2532 Dilan-Zwischenfall und Outer System Wipe.

Menschen bedrohen ein fremdes Volk in dessen Heimatsystem. Die Aliens schienen harmlos und introvertiert zu sein. Das ändert sich schlagartig. Nur ein gewagter Plan kann die Menschheit noch vor der Vernichtung bewahren.

Der Handelsverkehr zwischen dem Solsystem und Dilan wächst. Die interplanetare Öffentlichkeit wird sich langsam bewusst, dass Menschen nun mit Außerirdischen handeln. Jeden Monat kommt ein Fernraumschiff beladen mit begehrter Hochtechnologie zurück. Interstellarflugfähige Raumschiffe sind immer noch sehr teuer. Aber im Solsystem werden so hohe Preise für Technologie von Dilan gezahlt, dass es sich sogar die monatelangen Flüge über mehrere Lichtjahre lohnen.

Ausrüstung von Dilan ist der solaren Technik weit überlegen und entsprechend wertvoll. Die Menschen bekommen zum Beispiel

- präzise assemblierte Komponenten für ÜL-Triebwerke,
- hochauflösende Fabs,
- leistungsfähige Energiesysteme, Generatoren und Speicher,
- überragende Sensoren,
- und nanostrukturierte Metamaterialien als Fab-Input.

Die Dilan-Wesen scheinen die Güter nicht als hochwertig zu betrachten. Sie wollen  als Gegenwert nur wenig mehr, als die zur Herstellung benötigten Rohstoffe. Anscheinend interessieren sie sich nicht für den Wert der Gegenstände im Solsystem. Sie handeln mit den Menschen nicht um Gewinne zu erzielen. Es genügt ihnen, die in den Geräten verbauten Materialien gegen etwas mehr Rohstoffe einzutauschen.

Auf Dilan ist man nie über den einfachen, von Kelonikoa Pono entwickelten Austausch von Rohstoffen gegen technische Geräte hinausgekommen. Darüber hinaus gibt es immer noch keine Kommunikation.

Die Menschen hätten gerne zusätzliche Informationen, wie Bauanleitungen, Verfahrenstechniken oder zumindest Dokumentation zu den eingetauschten Geräten. Die Menschen sind auch am kulturellen Austausch interessiert. Man würde gerne die Zivilisation von Dilan kennen lernen, ihre Ideen, Ansichten, Motive und ihre Kultur. Aber man weiß nicht einmal, wie man Dilan-Wesen danach fragen soll. Es gibt keine gemeinsame Sprache. Die Zivilisation bleibt fremd und unverständlich.

Trotzdem ist sie wirtschaftlich interessant, weil selbst der einfache Handelsaustausch gute Gewinne abwirft. Manche Menschen fragen sich, ob Dilan nicht noch mehr Potential hat. Es gibt viele Gerätschaften, die die Dilan-Wesen nicht hergeben wollen. Man hat fast den Eindruck, dass sie den Menschen nur - aus ihrer Sicht - einfache Ausrüstung überlassen.

Die Menschen haben fast ungehinderten Zugang in das Innere des Zwergplaneten. Ab und zu haben schon Besatzungen von Fernraumschiffen versucht, selbst interessante Anlagen abzubauen. Aber jedes Mal werden sie sanft von einer großen Zahl von Dilan-Wesen daran gehindert. Sobald die Dilan-Wesen bemerken was die Menschen vorhaben, drängen sie die Menschen ab. Die kleinen schwarzen Körper halten sich mit ihren acht Beinen aneinander fest und bilden eine undurchdringliche Wand. Dabei wurde bisher nie Gewalt angewendet. Aus Sicht der Menschen wäre das aussichtslos, denn den ca. 20 Menschen auf Dilan stehen vermutlich mehr als 100 Milliarden Dilan-Wesen gegenüber. Und die haben auch noch eine überlegene Technik.

Das ändert sich mit der Ankunft der Tian Liyang auf Dilan. Das Schiff gehört zum Ares-Kartell, einem Sicherheitskonzern im Jupitersystem. Die Besatzung hat den Auftrag, mehr als die normale Ladung High-Tech zu akquirieren. Dafür ist das Schiff besonders ausgerüstet. Es ist ungewöhnlich groß. Es hat eine Besatzung von 20 im Gegensatz zu den fünf Personen der anderen Fernraumschiffe. Davon sind zehn Spezialkräfte mit vakuumtauglicher Kampfausrüstung Model Kolozz-4k. Jeder dieser Aktivanzüge ist gewissermaßen ein bewaffnetes Miniaturraumschiff für kurze Reichweiten. Die Tian Liyang transportiert außerdem vier Offensivdrohnen der Berserker-Klasse mit Upload-Besatzung, interplanetarem Aktionsradius und nuklearen Waffenpaketen. Die Tian Liyang ist damit sozusagen das erste interstellare Trägerschiff der Menschheit. Nach einem Flug von 18 Monaten erscheint die Tian Liyang im Planetensystem von Ross 614 und läuft Dilan an.

Die Besatzung provoziert bald einen ernsten Zwischenfall bei dem Versuch, gegen den Widerstand von Dilan-Wesen eine Feldschirmanlage abzubauen. Ein zweitköpfiges Kommando der Tian Liyang dringt in einen großen Zugangstunnel des Asteroiden ein. Sie umgeben die Feldschirmanlage mit einer transparenten Wand aus autonomen Sperrmodulen und setzen außerhalb der Wand einen Crowd-Control Drohnenschwarm aus. Dann beginnen sie mit dem Abbau der Anlage. Die Dilan-Wesen wollen das verhindern. Sie versuchen die Absperrung zu durchdringen, werden aber schon vorher von den Drohnen attackiert. Immer mehr Dilan-Wesen erscheinen. Viele werden von den Drohnen verletzt. Sie opfern sich, um Drohnen auszuschalten.

Der Kampf kommt näher an die Absperrung. Einzelne Dilan-Wesen versuchen die Absperrung zu durchdringen. Sie werden aber von den Sperrmodulen gehindert. Kurz darauf fließt eine Wolke aus Mikrobots durch die Ritzen der Absperrung. Sie hüllen die Sperrmodule ein und immobilisieren sie mechanisch. Dann schneiden Laser von außen durch die Absperrwand. Die ersten Dilan-Wesen dringen durch und versuchen sich an den Anzügen des Einsatzkommandos festzusetzen. Die Menschen versuchen sie mit der verstärkten Kraft ihrer Aktivanzüge abzuschütteln. Dilan-Wesen fluten den Tunnel mit Körpern und attackieren die zwei Menschen. Die wehren sich mit automatischen Railguns, die auf Dilan-Wesen eingestellt sind und ihr Ziel automatisch suchen.

Schon seit einigen Minuten arbeiten sich Pionier-Mikrobots durch die Panzerung der Kampfanzüge bis zu deren Netzwerkinfrastruktur. Sie machen den Weg frei für elektromagnetische Effektorelemente, die über molekulare Kapillaren mit Infiltratror-KIs verbunden sind. Die Infiltratoren analysieren die Informationsverarbeitung der Kampfanzüge. Sie unterlaufen die Infoabwehr, indem sie sich mithilfe der Effektoren eigene Schnittstellen schaffen und an geeigneten Stellen Signale einspeisen. Die Steuerung der Kampfanzüge fällt aus. Die zwei Menschen und ihre Ausrüstung werden von einem Strom von Dilan-Wesen mitgerissen. Sie verschwinden im Inneren des Asteroiden.

Als Botschafterin protestiert Kelonikoa Pono im Namen der solaren Koalition gegen die Aktion der Tian Liyang. Sie versucht mit den Dilan-Wesen zu kommunizieren, um etwas über den Verbleib der zwei Menschen zu erfahren. Die Nachfragen bleiben aber ergebnislos. Man vermutet schon lange, dass die Dilan-Wesen kein Konzept für Individualität haben. Man weiß nicht einmal wie man nach den zwei Besatzungsmitgliedern fragen soll.

Die Tian Liyang verlässt Dilan und fliegt den nächsten Gasriesen an. Auf dessen Monden gibt es automatische betriebene Rohstoffgewinnung der Dilan-Wesen. Man geht davon aus, dass diese Anlagen autark sind, sich selbst replizieren und reparieren können und, wie alles von Dilan, hocheffizient arbeiten. Nach 20 Tagen erreicht die Tian Liyang einen der kleinen irregulären Monde. Die vier Berserker-Offensivdrohnen koppeln ab und beziehen Position. Zwei bleiben in der Umlaufbahn bei der Tian Liyang. Die anderen beiden nähern sich einer Extraktionsanlage. Das Shuttle der Tian Liyang landet bei der Anlage mit zwei Technikern und zwei Soldaten in Kolozz-Anzügen. Die Techniker beginnen mit der Analyse. Sie identifizieren die Energieversorgung, die Rohstoffextraktion und die Produktion des Fab-Materials. Dann trennen sie die Energieversorgung von Rest des Systems.

Einige Tage später nähern sich Flugkörper auf einem Maximum Delta-V Kurs. Sie sind quaderförmig mit einer Grundfläche von 5 x 5 Meter und 20 Meter lang. Die Quader sind völlig schwarz im optischen Frequenzbereich. Auch mit Radar sind sie fast nicht zu sehen. Nur der Antrieb strahlt im Infrarot, aber nicht in Richtung zur Tian Liyang. Offensichtlich beherrschen die Dilan-Wesen die gerichtete Kühlung zu Stealth-Zwecken. Eine Analyse der Flugbahn wird später zeigen, dass die Flugkörper genau in dem Moment von Dilan starteten, als das lichtschnelle Signal von der Abschaltung der Rohstoffgewinnungsanlage den Asteroiden erreichte.

In etwa 10.000 Kilometern Entfernung von der Tian Liyang und ihrem Mond setzen die Flugkörper jeweils tausende von Munitionspaketen frei. Die Tochtermunition verteilt sich sehr schnell im Umkreis des Minimonds. Manche gehen in eine weite Umlaufbahn. Einige hundert positionieren sich nahe der Tian Liyang. Die übrigen stürzen hinunter auf die Oberfläche. Sie belegen das ganze Gebiet um die Extraktionsanlage mit einem konventionellen, aber hochwirksamen Bombenteppich. Die Anlage, das Shuttle, die vier Menschen und die zwei nahen Offensivdrohnen werden ausgelöscht.

Die Munitionspakete, die die Tian Liyang umstellt haben, beginnen auf die zwei verbliebenen Berserker zu feuern. Dafür kombinieren sich jeweils mehrere Einheiten zu Linearbeschleunigern. Sie verschießen 1 x 5 Millimeter große Darts eines ultradichten Materials, vermutlich ein den Menschen unbekannter Aggregatzustand mit reduzierten Elektronenorbitalen. Bei einer Geschwindigkeit von 30 km/s haben die Darts eine kinetische Energie von 1,5 MJ, so viel wie eine Dynamitstange. Dieser Belastung hält selbst die Panzerung der Berserker-Offensivdrohnen nicht lange stand.

Die Berserker reagieren schnell:

- 0,1 Sekunden nach den ersten Einschlägen drehen sie sich, um die Nahbereichswaffen in Richtung der am nächsten stehenden Angreifer zu bringen.

- 0,2 Sekunden: noch während der Drehung starten Defensivraketen. Sie versuchen einige der gegnerischen Munitionspakete zu treffen. Sie sind gleich groß wie die Munitionspakete, aber nicht so agil. Nur wenige treffen.

- 0,3 Sekunden: die Multibeschleuniger des Keramik-Pellet Sturms sind auf das Ziel ausgerichtet und beginnen zu feuern.

- 0,5 Sekunden: die Berserker diskutieren die Lage und beschließen größere Gruppen der Gegner mit Antimaterie-Detonationen auszuschalten. Die erste Rakete mit AM-Sprengkopf startet sofort.

- 0,9 Sekunden: die gegnerischen Munitionspakete ändern die Priorisierung und verwenden 0,3 Sekunden lang einen Teil der Feuerkraft darauf, die AM-Raketen abzufangen.

- 1,1 Sekunden: Eine AM-Rakete kommt durch und zerstört ein Zehntel der Gegner.

- 1,2 Sekunden: die Munitionspakete konzentrieren die gesamte Feuerkraft darauf, die AM-Raketen abzufangen. Es kommt keine mehr durch. Währenddessen bekommen die Berserker Zeit, mit den Keramik-Pellets weitere Gegner auszuschalten. Die Strategie, die Railguns der Munitionspakete mit den AM-Raketen zu beschäftigen, ist erfolgreich.

- 1,3 Sekunden. Die Munitionspakete durchschauen die Hinhaltetaktik der Berserker. Deshalb beginnen einige für einen Kinetic-Kill zu beschleunigen. 

- 1,7 Sekunden: unglücklicherweise führen Berserkers nur 4 AM-Raketen mit sich. Nachdem diese verbraucht sind und die Ziele ausgehen, schalten die Munitionspakete wieder um.

- 2,1 Sekunden: die Berserker sind funktionsunfähig geschossen.

- 2,3 Sekunden: die ersten der zum Kinetic-Kill gestarteten Munitionspakete treffen nur noch die passive Masse der Berserker.

- 2,4 Sekunden: Der Selbstzerstörungsmechanismus eines Berserkers, eine 2 kt AM-Ladung, wird durch die Schockwellen ausgelöst.

- 2,5 Sekunden: Die letzten Kinetic-Kills treffen ein. Ende der Kampfhandlungen.

Die Tian Liyang wird nicht beschädigt.

Zu diesem Zeitpunkt sind außer der Tian Liyang noch andere solare Fernhandelsschiffe im System. Eines, die Hermes II, kommt gerade vom Solsystem aus dem interstellaren Raum und befindet sich noch 200 Millionen Kilometer von Dilan entfernt.

Nach der Niederlage der Tian Liyang ändert die Hermes II ihren Kurs. Sie bremst ab und geht in 150 Mio. Kilometern Entfernung von Dilan in einen solaren Orbit. Die Hermes II entlädt Anakonda-Langstreckenraketen mit nuklearer Clustermunition. Die Raketen fliegen Monde des innersten Gasplaneten und Asteroiden an. Die Raketen sind mit KI ausgestattet, damit sie trotz interplanetarer Distanzen handlungsfähig sind. Sie sollen sich auf oder an Himmelskörpern des Systems verstecken und auf ein Einsatzsignal warten.

Zwei Wochen später beginnt die Hermes II eine Botschaft an Dilan zu senden. Sie sendet permanent eine grafische Animation als Warnung an die Dilan-Wesen. Die Animation zeigt das zerstörerische Potential der Langstreckenraketen und warnt vor einem Angriff auf die Tian Liyang. Die Hermes II ist offensichtlich zur Unterstützung der Tian Liyang vor Ort. Das Schiff ist ein echter Fernhändler. Es war schon früher im Dilan-System. Aber jetzt fliegt es im Auftrag des Ares-Kartells.

Ein weiteres solares Handelsschiff erscheint von Dilan aus auf der anderen Seite der Sonne mit Kurs auf einen der äußeren Eisriesen. Das ist ein sehr ungewöhnlicher Vorgang, denn für solare Fernhändler gibt es nur eine vernünftige Route: der direkte Weg nach Dilan. Man vermutet, dass es sich um weitere Vorbereitungen des Ares-Kartells handelt.

Die meisten von der Hermes II abgesetzten Langstreckenraketen wählen kleine Himmelskörper, irreguläre Monde, Kometen und asymmetrische Asteroiden als Deckung. Aber eine Anakonda hält auf einen der großen Monde des inneren Gasriesen zu. Von diesem Mond starten, wie vorher schon von Dilan, einige getarnte Flugkörper. Bei 300.000 Kilometer Abstand zum Ziel wird die Rakete von den Munitionspaketen angegriffen. An der zufälligen Verdeckung von Hintergrundsternen durch einige Munitionspakete erkennen die Sensoren der Anakonda die Angreifer bevor die ersten Geschosse eintreffen.

Die KI der Anakonda, Rufzeichen "Birdie", kennt den Kampf um die Tian Liyang genau. Sie weiß, dass sie gegen die Munitionspakete keine große Chance hat. Aber sie beschließt, die Gegner zu bekämpfen, um mehr über ihre Fähigkeiten zu erfahren. Außerdem findet die KI, dass Gegenwehr schon aus sportlichen Gründen geboten ist.

Sie setzt die Waffen ein, die ihr zur Verfügung stehen: nukleare Clusterbomben und deren Durchbruchshilfen. Sie katapultiert ihre Tochtermunition hinaus. Und wird kurz darauf durch Railguns zerstört. Das geht schnell, denn im Gegensatz zu den Berserkern der Tian Liyang ist Anakonda nicht gepanzert.

Aber Birdie konnte noch 200 nukleare Gefechtsköpfe absetzen. Jeder einzelne mit 1,25 MT Sprengkraft und darauf ausgelegt, im Endanflug mit hoher Transversalbeschleunigung Abfangraketen auszuweichen. Zusätzlich gibt es 100 Pods im gleichen Format wie die Gefechtsköpfe, aber mit verschiedenen Arten von Durchbruchshilfen, elektronische Maßnahmen, ECM, ECCM, aktive und passive Täuschungskörper für verschiedene Wellenlängen und eine Phalanx von Point-Defense Lasern, die ursprünglich dazu gedacht waren, anfliegende Abfangraketen zu neutralisieren. Der Raum erstrahlt in einem Feuerwerk elektronischer Kriegsführung. Für kurze Zeit sind alle Sensoren geblendet. Zumindest die, die nicht damit gerechnet hatten.

Die gegnerischen Munitionspakete werden überrascht. Sie haben keinen Gegenangriff erwartet und schon gar nicht so früh. Trotzdem erwischen sie die meisten Gefechtsköpfe, mit Ultra-Darts, Lasern, Kinetic-Kills, Proximity-Kills, Abfangraketen, Sperrfeuernetzen und EMP. Die letzten 40 Gefechtsköpfe detonieren. Sie bilden ein dreidimensionales Gitter von Explosionen und löschen tatsächlich die meisten Munitionspakete aus.

Nach der Erfahrung mit den wenigen eher statischen Berserkern hatten die Munitionspakete wohl die Agilität der Langstreckenrakete unterschätzt. Auf der anderen Seite hatte Birdie aber auch gut geraten, was die dreidimensionale Verteilung der Munitionspakete betrifft. Außerdem hat Birdie jeden Gitterpunkt mehrfach besetzt, um selbst bei großen Verlusten die Gegner auszuschalten. Technisch gesehen gewinnt Birdie. Die KI bringt ein Fünftel ihrer Gefechtsköpfe durch, und räumt mit ihnen den Weg frei. Eine zweite Anakonda würde nun durchkommen. Birdie erlebt den Sieg nicht mehr live. Aber das Backup auf der Hermes II ist sehr stolz.

Vom Ziel-Mond starten nun 100 Flugkörper, nur für den Fall, dass die Langstreckenrakete versucht haben sollte, in diesem Chaos einige Gefechtsköpfe bis zum Ziel zu schicken. Das ist aber nicht der Fall. Die Anakonda hatte keinen Angriffsbefehl.

Beide Seiten lernen sehr viel bei diesem Austausch. Sie sehen die volle Breite aktiver und passiver Maßnahmen, Gegenmaßnahmen und Gegen-Gegenmaßnahmen. Beide haben als Teil der Tochtermunition passive Sensorplattformen vor Ort und melden die Erkenntnisse per Komlaser zurück. Die anderen Anakondas, die versteckt auf vielen Himmelskörpern des Systems liegen, erhalten das taktische Update von der Hermes II ebenfalls per Laser.

Die wenigen Menschen im System sind überrascht von der heftigen Reaktion auf den Anflug der einen Anakonda. Dafür gibt es einen einfachen Grund. Der Asteroid, den die Menschen Dilan nennen, ist nicht der einzige bewohnte Himmelskörper. Es gibt noch andere Monde und Asteroiden in denen Dilan-Wesen leben. Alle sind einige hundert Kilometer groß und ausgehöhlt wie Dilan. Sie beherbergen viele Milliarden Dilan-Wesen, vermutlich eher 100 Milliarden pro Asteroid. Die Menschen haben sich die vielen anderen Asteroiden des Systems bisher nur nicht genau angesehen. Sie dachten, dass nur Dilan bewohnt ist. Tatsächlich sehen sie sich im Dilan-System einer großen interplanetaren Zivilisation gegenüber, mit 10-20 bewohnten Himmelskörpern und vermutlich 1000 Milliarden Wesen.

Auch einige Monde der Gas- und Eisriesen sind so bewohnt. Darunter der Mond, den sich Birdie als Deckung ausgesucht hatte. Aus Sicht der dortigen Dilan-Wesen war der Anflug ein Angriff auf ihre Heimat. Ein Angriff mit Massenvernichtungswaffen. Und 50 Megatonnen sind nur 300.000 Kilometer von ihrer Heimat explodiert.

Jedem im System, den Vertretern der Koalition und den Dilan-Wesen, ist jetzt klar,

- dass die Mission des Ares-Kartells, noch nicht beendet ist,
- dass es nicht nur darum geht, etwas High-Tech Ausrüstung zu entwenden,
- dass das Ares-Kartell bereit ist, Massenvernichtungswaffen einzusetzen,
- dass das Ares-Kartell einen weitreichenden Plan verfolgt und versucht Dilan oder das ganze System unter seine Kontrolle zu bringen,
- dass es vermutlich noch weitere Kriegsschiffe gibt, die entweder getarnt als Händler im System oder noch im interstellaren Raum unterwegs sind.

Die Dilan-Wesen sind introvertiert und unauffällig. Seit über 100.000 Jahren leben sie in diesem System. Sie siedeln nur auf Himmelskörpern, die andere Völker nicht interessieren. Sie suchen sich kleine unattraktive Sonnen ohne bewohnbare Planeten aus. Sie expandieren nicht und besuchen nur selten andere Sonnensysteme. Mehr kann man nicht tun, wenn man friedlich leben will. Trotzdem gab es im Lauf der Jahrtausende gelegentlich Probleme mit Eindringlingen. Manche wollen von den technischen Fähigkeiten profitieren. Andere unterwerfen ihre Nachbarn aus Prinzip. Einige Imperien fühlen sich bedroht durch so eine Macht innerhalb ihrer Grenzen.

Bisher sind die Dilan-Wesen mit allen Bedrohungen fertig geworden. Wie man gesehen hat, haben sie die Mittel um sich wehren. Meistens reicht ein deutliches Zeichen. Die Schlacht bei der Tian Liyang war als Zeichen gedacht. Aber die Menschen verstehen anscheinend nicht, dass die Dilan-Wesen in Ruhe gelassen werden wollen und das auch erzwingen können. Die spektakuläre Aktion von Birdie gibt den Ausschlag. Die Menschen sind eine Bedrohung. 1000 Milliarden Dilan-Wesen sehen keinen Grund, sich von wenigen Milliarden Menschen drangsalieren zu lassen. Die Dilan-Wesen beschließen, das Problem an seinem Ursprung anzugehen.

Auf vielen Asteroiden und Monden im System starten Flugkörper wie die, die man schon kennengelernt hat. Sie positionieren sich in Umlaufbahnen um die Himmelskörper. Immer wieder starten neue Gruppen. Das geht so mehrere Tage. Sie bilden eine tief gestaffelte Abwehr. Dann fliegen weitere Gruppen von schwarzen Flugkörpern die Verstecke der Langstreckenraketen an. Auch die Hermes II und das andere Schiff bei dem äußeren Eisplaneten bekommen Besuch. Beide Schiffe werden zerstört. Die Tian Liyang wird nicht angetastet. Das Schiff ist nicht bewaffnet. Die Langstreckenraketen werden aufgespürt und zerstört. Das dauert nicht lange. Ihre Position ist den Dilan-Wesen bekannt, denn sie wurden zu jeder Zeit von getarnten Sonden verfolgt.

Jeden Tag kommen weitere Flugkörper aus dem Inneren der Asteroiden. Sie fliegen einen Kurs quer zur Ekliptik und direkt zum Solsystem. Auf dem Weg stoßen größere Einheiten dazu. Die bestehen fast nur aus Triebwerken und Tanks. Es sind Träger, interstellarflugfähige Plattformen, die die schwarzen Quader zu ihrem weit entfernten Ziel bringen sollen. Die kleinen Flugkörper koppeln im Flug an die Träger an. Die Träger sind 1200 Meter lang und bieten jeweils 30.000 Quadern Platz.

Die Vertretung der Koalition versucht verzweifelt mit den Dilan-Wesen zu kommunizieren. Es gibt keine Reaktion.

Die ersten Träger haben sich weit vom inneren System entfernt. Als dort 16 Träger angekommen sind, geht die ganze Flotte gleichzeitig auf Überlicht und verlässt das System. Die Menschen wissen nicht welchen Überlichtfaktor die Dilan-Wesen beherrschen. Aber wenn der Überlichtantrieb ähnlich fortgeschritten ist, wie die übrige Technik der Dilan-Wesen, dann ist nur mit einer Flugzeit von Tagen zu rechnen. Mindestens vier weitere Flotten sind unterwegs jeweils im Abstand von einigen Tagen.

Botschafterin Pono erklärt für die solare Koalition den Notstand im Dilan-System. Sie beschlagnahmt das einzige verbliebene Fernhandelsraumschiff im Dilan-Orbit, die Einstein von der Interstellar Colonial Corporation / Mars. Die Vertretung der Koalition auf Dilan hat nur einige leichte Handfeuerwaffen. Pono und fünf Angehörige der Handelsvertretung fliegen mit einem Shuttle zur Einstein. Sie erzwingen den Zutritt zur Einstein mit dem Hinweis auf die Notstandsvollmachten der Botschafterin.

Die erste Flotte von Dilan trifft nach 4 Tagen Überlichtflug im Solsystem ein. Die Träger kommen auf dem direkten Kurs von Dilan mit einem Winkel von 60 Grad zur Ekliptik. Die Flotte fliegt in Richtung Neptun, der auf der gegenüberliegenden Seite der Sonne steht. Die zweite Flotte kommt wenige Tage später und nimmt Kurs auf den nahe stehenden Uranus.

Im Dilan-System ist die Einstein inzwischen auf dem Weg zum inneren Gasriesen. Der Kapitän der Einstein protestiert und versucht den Flug zu verhindern. Bei einem Schusswechsel wird ein Mitarbeiter der Handelsvertretung getötet und ein Besatzungsmitglied der Einstein verletzt. Die Koalition behält die Oberhand. Die Mannschaft der Einstein wird entwaffnet. Ihr Kapitän wird unter Gewaltandrohung gezwungen, das Schiff zum Gasplaneten zu fliegen.

Eine dritte Flotte von Dilan kommt im Solsytem an. Sie nimmt Kurs auf Saturn. Die beiden anderen Flotten erreichen bereits ihre Zielgebiete. In 20 Millionen Kilometer Entfernung vom Ziel trennen sich die schwarzen Quader von den Trägern. Zwei Drittel fliegen die Planetensysteme an, während ein Drittel zum Schutz der Träger zurückbleibt.

Im Dilan-System erreicht die Einstein das Mondsystem des Gasriesen. Sie fliegt die Tian Liyang an, die immer noch im Orbit des Kleinmondes verharrt. Aber statt abzubremsen beschleunigt die Einstein. Der Kurs zielt genau auf die Tian Liyang, bzw. einen Punkt im Raum an dem sich die Tian Liyang und die Einstein treffen, wenn beide ihre Bewegung beibehalten. Das Shuttle der Einstein trennt sich vom Schiff. An Bord ist fast die gesamte Besatzung der Einstein und vier Mitarbeiter der Handelsmission.

Auf der Einstein bleiben nur drei Personen: Kelonikoa Pono, Iddo Baqannoo, der Sicherheitsoffizier der Handelsmission und Kateb Moknachi, ein Pilot der Einstein. Die Einstein ist auf Kollisionskurs mit der Tian Liyang. Die Besatzung der Tian Liyang bemerkt das und versucht auszuweichen. Aber Moknachi korrigiert seinerseits den Kurs.

Pono konnte Moknachi von ihrem Plan überzeugen. Pono glaubt, dass die Trägerschiffe der Dilan-Wesen das Solsystem angreifen und dass die Menschheit nur eine Chance hat, die Dilan-Wesen davon abzubringen. Sie will ihnen zeigen,

- dass nicht alle Menschen Feinde sind,
- dass die meisten Menschen anständig sind,
- dass nur die wenigen schwarzen Schafe unter den Menschen Ärger machen,
- dass die anständigen Menschen sich des Problems annehmen
- und dass sie es selbst lösen können.

Pono hofft, die Dilan-Wesen von dem Angriff auf das Solsystem abzubringen, wenn man ihnen beweist, dass "gute" Menschen gegen "böse" Menschen vorgehen. Deshalb versucht sie mit der Einstein die Tian Liyang zu zerstören. Die Masse der Einstein ist die einzige wirksame Waffe, die Pono zur Verfügung steht. Denn die wenigen Leute der Handelsmission mit Handfeuerwaffen wären den Spezialeinheiten der Tian Liyang in ihren Kolozz-Anzügen hoffnungslos unterlegen. Man kann die Tian Liyang nicht erobern. Man kann sie nur zerstören. Das ist als Zeichen für die Dilan-Wesen auch viel wirkungsvoller.

Wenn die Dilan-Wesen im Solsystem so rigoros durchgreifen, wie beim Angriff der Tian Liyang auf die Rohstoff-Extraktionsanlage, dann steht die Existenz der Menschheit auf dem Spiel. Pono geht davon aus, dass die Dilan-Wesen mindestens die Fähigkeit der Menschen zur interstellaren Kriegsführung ausschalten wollen. Schon dabei wäre mit vielen Millionen oder Milliarden Opfern zu rechnen. Um das zu verhindern ist fast jedes Mittel recht, und jedes Opfer. Die kleine Restbesatzung der Einstein wagt es nicht, den Zielanflug einem Autopiloten zu überlassen.

Zehn Sekunden vor der Kollision beschleunigt die Tian Liyang aus dem Orbit des Mondes heraus. Die Munitionspakete, die das Schiff immer noch umstellen, schießen auf den Antrieb. Nach zwei Sekunden fallen die Triebwerke aus. Die Einstein hat inzwischen eine Relativgeschwindigkeit von 80 Kilometern pro Sekunde. Aber um zu treffen hätte die Einstein eine gleich große Quer-Beschleunigung vornehmen müssen. Durch das Eingreifen der Munitionspakete bleibt der Einstein genügend Zeit, ihren Vektor anzupassen. Die Schiffe kollidieren mit der 50-fachen Geschwindigkeit einer Gewehrkugel. Sie treffen sich nicht zentral. Aber die freigesetzte kinetische Energie zerstört beide Schiffe.

Im Solsystem haben die schwarzen Quader bei Neptun und Uranus ihre Munitionspakete ausgesetzt. Sie greifen Raumstationen und Basen auf den Monden an. Kommunikationsversuche werden nicht beantwortet.

Die Dilan-Wesen setzen keine Nuklearwaffen ein. Aber sie haben hochwirksame Explosivstoffe, darunter metastabiler metallischer Wasserstoff und chemische Verbindungen mit zehn Mal höherer Bindungsenergie, als die besten Sprengstoffe der Menschen. Auch kinetische Angriffe erreichen bisher ungesehene Dimensionen. Bis zu hundert Munitionspakete bilden lange bidirektionale Linearbeschleuniger, die rückstoßfrei sind und Darts mit über 100 km/s verschießen. Sie schießen schnell und liefern pro Dart das Äquivalent von 5 kg TNT ins Ziel. Verheerend für weiche Ziele sind Schwärme von Kamikazedrohnen mit Sprengmitteln. Die Drohnen werden von Munitionspaketen ausgesetzt und verteilen sich weit über das Zielgebiet. Dann explodieren sie. Für gehärtete militärische Ziele und tief in den Untergrund eingegrabene Mondbasen auf Triton, Proteus (Neptun) and Ariel, Oberon, Sycorax (Uranus) setzen sich Munitionspakete zu größeren bunkerbrechenden Bomben zusammen. Sie erreichen bis zu 5 kT konventionelle Sprengkraft.

Eine Welle der Vernichtung läuft über die Mondsysteme der beiden Eisriesen. Alle orbitalen und die meisten bodengebundenen Stützpunkte, Habitate und Anlagen werden zerstört. Zivile und militärische Ziele werden nicht unterschieden. Die vereinzelten Gegenangriffe und Verteidigungsanstrengungen bleiben wirkungslos.

Mehrere Millionen Menschen sterben, fast alle final, weil auch die Backups vernichtet werden. 

Das übrige Solsystem kann nicht helfen. Man kann aus der Entfernung nicht einmal genau sehen was passiert. Moderne Großteleskope können zwar über interplanetare Distanzen bis auf wenige Meter auflösen. Aber die Zielgebiete werden abgeschirmt durch Gitter von monomolekularen Folien. Auch dafür gibt es spezialisierte Munitionspakete. Jedes spannt einen 50 Quadratkilometer großen Schirm auf. Zusammen verhindern sie eine direkte Beobachtung solange der Angriff läuft.

Eine Flotte ist auf dem Weg zum Saturnsystem. Sie wird noch zwei Wochen brauchen. Die beiden bei Uranus und Neptun sammeln ihre Munitionspakete ein und füllen deren Bestände wieder auf. Dann nehmen sie Kurs auf Jupiter und Mars.

Im Solsystem bricht Panik aus. Viele Schiffe verlassen die Planeten. Sie streben in den offenen Weltraum. Die Menschheit hat nur wenige interstellare Schiffe. Eine Flucht zu den Sternen ist keine Option. Menschen kämpfen um die Plätze auf zivilen Linienschiffen, auf Kreuzfahrtschiffen und auf militärischen Truppentransportern. Frachter werden in Windeseile umgebaut für den Personentransport. Andere versuchen sich an den Asteroiden zu verstecken. Es kommt zu Auseinandersetzungen mit Survivalisten, die schon lange dort leben und unentdeckt bleiben wollen. Die Upload-Rate steigt dramatisch an. Backups werden mit Mikrosatelliten in Sicherheit gebracht.

Man versucht Hohlräume unter der Oberfläche von Monden und Asteroiden auszubauen, künstliche, die schon vorher zu anderen Zwecken angelegt wurden und natürliche Lavaröhren. Auf Eismonden werden Überlebenskapseln in den Eismantel eingeschmolzen, oft viele Kilometer tief. Das Eis bietet vermutlich den besten Schutz im ganzen System. Aber es gibt keine freie interplanetare Transportkapazität. Schiffe, die Schutzsuchende zu den Eismonden hätten bringen können, verlassen stattdessen das System mit Flüchtlingen.

Eine vierte Flotte erscheint im Solsystem. Sie teilt sich auf und nimmt Kurs auf mehrere Asteroidencluster, Jupiter-Trojaner und den Hauptgürtel.

Die Erde reagiert nicht. Dort herrscht die Meinung vor, dass die Situation ein selbstgemachtes Problem der interplanetaren Zivilisation ist. Die schlechten Nachrichten werden von der Zensur heruntergespielt.

Die feindliche Flotte im Anflug auf Saturn bremst ab zum Rendezvous mit dem Saturn-System minus 20 Millionen Kilometer. Dann, als die Flotte das Zielgebiet erreicht, trennen sich die schwarzen Quader nicht vom Träger. Die Träger verlängern die Bremsphase und beginnen einen Vektor aufzubauen, der sie wieder aus dem System hinausführt. Die anderen Flotten ändern ebenfalls ihre Ziele. Eine Woche später ist klar, dass alle Flottenteile das Solsystem verlassen.

Monate später erfährt die Menschheit den Grund. Der Umkehrzeitpunkt ist 26 Stunden nach der Kollision der zwei Schiffe im Dilan-System. Vier Stunden braucht ein Lasersignal vom inneren Gasriesen im Dilan-System zu einem wartenden Kurier am Rand des Systems. Nach nur 17 Stunden erreicht der Kurier das Solsystem. Weitere 5 (+/- 1) Stunden später empfangen die Trägerflotten den Komlaser des Kuriers.

Vielleicht hat der Plan von Kelonikoa Pono die Dilan-Wesen überzeugt. Jedenfalls brechen sie ihren Angriff ab. Gerade noch rechtzeitig, um Saturn zu verschonen. Die 10 Millionen Bewohner des Saturnsystems können aufatmen. Und natürlich auch 60 Millionen beim Mars, den Asteroiden, in der Venusatmosphäre, auf Merkur, Luna und vielen interplanetaren Habitaten.

Die Koalition stellt das Dilan-System unter Quarantäne für solare Schiffe. Einige Schiffe sind noch unterwegs nach Dilan. Das erste kommt rechtzeitig, um das Shuttle der Einstein zu bergen und die Besatzung zu retten. Es darf weder Dilan noch einen anderen größeren Himmelskörper anlaufen, sondern muss unverrichteter Dinge wieder zurück fliegen. Der Handelsverkehr wird für zehn Jahre ausgesetzt. Die Koalition stationiert ein Schiff mit nicht-nuklearer Bewaffnung am Rand des Dilan-Systems in einem exzentrischen Orbit, von dem aus die kürzeste Route vom Solsystem kontrolliert werden kann.

Die Erde fühlt sich bestätigt in ihrer antiexpansionistischen Haltung. Die interplanetare Gesellschaft trägt nichts zum Lebensstandard der Erde bei. Im Gegenteil, schon die interplanetare Expansion entzog der Erde wertvolle Ressourcen. Deshalb hatte sich die Erde von dieser Entwicklung abgekoppelt. Die Dilan-Krise und ihre katastrophalen Folgen für Neptun und Uranus zeigt nach Meinung der Erde, dass Expansionismus viel mehr schadet, als nützt. Die Regierungen der Erde beschließen etwas dagegen zu unternehmen. Sie beginnen interplanetare Streitkräfte aufzubauen. 16 Jahre später beginnt der Systemkrieg mit der Besetzung des Mondes durch irdische Truppen.

#Aliens #Verbrecher #Krieg #interstellar #Rettung #Opfer #Gasplaneten #Asteroid

http://jmp1.de/h2532

2430 Interstellare Kolonisierung durch intelligente Mikromaschinen

Mit dem Starprobe-Beschleuniger wird miniaturisierte ISRU-Ausrüstung (InSitu Resource Utilization) in Richtung Proxima Centauri geschossen. Die Mikrosonden werden begleitet durch natürliche und künstliche Infomorphs, d.h. Uploads und KI.

Starprobe wird normalerweise nur zur Erkundung benutzt, weil die Mikrosonden am Ziel nicht abbremsen können. Deshalb wird Starprobe in diesem Fall unterstützt durch die neue Jupiter-Saturn Containerschnellbahn. Die Schnellbahn steht günstig für das Centauri-System. Sie schickt Matrjoschka-Katapulte auf die Reise nach Proxima Centauri bevor Starprobe startet. Jedes Matrjoschka-Katapult ist eine Kaskade von elektromagnetischen Katapulten mit kapazitativer Energieversorgung. Das jeweils äußerste Katapult beschleunigt seine Nutzlast um einige hundert Kilometer pro Stunde. Die Nutzlast besteht wiederum aus einem etwas kleineren Einmalkatapult mit Nutzlast. Die Kaskade besteht aus 18 Ebenen von 1 m Durchmesser bis hinunter zu 5 cm. Auf diese Art kommt die innere Nutzlast der Schnellbahn-Pakete in den Bereich der Starprobe Geschwindigkeit.

Durch geschicktes Timing erreicht die Schnellbahn-Nutzlast die äußere Region des Proxima-Centauri Systems gleichzeitig mit den von Starprobe abgeschossenen Mikrosonden. Die Schnellbahn-Nutzlast enthält ein gestaffeltes Bremssystem für die Mikrosonden. Das Bremssystem fängt die Sonden und beginnt den Bremsvorgang mit kinetischen Stößen an interstellarer Materie. Das ist bei einigen Prozent der Lichtgeschwindigkeit sehr effektiv. Dann bremst es zusätzlich durch Wechselwirkung mit dem Magnetfeld des Sterns. Weiter innen werden Sonnensegel entfaltet, die den Sonnenwind nutzen und schließlich kommt wieder eine kurze Kaskade von fünf ineinander geschachtelten elektromagnetischen Beschleunigern zum Einsatz bis die Mikrosonden auf interplanetare Reisegeschwindigkeit heruntergebremst sind.

Das Projekt ist wie viele Starprobe Aktivitäten sehr umstritten. Die Kritik bezieht sich auf die Tatsache, dass Intelligenzen in digitaler Form in das Universum versandt werden. Es handelt sich zwar vor allem um NI (Natürliche Intelligenzen = Uploads), also Infosophonten, die von Menschen abgeleitet sind und nur um nicht-bewusste Hilfs-KI. Aber es gibt zwei große Unterschiede zu den anderen Starprobe Missionen:

1. Die Mikrosonden werden aktiv abgebremst und verbleiben im Zielsystem. Bei den sonstigen Erkundungsmissionen von Starprobe rasen die Sonden mit einigen Prozent der Lichtgeschwindigkeit durch das Zielsystem. Abbremsen auf interplanetare Geschwindigkeit ist nur eine theoretische Möglichkeit. Das würde Millionen Jahre brauchen und auf jeden Fall irgendwo anders passieren.

2. Für die Kolonisierung wird explizit ISRU-Ausrüstung mit sehr flexiblen Mikrofabs verschickt. Die Mikrofabs sollen alles bauen können, was im Zielsystem zum Aufbau einer Zivilisation benötigt wird. Während Starprobe-Erkundungsmissionen nur über begrenzte Selbstreparatur verfügten, wird hier genug Technik und Information für Autoreplikation verschickt, und das in ein entferntes System wo Menschen keine Kontrolle mehr haben.

Es würde zwar lange dauern, bis diese Zivilisation selbst wieder Matrjoschka-Katapulte bauen und damit zu einer von-Neumann-Plage werden könnte. Trotzdem halten viele das Projekt für unverantwortlich. Gerade nach den Erfahrungen mit KI-Ausbrüchen im Solsystem sollte man nicht absichtlich Infosophonten mit Replikationsfähigkeiten freisetzen. Befürworter entgegnen, dass die gesamte Ausrüstung letztlich von Menschen in Form von Uploads kontrolliert wird und nur die spätere Ankunft von Menschen in Raumschiffen vorbereiten soll. Selbst wenn sich die Zivilisation außerhalb ihrer Missionsparameter weiterentwickeln würde, wären Menschen nach einiger Zeit zur Stelle, um regulierend einzugreifen.

Eine wichtige Aufgabe der Mission ist der Aufbau einer dauerhaften bidirektionalen interstellaren Kommunikation zum Solsystem. Das klappt auch. 2476 meldet sich der Außenposten per Laser. In den folgenden Jahren wird ein ständiger Strom von Informationen ausgetauscht. Die Menschen im Solsystem können live, mit 4 Jahren Verzögerung, den Aufbau des Außenpostens verfolgen. Im Jahr 2497 bricht der Kontakt plötzlich ab.

#interstellar #KI #Upload #Railgun #Coilgun

http://jmp1.de/h2430

2055 Gari Tata Skandal

Seit den 40er Jahren fahren Autos wirklich selbständig. Das funktioniert nicht nur auf geraden Strecken und Autobahnen, sondern auch überall in den Städten, bei jeder Witterung, Tag und Nacht. Wer ein Fahrzeug braucht, kann sich eines rufen. In der Stadt dauert es nicht länger als 5 Minuten, bis ein Auto vor der Tür steht. Es fährt vom nächstgelegenen Standort alleine her, bringt die Passagiere selbständig zum Ziel und fährt dann weiter zum nächsten Auftrag.

Immer weniger Autos werden an Privatleute verkauft. Die Gesamtzahl der Autos sinkt. Früher standen Autos die meiste Zeit auf der Straße vor dem Haus. Heute sind sie ständig im Betrieb. Die Ressource Auto wird besser genutzt. Dafür werden weniger Einheiten gebraucht. Die Autoindustrie, die gerade erst die Umstellung auf Elektroantrieb verdaut hat, bekommt ein noch viel größeres Problem. Mitte der 40er Jahre setzt eine Konzentrationswelle ein. Autohersteller schließen sich zusammen oder werden von Autovermietern übernommen.

Fahrzeughersteller, die rechtzeitig auf die Vermietung gesetzt haben, werden zu modernen Mobilitätsanbietern mit eigener Hardwareproduktion. Andere Mobilitätsanbieter kaufen sich Fahrzeughersteller, um die Wertschöpfungskette zu verlängern. Eine hohe Verfügbarkeit der Fahrzeuge ist entscheidend. Deshalb müssen Mobilitätsanbieter einen großen Fahrzeugpool bieten. Gleichzeitig müssen die Anbieter überregional stark vertreten sein. Denn auch bei Individualfahrten zwischen Städten kann nur die genutzte Strecke abgerechnet werden, selbst wenn das Auto danach lange zurück fahren muss. Das führt zu Konzentration bei Mobilitätsanbietern durch einige der größten Firmenzusammenschlüsse aller Zeiten.

Um 2050 wird der Mobilitätsmarkt von wenigen Anbietern beherrscht. Einer davon ist Gari Tata, hervorgegangen aus der Mobilitätsplattform GariGari und Tata Motors. Gari Tata hat weltweit 1,6 Milliarden Kunden, davon 900 Millionen feste Abonnenten und fast 100 Millionen eigene Fahrzeuge. Kunden geben heute im Mittel nur noch 5% ihres Einkommens für Mobilität aus. Trotzdem entspricht der Umsatz von Gari Tata dem Bruttoinlandsprodukt eines großen EU-Mitgliedstaats.

Wie alle Mobilitätskonzerne bietet auch Gari Tata verschiedene Verträge, mit fester Laufzeit oder monatlicher Kündigungsfrist, mit festem Reichweitenkontingent oder abhängig von der Nutzung. Es gibt diverse Qualitätsklassen von Kleinwagen bis Sportcabrio. Wie in der Branche üblich, umfasst das Tarifsystem Bonusprogramme, Punktesysteme, Cross-Selling anderer Infrastrukturangebote und Kombitarife für integrierte Kommunikations-, Informations- und Mobilitätsleistungen (KIM-Flats). Die meisten Kunden haben nutzungsabhängige Tarife. Abgerechnet wird nach Zeit und Kilometer automatisch über das jeweilige mobile Gerät des Benutzers (Smart-Button, Ohrring, Armband, ePaper, Nili, Brille).

Im Jahr 2052 prüft das Magazin Urban Professional aus dem San Diego Megaplex die Leistungen mehrerer Mobilitätsanbieter durch Straßentests. Dabei fallen bei allen geprüften Unternehmen Abweichungen auf zwischen theoretischer Wegstrecke und abgerechneter Strecke. Die Abweichungen bewegen sich zwischen 1% und 3%. Das ist keine Überraschung, denn eine Toleranz von 3% ist in den meisten Ländern zulässig. Die Abweichung wird von vielen Stellen regelmäßig gemessen und veröffentlicht. Der entsprechende Verrechnungsfaktor wird von Preisvergleichsplattformen berücksichtigt. Nur Gari Tata fällt mit einer Diskrepanz von 4% auf. Das ist eigentlich nicht möglich, denn die Testlabors der Überwachungsstellen würden den Dienst so nicht zertifizieren. Urban Professional veröffentlich das Testergebnis von Gari Tata als statistischen Ausreißer.

Weltweit gibt es ständig Berichte über Qualität, Leistung und Kosten von Mobilitätsanbietern. Erst 2053 zeigt Gari Tatas Dienst wieder eine hohe Diskrepanz in einem Vergleich von MuMu (Mumbai Municipal). Nach mehreren Presseberichten lässt die indische Verkehrsbehörde den TÜV Bangalore intensive Labor-, Straßen- und Simulatortests durchführen. Dabei stellt sich heraus, dass die Abrechnung von Gari Tata auf dem Prüfstand und im Simulator korrekt ist und auch bei Straßentests nur unter bestimmten Bedingungen falsch liegt. Nach weiteren Untersuchungen taucht die Vermutung auf, dass der Abrechnungsalgorithmus zwischen Test- und Realbedingungen unterscheidet.

Gari Tata scheint verschiedene Kilometerzahlen zu verwenden, je nachdem, ob ein echter Fahrbetrieb stattfindet oder ein Test läuft. Nur bei echten Endkunden wird mit einer bis zu 6% höheren Kilometerzahl gerechnet. Anscheinend gleicht das Abrechnungssystem auch Kundenprofile und Kontonamen mit externen Datenbanken ab. Sogar bei freien Mitarbeitern von Mobilitätsmagazinen, die das Benutzerkonto von Familienangehörigen verwenden, fallen keine Ungereimtheiten auf. Die Abrechnungssoftware betreibt offensichtlich großen Aufwand, um echte Fahren von Testfahrten zu unterscheiden und die abweichende Berechnung zu verschleiern.

Nach einem Crapsturm in den Medien erklärt Gari Tata, dass bei Überprüfungen tatsächlich andere Kilometerangaben gelten, da bei Labortests auf dem Prüfstand keine realen Entfernungen gemessen werden können. Die indische Verkehrsbehörde akzeptiert die Erklärung und stellt nach einem bestandenen Wiederholungstest die Ermittlungen ein.

Aber die Verbraucherschützer lassen sich nicht so leicht abwimmeln. Die Erklärung von Gari Tata hat offensichtliche Lücken, da ja nicht nur Labortests betroffen sind. Allmählich gelingt es unabhängigen Testern, die Fehlabrechnung reproduzierbar nachzuweisen.

Anfang 2054 verschwinden die Abweichungen plötzlich. Anscheinend hatte Gari Tata die Manipulation durch ein Softwareupdate weltweit abgeschaltet. Nur in den wenigen Simulatoren ohne Netzwerkverbindung bleibt der Fehler messbar. Durch diesen offensichtlichen Eingriff werden Regulierungsbehörden in mehreren Staaten aufmerksam. Ermittlungen beginnen. Es gibt Anfragen an den Konzern, Durchsuchungen, Vernehmungen und Beschlagnahme von Beweismitteln. Die Medien berichten ausführlich. Das Neukundengeschäft bricht ein.

Mitte 2054 gibt Gari Tata die Manipulation zu. Der Softwaredienstleister eines Zulieferers der malaysischen Privatkundentochter des Konzerns habe einen Abrechnungsalgorithmus entwickelt, der den Customer Lifetime Value optimiert. Die Auswahl des Dienstleisters durch den Zulieferer sei auf Basis einer Kosten/Nutzen Analyse geschehen ohne, dass den Mitarbeitern von Gari Tata eine unerlaubte Manipulation angezeigt worden wäre. Unglücklicherweise habe die Softwarekomponente der Tochterfirma später weltweit in die Betriebsware der Fahrzeuge Eingang gefunden.

Die aufwändigen Verschleierungsmaßnahmen in der Abrechnungssoftware und die Protokolle der Softwareupdates lassen die Erklärung unglaubwürdig erscheinen. Der Umsatz geht um 10% zurück.

Vor allem Kunden mit kurzen Verträgen wechseln zu anderen Anbietern. In den meisten Regionen der Erde konkurrieren mehrere Unternehmen um das Mobilitätsbudget der Kunden. Die Leistung ist so standardisiert, dass sich die Angebote vor allem in Preis und Service unterscheiden. Ein Wechsel fällt nicht schwer.

In über 150 Ländern werden Verbraucherklagen und Rückforderungen gegen den Konzern eingereicht.

Die zugehörigen Ermittlungen führen zu weiteren Untersuchungen. Dabei kommt heraus, dass viele Ebenen an der Manipulation beteiligt waren. Verantwortliche und Mitwisser sitzen im Vorstand der GT-Holding, in Produktmanagement und Vertrieb, Entwicklung und Wartung, bei Zulieferern und in regionalen Töchtern. In rund 100 Ländern reicht die Staatsanwaltschaft Klage ein. Der Umsatz fällt um 20%.

Der Großteil der Gewinne von Gari Tata liegt in Staaten mit günstigen Steuerbedingungen. Der Konzern hatte Unternehmensanleihen ausgegeben, um Gewinne an die Aktionäre auszuschütten ohne bei Finanztransfers hohe Einkommenssteuern zahlen zu müssen. Diese Praxis läuft schon einige Jahre. Anleihen in der Höhe eines Jahresumsatzes stehen unversteuerte Guthaben von 120% entgegen.

Im Jahr 2055 werden Auslandsguthaben unter Verlusten repatriiert. Das geht nicht schnell genug. Die Holding kann nicht mehr alle Kredite bedienen. Der Aktienkurs stürzt ab.

Anleihen werden vorfällig. Eine Prognose ergibt eine deutliche Unterdeckung von steuerbereinigten Guthaben gegenüber den Verbindlichkeiten. Der Aktienkurs stürzt ins Bodenlose. In mindestens 50 Staaten wird der Konzern zu Strafen verurteilt. Die Gesamthöhe beträgt 80% eines Jahresumsatzes. Leitende Mitarbeiter werden angeklagt. Außerordentliche Vertragskündigungen von Bestandskunden lassen den Umsatz um 50% einbrechen.

Anfang 2056 erklärt die Holding Zahlungsunfähigkeit. Viele Regionalgesellschaften folgen. Der Betrieb wird eingestellt. Alle Kunden wechseln. Der Verkauf der Fahrzeugflotte verläuft schleppend.

Wenige Jahre später wird Gari Tata aus dem Firmenregister gelöscht.

Gegen den Leiter der indischen Verkehrsbehörde wird wegen Vorteilsnahme ermittelt. 80 weitere Mitarbeiter der Behörde werden entlassen.

In über 50 Staaten werden über 300 Mitarbeiter von Gari Tata wegen Betrug verurteilt, ca. 150 wegen Verschwörung, 99 wegen organisiertem Verbrechen und 3 in Bhutan wegen grob fahrlässiger Reduzierung des Bruttonationalglücks.

In mehr als 70 Staaten der Erde werden Verbindungen zwischen Steueramnestien und Gari Tata Lobbyisten bekannt. Insgesamt treten weltweit zwei Minister und fünf Abgeordnete zurück.

Verbraucherschutz-INGOs (Independent-NGO) decken auch bei anderen Mobilitätsanbietern Optimierungen auf, die höhere Average Customer Lifetime Values realisieren. Es stellt sich heraus, dass die anderen Anbieter bei der Manipulation der Abrechnung nur etwas defensiver vorgehen als Gari Tata und vor allem noch bessere Algorithmen zur Testdetektion verwenden.

#Skandal #Mobilität #Betrug #Wirtschaft

http://jmp1.de/h2055

2101 Smart Fusion

Die Geschichte der Fusionsenergie hat Höhen und Tiefen, vor allem aber Längen. Neue physikalische Ansätze führen schneller zum Ziel, als die großen teuren Tokamaks. Dezentralisierte Fusionsanlagen lösen Gigawatt-Kraftwerke ab. Hot Fusion wird Smart.

Viele Jahrzehnte wird die Fusionsforschung durch den Toroid-Ansatz dominiert. Mit Tokamak und Stellarator gibt es schnelle Anfangserfolge. Aber spätestens in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts wird klar, dass die frühen Versprechen nicht eingehalten werden können. Trotzdem wird weiterhin sehr viel Geld in riesige Fusionsexperimente investiert.

Während sich die Torus-orientierte Forschung in die Länge zieht und Generationen von Plasmaphysikern beschäftigt, entsteht in den 2000er Jahren eine Welle von neuen Ansätzen zur Kernfusion. Die klassische Tokamakforschung versucht, immer heißere und längere Plasmazustände zu schaffen, um wenigstens einige Teilchen zur Fusion zu bringen. Das Prinzip besteht darin, ein Plasma durch Druck und zusätzliche Heizung viele Millionen Grad heiß zu machen. Deshalb wird sie Hot Fusion genannt.

Im Gegensatz dazu konzentrieren sich die neuen Smart Fusion genannten Ansätze darauf, dem Fusionsbrennstoff genau die richtige Energie mit auf den Weg zu geben und den Großteil des Plasmas für Fusion zu aktivieren. Auch Smart Fusion Technologien verwenden heißes Plasma. Manche aber in Form von schnellen Ionen bei denen die Teilchengeschwindigkeit nicht durch Heizung, sondern durch Hochspannung erreicht wird. Das ist physikalisch günstiger, deshalb "smart".

Schnell gibt es mehrere Smart Fusion Methoden mit ganz unterschiedlichen Charakteristiken. Allen gemeinsam ist aber, dass sie im Gegensatz zum klassischen Tokamak

- für neutronenfreie Fusionsprozesse geeignet sind und fast keine Radioaktivität erzeugen,

- direkt elektrische Energie liefern ohne den Umweg über eine Dampfturbine,

- kompakter, günstiger und für eine dezentrale Energieversorgung geeignet sind.

Smart Fusion Forschung findet für einige Jahrzehnte im Schatten der Tokamakforschung statt. Die Hot Fusion Flaggschiff-Projekte mobilisieren 100 Mal mehr finanzielle Mittel, als Smart Fusion Projekte. Trotzdem übertreffen die Kennzahlen von Smart Fusion bald die von Hot Fusion. Das liegt nicht nur an den langen Bauzeiten für große Tokamaks, sondern auch an den günstigeren physikalischen Ausgangsbedingungen.

Anfang der 20er Jahre erreichen mehrere Smart Fusion Projekte den Break-Even für den Fusionsprozess in Testkonfigurationen. Das sind noch lange keine Kraftwerke. Aber der Weg ist klar und das Ziel schon nah. Zehn Jahre später erreichen einige Forschungsreaktoren den Break-Even mit kompletten Systemen.

Nach diesen Erfolgen tritt Smart Fusion aus dem Schatten der Tokamaks. Um 2035 entsteht eine Welle von Fusion-Startups durch Ausgründungen von wissenschaftlichen Instituten und Tochtergesellschaften von Energiekonzernen. Große Investitionen fließen in Smart Fusion Projekte. Die Planung für den Tokamak-Reaktor DEMO als ITER-Nachfolger wird gestoppt.

Die Welt hungert nach Energie. Aus den Forschungsreaktoren werden in relativ kurzer Zeit Demonstratoren für kommerzielle Reaktoren entwickelt. Gegen 2040 gehen mehrere Reaktoren mit Leistungen von 50 bis 200 Megawatt in Betrieb.

Die meisten Reaktoren verwenden den Proton-Bor11 Prozess, der keine Neutronen erzeugt und damit kaum radioaktive Strahlung produziert. Die Fusionsprodukte sind Alphateilchen, geladene Heliumkerne mit hoher Energie. Sie können direkt in Strom umgewandelt werden durch inverse Zyklotrons und Linacs. Damit entfällt der Zwischenschritt über Wärmetauscher und Dampfturbine. Der Wirkungsgrad der Stromumwandlung ist 80%.

Die wichtigsten Technologien sind:

- Elektrostatischer Einschluss mit virtueller Anode (IEC)

- Selbstfokussierender Einschluss unter Ausnutzung natürlicher Plasmainstabilitäten (DPF)

- Kollidierende Plasmaringe in zylindrischem Einschluss mit umgekehrter Feldkonfiguration (FRC)

- Laserbeschleuniger für Protonen mit Borplasma-Target (LAF)

Mitte des Jahrhunderts gehen die ersten großen kommerzielle Reaktoren mit einer Leistung von 500 MW in den Regelbetrieb. Andere Technologien ermöglichen auch Kraftwerke mit 5 MW. Zwischen 2050 und 2055 laufen die meisten Patente für die technologischen Grundlagen von Fusionsreaktoren aus. Das ermöglicht vielen neuen Anbietern den Markteintritt. Es entsteht eine lebendige Dienstleistungsinfrastruktur für Wartung, Betrieb, Sicherheitsüberwachung und Brennmittel. Schon 15 Jahre später, um 2065 liefern kommerzielle Fusionskraftwerke die Hälfte der Grundlast.

Die Versorgungsstruktur ist regional sehr unterschiedlich. In manche Regionen gibt es Kraftwerkszentren, die die Energieerzeugung bündeln und die bestehende Netzinfrastruktur weiterverwenden. Andere Regionen und einzelne Städte verlassen sich auf kleinere lokale Kraftwerksblöcke im 50-100 MW Bereich. Dort werden die alten Überlandleitungen sogar abgebaut.

Beim Ausfall der Netze ab 2070 sind Fusionskraftwerke betroffen wie alle Kraftwerke. Bis auf wenige Ausnahmen sind Kraftwerkssteuerungen auf Informations- und Stromnetze angewiesen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Kraftwerkstypen, von Erneuerbaren über Verbrennung- bis zu Fissionskraftwerken, brauchen Fusionskraftwerke auch eine starke Stromquelle zum Betrieb. Der Fusionsprozess wird durch Ionenheizung, Magnetfelder, Laser, gekühlte Supraleiter und Starkstromentladungen am Leben gehalten. All diese Techniken brauchen Stromquellen. Fusionskraftwerke sind gewissermaßen Energieverstärker. Während große Windkraftanlagen ohne eigene Stromversorgung 10 Megawatt produzieren können, braucht ein 10 MW Fusionsreaktor ein Megawatt Strom zum Betrieb. In der Krisensituation ist die Umrüstung von Kraftwerken auf autarken Betrieb besonders schwierig. Bei Fusionsanlagen kommt noch das Problem des Betriebsstroms hinzu.

Es dauert viele Jahre bis wieder Strom aus Fusionskraftwerken kommt. Fusionskraftwerke sind sehr neu und deshalb noch mehr von Informationsnetzen abhängig als ältere Typen. Die Steuersoftware muss umgeschrieben werden. Das geht nur mit Strom und moderner Ausrüstung. Dann müssen Schäden behoben werden, die während der Krise und der langen Standzeit aufgetreten sind. Die Ersatzteilbeschaffung ist sehr schwierig. Es geht nicht nur um elektronische Bauteile, Turbinen, Getriebe oder Leitungen, sondern je nach Fusionstechnologie auch um Supraleiter, Vakuumpumpen, Halbleiterlaser, nanometergenaue Hochspannungsanoden aus seltenen Erden und viele andere High-Tech Komponenten.

Zu Beginn der Krise war schon 60% der Stromversorgung auf Fusion umgestellt. Das war aber regional sehr unterschiedlich. In Europa hatte man traditionell viel Wert gelegt auf regenerative Energien und bei Fusion auch auf Dezentralisierung. Dort herrschen kleinere Anlagen vor, die weniger Betriebsstrom brauchen. Dieser kommt irgendwann wieder aus den anderen reaktivierten Kraftwerken und die Fusionskraftwerke laufen wieder an. In den spät industrialisierten Regionen Afrikas und Asiens dominieren Großkraftwerke und Kraftwerkskomplexe. Die Wiederinbetriebnahme dauert teilweise bis zu 40 Jahre.

Zu Beginn des 22. Jahrhunderts kämpfen manche Länder und Regionen noch um die Wiederherstellung ihrer High-Tech Infrastruktur. Andere haben schon Ressourcen, um die Fusionstechnologie weiterzuentwickeln. Nach den Erfahrungen der Krise konzentriert sich die Forschung auf kleinere Anlagen und Dezentralisierung. Kurz nach 2100 werden 100 kW Fusionsbrenner marktfähig. Sie sind für die Versorgung einzelner Häuser geeignet. Ein Mikro-Kraftwerk hat die Größe eines Kleintransporters. Damit hat es eine geringere Energiedichte als ein Verbrennungsmotor oder ein alter Gasbrenner. Aber im Gegensatz zu fossilen Kraftwerken läuft ein Fusionsgenerator jahrelang mit einer Wasserstoff/Bor11-Kartusche und erzeugt nur ungefährliches Helium-Gas als Abfallprodukt.

Als um 2120 die Wirtschaftsleistung der Welt wieder das Vorkrisenniveau erreicht, liefert Smart Fusion 80 % des Stroms. Wirtschaft und Wohlstand wachsen weiter. Der Energiebedarf verdoppelt sich alle 15 Jahre. Große IEC Anlagen im Gigawatt Bereich werden ergänzt durch 100 kW DPFs. Strom und Energie sind kein Flaschenhals mehr für Wachstum und Wohlstand.

#Fusion #Energie #Wissenschaft #Wirtschaft #Krise

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2501 Frühe extraplanetare Forschungsmissionen

In unserem Bereich der Milchstraße ist viel Platz zwischen den Sternen. Die Umlaufbahnen der äußeren Planeten passen da 10.000 Mal hinein. Der interstellare Raum ist riesengroß. Ein Volumen tausend Milliarden mal so groß wie das Sonnensystem. Und es ist nicht leer. Außerhalb der regulären Planeten gibt es weitere Kleinplaneten und den Kuiper-Gürtel. Noch weiter im extraplanetaren Raum die Oort'sche Wolke und die Baqannoo-Sphäre.

Es gibt Irrläufer-Objekte, Asteroiden, Planeten, braune Zwerge, Pulsare, Uraniden, Häufungen dunkler Materie und andere exotische Dinge, sogar technische Installationen, wie man viel später herausfindet. Es gibt viel zu entdecken und zu erforschen. Aber die Entfernungen sind gewaltig. Die meisten Objekte sind zu weit weg für Rückstoßtriebwerke.

Mitte des dritten Jahrtausends hat sich der Raumschiffantrieb nach dem Raumkrümmer-Prinzip etabliert. Anfangs wurde er für Expressfrachten auf Diagonalstrecken verwendet, mit effektiven Geschwindigkeiten, die weit unter der Lichtgeschwindigkeit lagen. Heute kommen uns die ersten Raumkrümmer vor, wie der Flug der ersten Doppeldecker-Flugzeuge. Die Schiffe waren damals noch mit einem Tausendstel der Lichtgeschwindigkeit unterwegs. Sie waren sehr klobig, teuer und unzuverlässig. Das ist 120 Jahre her. Seitdem hat sich viel getan. Frachter sind mit 2% c inzwischen 20-mal schneller. Die Antriebe sind zuverlässig und sie laufen bei dieser Geschwindigkeit auch im Dauerbetrieb.

Theoretisch fliegt man heute sogar (effektiv) viermal so schnell sind wie das Licht. Damit kommt man schon weit in die Oort'sche Wolke. Aber diese Technologie ist an der Grenze des Machbaren. Sie ist noch nicht für Dauerlast geeignet und kann deshalb nicht auf langen Strecken eingesetzt werden, jedenfalls nicht ohne Risiko.

Seit es Raumkrümmer gibt, haben astrophysikalische Forschungsexpeditionen die Grenzen der Antriebe ausgetestet. Die Wissenschaftler finden immer wieder neue interessante Ziele in der näheren Umgebung. Und um dort hinzukommen gehen sie an die Grenze des Möglichen. Astrophysikalische Expeditionen sind auch oft gleichzeitig Belastungstests für die nächste Antriebsgeneration.

Viele Organisationen sind aktiv in Astronomie und Astrophysik. Mit interplanetaren Instrumenten kann man heute sehr weit und sehr genau sehen. Und Raumkrümmer bieten nun die Möglichkeit, die astronomischen Entdeckungen in der näheren interstellaren Umgebung der Sonne, dem extraplanetaren Raum, zu besuchen. Es gibt im Lauf der Zeit viele Flüge zu extraplanetaren Zielen. Es gibt wissenschaftliche Expeditionen, geheime militärische Missionen,  private Unternehmen und auch spektakuläre Fehlschläge.

Mit neuen Triebwerken immer weiter hinaus zu fliegen in den interstellaren Raum zwischen den Sternen gehört zu den letzten großen Abenteuern. Hat man ein technisches Problem und geht der Antrieb kaputt, dann kann man im Nichts stranden, Lichtwochen oder Lichtmonate von Hilfe entfernt. Sogar die Nachricht von der Havarie braucht dann Monate bis nach Hause. Schnelle Rettung ist unwahrscheinlich. Man kann nicht mal eben ein Schiff in ein paar Kubik-Lichtmonaten aufspüren. Sogar das Peilsignal ist wochenlang unterwegs. Und es gibt sowieso nicht viele Schiffe, die verfügbar und leistungsfähig genug sind für eine Rettungsmission.

Hier einige bemerkenswerte Expeditionen in den ersten 100 Jahren intrastellarer Reisen:

- Pontos (früher: neunter Planet), das Eiswunder. Pontos ist ein Eisplanet. Er wurde vor hunderten Millionen Jahren von einem marsgroßen Körper getroffen. Die kinetische Energie verflüssigte den gesamten Planeten und für einige Millionen Jahre sorgte der langsam abkühlende Kern dafür, dass seine 1000 Kilometer dicke Ammoniak-Wassereis-Hülle eine Zeit der Tektonik und des Wetters erlebte. Inzwischen ist alles wieder erstarrt zu einer faszinierenden Eislandschaft.

Eine Expedition besuchte Pontos 2390. Sie entdeckte die Eislandschaften. Auf dem Rückweg gab es ein Problem mit dem Antrieb. 1000 AU vom inneren System strandete die Gahara Sthaan IX mit ihrer Mech-Besatzung. Die Infomorphe wurden 37 Jahre später durch eine Rettungsmission evakuiert.

Trivia: Pontos wurde benannt nach einem alten griechischen Meeresgott.  Man wählte absichtlich einen Namen mit "P", um Pluto in Abzählreimen zu ersetzen.

- Tyche, ein brauner Zwerg in 1,1 Lichtjahren Entfernung von der Sonne (=80.000 AU). Tyche ist gravitativ an unsere Sonne gebunden. Er befindet sich auf einer sehr weiten Umlaufbahn. Tyche hat 15 Jupitermassen. Er ist ein sehr kleiner und kalter brauner Zwerg. Tyche hat eine mittlere Oberflächentemperatur von -20 Grad Celsius. Er wurde zuerst 2493 besucht. Tyche hat vier Trabanten (Monde oder Planeten, je nach Sichtweise) von denen einige wieder eigene Monde haben. Auf einem Mond von Tyche A gibt es im späten 27. Jahrhundert eine permanente Forschungsstation. Die Wissenschaftler studieren die Möglichkeit von nativem Leben auf Tyche an einigen heißen Quellen mit flüssigem Wasser.

Trivia: der Name Tyche bezeichnete ursprünglich einen hypothetischen Planeten in der Oort'schen Wolke, der durch seinen Gravitationseinfluss Kometen mit langer Periode produziert. Eine statistische Analyse der Bahnparameter führte im 20. Jahrhundert zur Tyche-Theorie. Die Theorie wurde nach einer Durchmusterung mit Infrarot-Teleskopen im 21. Jahrhundert verworfen. Der heute Tyche genannte Himmelskörper ist viel weiter entfernt als der hypothetische Tyche des 20. Jahrhunderts. Auch er stört Bahnen in der Oort'schen Wolke und löst Kometen aus, aber ohne die statistische Auffälligkeit. Diese stellte sich später als Oszillation in der Oort'schen Wolke selbst heraus. Tyche entspricht auch nicht dem früher vermuteten periodischen Oort-Störer, der das Dinosauriersterben verursacht haben soll.

- Bis in eine Entfernung von 2 Lichtjahren gibt es mehrere planetenartige Himmelskörper. Bei den meisten handelt es sich um eingefangene Irrläufer-Planeten mit weiten elliptischen Umlaufbahnen. Die Irrläufer entstanden vor langer Zeit bei anderen Sonnen und wurden durch verschiedene Effekte aus ihrem System katapultiert. Die Größe reicht von kleinen Merkur-großen Gesteinsplaneten über gefrorene Gasriesen bis zu braunen Zwergen. Sie bilden zusammen die sogenannte Baqannoo-Sphäre (nach Iddo Baqannoo). Pontos und Tyche sind die bekanntesten Vertreter der Baqannoo-Sphäre.

Inzwischen sind über 300 Objekte bekannt. Abgesehen von Pontos und Tyche wurden in den ersten Jahren der extraplanetaren Erkundung nur drei der Objekte besucht. Eine vierte Expedition ist verschollen. Es gibt keine Hinweise auf den Verbleib. Der Kontakt brach auf dem Hinflug in einer Entfernung von 4000 AU plötzlich ab.

Trivia: Spätestens mit dem Nachweis des vierten Baqannoo-Objekts wurde die Stellung von Pontos als neunter Planet in Frage gestellt. Als im Lauf der Zeit immer mehr semi-gebundene interstellare planetenartige Objekte entdeckt wurden und die Baqannoo-Sphäre Gestalt annahm, wurde Pontos von der Internationalen Astronomischen Union als Semiplanet klassifiziert und verlor damit seinen Status als neunter Planet des Sonnensystems.

- ein alter Pulsar in 1,5 Lichtjahren Entfernung, Katalogbezeichnung XA-2314c-M. Die Rotationsperiode des Pulsars beträgt 4,2 Sekunden. Der Strahl-Konus ist nicht in das innere Sonnensystem gerichtet. Deshalb wurde er sehr spät entdeckt. Das erste Signal war eine Reflexion an einem Baqannoo-Sphären Objekt. Erstmals besucht 2443 durch Starprobe: ein Vorbeiflug von Nanosonden mit 30.000 km/s. Der erste dauerhafte Besuch war die Expedition der Kublai-Khan im Jahr 2498.

- Uraniden, Kometenkerne der Oort'schen Wolke mit einem ungewöhnlich hohem Urananteil. Die Zerfallswärme des Urans sorgt für flüssiges Wasser im Inneren des Kometenkerns. Das Wasser moderiert die Neutronen der Uran-Fission und hält so einen natürlichen Atomreaktor am Leben. Entdeckt wurden Uraniden im Jahr 2373 durch eine Explosion als ein Kern überkritisch wurde und mit einer natürlichen 5 kt Explosion auf sich aufmerksam machte. Die Explosion wurde von Gammadetektoren im System registriert. Daraufhin konnte man die zugehörigen optischen, Infrarot- und Neutrinosignale in permanent laufenden Experimenten finden und über Triangulation die Position bestimmen.

Es gibt mehrere Uraniden. Der nächste ist 2.800 AU entfernt. Die Uraniden entstanden als eine Supernova schwere Elemente auf einem ihrer Eisriesen deponierte. Der Planet brach dabei auseinander und die Trümmer verteilten sich im interstellaren Raum. Einige Millionen Jahre später wurden einige dann von unserer Sonne eingefangen. Bei einer Expedition zu BA-2421j-U im Jahr 2477 wurden Proben genommen. Dank der vielen Proben und der großen Menge verschiedener Isotope und Zerfallsketten konnte man den Zeitpunkt der Supernova-Explosion auf 10 Stellen genau bestimmen. Die Supernova fand statt im Jahr 8.131.606 vor unserer Zeitrechnung am 31. März um 13:29 h +/- 7 Minuten, also zwischen 13:22 h und 13:36 h GMT.

- ein besonders exotisches extraplanetares Objekt ist die Shen-Senke (nach dem Astronomen Shen Li) in 22.000 AU Entfernung. Die Senke ist eine Häufung ultrakalter dunkler Materie. Sie wurde im Jahr 2289 entdeckt durch ein zufälliges Gravitationslinsen-Ereignis. Die dunkle Materie macht sich nur gravitativ bemerkbar. Sie entspricht der Masse des Neptuns und hat eine Ausdehnung von 3 Millionen Kilometern.

Dunkle Materie sollte eigentlich nicht so kompakt auftreten. Da sie nicht mit sich selbst interagiert und deshalb keine inelastischer Stöße vorkommen, gibt es keine bremsenden, bzw. klumpenden Effekte. Die Masse der Shen-Senke muss durch einen unbekannten Effekt abgebremst worden sein. Ihre Konstituenten haben sehr geringe Relativgeschwindigkeiten und befinden sich nun quasi frei auf benachbarten Trajektorien um unsere Sonne.

Das Ultrateleskop BISON erkennt 2413 mehrere Satelliten, eingefangene Oort-Objekte, in weiten Orbits um die Gravitationssenke und einen Asteroiden, der innerhalb der Senke kurioserweise fast linear durch das kräftefreie Zentrum oszilliert. In den Jahr 2484 wird die Shen-Senke von zwei konkurrierenden Expeditionen besucht und genau vermessen (Tsegaye-Gubennya-13 vom Astrophysikalischen Institut des Jupiter-Orbital Mek’ele und Scott-Gravity-Research-A/Isle of Sol/Venus). Die Terra Nova, das Schiff von Scott-Gravity, erreicht die Shen-Senke wenige Wochen nach Tsegaye-Gubennya.

Auf dem Rückflug trifft die Terra Nova auf eine weitere unbekannte Gravitationssenke, heute bekannt als Terra Nova Riff. Die bis dahin unbekannte Gravitationsanomalie ist kompakter als die Shen-Senke mit weniger Masse und  Ausdehnung. Heute wissen wir, dass sie, wie mehrere andere kleinere Senken, die Shen-Senke umkreist. Die Terra Nova läuft mit voller Reisegeschwindigkeit und ohne Vorwarnung in die Senke. Die fraktalen Raumverzerrungen des Antriebs lösen eine heftige Reaktion in den Konstituenten der Senke aus. Diese bestehen zwar nicht aus baryonischer Materie, aber sie reagieren auf gravitative Raumverzerrungen. Die Explosion der Terra Nova ist mit solaren Großteleskopen gut zu sehen.

Seit der Terra Nova Katastrophe vermutet man, dass es noch viele weitere Häufungen dunkler Materie im extraplanetaren Raum gibt. Gravitationssenken sind aber schwer zu entdecken. Sie sind letztlich nur leerer Raum mit einem flachen Gravitationspotential.

#Planet #Reisen #Wissenschaft #Irrläufer #Interstellar #ExotischeObjekte

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2626 Erster Besuch im Sektorzentrum

Eine Expedition besucht Kisor, das 2 Planeten-Reich, später auch Kisor-Zwillinge genannt. Kisor ist das imperiale Regionalzentrum und damit die lokale Ordnungsmacht.

Nach den Erfahrungen mit der Artu-Domäne und extrasolaren Piraten im Solsystem ist es die wichtigste Aufgabe der Koalition, Beziehungen zu Völkern aufzubauen, die den Menschen bei Angriffen beistehen können. Man hofft, dass die Kisor-Zwillinge als lokaler Vertreter des Imperiums diese Rolle übernehmen werden.

Die Koalition mietet ein Interstellarschiff von einem Schiffsvermieter der Babur III Harmonie / Thoris. Das Schiff benötigt für die Reise zum Kisor-System 10 Tage. Ein Schiff aus solarer Produktion hätte eher 2 Jahre gebraucht.

Das Botschaftsschiff der Koalition erreicht das Kisor System senkrecht zur Ekliptik. Man nähert sich vorsichtig an. Ab einer Entfernung von 2 Lichttagen (ca. 25 Milliarden km) hält das Schiff jede Lichtstunde an, sendet seine Kennung und wartet auf Antwort. Man geht davon aus, dass die Behörden Kisors die Schiffskennung zuordnen können, denn das Schiff hat einen imperialen Transponder. Bei 10 Lichtstunden Abstand empfängt man die Anweisungen der Flugleitzentrale, auf einen Lotsen zu warten. Nach 30 Stunden nähert sich ein Kurierschiff. Über eine flexible Andockröhre wechselt der kisorische Lotse mit zwei Begleitern auf das Botschaftsschiff. Der Lotse geleitet das solare Schiff in das innere System. Dort wird ein Parkorbit um einen Altur-Mond zugewiesen.

Das System ist wie erwartet gut ausgebaut und industrialisiert. Auffällig sind die gewaltigen Verladeterminals im interplanetaren Raum und der interstellare Frachtverkehr. Die Terminals lernt man später als Umschlagplätze der kisorischen Handelsgilden kennen. Es gibt zwei bewohnbare Planeten, Kisor-Alpha, der Ursprung des Volkes und Kisor-Beta, der innere Planet, der Alpha angepasst wurde. Das Kisor-System hat mehrere Asteroidengürtel, einer davon rotiert als Teil des Ringsystems um den Gasriesen Altur. In den Asteroidengürteln gibt es sehr viel Aktivität. Das meiste davon ist automatisiert. Die Bevölkerung konzentriert sich auf die zwei bewohnbaren Planeten. Nur kleine Siedlungen sind im System verstreut. Es fehlen die orbitalen Habitate und freien Bereiche, die man inzwischen von anderen hochentwickelten Systemen kennt.

Die Menschen werden freundlich empfangen. Ein Mitarbeiter der kisorischen Ausländerbehörde legt einen Vorgang an und nimmt den Fall auf. Das Aktenzeichen für die solare Menschheit: S206297ER. Die Ankunft der Menschen wird geheim gehalten, um keine weiteren Besuche von Abenteurern im Solsystem auszulösen.

Die Botschafterin der solaren Koalition bekommt keinen Zugang zu höheren Stellen.

Nach vier Wochen müssen die Menschen wieder abfliegen, da der Mietvertrag für das Botschaftsschiff ausläuft und die Schiffsverleiher der Babur-Harmonie bei Vertragsüberziehung hohe Zuzahlungen verlangen würden.

In den nächsten 20 Jahren gibt es nur sporadisch Kontakte zwischen Menschen und Kisor. Das Solsystem erhält keine Hilfe gegen Übergriffe von außen.

Dann zieht eine neue Gefahr zieht auf. Ab 2643 werden mehrere Außenposten und Kolonien der Menschen von Kelreci angegriffen. Die Kelreci sind den Neobarbaren zuzurechnen. Das sind Völker und Fraktionen, die sich fremde Raumfahrttechnik angeeignet haben, aber für die Verantwortung noch nicht reif waren. Sie haben für hochentwickelte Zivilisationen ein mangelhaftes Moralempfinden und plündern jetzt zivilisierte Systeme. Vor allem interstellare Neulinge wie das Solsystem sind der neuen Bedrohung hilflos ausgesetzt. Die Neobarbaren verfügen oft über moderne interstellare Technik, entwendet aus Beständen des Imperiums, das sich seit einiger Zeit nicht mehr genügend um seine Außenbereiche kümmert. Das Solsystem ist dagegen noch technisch unterentwickelt, aber reich an Bevölkerung und Ressourcen.

Die Kelreci arbeiten sich durch die interstellare Nachbarschaft des Solsystems. Betroffen sind vor allem die solaren Kolonien in Richtung des Kelrec-Heimatplaneten Miro. Die Kelreci unterscheiden dabei nicht zwischen den verschiedenen irdischen Ethnien, die sich in den von Menschen kolonisierten Systemen niedergelassen haben. Die Bedrohung betrifft die gesamte Menschheit. Ein Angriff auf das Solsystem wird ab 2647 jederzeit erwartet.

Später stellt sich heraus, dass der Verwaltungsvorgang S206297ER, den die formale Anmeldung von 2626 initiiert hatte, ordnungsgemäß durch die imperiale Regionalverwaltung gelaufen war. Im Jahr 2647 erhält das Solsystem den Status eines imperialen Mitgliedsvolkes Kategorie 18. Ein Kurier überbringt der Koalition die offizielle Mitteilung über die Statusänderung. Dieser Kurier beobachtet die Verteidigungsanstrengungen der Menschen und berichtet bei seiner Rückkehr über die Bedrohungssituation im Solsystem. Daraufhin wird Kisor aktiv, entsprechend den imperialen "Vorschriften zum Schutz von Mitgliedsvölkern der Kategorie 17 bis 19", die "substantielle Hilfe zur Abwendung existentieller externer Bedrohungen" vorsehen.

Zwei Jahre vor dem größten Angriff auf das Solsystem, beginnen die Kisor-Zwillinge die solare Menschheit aufzurüsten. Kisors Truppen greifen nie direkt ein. Aber mit der technischen Hilfe von zehntausenden kisorischen Beratern kann die Kelrec-Bedrohung schließlich abgewendet werden. 

#Reise #Diplomatie #Interstellar #Bedrohung #Rettung

http://jmp1.de/h2626

2503 Arizona Krater Relikte

Im Jahr 2503 stößt man bei Erdarbeiten in der Umgebung des Arizona-Meteorkraters auf die Reste eines Artefakts außerirdischen Ursprungs.

In 35 m Tiefe, 3 Kilometer nordöstlich des Kraterzentrums werden die Reste einer Raumkapsel gefunden. Die Kapsel war ursprünglich ein Ellipsoid von 3 m Länge mit einer 20 cm dicken keramischen Hülle. Die Hülle war in mehrere Stücke zerbrochen, während das Innere der Kapsel weitgehend zerstört war. Nach diesem Fund wird die Umgebung im Umkreis von 20 km systematisch durch Tiefenscans untersucht und die Reste von 2 weiteren Kapseln gefunden. Die beiden Kapseln liegen in 5 und 12 km Entfernung vom Krater in 20, bzw. 15 m Tiefe.

Die Kapseln stehen zeitlich mit dem Krater im Zusammenhang. Sie sind vor dem Auftreffen des Meteors auf dem Boden aufgeschlagen, schufen dabei selbst 10-15 m tiefe Einschlagslöcher und wurden kurz danach vom Kraterauswurf bedeckt. Die Kapseln sind vermutlich beim Auftreffen zerborsten. Sie bestanden aus einer sehr widerstandsfähigen Keramik, die sowohl thermisch isolierende und schockresistente, als auch plastische Eigenschaften zeigt. Die Ausrüstung wurde durch den Aufschlag zerstört, eine eventuelle Besatzung durch die Verzögerungskräfte (bis 100.000 g) getötet. Glühende Gesteinstrümmer vom Meteorkrater verwischten weitgehend die Reste des Inhalts der aufgebrochenen Kapseln.

Man nimmt an, dass die Kapseln mit dem Arizona Meteor kamen und kurz vor dem Aufschlag als Rettungskapseln den Meteor verließen. Sie starteten aber zu spät, um den Aufschlag zu vermeiden. Vom Arizona Meteor wurden schon vor mehreren hundert Jahren die üblichen Meteoritenreste, aber keine ungewöhnlichen Spuren, gefunden. Es ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auszuschließen, dass der Krater vom Einschlag eines Raumschiffs statt eines Meteors verursacht wurde.

Lage und Einschusswinkel der Kapseln in den Boden unter der Trümmerschicht deuten auf eine sehr geringe Relativbewegung der Kapseln gegenüber dem Meteor hin. Womöglich gelangte der 50 m große Meteor durch einen Unfall auf Kollisionskurs mit der Erde und die drei (?) gerade dort befindlichen Wesen konnten zwar die Rettungskapseln erreichen, sich aber ohne eigenen Antrieb nicht rechtzeitig absetzen.

Es liegen keine weiteren Informationen über die Herkunft der Wesen vor. Es gibt weder zeitliche noch technologische Korrelationen mit anderen Artefakten oder Ereignissen im Sonnensystem. Wir wissen nicht wer die Wesen waren, was sie im Sonnensystem taten, ob sie den Arizona Meteor selbst auf Kollisionskurs brachten oder ob sie nur Beobachter waren.

#Meteor #Krater #Aliens

http://jmp1.de/h2503

2390 Pontus Mission: Forschungsexpedition zum neunten Planeten

Calixtos Kamikatsu an Bord der Gahara Sthaan IX auf dem Rückflug von Pontus, Planet 9, 2390, private Nachricht:

Hallo meine Liebe,

jetzt sind es nur noch 1000 AU bis nach Hause. Ein knappes Jahr. Pontus war der Wahnsinn. Wir sind alle noch ganz geflasht. Optisch war nicht viel. Tausend astronomische Einheiten von der Sonne entfernt muss man schon sehr genau hinsehen, um etwas zu erkennen. Aber im Infrarot haben wir alles in voller Schönheit gesehen. Drinnen im Sonnensystem sind Gasriesen mit dicken Atmosphären, Wolkenbändern und Stürmen. Hier draußen, so weit von der Sonne entfernt, ist nur Eis. Die ganze Atmosphäre ist gefroren. Pontus ist ein Eis-Riese.

Aber Pontus ist nicht einfach ein Eisklumpen. Es gibt Gebirge, Schluchten, Geröllfelder, sogar Sandwüsten mit Dünen aus feinen Eiskörnchen, wie Diamantstaub. Alles ist aus Eis, verschiedenes Eis. Wassereis ist bei diesen Temperaturen steinhart. Wassereis spielt hier die Rolle von Stein und Felsen. Es gibt Eis-Vulkane aus denen in der Vergangenheit ein Wasser-Ammoniak-Gemisch als Lava emporgeschleudert wurde.

Pontus hatte offensichtlich auch einmal Plattentektonik, die gewaltige Eisgebirge aufgeschoben hat. In den aktiven Phasen von Pontus gab es sogar Wetter, gewaltiges Wetter. Ammoniak-Regen hat tiefe Canyons aus den Wasser-Gebirgen ausgewaschen. Der Grand-Canyon kann sich darin verstecken. Das Valles Marineris auch. Und nicht zu vergessen, das Theia-Becken. Ein Krater größer als die Erde. Vor Urzeiten muss da ein marsgroßes Objekt reingekracht sein. Das war sicher ein kataklysmisches Ereignis. Es hat den ganzen Planeten zum Schmelzen gebracht. Danach war der Planet Millionen Jahre lang aktiv. Mit Vulkanismus, Plattentektonik, Wetter, Regen, Flüssen, Meeren. Das war die Zeit in der all das entstanden ist, was wir heute sehen. Von den Gebirgsketten und den Vulkanen bis zu den Wassereis-Sandkörnern an den Stränden der Ammoniak-Meere.

Und dann natürlich die Skulpturen. Wo Eis aus dem Boden austritt, friert es in allen möglichen Formen. Es gibt fast geometrische Kegel, die innen einen Wasserkanal haben und darum herum immer weiter gewachsen sind. Es gibt schlanke Säulen, ganze Felder von Eissäulen, wie von den alten Griechen hingestellt. Und Figuren und Skulpturen, unendlich viele Formen. Manche sind weiß wie Schnee durch feine Luftbläschen. Viele sind durchsichtig, die einen glasklar, andere mit regelmäßigen Mustern. Es gibt die Spires, hunderte Meter hohe Säulen wie aus Glas und kristallblaue Eisvorhänge, aufgespannt zwischen anderen Skulpturen. All das ist jetzt erstarrt. Wie plötzlich eingefroren, mitten in der Bewegung. Aber wunderschön.

Ich mach' mich jetzt wieder an die Auswertung. Bis bald. ENDE.
--

Calixtos Kamikatsu an Bord der Gahara Sthaan IX, 999 AU von Sol, 3 Monate nach der Havarie, private Nachricht:

Hi Schätzchen,

schlechte Nachrichten. Anne bekommt den Antrieb nicht zum Laufen. Sie sagt, wir hatten ziemliches Glück. Wir wussten alle, dass die Sache riskant ist. Aber die Materiedichte hier draußen ist so gering, das man nicht wirklich damit rechnet was zu treffen. Naja, getroffen haben wir ja auch nicht. Eher es uns. Muss ein ordentlicher Asteroid gewesen sein. Bei voller Fahrt reichen schon 2 Millionen Kilometer "Nähe", damit sein Gravitationsfeld unseren Antrieb beschädigt, wenn er unter Last läuft. 

Anne sagt, ich zitiere: "auf ganzen 0,2 Tau ist die Fraktalität der Konverter unter 4,8 im Median, soweit Susi das messen kann" Susi ist unsere Engineering-KI. Kauderwelsch. Ich hab's gejeeved. Die Konverterpole sind Fraktale. Sie müssen möglichst fein sein, bis runter auf Nanometer. Ideal wäre ein Wert von 3 als fraktale Dimension. Aber das ist nur theoretisch. Man versucht so nahe wie möglich da ranzukommen, also 3 minus ein kleines bisschen, z.B. zehn hoch minus 4,8 bei uns. Ist die Zahl kleiner, dann ist der Abstand zur 3 größer und der Lévy-Effekt bricht zusammen. Da war dann noch was mit virtuellen Teilchen, negativer Energie, Quantenverletzung, Mesonen, und so weiter.

Jedenfalls, als wir an dem Asteroiden vorbei sind, hat es diese feinen Verästelungen verzogen. Sie klumpen zusammen. Mit anderen Worten: die Konverterpole sind Matsch. Das können wir hier nicht fixen. Wir haben zwar Fabs für alles was wir als Mechs so brauchen, aber an den Konvertern haben die Bush-Robots von Majumdar Abhiyaantrikk angeblich 2 Jahre rum-assembliert.

Ich melde mich bald wieder. ENDE.
--

Calixtos Kamikatsu an Bord der Gahara Sthaan IX, 999 AU von Sol, 2390, 4 Monate nach der Havarie, private Nachricht: 

Hallo ihr drei,

die meisten Daten sind jetzt ausgewertet. Der Antrieb geht immer noch nicht. Anscheinend gibt es keine Kapazitäten für eine Rettungsmission. Verständlich, dieser Flug war teuer genug. Und für eine Info-Evakuierung reicht die Bandbreite bei weitem nicht. Wir sitzen hier fest.

Euer Papa wird sich verspäten. Fragt Mama. Ich umarme euch.

Nur für Mama:
Wir müssen hier abschalten. Der Antrieb ist auch verstrahlt. Anne sagt, das passiert oft bei Konverter-Unfällen. Die Strahlung stört den Reaktor. Wir laufen schon auf Reserve. Jeeves, Susi und die anderen KIs sind schon aus. Auch unsere Mech-Hüllen sind stillgelegt. Nur die HICs (Human Infomorph Cores) laufen noch. Wir sind schon im V-Hab. Wir gehen jetzt in den Winterschlaf. Nur ein Automat für den Annäherungssensor bleibt an. Wir werden nichts merken. Die Zeit vergeht wie im Flug. Für uns. Tut mir leid. Ich küsse dich. ENDE.
--

Gahara Sthaan IX, 999 AU von Sol, 2427, Log:
...5:33:21.042 Passive Radar: Signal: Quelle: Entfernung 1,3e7 km
...5:33:22.314 Controller: Sende Kennung via: ComLaser
...5:33:22.316 Controller: Aktiviere HIC: Kapitän: Rashid Agarwal
...5:34:59.271 ComLaser: Nachricht: Wir haben Euch. ENDE.

#Wissenschaft #interplanetar #Raumschiff #Überlicht

http://jmp1.de/h2390

2743 Werdegang der Kisor-Zwillinge.

Veröffentlichung der letzten Geschichtsbände von Thaddäus Podgorski. Darunter sind einige sehr detaillierte Beschreibungen der Geschichte regionaler Völker. Der Band über Kisor enthält Einzelheiten, die in keiner anderen Chronik verzeichnet sind. Woher Podgorski sein Wissen hatte wurde nie geklärt.

Eine Zusammenfassung von Podgorskis TriVi-Band "Werdegang der Kisor-Zwillinge":

Die Sonne des Kisor Systems ist ein F1 Stern mit der 9,1-fachen Leuchtkraft Sols. Ihre Ökosphäre ist also breit genug, um 2 Planeten aufzunehmen. Die beiden Planeten liegen in Entfernungen von 457 und 443 Mio. Kilometern, wobei anfangs nur Alpha, der äußere Planet bewohnbar war. Um Beta kreist ein atmosphärenloser Mond von 2000 km Durchmesser während Alpha keine Satelliten hat. Dem innersten Planeten fehlt die Kruste und der Schwermetallkern liegt frei. Der dritte Planet ist gegenläufig. Weiter von der Sonne entfernt finden sich noch 7 Planeten, davon 6 Gasriesen. Altur, der erste Gasriese mit 190.000 km Durchmesser ist doppelt beringt und ist von Beginn der Zivilisation an bis heute ein Objekt religiöser Verehrung.

Die Sonne ist bei einem Alter von 2,5 Mrd. Jahren schon am Ende ihrer Zeit auf der Hauptreihe angekommen und wird sich in etwa 100 Mio. Jahren zu einem roten Riesen entwickeln. Da das Planetensystem auch nicht älter ist als der Zentralstern, sind seit der Abkühlung Alphas und Betas erst wenige hundert Mio. Jahre vergangen. Es war also noch nicht genug Zeit zur Entstehung von höherem Leben, geschweige denn von intelligenten Wesen. Das spricht für einen fremden Ursprung des Lebens auf Kisor Alpha. Ein anderer Hinweis auf einen externen Ursprung war die Tatsache, dass nach Fossilienfunden vor ca. 10 Mio. Jahren plötzlich Pflanzen und Tiere gleichzeitig aufgetreten sind.

Das Leben wurde also von außerhalb des Planetensystems nach Alpha gebracht. Als Kisors Wissenschaftler zu dieser Erkenntnis gelangt waren, begannen sie nach dem Ursprung zu suchen. Dies war keine leichte Aufgabe, denn in 10 Mio. Jahren hatten sich die Formen auf Kisor und am Ursprungsort in verschiedene Richtungen entwickelt. Man fand Ähnlichkeiten und Verwandtschaften mit mehreren Planeten, darunter Syrak und Solberg 86 III. Es kristallisierte sich eine Häufung im Sektor Syrak heraus. Der Ursprungsort bleibt jedoch bis heute im Dunklen.

Eine unbekannte Rasse hatte also vor etwa 10 Mio. Jahren die Kohlendioxid-Atmosphäre Alphas in eine Sauerstoffatmosphäre umgewandelt und eine reiche Flora und Fauna angesiedelt. Dabei war auch ein vielversprechender warmblütiger, eierlegender und säugender reptilienähnlicher Primat, der schon ab und zu aus den Sumpfgebieten hervorkam, um in den Steppen zu jagen.

Fünf Mio. Jahre später hatte ein Zweig dieser Primaten wesentlich an Gewicht und Körpergröße zugenommen. Er warf mit erstaunlicher Treffsicherheit Steine nach seiner Beute und erhob sich auf die Hinterbeine, um über das hohe Steppengras zu blicken. Zu den sechsgliedrigen Greifhänden bildete sich ein größeres Gehirn aus und die Not der unzureichenden körperlichen Fähigkeiten führte zu einer Verfeinerung der Jagdmethoden. Zum Bau von raffinierten Fallen gebrauchte das Wesen vor 1 Mio. Jahren Werkzeuge und als Verständigungsmöglichkeit eine Unmenge von röhrenden Lauten, die sich langsam zu einer Sprache formierten.

Als der Doppelkontinent auf dem die Primaten lebten, getrennt wurde, entwickelten sich beide Zweige verschieden fort. Im Osten entstand ein nach vorne gebeugt gehendes Wesen mit einem starken Stützschwanz. Auf dem Westkontinent, der besonders stark von Raubtieren bevölkert war, wurde der Primat zum Pflanzenfresser und entwickelte sich zurück zu einem starken Läufer mit kleinem Gehirnvolumen.

Vor 50.000 Jahren gab es schon die heutigen Kisori. Sie setzten über auf den Westkontinent und benutzten ihre laufstarken, aber nicht intelligenten Vettern als Reittiere.

Als Kisor etwa 14.000 v. Chr. nach irdischer Zeitrechnung von einem unbekannten Volk entdeckt wurde, war gerade die Eisenzeit angebrochen. Ein Landesteil eignete sich ziemlich schnell Fähigkeiten der Fremden an, besonders was die Waffentechnik betraf. 150 Jahre nach dem ersten Kontakt entschied dann der lokale Herrscher, dass die Zeit reif wäre. Er überrollte die in der Eisenzeit verbliebenen Nachbarvölker mit einer mit Strahlenwaffen ausgerüsteten Armee und errichtete ein Königreich auf dem Kontinent, der später einmal das "Land aller Gilden" genannt werden würde.

Diesem Herrscher folgten gerechte Könige, die den neuen Reichtum und die Modernisierungen gleichmäßig auf den ganzen Kontinent verteilten. Nach weiteren 250 Jahren wurde der ganze Planet industrialisiert und innerhalb von 300 Jahren war die Technik reif zur interplanetaren Raumfahrt. Die Technologie entwickelte sich rasant weiter. Wahrscheinlich gab es Hilfe von außen, denn schon 200 Jahre nach dem ersten interplanetaren Flug begann die interstellare Kolonisierung.

900 Jahre nachdem Kisor in der Eisenzeit entdeckt worden war, kolonisierten die Staaten Alphas schon die ersten Planeten der Nachbarsysteme. 350 weitere Jahre blühte das straff geführte Kolonialreich. Dann wurden die Unabhängigkeitsforderungen der inzwischen hochindustrialisierten Kolonien immer lauter. Es kam nach 50 Jahren zum Krieg. Der Krieg endete mit einer fast totalen Zerstörung der Kolonien. Dieses Ereignis prägt Kisor offensichtlich bis heute. Kisor hatte seit dieser Zeit keine Kolonien mehr und die Kisori, die für die Gilden auf anderen Planeten leben, sind für die Bevölkerung des Stammplaneten Kisori zweiter Klasse. Entsprechend werden Menschen, die irdische Kolonien bewohnen, nicht als Menschen von der Erde, sondern als eigenständige Völker angesehen. Als Mahnmal an diesen Bruderkrieg bleibt eine Sphäre von zerbombten und verseuchten Planeten um Kisor.

Binnen 300 Jahren stieg Kisor zu einem Kategorie-12 Planeten auf. Es gab eine Schar von Vasallenplaneten fremder Rassen. Kisor selbst wurde durch einen Bund seiner Nationen regiert. Als der erstarkte Vasall Uidor einen Krieg gegen Kisor führte und gewann, wurde das Vasallenreich Kisors in einen Bund seiner ehemaligen Untertanen umgewandelt. Der Bund hielt jedoch nur 150 Jahre, dann wurde er wieder von Kisor aus regiert. Nachdem Kisor seine Macht in weiteren 250 Jahren wieder gefestigt hatte, rief es die Gründung eines Reiches aus.

Über die erste Blüte des Reiches ist wenig bekannt. Man weiß aber, dass während dieser 2500 Jahre dauernden stabilen Phase der innere Planet Kisor Beta den Verhältnissen Alphas angepasst wurde.

Dem darauf folgenden Verfall des Reiches folgte nur 250 Jahre später ein erneuter Aufstieg des zweiten Reiches (des sog. goldenen Reiches) über dessen bewegte Geschichte viele Aufzeichnungen gefunden wurden. Dieser Zeitabschnitt wurde nach ca. 1600 Jahren beinahe auf dem Höhepunkt des goldenen Reiches durch die Balsachen abrupt beendet.

Die Balsachen waren ihrerseits aus ihrem Raumsektor, einem Gebiet des Sagittarius-Arms der Galaxis vertrieben worden und suchten in einer völkerwanderungsähnlichen Bewegung eine neue Heimat. Nach kisorischer Geschichtsschreibung taten sie dies mit verheerenden Auswirkungen für die ansässigen Völker. Das Reich Kisors kämpfte tapfer und blockte die Wanderung der Raumschiffschwärme ab. Die Anstrengungen über mehrere Jahrzehnte waren jedoch für Kisor zu groß gewesen, um sein Reich fest im Griff zu halten. Dazu kam noch, dass sich einige Planeten unter Kisors Schutz gut entwickelt hatten und eigene Machtzentren bildeten. Das goldene Reich brach innerhalb von 100 Jahren auseinander.

400 Jahre währte das Interregnum. Kein Planet wurde stark genug, um den Raumsektor zu befrieden, aber viele versuchten es und vergrößerten damit das Chaos. Kleinkriege wurden ausgetragen und Planeten verwüstet oder von Neobarbaren geplündert. Atomflammen loderten auf zu einem pyrotechnischen Feuerwerk, das Milliarden Wesen nicht sehen konnten, weil sie ein Teil der Flammen waren. Es grassierten Hungersnöte und Seuchen weil die Mittel fehlten, um sie zu bekämpfen, während tausende kleiner Könige und Diktatoren in den Ruinen Hof hielten.

Das Ende dieses dunklen Zeitalters kam in Gestalt des Solemischen Reiches. Dieses Reich hatte sich innerhalb von 6000 Jahren von mehreren Systemen in 1900 Lj. Entfernung ausgebreitet und hielt sich im hiesigen Sektor immerhin 2700 Jahre. Bis zum endgültigen Verschwinden nach einem schnellen Rückzug vergingen noch einmal 2100 Jahre. Damit zählt das Solemische Reich zu den größten und stabilsten der bekannten Geschichte. Der Grund für seinen Erfolg war, dass das Reich nicht, wie fast alle anderen, auf ein Volk, sondern auf eine Idee zurückzuführen war. In jedem Sektor gab es wenigstens ein Volk, das diese Idee aufnehmen und umsetzen konnte und damit zum Vertreter des Reiches im umliegenden Sektor wurde. Das Solemische Reich war also eher ein Bund vieler mächtiger Völker mit ähnlicher Denkweise.

Wie so viele friedliche Reiche endete auch das Solemische Reich durch Gewalt, nämlich den Krieg der Mercatos, die völlig überraschend ein Handelsimperium gründeten und dabei keine andere militärische Macht zuließen. Dies ist der einzige bekannte Fall, dass Mercatos überhaupt selbst kämpften. Trotz der gewaltigen Verbreitung der Mercatos (vermutlich ein Großteil der Milchstraße), erreichte das Mercato-Imperium nicht einmal die Größe des Solemischen Reiches.

Für die beiden Kisor Planeten ging die Übernahme in das Handelsimperium fast unbemerkt vonstatten. In den 500 Jahren, die Kisor dem Handelsimperium angehörte, entwickelten sich Alpha und Beta zu Kategorie-13 Planeten. Schließlich waren sie reich genug, um sich aus dem Handelsimperium freizukaufen. Sie blieben zwar von ihrer Lage her in das Mercato-Imperium eingebettet, waren aber unabhängig und mussten keine Abgaben mehr leisten.

Ein Relikt aus der Zeit im Handelsimperium war die Monarchie, die sich aus dem Hof des eingeborenen Statthalters für die Mercatos entwickelt hatte. Für 230 Jahre führten die Kisor-Zwillinge ein angenehmes Leben, da sie einerseits unabhängig waren, andererseits aber durch ihre Lage vor Kriegen und Überfällen geschützt waren, bis plötzlich alle Mercatos den Raumsektor verließen und das Handelsimperium aufgaben. Das Imperium verschwand über Nacht und ließ tausende ungeschützter Planeten zurück.

Mehrere Überfälle anderer Völker schwächten die Kisor-Planeten zu sehr, als dass sie eine wirksame Verteidigung gegen Angriffe von außen aufbauen konnten. Die letzte Plünderung hinterließ 2 völlig zerstörte Planeten. Die Angreifer hatten alle technischen Anlagen auf den Planeten und im Orbit und alle Großstädte mit 80 % der Bevölkerung zerstört.

Innerhalb weniger Generationen sank die Technik auf einen Stand im Mittelalter während die Bevölkerung durch Hungersnöte und Seuchen bei fehlender medizinischer Versorgung und auf nur ein Tausendstel zurückging. Design-Seuchen aus der High-Tech Vergangenheit trugen wesentlich zu diesem starken Bevölkerungsschwund bei. Auf Alpha sank die Bevölkerung im Minimum sogar auf nur 50.000 Individuen.

Die Vergangenheit lebte zwar als Ansporn weiter in den Legenden und es gab viele Versuche alte Anlagen wieder in Betrieb zu nehmen, aber ohne Rohstoffvorkommen war ein neuer Anfang schwer, denn die Bodenschätze waren weitgehend ausgebeutet und fossile Rohstoffe hatte es nie gegeben.

Es dauerte 3000 Jahre bis die Technik auf Kisor Beta weit genug fortgeschritten war, um ein Interplanetarschiff zu bauen. Die Kisori besiedelten wieder ihr Sonnensystem. Nach weiteren 150 Jahren brach das energetische Zeitalter an und schließlich verließ der erste langsame Raumkrümmer wieder das System.

Eineinhalb Jahrhunderte später, die Kisori hatten gerade wieder Anschluss an die interstellare Gesellschaft gefunden, erschien eine Raumflotte von Interia über den Kisor-Zwillingen und verkündete, dass sie soeben Bürger des Interianischen Imperiums geworden wären.

Wie schon mehrmals in der Geschichte zeigte es sich auch hier wieder, dass sich die Kisor-Planeten unter dem friedenwahrenden Schutz eines Imperiums hervorragend entwickeln. Von der Kategorie 18 bei der Aufnahme ins Imperium stiegen die Kisor-Planeten auf bis zur Kategorie 13. Nachdem ihnen durch die 23. Strukturreform des Interianischen Imperiums das Regionalzentrum des Imperiumssektors übertragen worden war, beherrschte Kisor ein eigenes Reich innerhalb des Imperiums.

Neben der Steigerung des Einflusses durchlief Kisor die gesellschaftliche und politische Entwicklung, die zu den heutigen Verhältnissen führte. Die Executive wurde immer dominanter und es entstand ein vererbbares Präsidentenamt, so dass es niemand wunderte als die Monarchie ausgerufen wurde. Die Monarchie war aber entgegen allen Erwartungen sehr schwach und verbrauchte in 150 Jahren ca. 50 Könige und Königinnen aus mehreren Familien. Man einigte sich schließlich auf eine gemeinsame Regierung der Adelsfamilien unter einem aus ihrem Kreis gewählten Herrscher.

Die Wirtschafts- und Handelsorganisationen der Oligarchen absorbierten alle unabhängigen Unternehmen des Mittelstandes und wurden zu den ersten Gilden. Schließlich war die gesamte Wirtschaft einschließlich des Außenhandels in der Hand von ca. 30 Gilden. Die Gilden wurden zu den beherrschenden Handelsorganisationen des Sektors während ihr Einfluss auf Kisor selbst durch die Inosch, den Rat der Gilden auf Alpha, gefestigt war.

Die Landfläche Alphas und Betas wurde zwischen den Gilden aufgeteilt und das Durcheinander der Besitzungen, das noch von der Assimilation der Wirtschaft herrührte, beseitigt. Ein Kontinent wurde zum "Land aller Gilden" erklärt. Dort residiert der "Vater der Kisori", der immer aus der ersten Gilde gewählt wird, die hauptsächlich aus Geistes- und Naturwissenschaftlern besteht, aber kein eigenes Land besitzt.

Nach dem Rückzug des Interianischen Imperiums wurden die eigentlich starken Kisor-Planeten bei einem Überfall teilweise verwüstet. Sie erhielten und beschützten aber trotzdem ihren Einflussbereich.

Auch die Mercato-Schiffe tauchten wieder im Herrschaftsbereich Kisors auf, konnten aber wegen den seit langem ansässigen Gilden nicht Fuß fassen. Die Mercatos versuchten sich in der Sogwelle der sich ausbreitenden Menschheit zu etablieren, wurden aber auch von der Koalition durch die Protektionsgesetze in ihren Möglichkeiten so stark einschränkt, dass sie den Sektor wieder verließen.

Kisor beobachtete den Aufbruch der Menschheit mit Wohlwollen, später aber auch mit wachsender Besorgnis, die, wie sich herausstellte, berechtigt war.

Zeittafel nach irdischer Zeitrechnung:

-14000 In der Eisenzeit kontaktiert

-13900 Einigung des Heimatkontinents

-13700 Beginn der Industrialisierung

-13400 Beginn der interplanetaren Raumfahrt

-13200 Interstellarkolonisierung

-12800 Unabhängigkeitsforderungen der Kolonien

-12800 Kolonialkrieg

-12500 Kategorie 12, Vasallenreich

-12400 Verlust des Uidor Kriegs

-12200 Kisor Zentrum des Bundes

-12000 Gründung des ersten Reiches

-11000 Terraformung Betas

-9500 Verfall des Reiches

-9200 Zweites (goldenes) Reich

-7600 Einfall der Balsachen

-7500 Zerfall des zweiten Reiches, Interregnum

-7100 Aufnahme in das Solemische Reich

-4400 Übergang zum Mercato-Imperium

-3900 Freikauf von Abgaben

-3700 Ende des Mercato-Imperiums

-3600 Plünderung durch Neobarbaren

-3500 Beginn des kisorischen Mittelalters

-400 Industrialisierung

30 Interplanetarflug

250 Energetisches Zeitalter

900 Interstellarflug

1050 Aufnahme in das Interianische Imperium

1650 Interianisches Regionalzentrum

1900 Monarchie

2050 Oligarchie

2100 Erste Gilden

2220 Landreform der Gilden

2700 Rückzug des Interianischen Imperiums

2780 Ende des Gildesystems

2860 Imperialismus

#Wissenschaft #Geschichte #Bestseller #Mythen

http://jmp1.de/h2743

Galactic Developments jetzt als eBook

Galactic Developments gibt es jetzt komplett als eBook. 280 Seiten voll SciFi Ideen, wie ihr es kennt.

https://www.amazon.de/Galactic-Developments/dp/B01JD6COY6/

Und wenn es gut ist (=nicht nervt) und ihr wollt, dann bitte eine Rezension abgeben.

Das eBook habe ich veröffentlicht, um noch mehr Leser zu erreichen. Es geht es ja nicht darum, reich zu werden. Wer kann schon von SF in Deutschland leben? Nein, das ist ein Hobbyprojekt und mehr Leser heißt mehr Ansporn = mehr Spaß beim Schreiben = Material = mehr Spaß beim Lesen.

Deshalb meine Bitte an alle, die bisher schon Artikel gut fanden: runterladen, bewerten, weitersagen.

Falls ihr kein Kindle habt. Macht nix. Kaufen für lau und trotzdem
- online lesen: http://www.galactic-developments.de/
- und bewerten https://www.amazon.de/review/create-review?ie=UTF8&asin=B01JD6COY6