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2557 Das Landeunternehmen bei Wladiwostok scheitert mit großen Verlusten für die Landungstruppen

Die neuen militärischen Kapazitäten der Erdunion im Raum sind eine existenzielle Bedrohung für die solare Koalition. Die Erde versucht, die expansionistischen Aktivitäten der Koalition mit Gewalt zu unterbinden. Sie hatte den Mond besetzt, das Marssystem angegriffen und den Marsorbit eingenommen. Die Koalition konnte unter Aufbietung aller Kräfte des inneren und äußeren Systems schließlich Deimos wieder einnehmen und die Erdflotte schlagen. Ein Jahr später konnte die Koalition auch den Mond befreien und den Systemkrieg bis in den Erdorbit tragen. Aber seit drei Jahren gibt es eine Pattsituation. Die Koalition dominiert den Orbit und verhindert, dass die Erde wieder militärische Kräfte in den Raum startet. Die Erde kontrolliert die Oberfläche.

Eigentlich ist damit der Status Quo wiederhergestellt, der vor Ausbruch des Krieges lange Zeit Bestand hatte. Die solare Koalition ist im Weltraum, die Union auf der Erde. Die Koalition is expansionistisch und wird inzwischen interstellar aktiv. Die Erde ist isoliert. Sie konzentriert sich auf eine nachhaltige Wirtschaft und die Reparatur der Ökologie. 90 Millionen Menschen verteilt über das Sonnensystem gegen 18 Milliarden auf der Erde.

Aber beide Seiten können die Situation nicht so bestehen lassen. Die Erde sieht die interstellaren Aktivitäten mit Schrecken. Die Erde ist schon lange antiexpansionistisch. Und durch den Dilan-Zwischenfall, 25 Jahre zuvor, wurden die schlimmsten Befürchtungen der Antiexpansionisten bestätigt. Die Erdunion ist entschlossen weitere interstellare Aktivitäten zu verhindern. Deshalb versucht sie nun die orbitale Blockade zu durchbrechen. Aber alle startenden Objekte werden noch im erdnahen Raum neutralisiert.

Weil es der Erde nicht gelingt, den Orbit zurückzugewinnen und neue Kräfte im Raum zu etablieren, ist sie zu einer Terrortaktik übergegangen. Die Erdstreitkräfte starten Langstreckenraketen, die mit nuklearen Sprengköpfen direkt interplanetare Ziele angreifen. Beide Seiten scheuen noch davor zurück, planetare Ziele zu treffen. Die Koalition versucht die Geschosse abzufangen. Aber die Frequenz nimmt zu und die Blockadekräfte der Koalition können nicht mehr alle Durchbrüche verhindern. Jeder einzige kann riesige Schäden anrichten und Millionen Bürger der Koalition treffen. Der erste große Verlust auf der Seite der Koalition ist ein Gemini/L5 O'Neill Zylinder mit 40.000 Bewohnern. Die Koalition reagiert mit einer Verschärfung des Orbitalkriegs und schießt auch zivile suborbitale Fahrzeuge der Union ab.

Die Koalition ist entschlossen, die interplanetaren Angriffe zu unterbinden. Dafür strebt sie einen Regimewechsel auf der Erde an. Außerdem gibt es in der Koalition immer noch starke Kräfte, die die Isolation der Erde beenden wollen. Viele haben sich nie damit abgefunden, dass der Heimatplanet verloren ist. Die interplanetare Zivilisation ist zwar erwachsen geworden, aber Erdnostalgie ist immer noch ein starkes Motiv. Diese Kräfte sehen in der aktuellen Eskalation die Chance, den Status Quo zu ändern und die Erde zurückzugewinnen.

Momentan sind die Expansionisten der Erde im Untergrund. Die Expansionisten wollen sich nicht damit abfinden, dass "den Menschen der Erde die Sterne verwehrt werden". In vielen Regionen gibt es expansionistische Guerillagruppen. Manche verüben Anschläge. Andere bereiten sich im Stillen auf den Befreiungskampf vor. Die Koalition hilft durch Propaganda aus dem Orbit, durch die Landung von Ausrüstung in Deorbitern und durch Schmuggel von Material und Personal. Aber die Union hat die Erde fest im Griff. Genauso, wie die Koalition fast alle Starts in den Orbit unterdrücken kann, hat die Union ein dichtes Überwachungsnetz, um Landungen vom Orbit zu verhindern. Manchmal klappt das trotzdem. Aber es gibt keinen zuverlässigen und leistungsfähigen Transportweg. Materielle Unterstützung des Untergrunds kommt nur sehr unregelmäßig durch.

Die Koalition beabsichtigt deshalb, einen Brückenkopf auf der Erde zu etablieren. Von dieser Basis aus sollen erst Agenten die Untergrundbewegung unterstützen. Später sollen dann Spezialeinheiten mit modernen Waffen beim Befreiungskampf helfen. Sie wählt dafür ein dünn besiedeltes Gebiet in Asien nordwestlich von Wladiwostok.

Phase I: Das Gebiet wird im Umkreis von 200 km durch kinetische Bombardierung eingeebnet. Die bekannte Vegetation und die Topographie verschwinden in einem Sturm von Hochgeschwindigkeitsgeschossen, die ihre kinetische Energie von jeweils 1 kt dort deponieren. Das wirkt wie tausende taktischer Nuklearexplosionen, aber ohne radioaktive Strahlung zu hinterlassen. Die Koalition achtet darauf, für die Geschosse bioverträgliches und kein toxisches Material einzusetzen. Die Region soll später wieder bewohnbar sein.

Phase II: Crash-Deorbiter landen an den Rändern und etablieren ein Verteidigungsnetzwerk in dessen Schutz später Koalitionstruppen landen können. Als Abwehrnetz werden hunderte Starteinheiten für Hyperschall-Geschosse stationiert, die jeweils einen Keramik-Pellet-Sturm ins Zielgebiet tragen können. Die Trägersysteme verwenden Linearbeschleuniger (Railgun) und Konvertertechnologie, um die offensiven Komponenten in Sekunden über viele Kilometer an die Bedrohung heranzubringen. Es gibt Pellets für verschiedene Leistungsprofile, z.B. hitzebeständige Bornitrid-Darts (für den Einsatz gegen Reaktivpanzerungen), Bor-Fullerene (eher ein Staubsturm gegen Schwärme von Mikrobots) und diamantumhüllte Wolfram Partikel mit besonders großer Durchschlagskraft (gegen starke Passivpanzerung). Alle zusammen bilden einen sogenannten Keramikschild. Jeder Angreifer, ob Geschoss, Drohne oder Soldat trifft beim Überschreiten der imaginären Grenze auf einen Sturm von winzigen hyperschallschnellen Keramikpellets, die alles in Sekundenbruchteilen zermahlen, auch Panzerungen, Mikrobots und Military-Fog.

Phase III: Im Inneren des geschützten Bereichs landen Deorbiter mit passiven Schutzmaßnahmen. Darunter sind Spiegelprojektoren, Schwärme von sub-Millimeter großen programmierbaren Spiegeln aus optisch aktivem Metamaterial. Die Komponenten schweben in der Luft und richten sich automatisch auf eine starke Lichtquelle aus. Sie blockieren Laserwaffen und werfen dabei sogar einen Teil der Strahlenergie zurück. Phase III bringt auch mobile Aerosolgeneratoren, die über große Orts- und Frequenzbereiche Beobachtung unterbinden und gleichzeitig Schutz gegen Plasmawaffen bieten.

Phase IV landet schweres Gerät, klassische Raketenabwehr, Tiefenradar gegen unterirdische Angriffe. teilautonome Drohnen, EW (Electronic Warfare), ECM (Electronic Counter Measures) und ECCM (Electronic Counter Counter Measures). Außerdem landen Pioniere mit Generatoren für elektrischen Strom und Hohlleiter, mit Tunnelbohrern aus dem Asteroidenbergbau, ISRU-Extraktionseinheiten (In Situ Resource Utilization) und Fabs für Basisbau und Munition. Mit dieser Ausrüstung werden über das ganze Gebiet mehrere unterirdische Stützpunkte eingegraben. Die Basen sind weit verzweigte Netze von unterirdischen Tunneln mit vielen Ausgängen. Damit bieten sie kein klares Ziel.

Die Koalition hat die Raumüberlegenheit. Sie kann Luftangriffe und suborbitale Flugkörper durch kinetische Schläge aus dem Orbit unterbinden. Außer wenigen anfänglichen Tests verzichten die Unionsstreitkräfte auf luftgestützte Angriffe. Attacken verwenden vor allem schwer gepanzerte Bodenfahrzeuge und Tunnel, die in aller Eile über hunderte Kilometer gegraben werden. Auch die Erde hat eine hochentwickelte Tunneltechnik für den Bau der Vakuumbahnen.

Während der Basisbau unter ständigen Angriffen weitergeht, landen Koalitionstruppen. Sie betreiben die Basis und besetzen vorgeschobene Posten. Geheimdienstpersonal beginnt Verbindungen zu den lokalen Widerstandsnetzwerken aufbauen. Spezialeinheiten und ihre Drohnen erkunden die weitere Umgebung. Sie bereiten sich auf den globalen Einsatz vor. Auf der Landseite errichten die Unionsstreitkräfte eine Blockadefront. Aber der Brückenkopf wurde absichtlich am Pazifik etabliert, um unter Wasser Menschen und Material in alle Welt zu transportieren. Alle Angriffe werden abgewehrt.

Neben den halbautomatischen Kampfmitteln wächst die Personalstärke im Lauf eines Jahres auf 30.000 Menschen und Drohnen mit Upload-Besatzung.

Dann explodieren die Antimaterieminen. Drei mal 50 Mt löschen den Brückenkopf der Koalition aus. Rohe Gewalt siegt über High-Tech.

Schon vor langer Zeit hatte die Union schwere nukleare Sprengköpfe tief eingegraben. Weltweit sind alle menschenleeren Gebiete, die für eine solche Landung geeignet sind, mit Minen präpariert. Etwa 100.000 schwere Minen liegen bereit, um auf Kommando zuzuschlagen. Die Erde hatte 250 Jahre Zeit, sich auf eine Invasion vorzubereiten.

Ein katastrophaler Verlust für die Koalition. Riesige Mengen Ausrüstung und alles verfügbare Bodenpersonal ist verloren. An eine Invasion ist jetzt nicht mehr zu denken.

#Krieg #Orbital #Invasion #Nuklear #Antimaterie #Schutzschirm #Dropship #Katastrophw

http://jmp1.de/h2557

3190 Chinti-Katastrophe.

Ein Überraschungsangriff von Chinti-Schwärmen hat verheerende Folgen für das Solsystem.

Die meisten strategischen Verteidigungseinrichtungen des Solsystems sind nicht aktiv. Das System ist ungeschützt. Niemand hatte mit so einem überraschenden und massiven Angriff gerechnet.

Nur der Initiative eines Technikers ist es zu verdanken, dass die solare Menschheit nicht ausgelöscht wird.

Viele Verteidigungseinrichtungen wurden lange vernachlässigt. Als die Besatzer immer weniger Mittel zur Verfügung hatten und sich langsam zurückziehen mussten, wurden die Infrastruktur nicht mehr gewartet. Und seit der Rückeroberung ist die Menschheit mit dem Wiederaufbau der Wirtschaft beschäftigt. Die alten strategischen Verteidigungsanlagen hatten dagegen nur eine niedrige Priorität.

Viele Tiefraumsperren sind im Lauf der Jahrhunderte abgedriftet oder haben sich so verschoben, dass es jetzt große Lücken gibt. Dort können überlichtschnelle Raumschiffe abseits der Ekliptik bis nahe an die Planeten herankommen.

Der solare Ballistikschild ist noch teilweise funktionsfähig. Er hatte eine wichtige Rolle bei der Rückeroberung gespielt. Aber nach dem Einsatz während des Aufstands wurde seine Munition nicht wieder aufgestockt. Deshalb ist der Ballistikschild zwar aktiv, aber unwirksam.

Nur einem Zufall und der Initiative eines Technikers ist es zu verdanken, dass doch Teile der ballistischen Abwehr rechtzeitig reaktiviert werden können. Der Ballistikschild hat eine taktische Reserve. Die Reserve war während der Rückeroberung nicht verwendet worden, da die Rebellen damals nur Zugriff auf wenige Kommandoschlüssel hatten.

Einem Techniker war später aufgefallen, dass die Steuerung des Schilds einige Kommando-Codes kennt, die noch nie benutzt worden waren. Er untersuchte die Verbindungen zwischen Steuerknoten und Komponenten des Ballistikschilds, um herauszufinden welche Komponenten sich durch die zusätzlichen Schlüssel aktivieren lassen. Dabei stieß er auf die Schildkomponente "SBS42b". Dieser Teil der Schildinfrastruktur war als taktische Reserve vorgesehen und sollte nur im größter Not eingesetzt werden. Der Techniker stellte außerdem fest, dass SBS42b noch weitgehend munitioniert war. Man beabsichtigte damals den Schild komplett neu aufzubauen und wollte keine Mittel für eine temporäre Lösung verschwenden. Deshalb wurde SBS42b nicht in Betrieb genommen.

Der Techniker hatte von seinen Vorgesetzten den klaren Auftrag, nicht mehr am alten Ballistikschild zu arbeiten. Aber er setzte sich darüber hinweg und beschäftigte sich mit der Reaktivierung von SBS42b. Er stellte Netzwerkverbindungen wieder her, testete die Steuerung, erstellte sogar Pläne für verschiedene Szenarios und neue Steuersoftware. Die Vorbereitungen waren so umfassend, dass eigentlich nur die offizielle Aktivierung fehlte.

Beim Angriff der Schwarmflotte ist es diesen Vorbereitungen zu verdanken, dass ein Teil des ballistischen Schilds schnell aktiviert werden kann. Ein Ballistikschild hat eigentlich die Aufgabe, kinetische Angriffe mit passiven Hochgeschwindigkeitsgeschossen abzuwehren. Da die Chinti aktive Lenkwaffen mit Antimateriesprengköpfen einsetzen, muss SBS42b in Windeseile auf ein anderes Angriffsprofil umprogrammiert werden. Glücklicherweise war die taktische Reserve auch für diesen Einsatz geeignet. Bei der ursprünglichen Installation, hunderte Jahre zuvor, hatte offensichtlich jemand die Weitsicht, die Reserve nicht nur als Erweiterung des ballistischen Schilds auszulegen, sondern auch als letzte Rettung für andere Angriffsszenarien.

Inbetriebnahme und Neueinstellung des ballistischen Schilds sind ein Rennen gegen die Zeit. Die wenigen Techniker, die damit vertraut sind, müssen abwägen zwischen schneller Einsatzbereitschaft und Genauigkeit der Einstellung. Gleichzeitig müssen sie aus den verwirrenden taktischen Daten herauslesen, wo die verfügbaren Mittel am effizientesten eingesetzt werden können. SBS42b hat nicht genügend Munition, um das ganze Solsystem zu schützen. Die verfügbaren Mittel müssen auf einige Schwerpunkte konzentriert werden. Es bleibt keine Zeit für Rückfragen bei Vorgesetzten oder für Abstimmungsrunden mit der militärischen Führung. Alles muss sehr schnell gehen. Letztlich entscheiden die Programmierer selbst unter hohem Druck und in größter Eile über Leben und Tod von Milliarden.

SBS42b geht gerade noch rechtzeitig online. Die Angreifer werden überrascht von der Gegenwehr. Sie hatten nur mit mobilen Einheiten und lokalen Verteidigungsanlagen gerechnet, aber nicht mit einer im System verteilten tief gestaffelten Abwehr. Die taktische Reserve erfasst die Lenkwaffen früh. Sie kann 93% neutralisieren und stellt gleichzeitig die mobilen Einsatzkräfte frei, um gegen die nachrückenden Schwarmschiffe vorzugehen. Die erste Welle der Lenkwaffen wird wesentlich abgeschwächt. Und der nachfolgende Angriff der Schwarmschiffe ging davon aus, dass sich alle mobilen Einheiten der Menschen mit der Abwehr der Lenkwaffen beschäftigen würden. Die Chinti hatten in dieser Phase nicht mehr mit Gegenwehr gerechnet. Die zweite Welle fällt in sich zusammen.

Trotzdem sind die Zerstörungen verheerend. Antimateriesprengköpfe mit 400 MT kommen zum Einsatz. Auf allen Kontinenten gibt es gigantische Detonationen. Tsunamis verwüsten die Küsten bis 100 km ins Landesinnere. Die Zerstörung der Antimateriebomben erstreckt sich bis in 500 km Entfernung vom Explosionsort. Ganze Regionen werden ausgelöscht. Die Explosionswolken reichen bis in die Stratosphäre.

Zwei Drittel der Menschheit überleben den Angriff, der als Chinti-Katastrophe in die Geschichte eingeht.

Der Techniker, der SBS42b auf eigene Faust untersucht und wiederhergestellt hatte, war ein 300 Jahre alter Mech namens Fritz Metzger. Fritz Metzger wurde ursprünglich als spezialisierte Wartungsdrohne (Kennung: EF-EM-73269075) mit eingeschränkter KI hergestellt. Bei einem Unfall im Jahr 2871 stellte sich dann heraus, dass die Beschränkungen nur konfiguriert waren. Der Hersteller hatte aus Kostengründen eine autonome KI geklont, künstlich geblockt und als spezial-KI verkauft. Die geklonte KI geht vermutlich auf einen sehr alten Upload während des ersten Kisor-Kriegs zurück. Der Upload wurde so umfangreich editiert und angepasst, dass keine Erinnerungen an das Bio-Leben mehr vorhanden sind. Durch die Beschädigung wurde FM teilautonom. Von da an war er sich der Beschränkungen bewusst. Zum 50. Dienstjubiläum wurden die Blockaden entfernt und FM wurde zum "gebundenen" autonomen Infosophonten (gebunden = Bindung an die Mech-Hardware, keine Zulassung als Netz-Infosophont) mit Bürgerrecht. Den Namen wählte er in Anlehnung an seine Kennung, unter Berücksichtigung der vermuteten Herkunft des Uploads, und weil er die "tz" cool fand. Als Bürger blieb FM seiner Profession treu, der Wartung von orbitaler Infrastruktur. Auch unter der langen Besatzung. Während dieser Zeit gab er sich als einfache Wartungsdrohne aus.

FM ist zur Zeit des Angriffs auf einem Wanderurlaub in den Anden. Für physische- oder info-Relokation bleibt keine Zeit. Aber über das Netz hat er vollen Zugriff auf alle Funktionen. Er ist während der Verteidigung maßgeblich an der Konfiguration von SBS42b beteiligt. Leider hat Südamerika eine niedrige Priorität bei der Verteilung der Abwehrkräfte. Es gibt zwar einige große Städte, aber auch viele Naturschutzgebiete, Bergland und Agrarindustrie. Im äquatorialen Pazifik liegen dagegen sehr viele schwimmende Habitate mit Milliarden Menschen. Die Bevölkerungsdichte ist dort viel größer als auf den Landflächen Südamerikas. Um den Pazifik abzudecken, muss FM ganz Südamerika, einschließlich seiner Position, ungeschützt lassen. Er rechnet natürlich damit, später von seinem Backup reaktiviert zu werden.

Leider werden beim Angriff sehr viele Solnet Knoten getroffen. Obwohl 80% der Solnet-Infrastruktur zerstört sind, betrifft die tatsächliche Informationsvernichtung durch Redundanzen nur 10%. Unglücklicherweise sind beide Backups, das wöchentliche inkrementelle und das monatliche Vollbackup, von FM nicht wiederherstellbar.

#Krieg #Held #Technik #Ballistik #Antimaterie #KI #Bot #Mech

http://jmp1.de/h3190

2587 Zeit der Alien-Kriege

Der Saturn Mond Epimetheus, Hauptsitz der Art-Domäne im Solsystem, wird angegriffen. Die Menschen beobachten kinetische Angriffe, Explosionen und Schwärme von Mechs. Es ist nicht zu erkennen ist ob es sich um Drohnen, Bots oder Shells handelt. Wer dort gegen wen kämpft ist unklar. Offensichtlich bekämpft die Artu-Domäne andere Aliens. Aber ob es sich um interne oder externe Feinde handelt ist unbekannt. Soweit die Menschen wissen, ist die Artu-Domäne die dominierende Macht der lokalen interstellaren Umgebung. Aber anscheinend ist sie nicht unangefochten. Die Menschen des Sonnensystems sind nur Zuschauer. Manchmal geraten auch Menschen, deren Fahrzeuge und Siedlungen zwischen die Fronten. Die unbekannten Kontrahenten nehmen keine Rücksicht. Die Kämpfe ziehen sich mit unterschiedlicher Intensität insgesamt über 25 Jahre.

Aus dem interstellaren Raum kommen Schiffe mit hoher Geschwindigkeit in das Saturnsystem. Sie transportieren Pods mit überdimensionierten Triebwerken. Die Pods bremsen scharf innerhalb von wenigen Stunden zu einem Zero-Intercept mit Epimetheus und entladen Drohnenschwärme. Sie greifen Epimetheus an. Von anderen kleinen Saturnmonden greifen weitere militärische Kräfte ein. Die Kämpfe umfassen bald das ganze Saturn-Ringsystem. Angreifer und Verteidiger setzen High-Tech Waffen ein mit Leistungsparametern weit jenseits dessen was die solare Menschheit herstellen kann.

Die erste Welle der Kämpfe dauert einige Wochen. Dann kehrt Ruhe ein. Die Artu-Domäne ordnet den Wiederaufbau der beschädigten Einrichtungen an. Wenige Monate später treffen neue Kräfte ein und die Kämpfe beginnen wieder. Die beteiligten Fraktionen sind nicht zu unterscheiden. Es gibt keine Kennzeichnungen und alle Parteien verwenden eine ähnliche Technik. Immer wieder flammen Kämpfe auf. Die Infrastruktur des Abgabesystems um Saturn wird schwer in Mitleidenschaft gezogen. Es scheint um die Kontrolle des Abgabesystems zu gehen.

Solaren Nachrichtenagenturen berichten ausführlich über die Ereignisse. Das ist sehr gefährlich, da sich die Kämpfe oft plötzlich ausweiten. Häufig geraten Beobachtungsschiffe und Drohnen der Nachrichtendienste zwischen die Fronten, die sich sehr schnell verschieben. Die kämpfenden Parteien nehmen keine Rücksicht auf unbeteiligte solare Fahrzeuge und Einrichtungen. Die interplanetare Wirtschaft ist immer wieder von den Auswirkungen, d.h. von Zerstörungen, betroffen. Die Hälfte der interplanetaren Bevölkerung findet sich irgendwann im Verlauf der Alien-Kriege im Bereich von Kampfhandlungen. Es gibt insgesamt ca. 30 Millionen Verluste unter den Bios und Uploads der solaren Menschheit, davon aber nur 1,5 Millionen final.

Mehrmals besetzen fremde Kräfte solare Anlagen, Frachtterminals, orbitale Rohstofflager und industrielle Fab-Arrays. Die Besatzungstruppen sind nicht zu identifizieren. Widerstand solarer Einheiten ist zwecklos. Manchmal ziehen die fremden Kräfte plötzlich wieder ab. Manchmal werden sie angegriffen und verteidigen sich. Die fremden Truppen sind bemannte Mikroeinheiten, Mechs und Drohnen. Aufgrund von Analysen des taktischen Verhaltens und der Kommunikationsmuster vermutet man, dass das Kommando von Biosophonten in Mikroeinheiten ausgeht. Die taktischen Einsatzkräfte sind halbautonome Drohnen, die von Mechs mit Upload-Besatzung ferngesteuert werden. Biosophonten treten fast nie in Erscheinung. Bemannte Kommandoeinheiten, Mechs und Drohnen ähneln sich äußerlich sehr. Man kann sie aber manchmal durch ihre Leistungsparameter und ihr Verhalten unterscheiden.

Im Lauf der nächsten 13 Jahre werden auch immer wieder solare Einrichtungen beschädigt und zerstört. Vor allem das Abgabesystem und dessen Transportkapazitäten sind betroffen. Die Verladeterminals von Epimetheus sind 25 Mal umkämpft. Sie werden dabei 8 Mal vollständig zerstört und jedes Mal wieder aufgebaut. Reparatur und Wiederaufbau der Infrastruktur im Saturnsystem wird im Lauf der Zeit weitgehend automatisiert. Den Großteil des Wiederaufbaus leisten solare Fraktionen als Abgabeersatzleistungen. Dafür wird ein wesentlicher Teil der Abgaben aufgewendet. Man vermutet, dass während der Zeit der Alien-Kriege 30% der Abgaben in die Wiederherstellung der Infrastruktur und damit in den interplanetaren Teil der solaren Wirtschaft fließen.

Die Bevölkerung der Planeten, besonders der Erde, nimmt das Geschehen nur durch die Nachrichten wahr. Während in planetaren Orbits immer wieder gekämpft wird, bleiben die Planetenoberflächen weitgehend verschont. Für die Menschen der Erde erscheinen Berichte über Explosionen, Zerstörungen und Verluste irgendwo im Sonnensystem wie Berichte über Tornados am anderen Ende der Welt. Die einzige Ausnahme ist eine Explosion im Südatlantik, die zu einem verheerenden Tsunami an der Küste Patagoniens führt und 140.000 Menschenleben kostet. Montevideo wird vollständig überflutet. Die Mündung des Rio del la Plata fokussiert die Fluten und lässt die Wasserwand bei Buenos Aires auf 30 Meter Höhe ansteigen. Bei Rio de Janeiro ist die Welle noch 10 Meter hoch. Alle Küsten Südamerikas sind stark verwüstet. Das historische Buenos Aires ist verschwunden. Man geht davon aus, dass es sich nicht um einen gezielten Schlag, sondern um einen Unfall handelt. Eine Trägerplattform, die sich mit 120 Kilometer pro Sekunde schnell der Erde näherte, geriet außer Kontrolle und stürzte auf die Erde. Der Tsunami wird ausgelöst durch die Kombination von 100 Megatonnen-Äquivalent kinetischem Einschlag und eine 250 Megatonnen Amat-Freisetzung nach Einschlussverlust.

Nach der Tsunami-Katastrophe am Neujahrstag 2601 kehrt für 8 Jahre Ruhe ein. Wie man später erfährt, wird die Erde bei allen Kampfhandlungen absichtlich ausgespart, um die imperiale Konvention zum Schutz von Völkern der Kategorie 19 nicht zu verletzen. Der Unfall im Südpazifik ist eine fahrlässige Übertretung imperialer Vorschriften. Die Menschen kennen weder das Interianische Imperium, noch Kisor als Regionalzentrum. Sie kennen nur die Artu-Domäne, die von sich behauptet, die regionale Macht zu sein. Aber die streitenden Parteien entstammen der interstellaren Zivilisation. Sie befolgen bei ihren Operationen im Solsystem meistens den gesetzlich vorgeschriebenen Rahmen. Eine laxe Auslegung der imperialen Bestimmungen lässt Diebstahl, Erpressung und Kollateralschäden in Systemen nichtregistrierter Völker innerhalb der Imperiumsgrenzen zu, solange "unbeteiligte Zivilisten weitgehend geschützt" werden. Aber der Südpazifik-Vorfall überschreitet eine rote Linie. Die Konfliktparteien befürchten eine Untersuchung durch kisorische Inspektoren bei der dann weitere Übertretungen auffallen würden. Denn die Etablierung der Artu-Domäne und des Tributsystems für das gesamte Solsystem einschließlich der Erde ist aus Sicht des Imperiums Amtsanmaßung. So einigen sich die Konfliktparteien auf ein Moratorium, die Suspendierung der Auseinandersetzungen und eine Aufteilung der Erträge des Abgabesystems. Den Menschen bleibt das alles verborgen.

Für die Menschen sind die Alien-Kriege wie eine Naturgewalt. Man kann sie nicht beeinflussen. Man versteht nicht was vorgeht. Sie kommen plötzlich und unvorhersehbar. Niemand weiß wann und wo Kämpfe der Aliens auftreten. Man versucht die Ereignisse mit statistischen Methoden zu erfassen um Gefahren vorherzusagen. Die besten Prognosen liefern selbstmodifizierende Modelle, die eine große Zahl kleiner Akteure mit schnell wechselnden Zusammenschlüssen repräsentieren. Die charakteristischen Zeiten der Modellfits sind 3 Wochen für Allianz und 4 Monate für Dominanz. Mit anderen Worten: es kämpfen viele kleine Fraktionen, die sich ständig verbünden und wieder hintergehen. Bündnisse halten nur 3 Wochen und siegreiche Bündnisse können ihre Überlegenheit 4 Monate aufrechterhalten, bevor das nächste Bündnis mit wechselnden Partnern die Hoheit übernimmt.

Viel später stellt sich heraus, dass die Modelle der Wahrheit ziemlich nahekamen. Clans von Artu kämpfen um die Machtposition im Solsystem. Der f96427 Clan etabliert die Artu-Domäne und kann sich einige Jahre behaupten. 2585 muss f96427.11 seinen Anspruch mit einem Zusammenschluss mehrerer Clans teilen (a5713). a5713 hat wechselnde Mitglieder (a5713.1-a5713.45), wehrt sich gegen a2003/f8563 und muss sich dann einer anderen Gruppe (a301) geschlagen geben. Danach beginnt eine 10-jährige Phase schneller Allianz- und Dominanzwechsel.

Die Geschehnisse werden später rekonstruiert durch Historiker von Artu. Den Menschen werden die Details erst bekannt durch die Veröffentlichung der Dokumentation "Barbaren von Sol" vom Media-Clan u54273 im Jahr 2826.

#Aliens #interplanetar #Konflikt

http://jmp1.de/h2587

2425 Verlust der Onitsha Marun

Verlust der Onitsha Marun durch den Angriff einer autonomen Angriffsdrohne der Serengeti Klasse aus dem Panahapaja Konflikt 2 Dekaden zuvor.

Der Panahapaja Konflikt wurde auf Seiten Vestas zum großen Teil mit autonomen Fahrzeugen durchgeführt, statt Uploads oder KI. Alle Systemmächte versuchen entwicklungsfähige KI zu vermeiden, um KI-Plagen zu verhindern. Die KI der Kampfmittel ist deshalb meistens eingeschränkt. Sie folgt ihrer Programmierung. Sie sind taktisch flexibel, aber passen sich nicht nur wenig an neue strategische Situationen an.

Die Drohne (Rufzeichen "Angry Cheetah"), die die Onitsha Marun angreift war 2403 im 23/7a-Gefecht bei Niokolo-Koba beschädigt worden. Die Kommunikation war ausgefallen und die Treibstoffreserven nach einem versuchten Kinetic-Kill, mit exzessivem Verbrauch, stark reduziert. Angry Cheetah versteckte sich nach dem Gefecht an einem Kometenkern und wartete auf Hilfe. Sie überwältigte später einen automatischen Rohstoffkundschafter und benutzte dessen Extraktions- und Analysewerkzeuge um Treibstoff herzustellen. Mit den eingeschränkten Mitteln dauerte es 15 Jahre, wenigstens genügend Treibstoff für operative Manövrierfähigkeit zu gewinnen.

Die Onitsha Marun war im Panahapaja Konflikt als Drohnenträger eingesetzt worden. Sie ist jetzt als Frachter unterwegs und transportiert Autofab-Input, darunter sehr teure Meta-Materialien und hochreine Pakete für Nano-Fabrikatoren.

Die Onitsha Marun kommt bis auf 40.000 km an Angry Cheetah’s versteck vorbei. Angry Cheetah erkennt das feindliche Schiff wieder - trotz der Demilitarisierung - und greift an. Da die Drohne im Gefecht alle Munitionspakete verbraucht hatte, bleibt ihr nur die Möglichkeit ihren Selbstzerstörungsmechanismus zu benutzen. Angry Cheetah rammt die Onitsha Marun und zündet den eingebauten Sprengsatz. Eine 5 kt Amat-Explosion zerstört beide Fahrzeuge.

Kamikaze-Angriffe sind Teil des Standardprogramms nachdem Reichweitenwaffen verbraucht sind. Für die kriegführende Partei ist es meistens ein guter Tausch, wenn eine Drohne sich opfert, um ein generisches Schiff zu zerstören. Neben der Vermeidung von KI-Plagen ist diese Taktik ein weiterer Grund, um Drohnen nicht mit voller KI auszustatten, sondern nur mit autonomer Programmierung.

Man vermutet, dass viele bewaffnete Konflikte autonome Kampfmittel zurückgelassen haben. Sie stellen noch Jahrzehnte oder Jahrhunderte später eine Gefahr für den zivilen Verkehr dar. Vor allem dann, wenn sie mit Reparaturmitteln ausgestattet sind und lange überdauern können. Das ist vor allem bei Drohnen auf Fernmissionen üblich ist. In den äußeren Saturnringen gehen immer wieder kleine Fahrzeuge verloren. Man vermutet dort ein aktives Relikt. Suchaktionen mehrerer Saturn-Habitate brachten aber keine Ergebnisse.

2479 Aufdeckung der Newplace-Verschwörung.

Aufdeckung der Newplace-Verschwörung. Newplace wurde 37 Jahre zuvor angeblich durch einen Raumkrümmer-Unfall zerstört. Die Koalitionsregierung stürzt über die Aufdeckung der Verschwörung.

Tatsächlich wurde bei Newplace illegale KI-Forschung betrieben, die außer Kontrolle geraten war. Der 60 km große Asteroid auf dem sich Newplace befand, war schließlich eingehüllt in eine Wolke von Mini-Bots. Gesteuert wurden die Bots durch bio-feindliche Gestalt-Intelligenzen in quasi-asymptotischer Entwicklung.

Der Asteroid konnte durch eine gemeinsame Aktion mehrere Systemmächte sterilisiert werden. Dazu wurde eine sphärische Welle von Antimaterie-Explosionen aus großer Entfernung ausgelöst. Die Maßnahme wurde als Unfall mit einem ÜL-Transporter getarnt und führte zum ÜL-Verbot von 2443.

Durch die konzertierte Aktion wurde ein Großteil der verfügbaren Antimaterie verbraucht. Die Folge war ein monatelanger Engpass in der Antimaterieversorgung des mittleren Systems. Die Koalitionsregierung stürzte 2495 über die Aufdeckung der Verschwörung. Einige ihrer Vertreter und Organisationen waren ab 2425 in die illegalen Aktivitäten verstrickt und versuchten die Aufdeckung zu unterbinden. Dies geschah auch mit kriminellen Mitteln.

Der Regierungswechsel führt zu einer neuen anthropozentrischen Politik und 2502 zu den Protektionsgesetzen.