2174 Asteroidenraub, der größte Diebstahl des Jahrhunderts und Goldregen

Im Jahr 2172 manövriert der Asteroidenentwickler Seren-Enterprises einen kleinen Kometenkern aus einer erdnahen Sonnenumlaufbahn in einen hohen Erdorbit. Der Komet ist 90 Meter groß und enthält neben 2 Millionen t Wassereis einen außerordentlich hohen Anteil von seltenen Erden. Die Reise dauerte 14 Jahre mit Fusionsfackel-Triebwerken, die fast alles Wassereis des Kometen verbrauchen.

Seren-Enterprises beabsichtigt, Rohstoffe für die Industrie im orbitalen Erde-Mond-System abzubauen. Abnehmer sind vor allem L4/L5-Konstuktionen, lunare Produktionsstätten und Forschungsstationen im Erdorbit. Außerdem enthält der Komet verschiedene Edelmetalle, die wie andere Elemente für Produktion und Konstruktion im Orbit verwendet werden, darunter 50.000 t Gold das aber nur in kleinen Mengen industriell benötigt wird. Das Projekt läuft unter höchster Geheimhaltung. Der Komet und die Extraktionsanlagen werden unter einer Hülle aus Aluminiumfolie verborgen.

Anfang 2174 wird der Asteroid von gut ausgerüsteten Einheiten unbekannter Herkunft besetzt. Seren-Enterprises wird der Zugang verwehrt. Für 10 Monate begründet Seren die Lieferverzögerung gegenüber Kunden mit operativen Problemen, meldet den Vorgang aber nicht den Behörden.

Ende des Jahres beginnt der sog. Goldregen. Die Diebe landen Gold mit Deorbitern in menschenleeren Gebieten und sammeln die Fracht ein. Die unregistrierten Landungen erregen planetenweit die Aufmerksamkeit ziviler und militärischer Behörden. Nach 3 Wochen, in denen die Behörden versuchen mit Seren-Enterprises zu verhandeln und Druck auszuüben, versuchen Einheiten der Raumpatrouille zu landen. Sie stoßen auf starken Widerstand und werden zurückgeschlagen.

Mit Beginn des Landungsversuchs ändern die Entführer ihre Taktik. Sie schießen Gold-Ladungen ohne Deorbiter unkontrolliert zur Erde, weiterhin in unbewohnte Gebiete. Teile des Goldes verdampfen beim Eintritt in die Atmosphäre, aber über weite Gebiete kommen kleine und größere Tropfen aus geschmolzenen Gold und Nuggets bis 1 cm Größe herunter. Es beginnt ein Goldrausch in der Sahara, Alaska, Sibirien und Australien. Insgesamt landen die Diebe 9.000 t Gold (ca. 1 % des Weltvorrats), davon 3.000 t per Deorbiter. Der Welt wird bewusst, dass in Zukunft jede Organisation fast beliebige Mengen Edelmetalle zur Erde bringen kann. Der Goldpreis und viele andere Rohstoffmärkte brechen ein.

Schnell wird bekannt, dass ca. 2.000 t Gold über Terminkontrakte schon vorher zu den alten Marktpreisen verkauft worden waren, einem Wert, der dem Bruttosozialprodukt eines kleinen Landes entspricht. Später stellt sich heraus, dass der wahre Zweck des Asteroidendiebstahls nicht der Goldverkauf, sondern die Manipulation der Märkte war, bei der die Diebe wohl ein Vielfaches verdient haben.

Im Chaos des Goldregens verlassen die Diebe in Deorbitern den Asteroiden. Ihre Identität bleibt im Dunkeln. Einige Details sprechen für staatliche Akteure. Es gibt viele Spuren und Indizien, aber keine eindeutigen Hinweise. Die wahren Drahtzieher werden nie öffentlich bekannt.

http://jmp1.de/h2174

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