompakt auftreten. Da sie nicht mit sich selbst interagiert und deshalb keine inelastischer Stöße vorkommen, gibt es keine bremsenden, bzw. klumpenden Effekte. Die Masse der Shen-Senke muss durch einen unbekannten Effekt abgebremst worden sein. Ihre Konstituenten haben sehr geringe Relativgeschwindigkeiten und befinden sich nun quasi frei auf benachbarten Trajektorien um unsere Sonne.
Das Ultrateleskop BISON erkennt 2413 mehrere Satelliten, eingefangene Oort-Objekte, in weiten Orbits um die Gravitationssenke und einen Asteroiden, der innerhalb der Senke kurioserweise fast linear durch das kräftefreie Zentrum oszilliert. In den Jahr 2484 wird die Shen-Senke von zwei konkurrierenden Expeditionen besucht und genau vermessen (Tsegaye-Gubennya-13 vom Astrophysikalischen Institut des Jupiter-Orbital Mek’ele und Scott-Gravity-Research-A/Isle of Sol/Venus). Die Terra Nova, das Schiff von Scott-Gravity, erreicht die Shen-Senke wenige Wochen nach Tsegaye-Gubennya.
Auf dem Rückflug trifft die Terra Nova auf eine weitere unbekannte Gravitationssenke, heute bekannt als Terra Nova Riff. Die bis dahin unbekannte Gravitationsanomalie ist kompakter als die Shen-Senke mit weniger Masse und Ausdehnung. Heute wissen wir, dass sie, wie mehrere andere kleinere Senken, die Shen-Senke umkreist. Die Terra Nova läuft mit voller Reisegeschwindigkeit und ohne Vorwarnung in die Senke. Die fraktalen Raumverzerrungen des Antriebs lösen eine heftige Reaktion in den Konstituenten der Senke aus. Diese bestehen zwar nicht aus baryonischer Materie, aber sie reagieren auf gravitative Raumverzerrungen. Die Explosion der Terra Nova ist mit solaren Großteleskopen gut zu sehen.
Seit der Terra Nova Katastrophe vermutet man, dass es noch viele weitere Häufungen dunkler Materie im extraplanetaren Raum gibt. Gravitationssenken sind aber schwer zu entdecken. Sie sind letztlich nur leerer Raum mit einem flachen Gravitationspotential.
#Planet #Reisen #Wissenschaft #Irrläufer #Interstellar #ExotischeObjekte
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2390 Pontus Mission: Forschungsexpedition zum neunten Planeten
Calixtos Kamikatsu an Bord der Gahara Sthaan IX auf dem Rückflug von Pontus, Planet 9, 2390, private Nachricht:
Hallo meine Liebe,
jetzt sind es nur noch 1000 AU bis nach Hause. Ein knappes Jahr. Pontus war der Wahnsinn. Wir sind alle noch ganz geflasht. Optisch war nicht viel. Tausend astronomische Einheiten von der Sonne entfernt muss man schon sehr genau hinsehen, um etwas zu erkennen. Aber im Infrarot haben wir alles in voller Schönheit gesehen. Drinnen im Sonnensystem sind Gasriesen mit dicken Atmosphären, Wolkenbändern und Stürmen. Hier draußen, so weit von der Sonne entfernt, ist nur Eis. Die ganze Atmosphäre ist gefroren. Pontus ist ein Eis-Riese.
Aber Pontus ist nicht einfach ein Eisklumpen. Es gibt Gebirge, Schluchten, Geröllfelder, sogar Sandwüsten mit Dünen aus feinen Eiskörnchen, wie Diamantstaub. Alles ist aus Eis, verschiedenes Eis. Wassereis ist bei diesen Temperaturen steinhart. Wassereis spielt hier die Rolle von Stein und Felsen. Es gibt Eis-Vulkane aus denen in der Vergangenheit ein Wasser-Ammoniak-Gemisch als Lava emporgeschleudert wurde.
Pontus hatte offensichtlich auch einmal Plattentektonik, die gewaltige Eisgebirge aufgeschoben hat. In den aktiven Phasen von Pontus gab es sogar Wetter, gewaltiges Wetter. Ammoniak-Regen hat tiefe Canyons aus den Wasser-Gebirgen ausgewaschen. Der Grand-Canyon kann sich darin verstecken. Das Valles Marineris auch. Und nicht zu vergessen, das Theia-Becken. Ein Krater größer als die Erde. Vor Urzeiten muss da ein marsgroßes Objekt reingekracht sein. Das war sicher ein kataklysmisches Ereignis. Es hat den ganzen Planeten zum Schmelzen gebracht. Danach war der Planet Millionen Jahre lang aktiv. Mit Vulkanismus, Plattentektonik, Wetter, Regen, Flüssen, Meeren. Das war die Zeit in der all das entstanden ist, was wir heute sehen. Von den Gebirgsketten und den Vulkanen bis zu den Wassereis-Sandkörnern an den Stränden der Ammoniak-Meere.
Und dann natürlich die Skulpturen. Wo Eis aus dem Boden austritt, friert es in allen möglichen Formen. Es gibt fast geometrische Kegel, die innen einen Wasserkanal haben und darum herum immer weiter gewachsen sind. Es gibt schlanke Säulen, ganze Felder von Eissäulen, wie von den alten Griechen hingestellt. Und Figuren und Skulpturen, unendlich viele Formen. Manche sind weiß wie Schnee durch feine Luftbläschen. Viele sind durchsichtig, die einen glasklar, andere mit regelmäßigen Mustern. Es gibt die Spires, hunderte Meter hohe Säulen wie aus Glas und kristallblaue Eisvorhänge, aufgespannt zwischen anderen Skulpturen. All das ist jetzt erstarrt. Wie plötzlich eingefroren, mitten in der Bewegung. Aber wunderschön.
Ich mach' mich jetzt wieder an die Auswertung. Bis bald. ENDE.
--
Calixtos Kamikatsu an Bord der Gahara Sthaan IX, 999 AU von Sol, 3 Monate nach der Havarie, private Nachricht:
Hi Schätzchen,
schlechte Nachrichten. Anne bekommt den Antrieb nicht zum Laufen. Sie sagt, wir hatten ziemliches Glück. Wir wussten alle, dass die Sache riskant ist. Aber die Materiedichte hier draußen ist so gering, das man nicht wirklich damit rechnet was zu treffen. Naja, getroffen haben wir ja auch nicht. Eher es uns. Muss ein ordentlicher Asteroid gewesen sein. Bei voller Fahrt reichen schon 2 Millionen Kilometer "Nähe", damit sein Gravitationsfeld unseren Antrieb beschädigt, wenn er unter Last läuft.
Anne sagt, ich zitiere: "auf ganzen 0,2 Tau ist die Fraktalität der Konverter unter 4,8 im Median, soweit Susi das messen kann" Susi ist unsere Engineering-KI. Kauderwelsch. Ich hab's gejeeved. Die Konverterpole sind Fraktale. Sie müssen möglichst fein sein, bis runter auf Nanometer. Ideal wäre ein Wert von 3 als fraktale Dimension. Aber das ist nur theoretisch. Man versucht so nahe wie möglich da ranzukommen, also 3 minus ein kleines bisschen, z.B. zehn hoch minus 4,8 bei uns. Ist die Zahl kleiner, dann ist der Abstand zur 3 größer und der Lévy-Effekt bricht zusammen. Da war dann noch was mit virtuellen Teilchen, negativer Energie, Quantenverletzung, Mesonen, und so weiter.
Jedenfalls, als wir an dem Asteroiden vorbei sind, hat es diese feinen Verästelungen verzogen. Sie klumpen zusammen. Mit anderen Worten: die Konverterpole sind Matsch. Das können wir hier nicht fixen. Wir haben zwar Fabs für alles was wir als Mechs so brauchen, aber an den Konvertern haben die Bush-Robots von Majumdar Abhiyaantrikk angeblich 2 Jahre rum-assembliert.
Ich melde mich bald wieder. ENDE.
--
Calixtos Kamikatsu an Bord der Gahara Sthaan IX, 999 AU von Sol, 2390, 4 Monate nach der Havarie, private Nachricht:
Hallo ihr drei,
die meisten Daten sind jetzt ausgewertet. Der Antrieb geht immer noch nicht. Anscheinend gibt es keine Kapazitäten für eine Rettungsmission. Verständlich, dieser Flug war teuer genug. Und für eine Info-Evakuierung reicht die Bandbreite bei weitem nicht. Wir sitzen hier fest.
Euer Papa wird sich verspäten. Fragt Mama. Ich umarme euch.
Nur für Mama:
Wir müssen hier abschalten. Der Antrieb ist auch verstrahlt. Anne sagt, das passiert oft bei Konverter-Unfällen. Die Strahlung stört den Reaktor. Wir laufen schon auf Reserve. Jeeves, Susi und die anderen KIs sind schon aus. Auch unsere Mech-Hüllen sind stillgelegt. Nur die HICs (Human Infomorph Cores) laufen noch. Wir sind schon im V-Hab. Wir gehen jetzt in den Winterschlaf. Nur ein Automat für den Annäherungssensor bleibt an. Wir werden nichts merken. Die Zeit vergeht wie im Flug. Für uns. Tut mir leid. Ich küsse dich. ENDE.
--
Gahara Sthaan IX, 999 AU von Sol, 2427, Log:
...5:33:21.042 Passive Radar: Signal: Quelle: Entfernung 1,3e7 km
...5:33:22.314 Controller: Sende Kennung via: ComLaser
...5:33:22.316 Controller: Aktiviere HIC: Kapitän: Rashid Agarwal
...5:34:59.271 ComLaser: Nachricht: Wir haben Euch. ENDE.
#Wissenschaft #interplanetar #Raumschiff #Überlicht
http://jmp1.de/h2390
Hallo meine Liebe,
jetzt sind es nur noch 1000 AU bis nach Hause. Ein knappes Jahr. Pontus war der Wahnsinn. Wir sind alle noch ganz geflasht. Optisch war nicht viel. Tausend astronomische Einheiten von der Sonne entfernt muss man schon sehr genau hinsehen, um etwas zu erkennen. Aber im Infrarot haben wir alles in voller Schönheit gesehen. Drinnen im Sonnensystem sind Gasriesen mit dicken Atmosphären, Wolkenbändern und Stürmen. Hier draußen, so weit von der Sonne entfernt, ist nur Eis. Die ganze Atmosphäre ist gefroren. Pontus ist ein Eis-Riese.
Aber Pontus ist nicht einfach ein Eisklumpen. Es gibt Gebirge, Schluchten, Geröllfelder, sogar Sandwüsten mit Dünen aus feinen Eiskörnchen, wie Diamantstaub. Alles ist aus Eis, verschiedenes Eis. Wassereis ist bei diesen Temperaturen steinhart. Wassereis spielt hier die Rolle von Stein und Felsen. Es gibt Eis-Vulkane aus denen in der Vergangenheit ein Wasser-Ammoniak-Gemisch als Lava emporgeschleudert wurde.
Pontus hatte offensichtlich auch einmal Plattentektonik, die gewaltige Eisgebirge aufgeschoben hat. In den aktiven Phasen von Pontus gab es sogar Wetter, gewaltiges Wetter. Ammoniak-Regen hat tiefe Canyons aus den Wasser-Gebirgen ausgewaschen. Der Grand-Canyon kann sich darin verstecken. Das Valles Marineris auch. Und nicht zu vergessen, das Theia-Becken. Ein Krater größer als die Erde. Vor Urzeiten muss da ein marsgroßes Objekt reingekracht sein. Das war sicher ein kataklysmisches Ereignis. Es hat den ganzen Planeten zum Schmelzen gebracht. Danach war der Planet Millionen Jahre lang aktiv. Mit Vulkanismus, Plattentektonik, Wetter, Regen, Flüssen, Meeren. Das war die Zeit in der all das entstanden ist, was wir heute sehen. Von den Gebirgsketten und den Vulkanen bis zu den Wassereis-Sandkörnern an den Stränden der Ammoniak-Meere.
Und dann natürlich die Skulpturen. Wo Eis aus dem Boden austritt, friert es in allen möglichen Formen. Es gibt fast geometrische Kegel, die innen einen Wasserkanal haben und darum herum immer weiter gewachsen sind. Es gibt schlanke Säulen, ganze Felder von Eissäulen, wie von den alten Griechen hingestellt. Und Figuren und Skulpturen, unendlich viele Formen. Manche sind weiß wie Schnee durch feine Luftbläschen. Viele sind durchsichtig, die einen glasklar, andere mit regelmäßigen Mustern. Es gibt die Spires, hunderte Meter hohe Säulen wie aus Glas und kristallblaue Eisvorhänge, aufgespannt zwischen anderen Skulpturen. All das ist jetzt erstarrt. Wie plötzlich eingefroren, mitten in der Bewegung. Aber wunderschön.
Ich mach' mich jetzt wieder an die Auswertung. Bis bald. ENDE.
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Calixtos Kamikatsu an Bord der Gahara Sthaan IX, 999 AU von Sol, 3 Monate nach der Havarie, private Nachricht:
Hi Schätzchen,
schlechte Nachrichten. Anne bekommt den Antrieb nicht zum Laufen. Sie sagt, wir hatten ziemliches Glück. Wir wussten alle, dass die Sache riskant ist. Aber die Materiedichte hier draußen ist so gering, das man nicht wirklich damit rechnet was zu treffen. Naja, getroffen haben wir ja auch nicht. Eher es uns. Muss ein ordentlicher Asteroid gewesen sein. Bei voller Fahrt reichen schon 2 Millionen Kilometer "Nähe", damit sein Gravitationsfeld unseren Antrieb beschädigt, wenn er unter Last läuft.
Anne sagt, ich zitiere: "auf ganzen 0,2 Tau ist die Fraktalität der Konverter unter 4,8 im Median, soweit Susi das messen kann" Susi ist unsere Engineering-KI. Kauderwelsch. Ich hab's gejeeved. Die Konverterpole sind Fraktale. Sie müssen möglichst fein sein, bis runter auf Nanometer. Ideal wäre ein Wert von 3 als fraktale Dimension. Aber das ist nur theoretisch. Man versucht so nahe wie möglich da ranzukommen, also 3 minus ein kleines bisschen, z.B. zehn hoch minus 4,8 bei uns. Ist die Zahl kleiner, dann ist der Abstand zur 3 größer und der Lévy-Effekt bricht zusammen. Da war dann noch was mit virtuellen Teilchen, negativer Energie, Quantenverletzung, Mesonen, und so weiter.
Jedenfalls, als wir an dem Asteroiden vorbei sind, hat es diese feinen Verästelungen verzogen. Sie klumpen zusammen. Mit anderen Worten: die Konverterpole sind Matsch. Das können wir hier nicht fixen. Wir haben zwar Fabs für alles was wir als Mechs so brauchen, aber an den Konvertern haben die Bush-Robots von Majumdar Abhiyaantrikk angeblich 2 Jahre rum-assembliert.
Ich melde mich bald wieder. ENDE.
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Calixtos Kamikatsu an Bord der Gahara Sthaan IX, 999 AU von Sol, 2390, 4 Monate nach der Havarie, private Nachricht:
Hallo ihr drei,
die meisten Daten sind jetzt ausgewertet. Der Antrieb geht immer noch nicht. Anscheinend gibt es keine Kapazitäten für eine Rettungsmission. Verständlich, dieser Flug war teuer genug. Und für eine Info-Evakuierung reicht die Bandbreite bei weitem nicht. Wir sitzen hier fest.
Euer Papa wird sich verspäten. Fragt Mama. Ich umarme euch.
Nur für Mama:
Wir müssen hier abschalten. Der Antrieb ist auch verstrahlt. Anne sagt, das passiert oft bei Konverter-Unfällen. Die Strahlung stört den Reaktor. Wir laufen schon auf Reserve. Jeeves, Susi und die anderen KIs sind schon aus. Auch unsere Mech-Hüllen sind stillgelegt. Nur die HICs (Human Infomorph Cores) laufen noch. Wir sind schon im V-Hab. Wir gehen jetzt in den Winterschlaf. Nur ein Automat für den Annäherungssensor bleibt an. Wir werden nichts merken. Die Zeit vergeht wie im Flug. Für uns. Tut mir leid. Ich küsse dich. ENDE.
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Gahara Sthaan IX, 999 AU von Sol, 2427, Log:
...5:33:21.042 Passive Radar: Signal: Quelle: Entfernung 1,3e7 km
...5:33:22.314 Controller: Sende Kennung via: ComLaser
...5:33:22.316 Controller: Aktiviere HIC: Kapitän: Rashid Agarwal
...5:34:59.271 ComLaser: Nachricht: Wir haben Euch. ENDE.
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2638 Entdeckung des Riesenplaneten Wotan
Der Planet ist zweieinhalbmal so groß wie Jupiter. Er hat eine Durchmesser von 350.000 km, aber nur die 3-fache Masse. Wotan ist ein Gasplanet. Im Gegensatz zu den Wasserstoff/Helium-dominierten Gasplaneten hat er einen hohen Anteil an schwereren Elementen in der Atmosphäre. Wotan liegt knapp außerhalb der habitablen Zone seines Sterns. Da Wotan selbst Wärme erzeugt, herrschen in seinen mittleren Atmosphärenschichten moderate Temperaturen zwischen -20 und +50 Grad Celsius. Wegen seiner Größe ist die Gravitation dort nur etwas höher als auf der Erde. Der Planet dreht sich in 10 Stunden einmal um seine Achse. Die Kombination aus schneller Rotation und relativ warmem Klima führt zu tropischen Stürmen, die das Wetter auf Jupiter mild erscheinen lassen. Windgeschwindigkeiten von 2000 km/h sind keine Seltenheit.
Die Oberfläche Wotans ist 7-mal größer als die Jupiters (fast 800-mal so groß wie die Erde). Wie Jupiter ist Wotan geprägt durch seine farbigen Wolkenbänder. Die Wettermuster sind allerdings noch viel feiner strukturiert. Zwischen den Wolkenbändern sind große stabile Wirbelstürme, die von entgegengesetzt rotierenden Jets-Streams angetrieben werden. Zwischen den großen Stürmen und den Wolkenbändern migrieren unzählige kleine Wirbel (bis 1000 km Durchmesser). Aus der Entfernung sieht man nur die obersten Schichten der Atmosphäre. Tatsächlich ist der moderate Teil Atmosphäre sehr tief. Stürme, Bänder und Wirbel liegen in mehreren Schichten übereinander. Es gibt Kamine, die Schichten miteinander verbinden. Eine besondere Wetterstruktur sind orthogonale Wirbelstürme, deren Achse parallel zur "Oberfläche" liegt. Diese Stürme beziehen ihre Energie aus entgegenlaufenden Winden in verschiedenen Höhen. Einige reichen von tiefen Schichten bis in die obere Atmosphäre.
200 Jahre später wird auf dem Planeten Leben entdeckt: die gasförmigen Wesen von Wotan. Eine der fremdartigsten Lebensformen, die wir kennen.
Die Individuen sind bis 500 km groß. Sie sind definiert durch die stationäre Einhüllende von Turbulenzfamilien, die in der Atmosphäre für lange Zeit stabil bleiben. Im Inneren finden komplexe stoffwechselartige Prozesse statt. Systeme von Mikrowirbeln transportieren Energie und Informationen zwischen Untereinheiten. Die Wesen nehmen an der Oberfläche kinetische Energie der Atmosphäre auf. Die Energiespeicherung geschieht ebenfalls kinetisch, in elliptischen Attraktoren. Sie können sich fortbewegen und folgen energiereichen Regionen der turbulenten Atmosphäre.
http://jmp1.de/h2638
Die Oberfläche Wotans ist 7-mal größer als die Jupiters (fast 800-mal so groß wie die Erde). Wie Jupiter ist Wotan geprägt durch seine farbigen Wolkenbänder. Die Wettermuster sind allerdings noch viel feiner strukturiert. Zwischen den Wolkenbändern sind große stabile Wirbelstürme, die von entgegengesetzt rotierenden Jets-Streams angetrieben werden. Zwischen den großen Stürmen und den Wolkenbändern migrieren unzählige kleine Wirbel (bis 1000 km Durchmesser). Aus der Entfernung sieht man nur die obersten Schichten der Atmosphäre. Tatsächlich ist der moderate Teil Atmosphäre sehr tief. Stürme, Bänder und Wirbel liegen in mehreren Schichten übereinander. Es gibt Kamine, die Schichten miteinander verbinden. Eine besondere Wetterstruktur sind orthogonale Wirbelstürme, deren Achse parallel zur "Oberfläche" liegt. Diese Stürme beziehen ihre Energie aus entgegenlaufenden Winden in verschiedenen Höhen. Einige reichen von tiefen Schichten bis in die obere Atmosphäre.
200 Jahre später wird auf dem Planeten Leben entdeckt: die gasförmigen Wesen von Wotan. Eine der fremdartigsten Lebensformen, die wir kennen.
Die Individuen sind bis 500 km groß. Sie sind definiert durch die stationäre Einhüllende von Turbulenzfamilien, die in der Atmosphäre für lange Zeit stabil bleiben. Im Inneren finden komplexe stoffwechselartige Prozesse statt. Systeme von Mikrowirbeln transportieren Energie und Informationen zwischen Untereinheiten. Die Wesen nehmen an der Oberfläche kinetische Energie der Atmosphäre auf. Die Energiespeicherung geschieht ebenfalls kinetisch, in elliptischen Attraktoren. Sie können sich fortbewegen und folgen energiereichen Regionen der turbulenten Atmosphäre.
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2873 Entdeckung der Supra-Zone
Entdeckung der Supra-Zone, ein ca. 200 Mio. km großen Bereich im interstellaren Leerraum in dem die Vakuumlichtgeschwindigkeit variiert (750 Lj. vom Solsystem)
In einigen Teilen der Supra-Zone ist die Lichtgeschwindigkeit um bis zu 30% höher. Durch Ausnutzung der Verhältnisse in der Supra-Zone können Materialien mit besonderen Eigenschaften hergestellt werden. Die Supra-Zone ist deshalb sehr wertvoll und schnell zwischen den umliegenden Machtbereichen umstritten.
Da sich die Supra-Zone im interstellaren Raum befindet, erheben viele Mächte Anspruch:
In einigen Teilen der Supra-Zone ist die Lichtgeschwindigkeit um bis zu 30% höher. Durch Ausnutzung der Verhältnisse in der Supra-Zone können Materialien mit besonderen Eigenschaften hergestellt werden. Die Supra-Zone ist deshalb sehr wertvoll und schnell zwischen den umliegenden Machtbereichen umstritten.
Da sich die Supra-Zone im interstellaren Raum befindet, erheben viele Mächte Anspruch:
- die Ter, deren Sonnensystem am nächsten liegt
- ein mobiles interspezielles Tera-Habitat ("Lichtburg“), das tatsächlich zufällig in nur 3 Lichtwochen Entfernung an einem Einzelgängerplaneten verankert ist,
- Askon,
- Marui,
- die Edar-Föderation
- das Melfiden-Konglomerat aus der näheren Umgebung,
- Marui-Son, eine alte Marui Kolonie, von wo ein Schiff als erstes Naherkundung durchgeführt hatte,
- Triamant, ein V-Cluster, der als erster einen physische Präsenz direkt an der Supra-Zone etablierte,
- 14 verschiedene k'tkik'tkup't Kollektivwesen,
- die irdische Kolonie Dewa, da astronomischen Messungen von dort erste Hinweise gegeben hatten,
- die solare Koalition, die sich als Dachorganisation irdischer Kolonien betrachtet und Dewa vertritt,
- Kisor
- Telugu-Imperium aus jeweils ca. 200 Lj. Entfernung,
- Yalung, deren Machtbereich Mansalu zwar mehr als 800 Lj entfernt ist, die die Supra-Zone aber aufgrund ihrer wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Bedeutung zum Wohle aller Völker sichern wollen.
2691 Ermordung von Saa Madueke auf Panaha im Nadu-System.
Die Nigerianerin war berühmt geworden durch ihren Einsatz für die semiintelligenten Korikoalarinkiri (Graswanderer, kurz Koriko) in der Tibia Ojo Tiefebene des Loriotun Kontinents auf Panaha im System der Sonne Nadu.
Die Tiefebene ist der einzige für Menschen bewohnbare Bereich des Planeten. Nach den Progromen auf der Erde nimmt die Auswanderung nach Panaha stark zu. Die Wohngebiete der Kolonisten dringen immer weiter in den Lebensbereich der Koriko vor. Nach 30 Jahren sind die Koriko vom Aussterben bedroht. Madueke, eine Panaha-Geborene, lebt in den wilden Sümpfen zusammen mit den Koriko. Sie wird berühmt durch eine Dokumentation von Oda Hideyoshi für das Natur-Magazin Shizen. Die Tutu Awo-Stiftung sammelt durch Merchandising bedeutende Summen zum Schutz der Koriko. Besonders beliebt sind die 3D-Tapeten von Tibia Ojo Landschaftsszenen, die vom Xiandaizhuzhai-Kanal der Slink-Abenteurerin Su Mei, an Tutu Awo gespendet wurden.
Die Anstrengungen reichen aber nicht aus. Der letzte freie Koriko wird 2705 gesehen. Dann aber müssen 2718 alle Siedlungen im Nadu System wegen des Kisor-Krieges aufgegeben werden. Die Koriko in den von Tutu Awo finanzierten Schutzgehegen werden freigelassen, vermehren sich und breiten sich wieder über die Tibia Ojo Ebene aus.
Erst 90 Jahre später kehren Menschen nach Panaha zurück. Sie treffen überraschenderweise auf Yoruba sprechende Korikoalarinkiri. Ranger hatten in den Schutzgehegen einigen Individuen die Sprache beigebracht und diese gaben ihr Wissen an ihre Gefährten und Nachkommen weiter.
Die Tiefebene ist der einzige für Menschen bewohnbare Bereich des Planeten. Nach den Progromen auf der Erde nimmt die Auswanderung nach Panaha stark zu. Die Wohngebiete der Kolonisten dringen immer weiter in den Lebensbereich der Koriko vor. Nach 30 Jahren sind die Koriko vom Aussterben bedroht. Madueke, eine Panaha-Geborene, lebt in den wilden Sümpfen zusammen mit den Koriko. Sie wird berühmt durch eine Dokumentation von Oda Hideyoshi für das Natur-Magazin Shizen. Die Tutu Awo-Stiftung sammelt durch Merchandising bedeutende Summen zum Schutz der Koriko. Besonders beliebt sind die 3D-Tapeten von Tibia Ojo Landschaftsszenen, die vom Xiandaizhuzhai-Kanal der Slink-Abenteurerin Su Mei, an Tutu Awo gespendet wurden.
Die Anstrengungen reichen aber nicht aus. Der letzte freie Koriko wird 2705 gesehen. Dann aber müssen 2718 alle Siedlungen im Nadu System wegen des Kisor-Krieges aufgegeben werden. Die Koriko in den von Tutu Awo finanzierten Schutzgehegen werden freigelassen, vermehren sich und breiten sich wieder über die Tibia Ojo Ebene aus.
Erst 90 Jahre später kehren Menschen nach Panaha zurück. Sie treffen überraschenderweise auf Yoruba sprechende Korikoalarinkiri. Ranger hatten in den Schutzgehegen einigen Individuen die Sprache beigebracht und diese gaben ihr Wissen an ihre Gefährten und Nachkommen weiter.
2726 Entdeckung einer friedlichen, nicht expansiven Nanitenzivilisation
Entdeckung einer friedlichen, nicht expansiven Nanitenzivilisation, die sich über mehrere Sonnensysteme erstreckt.
Sie bevölkern rohstoffarme Systeme ohne bewohnbare Planeten. Die meisten Völker bekämpfen Mech-Zivilisationen (Roboter und Naniten), um deren Ausbreitung zu verhindern. Dabei treten eigenständige Mechs nur selten auf. Wie bei den Menschen im Solsystem kommt es in der Frühzeit der KI-Entwicklung zu Unfällen mit wilden Mechs, Rouge-KI und Computronium-Minds, die sich oft unkontrolliert ausbreiten. Deshalb werden fast überall schon während der Entwicklung von KI und anderen autonomen Systemen Beschränkungen eingeführt, die eine selbständige Ausbreitung verhindern sollen. Letztlich entstehen so nur wenige eigenständige Mech-Zivilisationen. Die, die dann doch auftreten, werden sehr stark bekämpft, manchmal sogar von Koalitionen verschiedener Völker.
Im aktuellen Fall ist bekannt, dass wenigstens Interia als lokale Ordnungsmacht versucht hatte die Naniten zu zerstören. Die Naniten sind sehr zurückhaltend und vermeiden alle Kontakte. Sie expandieren nicht und lassen sogar Inspektionen ihrer Systeme zu. Sie wehren sich aber mit überragenden Fähigkeiten, wenn sie angegriffen werden. Es gibt Hinweise auf mehrere solcher Angriffe im Lauf der Jahrtausende, die alle erfolglos blieben. Irgendwann haben die umliegenden Völker aufgegeben und ihre Präsenz akzeptiert.
Sie bevölkern rohstoffarme Systeme ohne bewohnbare Planeten. Die meisten Völker bekämpfen Mech-Zivilisationen (Roboter und Naniten), um deren Ausbreitung zu verhindern. Dabei treten eigenständige Mechs nur selten auf. Wie bei den Menschen im Solsystem kommt es in der Frühzeit der KI-Entwicklung zu Unfällen mit wilden Mechs, Rouge-KI und Computronium-Minds, die sich oft unkontrolliert ausbreiten. Deshalb werden fast überall schon während der Entwicklung von KI und anderen autonomen Systemen Beschränkungen eingeführt, die eine selbständige Ausbreitung verhindern sollen. Letztlich entstehen so nur wenige eigenständige Mech-Zivilisationen. Die, die dann doch auftreten, werden sehr stark bekämpft, manchmal sogar von Koalitionen verschiedener Völker.
Im aktuellen Fall ist bekannt, dass wenigstens Interia als lokale Ordnungsmacht versucht hatte die Naniten zu zerstören. Die Naniten sind sehr zurückhaltend und vermeiden alle Kontakte. Sie expandieren nicht und lassen sogar Inspektionen ihrer Systeme zu. Sie wehren sich aber mit überragenden Fähigkeiten, wenn sie angegriffen werden. Es gibt Hinweise auf mehrere solcher Angriffe im Lauf der Jahrtausende, die alle erfolglos blieben. Irgendwann haben die umliegenden Völker aufgegeben und ihre Präsenz akzeptiert.
2397 Inbetriebnahme des Billion Square Kilometer Optical Network Terrestrial Planet Cartographer
Inbetriebnahme des Billion Square Kilometer Optical Network Terrestrial Planet Cartographer (BSON-TPC, kurz: Bison) mit einer interferometrischen Ausdehnung von 10 Mio. Kilometern und einer effektiven Fläche von 80 Mio. Quadratkilometern. Geplant ist ein späterer Ausbau auf 1 Milliarde Quadratkilometer Fläche.
Bison ist in der Lage extrasolare Planeten in 30 Lj. Entfernung mit 10 km Auflösung zu kartographieren. Das reicht im Allgemeinen nicht, um Strukturen intelligenten Lebens zu entdecken, aber Kontinente, Land- und Wasserflächen und Wolkenformationen sind deutlich zu erkennen.
Die Beobachtungen im Lauf der nächsten Jahrzehnte bieten aber einige Überraschungen. Der aufgrund der Hinweise des Kaio-Schiffes vermutete Planet bei Ross 614 erweist sich als Asteroid von Vesta-Größe. Auf einem Planeten von Gliese 581 gibt es eine (unerklärliche) tektonische Aktivität, die 50 km große Strukturen periodisch im Ozean auftauchen und versinken lässt. In dem System, das 100 Jahre später als Artu bekannt wird, existieren im interplanetaren Raum technische Einrichtungen bis zu 100 km Größe.
Bison ist in der Lage extrasolare Planeten in 30 Lj. Entfernung mit 10 km Auflösung zu kartographieren. Das reicht im Allgemeinen nicht, um Strukturen intelligenten Lebens zu entdecken, aber Kontinente, Land- und Wasserflächen und Wolkenformationen sind deutlich zu erkennen.
Die Beobachtungen im Lauf der nächsten Jahrzehnte bieten aber einige Überraschungen. Der aufgrund der Hinweise des Kaio-Schiffes vermutete Planet bei Ross 614 erweist sich als Asteroid von Vesta-Größe. Auf einem Planeten von Gliese 581 gibt es eine (unerklärliche) tektonische Aktivität, die 50 km große Strukturen periodisch im Ozean auftauchen und versinken lässt. In dem System, das 100 Jahre später als Artu bekannt wird, existieren im interplanetaren Raum technische Einrichtungen bis zu 100 km Größe.
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