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2682 Die solare Handelsgesellschaft Taiyangneng Xiangliao Yinliao Gongsi (TXYG) wird in den Kreis der inoffiziellen Gilden Kisors (die Samuk) aufgenommen

Die Handelsgesellschaft Taiyangneng Xiangliao Yinliao Gongsi (TXYG) wird in den Kreis der inoffiziellen Gilden Kisors (Samuk) aufgenommen. Damit bekommt TXYG Zugang (nur zuliefernden) zu den Transferterminals im Kisor-System. Dort werden Waren aus der gesamten Einflußbereich Kisors umgeschlagen.

TXYG ersetzt Prok Tiel Nam, eine Gilde, die in finanzielle Schwierigkeiten geraten war und ihren dekadischen Samuk-Beitrag nicht mehr zahlen konnte. Die Abstandssumme beträgt ca. ein Zehntel der damaligen Rohstoffproduktion im Sol-System. Sie ist über 50 Jahre aufzubringen. Alleine die sofort fällige Anzahlung auf die Abstandssumme saniert Prok Tiel Nam. Die Anzahlung wird von einem Konsortium mehrerer interstellarer Unternehmen gestellt, darunter ein Logistik-Gigant aus dem äußeren Artu-System und Draco Ultra Kov Vyrobca. Die Konsortialmitglieder versprechen sich Exportmöglichkeiten in die Kisor-Sphäre. Sie wollen an der einmaligen Chance, die sich TXYG bietet, teilhaben und müssen dafür den Anteil von TXYG an der Anzahlung übernehmen.

Die Samuk-Mitgliedschaft überdauert tatsächlich den Kisor-Krieg. Allerdings wird TXYG vom Krieg hart getroffen, wie viele Unternehmen des Sol-Systems. TXYG und andere solare Konsortialmitglieder müssen 2605 ihren Konsortialanteil verkaufen. Ab 2605 agiert TXYG nur noch als Fassade für die anderen Mitglieder. Dies widerspricht den Statuten des Samuk. Schon die Gründung des Konsortiums war ein Verstoß, der damals aber bewusst toleriert wurde. Die Mitgliedschaft wird deshalb stillgelegt, aber nicht annulliert.

TXYG übernimmt 2616 die praktisch wertlosen Anteile der anderen Konsortialmitglieder und erstreitet 2620 vor Gericht die Reaktivierung. Die Reaktivierung wird rechtsgültig nur 7 Tage nachdem der dekadische Samuk-Beitrag fällig gewesen wäre. Selbst die gesamte Wirtschaft des Sol-Systems wäre zu diesem Zeitpunkt nicht in der Lage gewesen, den Beitrag aufzubringen. Aber durch das glückliche Timing hat TXYG 10 Kisor-Jahre Zeit, den Samuk-Beitrag zu erwirtschaften und entgeht damit knapp dem Ausschluss. Die Gesellschaft wird zu einem wichtigen Stütze des Wiederaufbaus, da durch die Samuk-Mitgliedschaft der Handelsausschluss unterlaufen werden kann, unter dem bis 2627 nur Gilden zum Außenhandel berechtigt sind.

2514 Zirkus Qiji bringt exotische Tiere zur Erde

Zirkus Qiji bringt exotische Tiere zur Erde Xie Huarong bringt mit ihrem "Zirkus der Wunder" außerirdische Tiere zur Erde.

Die Selfmade-Milliardärin erfüllt sich einen Kindheitstraum indem sie interstellare Reisen und den Zirkus miteinander verbindet. Sie sammelt auf mehreren entfernten Welten exotische Tiere und zieht mit diesen (und einer Artistentruppe) als Wanderzirkus um die Erde.

Mit 14 hatte sie ihre Werbeagentur gegründet und diese mit 19 an den globalen Memegenerator Sumanget Pisan verkauft. Sie charterte ein Expeditionsschiff von Artu für 3 Jahre und besuchte mehrere Planeten in bis zu 30 Lichtjahren Entfernung. Sie brachte Tiere mit, die sich in der irdischen Sauerstoffatmosphäre dauerhaft wohl fühlen können.

Zwischen 2520 und 2550 dominiert ihr Unternehmen nicht nur den Handel mit außerirdischen Tieren im Solsystem, sondern auch den Export irdischer Tiere.

2546 stirbt Xie auf einer Expedition - weit entfernt von moderner medizinischer Hilfe - nach dem Angriff eines Barphahatti auf Tsenkher.

2544 Erster Besuch eines extrasolaren Schiffes im Solsystem.

Ein Marui Händler erreicht das Solsystem. Erst als der Händler gelandet ist, wird die Bedeutung des Augenblicks klar. Dann geht alles sehr schnell

Der erste Kontakt kommt beim Saturn zustande. Der Händler kommt aus 60 Grad zur Ekliptik im Abstand des  Neptun in den Realraum. Saturn ist der nächste Planet. Der Marui analysiert während des Anflugs auf den Saturn den Verkehr und läuft einen der größten Verkehrsknotenpunkte an: Ibadan im Titan-Orbit. Der Händler kontaktiert die Ibadan Flugleitzentrale. Er spricht mit automatischem Übersetzer und erkundigt sich nach den Andockprozeduren und lokalen Gepflogenheiten. Die Flugleitzentrale weist dem Schiff eine Andockröhre zu, als ob extrasolare Schiffe alltäglich wären.

Tatsächlich ist der Flugverkehr im äußeren System abseits der Ekliptik ungeregelt. Ab und zu kommen Fernraumschiffe von Dilan. Aber der interstellare Verkehr ist noch vernachlässigbar gegenüber dem solaren Verkehrsaufkommen. Der Marui kommt über die Dilan-Route und wirkt deshalb wie einer der wenigen solaren Fernhändler. Auch die Kommunikation mithilfe Live-Übersetzer ist nicht ungewöhnlich. Es gibt viele Sprachen im Sonnensystem und üblicherweise laufen die Kontakte in der Sprache der Flugleitzentrale, in diesem Fall: Hausa. Übersetzer für alle verwendeten Sprachen gehören zur Standardausrüstung.

Der Marui hatte die Hausa-Daten mit einem Paket von 80 solaren Sprachen und einer handelsüblichen Übersetzer-KI inklusive Hardware von der irdischen Handelsvertretung auf Dilan gekauft. Die Vertretung auf Dilan hatte mehrere unbenutzte Geräte, da der Handelsverkehr stark abgenommen hatte.

Im Endanflug beantworte der Marui einige Standardfragen des Stationspersonals. Er verneint die Notwendigkeit von Entladedrohnen für seine Container. Das löst Verwunderung beim Stationspersonal aus, da Fernraumschiffe von Dilan üblicherweise die Container entladen, um nach einer Überholung gleich wieder zu starten. Die Fracht wird dann über Logistikdienstleister am Markt angeboten und weiter verteilt. Der Prozess ist inzwischen standardisiert, aber seltener geworden, da die Flüge abgenommen haben. Hochtechnologie von Dilan ist zwar immer noch gefragt, aber die Ankunft eines Fernraumschiffes ist keine Nachrichtenmeldung mehr wert. Der Marui dockt an die variable Andockröhre, wartet wie angewiesen auf das Freigabesignal und öffnet die Luftschleuse.

So steht also plötzlich eine Gruppe von fünf Marui im leichten Schutzanzug im Dock von Ibadan und klopfen an die Crystoplast-Scheibe des Dockmeisters. Der Dockmeister vom Dienst wundert sich über die Schutzanzüge und vor allem über das Aussehen der Besucher. Aber ein erfahrener Dockmeister des 25. Jahrhunderts im äußeren System hat schon viel misslungenes Gengineering gesehen. Zwischen all den Uplifts, Mods und Shells wirken Marui fast normal. Immerhin laufen sie auf zwei Beinen, was man nicht von allen 0G-Hacks behaupten kann.

Es schließt sich ein (wieder vom Autoübersetzer vermitteltes) Gespräch an, in dem es dem Dockmeister langsam dämmert, dass die Besucher fremder sind, als angenommen. Dann bricht hektische Aktivität los. Der Dockmeister hetzt zurück hinter seinen Crystoplast und alarmiert die Leitzentrale (3 Sekunden), die Bereitschaftstruppe der Einwanderungsbehörde (10 Sekunden) und seine Schwester bei Kronos-News (25 Sekunden). 50 Sekunden später sind die fünf Marui umringt von Kameradrohnen und Polizeibots. Nach 55 Sekunden flickert ein Live-Reporter-Avatar in die Gruppe der Marui hinein. Nach 60 Sekunden erscheinen die ersten Flash-Posts im Netz. Nach 78 Sekunden geht Kronos-News auf Sendung. Nach 85 Sekunden übernimmt ein Relay-Copter den News-Stream. Nach 90 Sekunden hat eine mobile Einsatzgruppe in voller Ausrüstung (mit Powered Battle Armor) die Besucher im Visier. Nach 92 Sekunden machen mobile Absperrungen den Bereich um die Marui-Gruppe dicht. Nach 95 Sekunden versuchen Störsender den News-Feed zu unterbinden, was nicht funktioniert, da der Relay-Copter rechtzeitig zur Stelle war und von innerhalb der Absperrung sendet. Die ersten Schaulustigen flickern nach 98 Sekunden als Avatare dazu. Mech-Shells sind nach 105 Sekunden die ersten physischen Schaulustigen, die die Szene erreichen. Bios sind nur wenig langsamer.

Nach 2 Minuten ist das Dock voll mit 25 umherschwirrenden Sensordrohnen von 11 Nachrichtendiensten, 15 Polizeibots mit Croud-Control Ausstattung, sieben militärische Drohnen, einer fliegenden taktischen Koordinator-KI, 12 mobilen Sperrbots mit transparenten Schilden, 800 Mechs, 120 Bios (davon die vier in Battle Armor, aber inzwischen ohne freies Schussfeld) und 5000 Avataren in allen möglichen Größen und Gestalten, die aber keinen physischen Platz beanspruchen.

Im inneren Kreis tritt eine angespannte Ruhe ein, nur unterbrochen durch die Versuche des Reporter-Avatars, die Marui zu interviewen. Eineinhalb Minuten später bahnt sich die zivile Leiterin der Flugsicherung, Esmeralda Alvarez Velasquez, ihren Weg durch die Menge. Das gelingt schließlich. Sie erreicht den inneren Kreis, wo fünf Marui etwas zusammengerückt sind. Ziemlich genau vier Minuten nachdem dem Dockmeister die Bedeutung des Augenblicks klar wurde, werden die ersten extrasolaren Besucher offiziell begrüßt, live ausgestrahlt durch Kronos-News. Die lichtschnelle Nachrichtenfront umfasst inzwischen das gesamte Saturnsystem. Der Kronos-Feed wird von anderen Nachrichtenagenturen angereichert durch Live-Eindrücke vom Spot, Hintergrundinfos und Kommentare. Das Exa-Prioritäts-Tag wird von fast allen Reputationsnetzwerken autorisiert und durchschlägt damit alle Nachrichtenfilter. Die meisten der 50 Millionen Bewohner im Saturn-System unterbrechen ihre Tätigkeiten, werden geweckt oder gebootet. Sie erleben den ersten Besuch live über ihre Retinadisplays, Implantate, Datenschnittstellen, als ob sie vor Ort wären. Velasquez in der in der Stationssprache Hausa: "Maramba, a cikin tsarin na rana. Kada ka damu " - "Willkommen, im Sonnensystem. Kein Grund zur Sorge". Kadakadamu wird über alle Sprachgrenzen hinweg zum geflügelten Wort und Velasquez zum Star der Talkshows.

http://jmp1.de/h2544

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