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2743 Werdegang der Kisor-Zwillinge.

Veröffentlichung der letzten Geschichtsbände von Thaddäus Podgorski. Darunter sind einige sehr detaillierte Beschreibungen der Geschichte regionaler Völker. Der Band über Kisor enthält Einzelheiten, die in keiner anderen Chronik verzeichnet sind. Woher Podgorski sein Wissen hatte wurde nie geklärt.

Eine Zusammenfassung von Podgorskis TriVi-Band "Werdegang der Kisor-Zwillinge":

Die Sonne des Kisor Systems ist ein F1 Stern mit der 9,1-fachen Leuchtkraft Sols. Ihre Ökosphäre ist also breit genug, um 2 Planeten aufzunehmen. Die beiden Planeten liegen in Entfernungen von 457 und 443 Mio. Kilometern, wobei anfangs nur Alpha, der äußere Planet bewohnbar war. Um Beta kreist ein atmosphärenloser Mond von 2000 km Durchmesser während Alpha keine Satelliten hat. Dem innersten Planeten fehlt die Kruste und der Schwermetallkern liegt frei. Der dritte Planet ist gegenläufig. Weiter von der Sonne entfernt finden sich noch 7 Planeten, davon 6 Gasriesen. Altur, der erste Gasriese mit 190.000 km Durchmesser ist doppelt beringt und ist von Beginn der Zivilisation an bis heute ein Objekt religiöser Verehrung.

Die Sonne ist bei einem Alter von 2,5 Mrd. Jahren schon am Ende ihrer Zeit auf der Hauptreihe angekommen und wird sich in etwa 100 Mio. Jahren zu einem roten Riesen entwickeln. Da das Planetensystem auch nicht älter ist als der Zentralstern, sind seit der Abkühlung Alphas und Betas erst wenige hundert Mio. Jahre vergangen. Es war also noch nicht genug Zeit zur Entstehung von höherem Leben, geschweige denn von intelligenten Wesen. Das spricht für einen fremden Ursprung des Lebens auf Kisor Alpha. Ein anderer Hinweis auf einen externen Ursprung war die Tatsache, dass nach Fossilienfunden vor ca. 10 Mio. Jahren plötzlich Pflanzen und Tiere gleichzeitig aufgetreten sind.

Das Leben wurde also von außerhalb des Planetensystems nach Alpha gebracht. Als Kisors Wissenschaftler zu dieser Erkenntnis gelangt waren, begannen sie nach dem Ursprung zu suchen. Dies war keine leichte Aufgabe, denn in 10 Mio. Jahren hatten sich die Formen auf Kisor und am Ursprungsort in verschiedene Richtungen entwickelt. Man fand Ähnlichkeiten und Verwandtschaften mit mehreren Planeten, darunter Syrak und Solberg 86 III. Es kristallisierte sich eine Häufung im Sektor Syrak heraus. Der Ursprungsort bleibt jedoch bis heute im Dunklen.

Eine unbekannte Rasse hatte also vor etwa 10 Mio. Jahren die Kohlendioxid-Atmosphäre Alphas in eine Sauerstoffatmosphäre umgewandelt und eine reiche Flora und Fauna angesiedelt. Dabei war auch ein vielversprechender warmblütiger, eierlegender und säugender reptilienähnlicher Primat, der schon ab und zu aus den Sumpfgebieten hervorkam, um in den Steppen zu jagen.

Fünf Mio. Jahre später hatte ein Zweig dieser Primaten wesentlich an Gewicht und Körpergröße zugenommen. Er warf mit erstaunlicher Treffsicherheit Steine nach seiner Beute und erhob sich auf die Hinterbeine, um über das hohe Steppengras zu blicken. Zu den sechsgliedrigen Greifhänden bildete sich ein größeres Gehirn aus und die Not der unzureichenden körperlichen Fähigkeiten führte zu einer Verfeinerung der Jagdmethoden. Zum Bau von raffinierten Fallen gebrauchte das Wesen vor 1 Mio. Jahren Werkzeuge und als Verständigungsmöglichkeit eine Unmenge von röhrenden Lauten, die sich langsam zu einer Sprache formierten.

Als der Doppelkontinent auf dem die Primaten lebten, getrennt wurde, entwickelten sich beide Zweige verschieden fort. Im Osten entstand ein nach vorne gebeugt gehendes Wesen mit einem starken Stützschwanz. Auf dem Westkontinent, der besonders stark von Raubtieren bevölkert war, wurde der Primat zum Pflanzenfresser und entwickelte sich zurück zu einem starken Läufer mit kleinem Gehirnvolumen.

Vor 50.000 Jahren gab es schon die heutigen Kisori. Sie setzten über auf den Westkontinent und benutzten ihre laufstarken, aber nicht intelligenten Vettern als Reittiere.

Als Kisor etwa 14.000 v. Chr. nach irdischer Zeitrechnung von einem unbekannten Volk entdeckt wurde, war gerade die Eisenzeit angebrochen. Ein Landesteil eignete sich ziemlich schnell Fähigkeiten der Fremden an, besonders was die Waffentechnik betraf. 150 Jahre nach dem ersten Kontakt entschied dann der lokale Herrscher, dass die Zeit reif wäre. Er überrollte die in der Eisenzeit verbliebenen Nachbarvölker mit einer mit Strahlenwaffen ausgerüsteten Armee und errichtete ein Königreich auf dem Kontinent, der später einmal das "Land aller Gilden" genannt werden würde.

Diesem Herrscher folgten gerechte Könige, die den neuen Reichtum und die Modernisierungen gleichmäßig auf den ganzen Kontinent verteilten. Nach weiteren 250 Jahren wurde der ganze Planet industrialisiert und innerhalb von 300 Jahren war die Technik reif zur interplanetaren Raumfahrt. Die Technologie entwickelte sich rasant weiter. Wahrscheinlich gab es Hilfe von außen, denn schon 200 Jahre nach dem ersten interplanetaren Flug begann die interstellare Kolonisierung.

900 Jahre nachdem Kisor in der Eisenzeit entdeckt worden war, kolonisierten die Staaten Alphas schon die ersten Planeten der Nachbarsysteme. 350 weitere Jahre blühte das straff geführte Kolonialreich. Dann wurden die Unabhängigkeitsforderungen der inzwischen hochindustrialisierten Kolonien immer lauter. Es kam nach 50 Jahren zum Krieg. Der Krieg endete mit einer fast totalen Zerstörung der Kolonien. Dieses Ereignis prägt Kisor offensichtlich bis heute. Kisor hatte seit dieser Zeit keine Kolonien mehr und die Kisori, die für die Gilden auf anderen Planeten leben, sind für die Bevölkerung des Stammplaneten Kisori zweiter Klasse. Entsprechend werden Menschen, die irdische Kolonien bewohnen, nicht als Menschen von der Erde, sondern als eigenständige Völker angesehen. Als Mahnmal an diesen Bruderkrieg bleibt eine Sphäre von zerbombten und verseuchten Planeten um Kisor.

Binnen 300 Jahren stieg Kisor zu einem Kategorie-12 Planeten auf. Es gab eine Schar von Vasallenplaneten fremder Rassen. Kisor selbst wurde durch einen Bund seiner Nationen regiert. Als der erstarkte Vasall Uidor einen Krieg gegen Kisor führte und gewann, wurde das Vasallenreich Kisors in einen Bund seiner ehemaligen Untertanen umgewandelt. Der Bund hielt jedoch nur 150 Jahre, dann wurde er wieder von Kisor aus regiert. Nachdem Kisor seine Macht in weiteren 250 Jahren wieder gefestigt hatte, rief es die Gründung eines Reiches aus.

Über die erste Blüte des Reiches ist wenig bekannt. Man weiß aber, dass während dieser 2500 Jahre dauernden stabilen Phase der innere Planet Kisor Beta den Verhältnissen Alphas angepasst wurde.

Dem darauf folgenden Verfall des Reiches folgte nur 250 Jahre später ein erneuter Aufstieg des zweiten Reiches (des sog. goldenen Reiches) über dessen bewegte Geschichte viele Aufzeichnungen gefunden wurden. Dieser Zeitabschnitt wurde nach ca. 1600 Jahren beinahe auf dem Höhepunkt des goldenen Reiches durch die Balsachen abrupt beendet.

Die Balsachen waren ihrerseits aus ihrem Raumsektor, einem Gebiet des Sagittarius-Arms der Galaxis vertrieben worden und suchten in einer völkerwanderungsähnlichen Bewegung eine neue Heimat. Nach kisorischer Geschichtsschreibung taten sie dies mit verheerenden Auswirkungen für die ansässigen Völker. Das Reich Kisors kämpfte tapfer und blockte die Wanderung der Raumschiffschwärme ab. Die Anstrengungen über mehrere Jahrzehnte waren jedoch für Kisor zu groß gewesen, um sein Reich fest im Griff zu halten. Dazu kam noch, dass sich einige Planeten unter Kisors Schutz gut entwickelt hatten und eigene Machtzentren bildeten. Das goldene Reich brach innerhalb von 100 Jahren auseinander.

400 Jahre währte das Interregnum. Kein Planet wurde stark genug, um den Raumsektor zu befrieden, aber viele versuchten es und vergrößerten damit das Chaos. Kleinkriege wurden ausgetragen und Planeten verwüstet oder von Neobarbaren geplündert. Atomflammen loderten auf zu einem pyrotechnischen Feuerwerk, das Milliarden Wesen nicht sehen konnten, weil sie ein Teil der Flammen waren. Es grassierten Hungersnöte und Seuchen weil die Mittel fehlten, um sie zu bekämpfen, während tausende kleiner Könige und Diktatoren in den Ruinen Hof hielten.

Das Ende dieses dunklen Zeitalters kam in Gestalt des Solemischen Reiches. Dieses Reich hatte sich innerhalb von 6000 Jahren von mehreren Systemen in 1900 Lj. Entfernung ausgebreitet und hielt sich im hiesigen Sektor immerhin 2700 Jahre. Bis zum endgültigen Verschwinden nach einem schnellen Rückzug vergingen noch einmal 2100 Jahre. Damit zählt das Solemische Reich zu den größten und stabilsten der bekannten Geschichte. Der Grund für seinen Erfolg war, dass das Reich nicht, wie fast alle anderen, auf ein Volk, sondern auf eine Idee zurückzuführen war. In jedem Sektor gab es wenigstens ein Volk, das diese Idee aufnehmen und umsetzen konnte und damit zum Vertreter des Reiches im umliegenden Sektor wurde. Das Solemische Reich war also eher ein Bund vieler mächtiger Völker mit ähnlicher Denkweise.

Wie so viele friedliche Reiche endete auch das Solemische Reich durch Gewalt, nämlich den Krieg der Mercatos, die völlig überraschend ein Handelsimperium gründeten und dabei keine andere militärische Macht zuließen. Dies ist der einzige bekannte Fall, dass Mercatos überhaupt selbst kämpften. Trotz der gewaltigen Verbreitung der Mercatos (vermutlich ein Großteil der Milchstraße), erreichte das Mercato-Imperium nicht einmal die Größe des Solemischen Reiches.

Für die beiden Kisor Planeten ging die Übernahme in das Handelsimperium fast unbemerkt vonstatten. In den 500 Jahren, die Kisor dem Handelsimperium angehörte, entwickelten sich Alpha und Beta zu Kategorie-13 Planeten. Schließlich waren sie reich genug, um sich aus dem Handelsimperium freizukaufen. Sie blieben zwar von ihrer Lage her in das Mercato-Imperium eingebettet, waren aber unabhängig und mussten keine Abgaben mehr leisten.

Ein Relikt aus der Zeit im Handelsimperium war die Monarchie, die sich aus dem Hof des eingeborenen Statthalters für die Mercatos entwickelt hatte. Für 230 Jahre führten die Kisor-Zwillinge ein angenehmes Leben, da sie einerseits unabhängig waren, andererseits aber durch ihre Lage vor Kriegen und Überfällen geschützt waren, bis plötzlich alle Mercatos den Raumsektor verließen und das Handelsimperium aufgaben. Das Imperium verschwand über Nacht und ließ tausende ungeschützter Planeten zurück.

Mehrere Überfälle anderer Völker schwächten die Kisor-Planeten zu sehr, als dass sie eine wirksame Verteidigung gegen Angriffe von außen aufbauen konnten. Die letzte Plünderung hinterließ 2 völlig zerstörte Planeten. Die Angreifer hatten alle technischen Anlagen auf den Planeten und im Orbit und alle Großstädte mit 80 % der Bevölkerung zerstört.

Innerhalb weniger Generationen sank die Technik auf einen Stand im Mittelalter während die Bevölkerung durch Hungersnöte und Seuchen bei fehlender medizinischer Versorgung und auf nur ein Tausendstel zurückging. Design-Seuchen aus der High-Tech Vergangenheit trugen wesentlich zu diesem starken Bevölkerungsschwund bei. Auf Alpha sank die Bevölkerung im Minimum sogar auf nur 50.000 Individuen.

Die Vergangenheit lebte zwar als Ansporn weiter in den Legenden und es gab viele Versuche alte Anlagen wieder in Betrieb zu nehmen, aber ohne Rohstoffvorkommen war ein neuer Anfang schwer, denn die Bodenschätze waren weitgehend ausgebeutet und fossile Rohstoffe hatte es nie gegeben.

Es dauerte 3000 Jahre bis die Technik auf Kisor Beta weit genug fortgeschritten war, um ein Interplanetarschiff zu bauen. Die Kisori besiedelten wieder ihr Sonnensystem. Nach weiteren 150 Jahren brach das energetische Zeitalter an und schließlich verließ der erste langsame Raumkrümmer wieder das System.

Eineinhalb Jahrhunderte später, die Kisori hatten gerade wieder Anschluss an die interstellare Gesellschaft gefunden, erschien eine Raumflotte von Interia über den Kisor-Zwillingen und verkündete, dass sie soeben Bürger des Interianischen Imperiums geworden wären.

Wie schon mehrmals in der Geschichte zeigte es sich auch hier wieder, dass sich die Kisor-Planeten unter dem friedenwahrenden Schutz eines Imperiums hervorragend entwickeln. Von der Kategorie 18 bei der Aufnahme ins Imperium stiegen die Kisor-Planeten auf bis zur Kategorie 13. Nachdem ihnen durch die 23. Strukturreform des Interianischen Imperiums das Regionalzentrum des Imperiumssektors übertragen worden war, beherrschte Kisor ein eigenes Reich innerhalb des Imperiums.

Neben der Steigerung des Einflusses durchlief Kisor die gesellschaftliche und politische Entwicklung, die zu den heutigen Verhältnissen führte. Die Executive wurde immer dominanter und es entstand ein vererbbares Präsidentenamt, so dass es niemand wunderte als die Monarchie ausgerufen wurde. Die Monarchie war aber entgegen allen Erwartungen sehr schwach und verbrauchte in 150 Jahren ca. 50 Könige und Königinnen aus mehreren Familien. Man einigte sich schließlich auf eine gemeinsame Regierung der Adelsfamilien unter einem aus ihrem Kreis gewählten Herrscher.

Die Wirtschafts- und Handelsorganisationen der Oligarchen absorbierten alle unabhängigen Unternehmen des Mittelstandes und wurden zu den ersten Gilden. Schließlich war die gesamte Wirtschaft einschließlich des Außenhandels in der Hand von ca. 30 Gilden. Die Gilden wurden zu den beherrschenden Handelsorganisationen des Sektors während ihr Einfluss auf Kisor selbst durch die Inosch, den Rat der Gilden auf Alpha, gefestigt war.

Die Landfläche Alphas und Betas wurde zwischen den Gilden aufgeteilt und das Durcheinander der Besitzungen, das noch von der Assimilation der Wirtschaft herrührte, beseitigt. Ein Kontinent wurde zum "Land aller Gilden" erklärt. Dort residiert der "Vater der Kisori", der immer aus der ersten Gilde gewählt wird, die hauptsächlich aus Geistes- und Naturwissenschaftlern besteht, aber kein eigenes Land besitzt.

Nach dem Rückzug des Interianischen Imperiums wurden die eigentlich starken Kisor-Planeten bei einem Überfall teilweise verwüstet. Sie erhielten und beschützten aber trotzdem ihren Einflussbereich.

Auch die Mercato-Schiffe tauchten wieder im Herrschaftsbereich Kisors auf, konnten aber wegen den seit langem ansässigen Gilden nicht Fuß fassen. Die Mercatos versuchten sich in der Sogwelle der sich ausbreitenden Menschheit zu etablieren, wurden aber auch von der Koalition durch die Protektionsgesetze in ihren Möglichkeiten so stark einschränkt, dass sie den Sektor wieder verließen.

Kisor beobachtete den Aufbruch der Menschheit mit Wohlwollen, später aber auch mit wachsender Besorgnis, die, wie sich herausstellte, berechtigt war.

Zeittafel nach irdischer Zeitrechnung:

-14000 In der Eisenzeit kontaktiert

-13900 Einigung des Heimatkontinents

-13700 Beginn der Industrialisierung

-13400 Beginn der interplanetaren Raumfahrt

-13200 Interstellarkolonisierung

-12800 Unabhängigkeitsforderungen der Kolonien

-12800 Kolonialkrieg

-12500 Kategorie 12, Vasallenreich

-12400 Verlust des Uidor Kriegs

-12200 Kisor Zentrum des Bundes

-12000 Gründung des ersten Reiches

-11000 Terraformung Betas

-9500 Verfall des Reiches

-9200 Zweites (goldenes) Reich

-7600 Einfall der Balsachen

-7500 Zerfall des zweiten Reiches, Interregnum

-7100 Aufnahme in das Solemische Reich

-4400 Übergang zum Mercato-Imperium

-3900 Freikauf von Abgaben

-3700 Ende des Mercato-Imperiums

-3600 Plünderung durch Neobarbaren

-3500 Beginn des kisorischen Mittelalters

-400 Industrialisierung

30 Interplanetarflug

250 Energetisches Zeitalter

900 Interstellarflug

1050 Aufnahme in das Interianische Imperium

1650 Interianisches Regionalzentrum

1900 Monarchie

2050 Oligarchie

2100 Erste Gilden

2220 Landreform der Gilden

2700 Rückzug des Interianischen Imperiums

2780 Ende des Gildesystems

2860 Imperialismus

#Wissenschaft #Geschichte #Bestseller #Mythen

http://jmp1.de/h2743

2791 Besuch des Contour-Systemfahrzeugs bei Cobol

Das Fahrzeug ist ein Konglomerat aus Milliarden Energieblasen zwischen 1m und 10 km mit einem Gesamtvolumen von 4 Millionen Kubikkilometern. Contour-Inkarnationen und -Blasen durchstreifen den Sektor für 3 Monate. Es wird berichtet von vielen Kontakten zwischen Menschen und Contour-Wesen, von gemeinsamen Reisen, Erlebnissen, Informations- und Erfahrungsaustausch. Nach mehrtägigen spektakulären Feiern reist die Hauptmasse des Contour-Fahrzeugs ab. Energieblasen werden noch weitere 20 Jahre gesichtet. Im Solsystem sogar wesentlich länger.

Das Contour-Fahrzeug entstammt einer weiter fortgeschrittenen (galaktischen?) Zivilisation. Es befindet sich nach Aussagen der Contour-Wesen auf ständiger Kreuzfahrt. Das Fahrzeug dient als mobile Basis für Inkarnationen von Contour-Wesen. Einige Menschen lernen Ausschnitte einer phantastischen Zivilisation kennen. Einzelne dürfen Zentren der Contour-Zivilisation besuchen. Deren reale Lage wird nicht bekannt. Man nimmt an, dass die Zivilisation im Wesentlichen delokalisiert ist und aus mobilen Netzknoten besteht. Die Erfahrungen mit Reisen von Menschen mit Contour-Wesen deuten auf zeitverlustfreie Kommunikation über sehr große Distanzen hin. Dabei bleibt unklar, ob die Contour überlichtschnelle Kommunikation mit großer Reichweite beherrschen oder ob die Kommunikation über ein Netz von interstellaren Relaisketten abgewickelt wird.

Während des Besuchs wurden überall im System Myriaden mikroskopisch kleiner Energieblasen beobachtet. Die Vermutung liegt nahe, dass diese Einheiten als Datensammler das System durchdrangen. Die wenigen gesicherten Erkenntnisse über die Informationskapazität der Contour-Technik lassen vermuten, dass die Einrichtungen des Systemfahrzeugs einen vollständigen Informationsabzug der menschlichen Zivilisation von Cobol erzeugt haben. Einige Menschen, die in engem Kontakt mit Contour standen, berichten sogar von einer virtuellen Simulation der Menschheit von Cobol auf molekularer Ebene und von Begegnungen mit menschlichen Inkarnationen der Contour. Ob die Menschheit nur Studienobjekt ist oder damit auf unvorstellbare Weise zu einem Teil der Contour-Zivilisation geworden ist, bleibt Spekulation.

Trotz vieler Kontakte bleiben nur wenige greifbare Einflüsse in Kultur, Wissenschaft und Technik. Es scheint, als ob die Contour den Informationsfluss sehr genau gesteuert haben, um die Auswirkungen ihres Besuchs zu minimieren.

Das Contour Systemschiff, dass Cobol besucht, hinterlässt nicht nur im Cobol-System, sondern in mehreren bewohnten Sonnensystemen der näheren Umgebung sogenannte Bojen: milchig-weiße kugelförmige Energieblasen verschiedener Größe. Die Bojen zeigen außer gelegentlichen Ortswechseln keine Aktivität. Im Sol-System wurden bislang 14 Bojen entdeckt. Die meisten mit Durchmessern von etwa 1 bis 10 Meter. Die bekannten Bojen sind verstreut über das gesamte Sonnensystem, eine innerhalb der Merkurbahn, 2 im Mars-Erde Bereich, 8 (!) in Jupiterumlaufbahnen und eine bei Neptun. Die übrigen 2 befinden sich Leerraum weit über, bzw. unter der Ekliptik. Die Neptunboje ist mit 50 m Durchmesser bei Weitem die Größe.

Warum sich mehr als die Hälfte aller gesichteten Contour Bojen bei Jupiter befinden ist nicht bekannt. Die Contour interessieren sich anscheinend sehr stark für die Vorgänge auf Jupiter. Es ist deshalb nicht auszuschließen, dass es auf Jupiter doch Leben gibt, vielleicht sogar intelligentes Leben. Sollte tatsächlich intelligentes Leben auf Jupiter der Grund für das Interesse der Contour sein, dann befindet es sich aber noch nicht im technischen Zeitalter und macht sich noch nicht bemerkbar.

Jupiter scheint für die Contour mindestens genauso interessant zu sein, wie der gesamte Rest des Systems, mit Erde, Mond, alle anderen bewohnten Planeten und tausenden Habitaten im Raum. Das ist nicht verwunderlich, da die Oberfläche Jupiters 100 Mal größer ist als die Erde. Falls es Leben auf Jupiter geben sollte, dann ist die Vielfalt der Arten vermutlich erheblich größer, als die des Lebens von der Erde.

#Überlichtgeschwindigkeit #ElderZivilisation #virtuell #Inkarnation #delokalisiert #Besucher

http://jmp1.de/h2791

2681 Entdeckung einer uralten Roboterzivilisation auf dem Planeten Solberg 86 III

Eine Expedition erreicht das System des Sterns Solberg 86. Die Wissenschaftler gehen in einem Orbit um den dritten Planeten. Dort finden sie, wie erwartet, eine Roboterzivilisation. Die Zivilisation ist außerordentlich stabil und langlebig. Die Roboter bewachen ein uraltes Erbe ihrer Erbauer. Deshalb soll sie studiert werden. Die Expedition hatte das System gezielt angeflogen.

Viele Entdeckungen des Aufbruchs werden aufgrund von Recherchen in extrasolaren Bibliotheken gemacht. Die interstellare Raumfahrttechnologie der Menschen ist noch nicht so weit, dass viele Schiffe vom Solsystem ausschwärmen und unbekannte Systeme untersuchen können. Interstellare Forschungsreisen sind immer noch aufwändig und teuer. Deshalb ist es effizienter in extrasolaren Bibliotheken nach lohnenden Forschungszielen zu recherchieren und diese dann gezielt anzufliegen. Diese Art der "geplanten Entdeckung" hat sich inzwischen etabliert. Viele interessante Ziele sind bekannt. Aber ein Planet gilt erst dann als von Menschen "entdeckt", wenn er wirklich von Menschen besucht worden ist.

Für die Recherche haben sich öffentliche Bibliotheken im relativ nahen Thoris-System bewährt. Dort haben Menschen traditionell eine gute Beziehung zur Babur-III-Harmonie im äußeren System. Im Thoris System gibt es mehrere Handelsvertretungen von Menschen. Diese Stützpunkte haben Zugang zum öffentlichen Netz und zu Bibliotheken. Dort wird viel über neue Handelsmöglichkeiten recherchiert und dabei fallen den beteiligten Wissenschaftlern immer wieder besondere Systeme der näheren Umgebung auf. Manchmal entstehen so neben der kommerziellen Recherche auch private wissenschaftliche Abhandlungen. Die Information wandert dann über die Mailboxen der Frachter bis zum Solsystem.

Ähnliches gilt für Artu. Allerdings ist die Kommunikation mit den verschiedenen Sophonten im Artu-System wesentlich schwieriger. Schon früh konnte ein reger Handel mit Artu etabliert werden. Aber darüber hinaus sind die Kontakte gering.

Seit der Kelrec-Invasion 30 Jahre zuvor, besteht außerdem enger Kontakt mit Kisor. Die kompatible Denkweise macht die Kommunikation mit kisorischen Quellen besonders einfach. Zudem gibt es viele persönliche Beziehungen zwischen Menschen und Kisori seit zigtausende Kisori im Solsystem bei der Verteidigung halfen. Kisor ist dabei, Thoris als Haupthandelspartner des Solsystems abzulösen. Thoris ist zwar viel näher, aber seit der Belagerung orientiert sich das Solsystem stark an kisorischer Technologie.

Die Information über Solberg 86 III kommt tatsächlich von Kisor. Das System war beschrieben in der Dokumentation zu einem automatischen Asteroiden-Miner. Dhatu Metals hatte von der Siko-Gilde den Miner gekauft. Im Anhang des Benutzerhandbuchs der Miner-KI befand sich eine Datenbank von autonomen Systemen und darunter waren nicht nur kommerzielle kisorische Modelle, sondern auch ein Überblick über exotische KI-Systeme. Das war vermutlich ein Fehler beim Zusammenstellen der Dokumentation. Anscheinend wurden beim Kopiervorgang statt der Quellenangabe die gesamten 23 TB der Quelle mit in den Anhang übernommen.

Jedenfalls entdeckte ein Mitarbeiter von Dhatu Metals während der Inbetriebnahme des Miners die Datenbank. Über die Technologietransferstelle der Bengaluru-Universität und ein Projektmeeting des Sonderforschungsbereichs "Isolierte Autonome Systeme" der Shankara-Forschungsgesellschaft gelangten die Daten an das Zentrum für interstellare Geschichte der Saurashtra Universität Rajkot/Gujarat. Professorin Khatia Buniatishvili stellte einen Antrag für eine Feldexpedition im Rahmen des Forschungsschwerpunkts "Replikationsinhibitoren" der Shankara-Gesellschaft.

Der Antrag wird genehmigt und so kommt es, dass unter der Leitung der Geschichtsprofessorin Khatia Buniatishvili ein Raumschiff im Orbit von Solberg 86 III kreist und versucht mehr über die dortige Roboterzivilisation herauszufinden. Die Expedition ist gewissermaßen ein Joint-Venture zwischen der Historischen Fakultät der Saurashtra Universität, die sich weit zurückreichende geschichtliche Daten erhofft, und der Shankara-Gesellschaft, die erforschen will, wie die autonomen Systeme von Solberg 86 III so lange stabil bleiben konnten.

Seit fast 30 Millionen Jahren existiert die Roboterzivilisation schon. Genau gesagt seit 29.825.413 irdischen Jahren. Damals starb der letzte ihrer Erbauer. Die Roboter geben bereitwillig Auskunft über den gesamten Zeitverlauf, denn dafür wurden sie programmiert. Die Aufgabe der Roboterzivilisation ist es, das Andenken der Erbauer zu bewahren und jedem (auf Anfrage) alle Informationen über die Geschichte der Erbauer zu geben. Dazu gehören ihre Geschichte, ihre Biologie, die Gesellschaft, Philosophie, Kunst, Biographien einzelner Erbauer seit Anbeginn der Aufzeichnungen und die Technologie. Es ist ein gewaltiger Berg an Informationen. Der vollständige Datenabzug einer ganzen Zivilisation.

Besonders die Technologie scheint interessant, bis man herausfindet, dass es bei High-Tech viele Lücken gibt, vor allem im Bereich von Dual-Use Technologien.

Die historischen Daten über die Zivilisation der Erbauer sind sehr umfangreich. Man erfährt alles über die 22.000 jährige Geschichte der Erbauer und die Völker in der Umgebung vor 30 Millionen Jahren.

Aber noch interessanter wären genaue Daten zur Geschichte des Sektors während der letzten 30 Millionen Jahre, vor allem jüngeren Geschichte, also der letzten 100.000  Jahre. Leider beschränken sich die Informationen seit dem Ende der Erbauer auf eine detaillierte Liste der Besucher. Aus den Beschreibungen kann man Informationen zum umliegenden Sektor ableiten. Die Herkunft der Besucher gibt indirekt Auskunft über die Abfolge der wichtigen Völker im Lauf der Geschichte. Aber die Roboter haben selbst nie das System verlassen, um weitere Daten zu sammeln.

Einige interessante Ereignisse gibt es aber doch. Schon vor 50.000 Jahren, und seitdem immer wieder, waren Kelaner unter den Besuchern. Kelaner haben wohl nie eine bedeutende Rolle im lokalen Sektor gespielt. Aber sie waren nach den Angaben anderer Völker irgendwie schon immer da. Jetzt weiß man ungefähr wie lange Kelaner schon zu den raumfahrenden Völkern gehören.

Man sieht deutlich die Wellen der kisorischen Zivilisation über die letzten 15.000 Jahre. Die Statistik zeigt auch Aufstieg und Fall des legendären solemischen Reiches und man erkennt den Beginn des Interianischen Imperiums. Damals besuchten sogar mehrmals Personen, Hände des Imperiums, das Solberg 86 System. Unzählige Völker haben Solberg 86 besucht. Die meisten kann man heute, nach Millionen Jahren, nicht mehr zuordnen.

Im Lauf der Jahrtausende und Jahrmillionen kamen auch immer wieder feindliche Besucher. Neben den üblichen Plünderern, die ohne großen Aufwand abgewehrt wurden, gab es auch viele Versuche die Roboterzivilisation zu vernichten. Mech-Zivilisationen werden von den meisten Völkern nicht gerne gesehen. Alle Völker haben während ihrer technischen Entwicklung mit KI-Ausbrüchen zu kämpfen. Meistens werden diese eingedämmt und die Technologie dann mit Replikationsinhibitoren versehen. Autonome Systeme sollen nur den Betreibern dienen, nicht selbständig agieren und sich auf keinen Fall unkontrolliert ausbreiten. Deshalb werden selbständige Mech-Zivilisationen, wie Solberg 86 III, die ohne ihre biologischen Erbauer weiter existieren, als Bedrohung angesehen. Viele lokale Ordnungsmächte, die jeweils herrschenden Imperien und Allianzen von Nachbarvölkern haben Solberg 86 im Lauf der Zeit angegriffen. Aber alle wurden abgewehrt.

Die Roboter geben bereitwillig Auskunft. Es gibt detaillierte Aufzeichnungen von allen Angriffen und in manchen Fällen sieht man riesige Mengen von Kampfeinheiten, die von allen Monden des Solberg 86-Systems aus verborgenen Arsenalen aufsteigen. Und man sieht beeindruckende Waffenwirkungen, die nicht in der Technologiedatenbank verzeichnet sind.

Die Roboterzivilisation hatte Millionen Jahre Zeit, um Kampfmittel zu bauen. Offensichtlich halten die Roboter ihr Material auch nach so langer Zeit betriebsbereit. Dafür ist eine riesige technische Infrastruktur notwendig.

Auf den ersten Blick erscheint nur der dritte Planet von Robotern "bewohnt". Es gibt geringe Bergbauaktivitäten in den Asteroiden und den Monden der Gasplaneten. Aber bei genauerem Hinsehen entdeckt man, dass große Teile des Systems, viele Monde und Asteroiden, ausgebaut sind und unterirdische technische Anlagen besitzen.

Die Roboter haben den Auftrag das Andenken ihrer Erbauer zu bewahren. Sie sorgen mit allen Mitteln dafür, dass das so bleibt. Sie sind da. Sie bleiben da. Es gibt keine Mutation, keine Neuinterpretation des Auftrags, keine Ausbreitung, keine Bedrohung anderer Völker. Der Auftrag ändert sich nicht. Sie ändern sich nicht. Zeit spielt für sie keine Rolle. Sie machen weiter.

Über sich selbst geben die Roboter wenig Auskunft. Ihr Informationsauftrag bezieht sich nur auf ihre Erbauer. So bekommen die mitgereisten KI-Forscher nur wenig Substantielles über den langfristigen autonomen Betrieb der Mech-Zivilisation. Die Historiker der Expedition erfahren sehr viel über die Geschichte vor 30 Millionen Jahren, aber wenig über die jüngere Vergangenheit.

Die Expedition liefert interessante Erkenntnisse. Alleine die Tatsache, dass es diese Mech-Zivilisation schon so lange gibt, öffnet vielen Menschen die Augen wie groß und vielfältig das Universum ist. Auf der anderen Seite sind die meisten Informationen nur indirekt (abgeleitet aus den Besucherlisten), unvollständig (im High-Tech Bereich) oder inzwischen irrelevant (wie die ausführliche Geschichte der Erbauer vor langer Zeit).

#Roboter #Geschichte #Zivilisation #Erbe

http://jmp1.de/h2681

2786 Yaris-Phänomen


Yaris wurde 130 Jahre zuvor entdeckt. Zu dieser Zeit gab es auf Yaris nur steinzeitliche Kulturen mit kleinen Siedlungen und einfacher Viehzucht. Innerhalb von wenigen Generationen kolonisiert Yaris die umliegenden Systeme mit überlichtschnellen Schiffen. Die schnelle Entwicklung ist ein Phänomen.

Yaris steht von Anfang an in engem Kontakt mit mehreren Hochtechnologiegesellschaften der Umgebung. Schon früh arbeiten viele Bewohner von Yaris (Singular: Yari, plural: Yaris) für interstellare Unternehmen. Trotz ihrer Herkunft aus einer vorindustriellen Gesellschaft, sind Yaris sehr beliebt. Sie sind ruhig, kooperativ, effizient, intelligent, kreativ und sie nehmen die modernen Technologien schnell an. Yaris sind bekannt für ihren ausgeglichenen Charakter. Sie fügen sich ohne Probleme ein in die gesellschaftliche und kulturelle Umgebung ihrer Arbeitgeber. Manche machen Karriere und erreichen wichtige Positionen im mittleren Management.

Nach einiger Zeit kehren diese Fremdarbeiter auf ihren Heimatplaneten zurück. Mit der Ausbildung, den Upgrades und den finanziellen Mitteln, die sie erhalten haben, bringen sie ihre Gesellschaften schnell voran. Innerhalb von wenigen Generationen sind einige Regionen von Yaris modernisiert.

Nach etwa 100 Jahren beginnen Yaris mit gemieteten Interstellarschiffen die umliegenden Sonnensysteme zu erkunden. Erste Forschungsaußenposten mit kleinen angeschlossenen Siedlungen entstehen im Yaris-System und darüber hinaus. Schon 10 Jahre nachdem das erste Schiff das System zu Forschungszwecken verlassen hatte, wird eine Kolonie gegründet. Yaris unterstützt die Kolonie nach besten Kräften. Weitere Siedlungen auf Planeten und in Asteroidengürteln naher Systeme folgen kurz darauf. Mit den vereinten Nationen von Yaris entsteht eine starke und selbstbewusste aber freundliche interstellare Macht.

Natürlich ist bei weitem noch nicht der ganze Planet modernisiert. Technologie und Wohlstand konzentrieren sich in bestimmten Regionen, in einzelnen Städten und bei Individuen. Daneben sind große Teile des Planeten immer noch in der Steinzeit. Aber auch diesen Teilen der Bevölkerung geht es verhältnismäßig gut. Sie haben noch keine Technologiegüter und keine moderne Medizin, aber sie führen ein zufriedenes traditionelles Leben. Die "rückständigen" Teile des Planeten wissen von den neuen Entwicklungen. Sie werden von den fortschrittlichen Regionen eingebunden. Mit der Zeit bekommen alle Städte und Dörfer moderne Kommunikationsmittel, später Autofabs und sogar Autodocs. Immer mehr Bewohner von Yaris beteiligen sich an der Technologiegesellschaft. Viele verlassen ihre traditionellen Berufe, wenn sich neue Möglichkeiten bieten. Die Einkommen steigen nur moderat. Auch für traditionelle Leistungen und Güter werden höhere Preise bezahlt, so dass auch für die noch traditionell lebende Bevölkerung der Lebensstandard steigt.

Yaris profitiert sehr stark von interstellarer Technologie. Der Planet überspringt viele zivilisatorische Entwicklungsschritte und Transformationen, wie Industrialisierung und Elektrifizierung. Technologie muss nicht mühsam entwickelt werden, sondern wird eingekauft oder adaptiert aus kostenlosen Quellen. Yaris springt von einer steinzeitlichen Gesellschaft direkt auf den interstellaren Technologielevel, von Pflugscharen und Manufaktur zu Autofabs und Design.

Die Entwicklungsgeschwindigkeit von Yaris ist rasant. Die Zivilisation entwickelt sich viel schneller, als man es sonst kennt. 80 Jahre nach dem Erstkontakt fällt das einigen Wissenschaftlern auf und es gibt erste Untersuchungen. Als Yaris nur 110 Jahre nach seiner Entdeckung in der Steinzeit schon interstellar kolonisiert, werden viele aufmerksam. Das Yaris-Phänomen wird intensiv untersucht. Man versucht, den besonderen Faktor zu finden, der diese schnelle Entwicklung verursacht. Wissenschaftler vieler Völker aus vielen Disziplinen beschäftigen sich mit dem Fall. Man entdeckt Besonderheiten, aber keinen eindeutigen Grund. Analysiert man einzelne Entwicklungsschritte, dann löst sich das Mysterium in Luft auf. Die einzelnen Entwicklungsschritte erscheinen möglich, logisch und natürlich:

Ein Eingeborener, der 20 Jahre bei Touqan Enterprises als Einkäufer gearbeitet hatte und durch gute Leistungen zum Bereichsleiter aufgestiegen ist, kommt nach Yaris zurück und bringt Fabs mit freien Designs für Alltagsgegenstände mit. Ein anderer bringt nach mehreren Jahren als Mining-Swarm Pusher bei Dhatu Metals einige Mining-Bots nach Yaris und produziert Rohstoffe. Da günstige Arbeitskräfte zur Verfügung stehen, wird wenig (teure) KI-gesteuerte Ausrüstung benutzt. Yaris überwachen die Geräte selbst. Das gibt vielen Leuten Arbeit und verteilt den neuen Wohlstand. Ein Yari, im Hauptberuf Fährtensucher und Jäger (mit Pfeil und Bogen), verbringt jeden Tag 6 Stunden mit Fernkursen und Lehr-Videos (später mit Lehr-Slinks,  Sensory Links über Implantate). Nach 4 Jahren wird er Prospektor für Bodenschätze und bedient die Analysegeräte. So machen das erst Tausende, dann Hunderttausende.

Das Yaris-Phänomen zeichnet sich eher durch das Fehlen besonderer Umstände aus. Es gibt wenige Störungen oder Behinderungen, keine Kriege, Aufstände, Spekulationsblasen, Streiks oder Ausbeutung.

Yaris sind beliebte Arbeitskräfte für Exo-Unternehmen. Das ist ein wichtiger Faktor. Aber warum das so ist, ist nicht eindeutig. Sie sind gut, engagiert, lernen schnell, fügen sich ein und stören nicht. Das erklärt nicht, warum interstellare Unternehmen so viele Yaris anheuern. Aber es erklärt wie Startkapital und Know-How nach Yaris kommen.

Yaris scheinen ihren Wohlstand gerne zu teilen. Fast alle Fremdarbeiter kommen nach einiger Zeit zurück und helfen ihren Verwandten, ihrem Heimatdorf und damit ihrer Gesellschaft.

Yaris verschwenden keine Zeit. Sie arbeiten, lernen, forschen und lehren. Fragt man Yaris, wie sie etwas geschafft haben, dann bekommt man als Antwort: "versuchen, lernen, machen". Das klingt logisch, erklärt aber nicht den Unterschied zu anderen Völkern.

Yaris haben nicht viel, was Überfälle lohnt. Viele Völker, die in das interstellare Umfeld vordringen, werden durch Überfälle zurückgeworfen. Yaris hat keine große Infrastruktur. Alles ist dezentral. Einzelne Mining-Bots wühlen sich durch Berge und extrahieren Metalle, Boten und Drohnen bringen die Rohstoffe zu lokalen Minifabs. Kleine Fusionsgeneratoren, aber auch Wind- und Solargeneratoren, erzeugen dezentral Energie. Kein einzelner Yari hat übermäßigen Wohlstand. Auch interplanetar sind eher Prospektor- und Mining-Swarms unterwegs, die es nicht zu stehlen lohnt. Es gab Besuche von Plünderern verschiedener Völker und Fraktionen. Aber bisher wurden nur einige Tankstationen im Asteroidengürtel beschädigt.

Yaris sind sehr kooperativ. Es gibt fast keine Konflikte. Sie sind gastfreundlich und teilen. Rückständige Yaris streben auch nach dem Schritt ins Hochtechnologiezeitalter, aber Neid scheint ihnen fremd zu sein. Sie leben in der Gewissheit, dass auch sie bald dran sind - oder ihre Kinder. Kriege scheint es nicht zu geben. Es gibt Geschichten über größere, auch blutige Konflikte. Yaris wissen sich zu wehren, aber in der jüngsten Vergangenheit kam so etwas nicht vor. Fragt man Yaris warum nicht, dann erntet man Unverständnis. Das Konzept Krieg ist bekannt, aber es wird als irrational und unwirtschaftlich angesehen, vor allem wenn man alle Folgekosten hinzurechnet, wie Ökonomen von Yaris gerne erklären. Auch das klingt vernünftig.

Yaris sind meistens ehrlich. Es gibt wenig Betrug oder Ausbeutung. Mündliche Absprachen gelten. Es gibt schriftliche Verträge, aber geklagt wird selten. Vor der Gemeinschaft gilt die Absicht des Vertrags, nicht der Wortlaut. "Jarura" scheint ein zentraler Begriff zu sein. Das wird übersetzt mit "Anstand, Ehrlichkeit, Charakter". Die direkte Übersetzung ist "natürlich" oder "selbstverständlich". Yaris wollen Jarura sein. In unsere Begriffe übersetzt ist Jarura ein informelles Reputationssystem. Wer mehr Jarura ist, mit dem macht man lieber Geschäfte. Das klingt logisch, erklärt aber nicht warum das bei anderen Völkern nicht so ist. Das Finanzsystem von Yaris ist unterentwickelt. Man kann nur verleihen, was man hat. Es gibt Banken, aber es gilt als unanständig, Einlagen mehrfach als Kredite zu vergeben. Viele Kredite werden ohne Sicherheit gegeben. Das Rückzahlungsversprechen ist Jarura.

Manche betrachten Jarura als den entscheidenden Faktor. Vielleicht macht Anstand den Unterschied. Zumindest bei Völkern wo Anstand als Konzept sinnvoll ist. Es gibt auch Völker, die ganz anders organisiert sind. Ein Beispiel sind die Dilan-Wesen. Sie sind untereinander sehr kooperativ. Aber wahrscheinlich sind Konzepte wie Anstand und Kooperation in ihrer Biologie nicht relevant. Sind die Bienen eines Schwarms untereinander ehrlich, gerecht und kooperativ? Faktisch ja. Das hat die Natur so angelegt. Die Bienen haben keine Wahl. Die Yaris dagegen haben eine Wahl. Sie sind "Jarura" weil es vernünftig und nützlich ist. Viele Völker, wie Menschen und Kisori sind ähnlich strukturiert. Sie sind aber manchmal nicht Jarura wenn sie sich individuelle kurzfristige Vorteile erhoffen.

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2477 Erster Kontakt mit Thoris

Ein Schiff von Astronáutica General mit Capitán Elena Bardem und 7 weiteren Besatzungsmitgliedern erreicht Thoris.

Das Thoris-System beherbergt eine für irdische Begriffe sehr fortschrittliche interplanetare Zivilisation. Es gibt keinen bewohnbaren Planeten, aber Gasplaneten und unzählige Habitate, Raumstationen und bewohnte Asteroiden. Das System ähnelt der interplanetaren Zivilisation des Solsystems, die interplanetare Bevölkerung ist aber wesentlich größer. Thoris steht in engem Kontakt mit anderen Völkern der näheren Umgebung.

2495 Die Amaterasu geht mit 31.337 Auswanderern verloren

Die Amaterasu geht mit 31.337 Auswanderern verloren. Das Schiff war auf dem Weg nach Kullur und verschwindet spurlos.

Die Amaterasu beginnt die erste Etappe ohne Anzeichen von Problemen. Sie erreicht aber nie ihr Ziel. Das Schiff mit seinen Passagieren wird nach der Marco Polo das erste weithin wahrgenommene Opfer der interstellaren Raumfahrt.

Im Laufe der Zeit verschwinden immer wieder Schiffe. Das ist bei fortgeschrittenen Zivilisationen nicht anders und bleibt ein Rätsel.

2726 Entdeckung einer friedlichen, nicht expansiven Nanitenzivilisation

Entdeckung einer friedlichen, nicht expansiven Nanitenzivilisation, die sich über mehrere Sonnensysteme erstreckt.

Sie bevölkern rohstoffarme Systeme ohne bewohnbare Planeten. Die meisten Völker bekämpfen Mech-Zivilisationen (Roboter und Naniten), um deren Ausbreitung zu verhindern. Dabei treten eigenständige Mechs nur selten auf. Wie bei den Menschen im Solsystem kommt es in der Frühzeit der KI-Entwicklung zu Unfällen mit wilden Mechs, Rouge-KI und Computronium-Minds, die sich oft unkontrolliert ausbreiten. Deshalb werden fast überall schon während der Entwicklung von KI und anderen autonomen Systemen Beschränkungen eingeführt, die eine selbständige Ausbreitung verhindern sollen. Letztlich entstehen so nur wenige eigenständige Mech-Zivilisationen. Die, die dann doch auftreten, werden sehr stark bekämpft, manchmal sogar von Koalitionen verschiedener Völker.

Im aktuellen Fall ist bekannt, dass wenigstens Interia als lokale Ordnungsmacht versucht hatte die Naniten zu zerstören. Die Naniten sind sehr zurückhaltend und vermeiden alle Kontakte. Sie expandieren nicht und lassen sogar Inspektionen ihrer Systeme zu. Sie wehren sich aber mit überragenden Fähigkeiten, wenn sie angegriffen werden. Es gibt Hinweise auf mehrere solcher Angriffe im Lauf der Jahrtausende, die alle erfolglos blieben. Irgendwann haben die umliegenden Völker aufgegeben und ihre Präsenz akzeptiert.

2547 Erster Kontakt mit T’k’t‘ca einer nahen Methan-Atmer-Zivilisation

Erster Kontakt mit T’k’t‘ca einer nahen Methan-Atmer-Zivilisation in 43 Lj. Entfernung von der Erde. 2551 Aufnahme diplomatischer Beziehungen.

Die Biologie der T’k’t‘ca beruht auf einer Methan-Ammoniak Chemie. Sie bewohnen typischerweise Gasplaneten wie Neptun, die aber wesentlich wärmer und gemäßigter sein müssen, sog. kleine Jupiter. Die Vielfalt unter Methan-Atmern scheint etwas geringer zu sein, als unter Sauerstoff-Atmern. Trotzdem gibt es große Methan-Zivilisationen, deren Lebensräume sich mit unseren überlappen.

Kontakte sind selten, da es wenige Anknüpfungspunkte gibt. Methan- und Sauerstoff-Zivilisationen interessieren sich für ganz verschiedene Systeme. Es gibt nur wenig Handel. Technische Güter sind meist nicht kompatibel, da sie für andere Temperaturbereiche und Umweltbedingungen bestimmt sind. Austausch biologischer und biochemischer Güter ist nur selten sinnvoll. Man nimmt die Aktivitäten der anderen zwar wahr, geht sich aber meistens aus dem Weg.

2753 Entdeckung der Qi, einer KI-Zivilisation im Solnet

Entdeckung der Qi, einer KI-Zivilisation im Solnet, dem verteilten, öffentlichen Netzwerk des Solsystems. 2758 Aufnahme diplomatischer Beziehungen und Abschluss eines Freundschaftsvertrag zwischen der solaren Koalition und den Qi.

Bei Qi handelt sich um Netzleben in einem virtuellen Ökosystem mit einer Bevölkerung von bewussten KI-Wesen. Qi liegt nicht direkt im Solnet auf lokalisierten Verarbeitungsknoten, wie andere Simulationen, sondern es besteht aus den komplexen Amplituden des Informationsrauschens im Solnet. Letztlich nutzen die Qi mit ihrem Ökosystem nur die Blindleistung im Solnet.

Die Qi waren sich dessen nicht bewusst. Sie können nur begrenzt die Schwingungszustände beeinflussen aus denen sie bestehen. Sie sind deshalb nicht in der Lage auf die reale Information im Solnet zuzugreifen oder diese zu zu manipulieren. Mit anderen Worten: die Qi stellen keine Gefahr dar. Umgekehrt ist das Schwingungsverhalten des Solnet nicht ohne große Strukturanpassungen zu ändern. Ob Qi sich selbst entwickelt hat oder eingefügt worden ist, bleibt unklar. Tatsache ist, dass in Qi Evolution stattfindet.